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Inkarnation
Das Ende aller Wege Gottes
Karl-Heinz Menke
Pustet
EAN: 9783791732893 (ISBN: 3-7917-3289-7)
368 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 22cm, September, 2021
EUR 34,95 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Das Christentum steht oder fällt mit dem Glauben daran, dass ein einziger Mensch, der 33 Jahre auf der Erde gelebt hat, der Grund der Schöpfung und der Sinn der Geschichte ist. Sein Geschöpf-, Mensch- und Fleischsein ist als solches die Offenbarkeit und nicht die Verkleidung Gottes. Von außen betrachtet erscheinen diese Sätze intolerant und dogmatisch. Doch wer sich darauf einlässt, versteht, dass eine Wahrheit, die sich verleiblicht und sich der Andersheit des Anderen aussetzt, niemanden vereinnahmt, manipuliert oder bedroht. Der inkarnierte Logos setzt sich mit keinen anderen Mitteln durch als mit denen der gekreuzigten Liebe. Ziel des Autors ist es, den christlichen Glauben in seiner inneren Kohärenz und Schönheit positiv zu beschreiben und verständlich zu erklären und dabei auch jene Themen einzubeziehen, die den modern oder postmodern denkenden Zeitgenossen als Mythen, Zumutungen oder Absurditäten erscheinen.
Karl-Heinz Menke, Dr. theol., war von 1990 bis 2015 Professor für Dogmatik und Theologische Propädeutik an der Universität Bonn; er ist Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften sowie Träger des Joseph-Ratzinger-Preises 2017.
Rezension
Für den christlichen Glauben ist die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus eine absolut zentrale Aussage, die ihn von allen anderen Religionen exklusiv unterscheidet. Die zentralen christlichen Feste Weihnachten und Ostern beleuchten die Menschwerdung und Menschheit des Gottessohnes von der Geburt bis zur Tötung am Kreuz. Der theologische terminus technicus für die Menschwerdung lautet Inkarnation und bildet einen theologischen Schlüsselbegriff, der in diesem Buch umfassend ausgeleuchtet wird. Inkarnation meint mehr als "nur" die Geburt Jesu: "Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns Wohnung genommen" (Joh 1,14). Der Glaube, dass Gott Fleisch wurde und damit für Menschen sichtbar und erfahrbar ist, prägt die Beziehung des Glaubenden zu Gott und zur Welt. Menschwerdung Gottes ist dem christlichen Glauben ein Heilsereignis. Der Glaube, dass der Jude Jesus der Sohn Gottes ist, trennt Christen nicht nur vom jüdischen sondern auch vom muslimischen Glauben.
Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 11
Einführung 17
A. DIE OFFENBARKEIT GOTTES ALS DER MENSCH JESUS
1. Der „Ich-bin-der-,Ich-bin-da"` 24
a) Die Frage nach dem Namen Gottes 25
b) JHWH — El bzw. Elohim — JESUS 27
c) Seine Einzigkeit 29
2. JESUS als Offenbarkeit JHWHs 31
a) Jesus als Maßstab der Tora 32
b) Jesus als ,shekinah` Gottes 34
3. Die unvergleichliche Einzigkeit Jesu 37
a) Sohn Gottes und Adoptivsohn Josefs 38
b) Vor aller Schöpfung 40
B. DIE FRAGE NACH DEM ‚WOHER' JESU
1. Mythos wird Wirklichkeit 45
a) Die Untrennbarkeit der Bedeutung vom Faktum der Inkarnation 47
b) Der Logos alles Seienden: „Fleisch geworden" 48
2. Das historische Faktum der Inkarnation 49
a) Eingezeichnet in die Geschichte Israels 51
b) Erklärt und verstanden durch Israels verschriftlichte Erinnerung 52
3. Geboren aus der Jungfrau Maria 55
a) Symptom der Leib- und Sexualfeindlichkeit des Christentums? 55
b) Unvereinbar mit der naturwissenschaftlich argumentierenden Vernunft? 57
C. ALS WAHRER MENSCH GÖTTLICHE PERSON
1. Die Revolutionierung der griechischen Ontologie 60
a) Das Höchste als das Konkrete 60
b) Höchste Einheit als Dreiheit 62
2. Die Revolutionierung der griechisch-römischen Anthropologie 67
