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Einführung in die Pastoraltheologie
Herbert Haslinger
BRILL
, Schöningh, UTB
EAN: 9783825265694 (ISBN: 3-8252-6569-2)
272 Seiten, paperback, 12 x 19cm, Mai, 2026, 46 Abb.
EUR 25,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Was ist eigentlich „Pastoraltheologie“? Welches pastoraltheologische Denken braucht es in der heutigen Gesellschaft? Was bedeuten theologische Begriffe wie „Gott“, „Mensch“, „Jesus Christus“ in der Pastoraltheologie? Welche Bedeutung hat die alltägliche Lebenswirklichkeit für die Pastoraltheologie? Und: Was bedeutet überhaupt „pastoral“? Solche Grundfragen beantwortet Herbert Haslinger in dieser Einführung. Sie bietet gleichsam das grundlegende Handwerkszeug für dieses Fach. So eignet sie sich bestens zur Vermittlung bzw. Festigung des Vorlesungsstoffes im Einführungsmodul des Theologiestudiums, aber auch als Orientierung für die pastorale Praxis.
Herbert Haslinger, Dr. theol. habil., geb. 1961, seit 2002 Professor für Pastoraltheologie, Homiletik, Religionspädagogik und Katechetik an der Theologischen Fakultät Paderborn; vorher Tätigkeiten in verschiedenen pastoralen Feldern und in der Fortbildung kirchlicher Berufe; wichtige Veröffentlichungen: Handbuch Praktische Theologie. 2 Bände (Mainz 1999/2000), Lebensort für alle. Gemeinde neu verstehen (Düsseldorf 2005), Diakonie. Grundlagen für die soziale Arbeit der Kirche (Paderborn 2009), Pastoraltheologie (Paderborn 2015), Macht in der Kirche (Freiburg i. Br. 2022), Jesus Christus – Gott und Mensch (Freiburg i. Br. 2025)
Rezension
Die Pastoraltheologie wird (im Katholischen Verständnis) entweder traditionell deckungsgleich mit Praktischer Theologie verstanden oder heute eher als Teilgebiet der Praktischen Theologie. Zusammen mit Religionspädagogik, Kirchenrecht, Liturgiewissenschaft und Missionswissenschaft bildet sie die auf die kirchliche Praxis ausgerichteten Disziplinen der Theologie, die auf Biblische Theologie (AT und NT), die Historische Theologie (Kirchengeschichte) und die Systematische Theologie (Dogmatik und Ethik) aufbauen. "Pastoral als dienendes In-der-Welt- und Bei-den-Menschen-Sein" (vgl. S. 176ff) hat wesentlich seelsorgerliche Züge und leitet sich etymologisch von „Hirte“ (lateinisch: pastor) ab. Esa geht um die die seelsorgliche (pastorale) Begleitung und Betreuung in den kirchlichen Grundvollzügen von „Martyria“ (Zeugnis des Wortes), „Diakonia“ (Dienst der Liebe, Diakonie) und „Leiturgia“ (gottesdienstliche Feier, Liturgie). Damit ist die Pastoraltheologie eine Berufstheorie des Pfarramts. Dieser Band aus der Reihe "Grundwissen Theologie" führt in die Disziplin ein.
Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Reihe:
Grundwissen Theologie
Herausgegeben von Klaus von Stosch
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 11
1 Was ist Pastoraltheologie? 13
1.1 Eine Disziplin der Theologie 13
1.2 Eine thematisch vielfältige Disziplin 16
1.3 Eine „eigen-artige“ Theologie 18
1.3.1 Den Menschen angemessene Vermittlung von Glaubensinhalten 19
1.3.2 Vertrautheit mit und Verwurzelung in der Alltagswelt 20
1.3.3 Kritische Reflexion der eigenen Erkenntnisbedingungen und -interessen 21
1.3.4 Reflexion wirklicher Wirklichkeit 22
1.3.5 Menschen als Quelle theologischer Erkenntnis 23
1.3.6 Offene Sinnräume 25
1.3.7 Begegnung mit dem Anderen und mit der Artikulation des Anderen 26
1.3.8 Kritisches Bewusstsein gegenüber Theologie und Kirche 27
2 Wie entwickelte sich das Fach in der Geschichte? 31
