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Eingegangen in die ewigen Jagdgründe Die Todesanzeige als Abbild der Zeit Gesammelt und kommentiert von Helmut S. Ruppert
Eingegangen in die ewigen Jagdgründe
Die Todesanzeige als Abbild der Zeit


Gesammelt und kommentiert von Helmut S. Ruppert

Helmut S. Ruppert

Echter
EAN: 9783429030131 (ISBN: 3-429-03013-7)
232 Seiten, hardcover, 16 x 25cm, 2008

EUR 16,80
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
35 Jahre lang hat der Autor mit dem Instinkt eines Großwildjägers Todesanzeigen auf ihre Tauglichkeit hin überprüft, in eine der größten Sammlungen von besonderen Todesanzeigen einzugehen.

Bei dieser Suche stieß er immer wieder auf Inserate, die aus dem Rahmen des Üblichen fallen – sprachlich, ideologisch und grafisch. Waren früher Mitteilungen über den Heimgang eines Zeitgenossen ohne Gottesbezug schier undenkbar, so ist gerade dieser Bezug heute eher selten geworden. Stattdessen ist es nun möglich, einen Menschen statt zu Gott in ein atavistisches Schamanentum eingehen zu lassen: Winnetou als Nachfolger des Schutzengels ...

Todesanzeigen sind auch Abbilder des Empfindens einer Epoche, der Religion oder auch der Ideologie einer Zeit. Dies zu entdecken und zu entschlüsseln hilft das Buch. Dabei präsentiert der Autor ein trauriges Thema so, dass der Satz Werner Bergengruens immer wieder Bestätigung findet: „Jeder Tod hat sein Gelächter.“

Helmut S. Ruppert, geb. 1944, Studium der Theologie, Geschichte, Geografie und Pädagogik von 1966. Bis 2005 Chefredakteur der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA).
Rezension
Die Analyse von Todesanzeigen gehört seit jeher in eine schulische Bearbeitung des Themas "Leid / Tod / Sterben", die üblichen Todes-Anzeigen sind leicht zu finden, variieren aber nur wenig im Text- wie Bildmaterial. Der hier anzuzeigende Band bietet hier interessantes weiteres Material, das eine Diskussion über Sinn und Zweck von Todesanzeigen mit Schüler/inn/en bereichern kann: Inserate, die aus dem Rahmen des Üblichen fallen – sprachlich, ideologisch und grafisch. Waren früher Mitteilungen über den Heimgang eines Zeitgenossen ohne Gottesbezug schier undenkbar, so ist gerade dieser Bezug heute eher selten geworden. Todesanzeigen sind auch Abbilder des Empfindens einer Epoche, der Religion oder auch der Ideologie einer Zeit. Dies zu entdecken und zu entschlüsseln hilft das Buch.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Danksagung 7
Vorwort 9
Wie diese Sammlung entstand 13
Ein Hobby beginnt „mit Milch" 17
„Ciao ciao" oder Chow chow? 20
Glanz und Elend berühmter Namen 21
Koot is et Minschelevve!" 23
Die Leiche lebt 25
Erst versengt und dann versenkt 27
Leinen los zur letzten Fahrt 28
Der Mensch schreibt drum: „ in aller Stille" 32
Gut gemeint ist nicht immer auch gut 33
Kurz und herzlos? 35
Laura is in heaven 37
Alles in einer Zeile gesagt 38
„Zuletzt tätig im Bereich IN-BWT FM LEV 1" 39
Eine Teepack-Spezialmaschine trauert 42
Gestorben? Nein, auf Reise gegangen 44
Der Tod kennt kein Ausland 47
Der Tod im Reisegepäck 50
Vanityfair 53
„Jetzt wird gefeiert!" 54
Wenn Freunde auseinander gehen 56
„Mach's gut, Alter!" 58
Lebensabschnittspartner beiderlei Geschlechts 59
Wohl versehen mit den Sterbesakramenten 61
Nichtchristen sagen es anders 68
„Dank dem Redner für seine warmen Worte" 71
Zwei Deutsche = drei Vereine 73
„Teile mit, dass ich gestorben bin" 83
Nur der Vorname - wer ist „Jac"? 88
„Liebe Christel" 90
DDR, das Saarstatut und das letzte Brot 92
Vorwurf an Ärzte und Behörden 96
Vom Triptychon bis zur Geburtsurkunde 99
Wie aus Terroristen Helden werden 106
Vom Scherenschnitt zum Star-Casting-Porträt 109
Wann ist die richtige Zeit für den Abschied? 114
Kaum auf der Welt - schon aus der Welt 115
Die Schule als Ort der Trauerarbeit. 118
Media vita in morte sumus 121
An gebrochenem Herzen gestorben 122
Jeder Tod hat sein Gelächter. 125
„Das passt fei überhaupt's net" 129
Von Eichendorff bis Erhardt 136
„Nur Müh'und Arbeit war dein Leben" 145
„Mein heißgeliebtes Himbeerchen ist fortgegangen" 147
Da fehlt nur noch die Klofrau 151
„Du fehlst mir noch nach 50 Jahren" 153
Frau und Geliebte trauern getrennt 156
„Gekämpft und doch verloren" 160
Outing nach langem Nebelwerfen 162
Am Ende der „Goldene Schuss" 166
Morde und Unfälle 170
Von der RAF bis zu Idi Amin 177
„Er hatte den Mut verloren" 184
Wie Prominente verabschiedet werden 188
Politiker 188
Flintenweiber und Friedenskämpferinnen 194
Bischöfe 197
Fan-Gemeinde über das Grab hinaus
Abschied von TV-Stars, Filmidolen, Musikern und Literaten 197
Wirtschaftsbosse 207
Adel 209
Heiteres Beruferaten 213
Lehrbuch der Militärgeschichte 215
Das Dritte Reich 218
„Vae victis!" 220
Vergebliche Hoffnung auf Frieden 223
Ein Fazit 227
Anhang 1 230
Anhang 2 232