a) Die Termini prosopon, hypostasis und persona 67
b) Der jüdisch-christliche Personbegriff 68
3. Die Person des innertrinitarischen Sohnes als wahrer Mensch 70
a) Das Höchstmaß menschlicher Freiheit, oder: Die Sündlosigkeit Jesu 70
b) Das Höchstmaß menschlicher Liebe, oder: Die Feindesliebe des Gekreuzigten 71
c) Das Antlitz der Inkarnation 77
d) Christsein, oder: Eingestaltung in die Inkarnation des Sohnes 81
D. DIE EREIGNISSE VON BETHLEHEM UND GOLGOTHA
1. Das Warum' der Inkarnation 93
a) Das Inkarnationsmotiv ‚Solidarität' 93
b) Das Inkarnationsmotiv der universal gewordenen Sünde 95
2. Das Phänomen ‚Sünde' 98
a) Die schöpfungstheologischen Voraussetzungen
der Freiheit des Menschen 98
b) Der Preis der Freiheit, oder: Das malum physicum und das malum morale 102
c) Die ,Sheol` der Sünde 109
3. Der ,Bundes-Gote: Gebunden an die einmal geschenkte Freiheit 114
a) Heilendes und verklärendes ,Bundes-Handeln' 115
b) Abgestiegen bis in die ,Sheor 123
E. DAS OSTEREREIGNIS
1. Was eigentlich feiern Christen an ihrem höchsten Festtag? 131
a) Die Verheißung eines Lebens nach dem Tod? 132
b) Den Triumph der Allmacht des Vaters über die Ohnmacht des Sohnes? 137
c) Die Bestätigung von Wort und Werk Jesu durch den Vater? 141
2. Ostern, oder: Unsere Eingestaltung in den Leib des Auferstandenen 142
a) Der Leib des Auferstandenen 143
b) Der Leib, der durch den Tod nicht zerstört wird 146
c) Auferstehung im Tod? 149
3. Auferstehung und Gericht 151
a) Der verweigerte oder ersehnte oder schon gewonnene Himmel 152
b) Liebe, die unendlich lange wartet 155
4. Auferstehung und Vollendung 175
a) Christus — nicht nur in allen, sondern auch in allem? 175
b) Die Bedeutung des Festes ,Christi Himmelfahrt' 183
c) Die Bedeutung des Pfingstfestes 187
F. DIE KIRCHE: GRÜNDUNG CHRISTI UND/ODER GEISTGESCHÖPF?
1. Desinkarnierte Ekklesiologie 199
a) Markion und Joachim von Fiore 200
b) Geistvergessenheit? 203
c) Eine protestantische Tendenz 210
2. Das inkarnatorische Prinzip, oder: Die Untrennbarkeit
der Kirche von Christus 222
a) Gott braucht ein Volk, oder: Israel und die Kirche 222
b) Personale Christus-Repräsentation, oder: Die Zwölf und ihre ‚Nachfolger' 227
3. Eucharistische Ekklesiologie 231
a) ,Ekklesid, oder: Das Volk Gottes vom Leib Christi her 231
b) Das Verhältnis von Eucharistieversammlung, Ortskirche und Universalkirche 234
c) Das ‚Plus' der sakramentalen gegenüber jeder nichtsakramentalen Kommunikation mit Christus 239
G. DIE SAKRAMENTALITÄT DES CHRISTSEINS
1. Die inkarnatorische Offenbarkeit Gottes 245
a) Idolatrie, Grapholatrie und Inkarnation 245
b) Die Übersetzung der vertikalen Inkarnation des Christusereignisses in die horizontale Inkarnation
christlicher Existenz 250
c) Helen Keller, oder: Wenn der Logos eindringt in
die Blindheit einer Taubstummen 254
2. Das Verstehen der Inkarnation 256
a) Die Untrennbarkeit der Ursakramentalität Christi von der Grundsakramentalität der Kirche 256
b) Die ,Sym-bolizität` und die ,Kat'holizität` des Christus Verstehens 265
3. Gelebte Inkarnation, oder: Jenseits von Verinnerlichung und Veräußerlichung 270
a) Martin Luther, oder: Die Verinnerlichung des Christusereignisses 271
b) Ignatius von Loyola, oder: Die Verleiblichung des Christusereignisses 278
c) Inkarnierte Heiligkeit 284
4. Inkarnationslogische Kontroversen 288
a) Entsakralisierung und Säkularisierung - Konsequenzen der Inkarnation? 289
b) Christus-Bild (Ikone) und Ikonoklasmus 299
c) Ärgerlich konkret: Die den Männern vorbehaltene Repräsentation des gründenden, leitenden und richtenden ‚Voraus' Christi gegenüber der Kirche 311
Schlusswort 325
Literaturverzeichnis 333
Personenregister 359
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