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Friedrich Schiller
Zugleich: Dissertation an der Humboldt-Universität Berlin 1999
Götz-Lothar Darsow
Verlag J. B. Metzler
EAN: 9783476103307 (ISBN: 3-476-10330-7)
261 Seiten, paperback, 12 x 19cm, Oktober, 2000
EUR 11,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
»Schiller ist der poetische Gott und der Gottleugner zweier Parteien, also zugleich vergöttert und verleugnet [...] der bei allen Fehlern immer kunst- und himmelwärts strebte und stieg, obgleich sein siecher Körper sich schwer an seine Flügel hing. Gern nehm' ich das Gelächter über diese milde Gerechtigkeit an, schlagen es die Poetiker auf...« Jean Paul
»[...] und am Ende ist sein ganzes Wesen zerrißen und ohne Einklang.«
Friedrich Schlegel
Rezension
Im 200. Todesjahr Friedrich Schillers bietet der Metzler Verlag Stuttgart/Weimar nicht nur sein voluminöses "Schiller-Handbuch" zum Thema an, sondern umfasst selbstredend auch in der Reihe "Sammlung Metzler" einen Band zu Friedrich Schiller, der zugleich eine Berliner Dissertation an der Humboldt-Universität darstellt. Die Darstellung ist klar geordnet und strukturiert und erlaubt schon vom Inhaltsverzeichnis her auch einen gezielten Zugriff auf die einzelnen Werke, während ein Sachregister leidet fehlt (nur ein Personenregister ist vorhanden). Der Verfasser versteht Schiller als Repräsentanten im Dilemma der anbrechenden Moderne in Deutschland, noch gefangen in feudal-absolutistischer Politik emanzipiert sich die aufgeklärte bürgerliche Intellektuellenschicht, gerät aber zugleich in neue (ökonomische) Zwänge; denn die Kunstwerke werden autonom - die Kehrseite der funktionalen Abhängigkeiten von Klerus und Aristokratie. Der Schriftsteller wird unabhängig.
Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
I. Provinzen und Provenienzen 10
1. Herkunft aus beengenden Verhältnissen 10
2. Karlsschule, Arzt im Grenadierregiment und Verfasser der Räuber 14
2.1 Anthropologe und Arzt, Physiologe und Dramatiker 14
2.2 Der Anthropologe als Analytiker der Seele 26
2.3 Mutige Strategien: Zur Publikationsgeschichte der Räuber 31
II. Der Analytiker der höfischen Gesellschaft 38
1. Der Versuch, sich als Theaterdichter zu etablieren 38
2. Die Vergiftung der höfischen Gesellschaft 41
2.1 Die Verschwörung des Fiesko zu Genua 41
2.2 Wenn Herzen ihre Preise haben: Kabale und Liebe 45
3. Triumph und Opfer der Liebe: Zu den Philosophischen Briefen 53
III. Mystifikationen, Aufklärung und Herrschaftswissen 59
1. Einer, der ›langweilige Zäune‹ niederreißt: Ankündigung der Rheinischen Thalia
und der erste Brief an Körner 59
2. Don Karlos 64
3. Der Geisterseher – Schiller als erfolgreicher Romancier 73
IV. Zweckmäßige Kompromisse: Historiograph und Professor 80
1. Ernste Krisen 80
2. Der Historiker als Diener des Staats 86
2.1 Universalgeschichte 88
2.2 Ästhetik der Geschichtsschreibung 92
V. Der Lyriker 95
VI. Diagnosen und Theorien – Zu den ästhetischphilosophischen Abhandlungen 106
1. Weitblickende Diagnosen: Die Gedichte
Die Götter Griechenlandes und Die Künstler 106
2. Krankheit und Theorie 112
2.1 Anmut und Würde 114
2.2 Vom Erhabenen 117
2.3 Schillers Kant-Studium und ›eine überraschende Ausnahme von allem Gewöhnlichen‹ 120
3. Diagnose und Therapie einer Epoche 125
4. Diagnose eines Epochenwandels: Dichtung in sentimentalischer Zeit 134
5. Theorie der Idylle – eine neue ›poetische Art‹ 140
VII. Der Literaturpolitiker 147
1. Die Horen: Eine Societät von Schriftstellern, wie noch kein Journal aufzuweisen gehabt hat 147
2. Literaturpolitik und Ökonomie 151
3. Schöner Schein und ökonomisches Sein 157
4. Die Angriffe auf die Horen und der Xenienstreit: Nulla dies sine Epigrammate 160
VIII. Bündnisse – Synthesen – Akkumulationen 168
1. Zu Goethe: ›Wenige Sterbliche haben mich noch so interessiert‹ 168
2. Wallenstein – Ort von Synthesen 178
3. Exkurs zu den Entwürfen: Die Polizey 189
IX. Klassische Rücksichten und moderne Vorbedeutungen 194
1. Maria Stuart: Schiller und seine Antike-Rezeption I 194
2. Die Jungfrau von Orleans: Poetisierung des Historischen und Enthistorisierung der Poesie 199
2.1 Schillers »romantische Tragödie« als Entgegnung auf Voltaires La pucelle d’Orléans 200
2.2 Die »charismatische« Jungfrau 204
3. Die Braut von Messina: Schiller und seine Antike-Rezeption II 208
4. Wilhelm Tell 213
X. Triumphaler Ausklang in intellektueller Einsamkeit 222
1. Triumph in Berlin und Isolation in Weimar 222
2. Der Übersetzer und Bearbeiter 224
3. Fragmentierte Apotheose: Demetrius 227
XI. Weiteres zur Rezeptionsgeschichte 233
XII. Bibliographie 239
1. Abkürzungen 239
2. Werkausgaben 239
3. Bibliographien und wissenschaftliche Hilfsmittel 241
4. Briefe, Gespräche, Zeugnisse 242
5. Biographien, Gesamtdarstellungen, Allgemeines 243
6. Schiller im Internet 243
7. Zitierte Quellenwerke 243
8. Forschungsliteratur 245
XIII. Personenregister 257
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