lehrerbibliothek.deDatenschutzerklärung
Gulistan Roman
Gulistan
Roman




Karosh Taha

DuMont Buchverlag
EAN: 9783755800729 (ISBN: 3-7558-0072-1)
160 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 21cm, 2026

EUR 24,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
»Ich habe das Land nicht in den Krieg gestürzt. Das Land hat mich in den Krieg gestürzt.«
Rezension
Als ihr Mann Çiya verschwindet, beginnt für Gulistan eine Suche, die sie mit der Gewalt des irakischen Regimes konfrontiert. Beide werden als Kurden unter Saddam Hussein verfolgt. Als sie Çiya schließlich wiedererkennt, trägt er die Uniform des Diktators: Er ist dessen Doppelgänger geworden. Die Macht, die ihr gemeinsames Leben bedroht, hat sich auch seines Gesichts bemächtigt. Karosh Taha verbindet Gulistans Geschichte mit der Frage, wie Menschen einer Diktatur widerstehen können, die selbst die Wirklichkeit verdreht. Verhaftung, seelische Erschütterung und Schwangerschaft prägen ihren weiteren Weg. Das Erzählen wird dabei zu einer Form des Widerstands. Die vielstimmige, lyrisch dichte Anlage richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich auf sprachlich anspruchsvolle Literatur über Verfolgung und Selbstbehauptung einlassen möchten. Im Zentrum bleibt eine Frau, deren Suche nach dem geliebten Menschen zugleich zum Kampf um die eigene Wirklichkeit wird.

Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Gulistan lebt mit ihrem Mann Çiya in einem Land, das sie anfeindet für ihre Sprache, ihr Denken, ihr ganzes Sein. Unter dem diktatorischen Regime Saddam Husseins werden sie als Kurden verfolgt. Als Çiya verschwindet, begibt Gulistan sich auf die Suche nach ihm. Nichts kann ihren Willen brechen, ihren Geliebten wiederzufinden, auch wenn ihr immer wieder das Ausmaß ihrer eigenen Ohnmacht vor Augen geführt wird. Schließlich begegnet sie Çiya bei einer Versammlung inmitten einer Menschenmasse wieder – in der Uniform des Diktators, als dessen Doppelgänger. Gulistan wird verhaftet und verliert zunehmend den Verstand, doch entwickelt umso stärkere Widerstandskräfte, nicht erst, als sie von ihrer Schwangerschaft erfährt.
Wie soll man nicht dem Wahn verfallen angesichts einer Diktatur, die Wahrheiten verdreht, den Menschen alles nimmt und nichts kennt als die Sprache der Gewalt? Karosh Taha schreibt über die Angst in den Straßen, die Grausamkeit eines paranoiden Systems und den Widerstand durchs Erzählen, vielstimmig, lyrisch, dicht.

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2026.