2.1 Neutestamentliche Anfänge 31
2.2 Frühes Christentum 33
2.3 Alte Kirche 34
2.4 Frühmittelalter 37
2.5 Hochmittelalter 38
2.6 Spätmittelalter 41
2.7 Konzil von Trient und Katholische Reform 42
2.8 Neuzeit 44
2.9 Institutionalisierung der Pastoraltheologie als Universitätsdisziplin 46
2.10 Obrigkeitsstaatliche Funktion 51
2.11 Theologisch-wissenschaftliche Fundierung 54
2.12 Neuscholastische Regression 57
2.13 Wissenschaftliche Neuformierung 59
2.14 Theorie kirchlicher Praxis 62
2.15 Praktische Theologie als Handlungstheorie 66
3 In welcher Gesellschaft leben wir? 71
3.1 Individualisierung 71
3.1.1 Was bedeutet „Individualisierung“? 71
3.1.2 Was führte zur Individualisierung? 72
3.1.3 Wozu führt Individualisierung? 73
3.1.4 Individualisierung und Religion 74
3.2 Pluralisierung 75
3.2.1 Was bedeutet „Pluralisierung“? 75
3.2.2 Von der Moderne zur Postmoderne 76
3.2.3 Pluralitätskompetenzen 79
3.2.4 Pluralisierung und Religion 79
3.3 Differenzierung 80
3.3.1 Was bedeutet „Differenzierung“? 80
3.3.2 Was führte zur Differenzierung? 82
3.3.3 Wozu führt Differenzierung? 82
3.3.4 Differenzierung und Religion 83
3.4 Der Wandel der gesellschaftlichen Bedingungen pastoralen Handelns 85
3.4.1 Christentümliche Gesellschaft 85
3.4.2 Milieukatholizismus 86
3.4.3 Postmoderne 88
3.4.4 Resümee: Verlust der unhinterfragten Machtgefolgschaft 90
4 Was bedeutet „Gott“? 93
4.1 Zum Problem, richtig von Gott zu sprechen 93
4.2 Gott, der Unendliche (Emmanuel Lévinas) 97
4.2.1 Kritik des konventionellen Humanismus 97
4.2.2 Der Andere 98
4.2.3 Unendliche Verantwortung für den Anderen 98
4.2.4 Der Unendliche 99
4.2.5 Spur 99
4.2.6 Zeugnis vom Unendlichen in der Diakonie 100
4.3 Anforderungen an die Pastoraltheologie 101
4.3.1 Wirklichkeitsnahes Wissen von Gott wahr-nehmen 101
4.3.2 Der Bedeutungsleere der Rede von Gott wehren 102
4.3.3 Auf die Frage nach dem Vorkommen Gottes verzichten 104
4.3.4 Den Habitus der Gottessicherheit ablegen 105
4.3.5 Den bedeutungslos Gemachten Bedeutung geben 106
4.3.6 Im Schwierigen Treue halten 107
4.3.7 Den schwierigen Gott nicht verdrängen 108
5 Was bedeutet „Mensch“? 111
5.1 Der Mensch als Subjekt 111
5.2 Der Mensch in ursprünglicher Beziehung zu Gott (Karl Rahner) 115
5.2.1 Anthropologischer Ausgangspunkt: Gegenüberstellung zu den Dingen 116
5.2.2 Theologische Wendung: Offenheit auf Gott hin (der „Vorgriff“) 117
5.2.3 Die Beziehung zwischen Gott und Mensch als Geheimnis 120
5.3 Anforderungen an die Pastoraltheologie 123
5.3.1 Mystagogie 123
5.3.2 Universalität 124
5.3.3 Unbedingte Unverfügbarkeit des Menschen 125
6 Was bedeutet „Jesus Christus“? 127
6.1 Zum Problem der Rückfrage nach Jesus 127
6.2 Die Sendung Jesu: Gute Nachricht vom Reich Gottes für die Armen 130
6.2.1 Das Nazaret-Manifest 130
6.2.2 Die Seligpreisungen 131
6.2.3 Die Täuferanfrage 133
6.3 Die Logik der Reich-Gottes-Botschaft: bedingungslose Zuwendung zum Menschen 134
6.3.1 „schon“ und „noch nicht“ 134
6.3.2 Gericht, Vergebung und Umkehr – die Heilsentschlossenheit Gottes 137
6.3.3 Geschenk – nicht Leistung, aber Anspruch 139
6.4 „Jesus oder Christus“? 141
6.5 Anforderungen an die Pastoraltheologie 142
7 Was bedeutet „Kirche“? 145
7.1 Kirche als Volk Gottes 146
7.1.1 Geschichtlichkeit 146
7.1.2 Gleichheit der Würde 148
7.1.3 Katholizität 150
7.2 Kirche als Sakrament 152
7.2.1 Zeichen des Heils 153
7.2.2 Funktion für die Menschen 155
7.2.3 Solidarität mit den Armen 157
7.3 Kirche in der Welt 158
7.4 Anforderungen an die Pastoraltheologie 159
8 Was bedeutet „Pastoral“? 163
8.1 Pastoralität 165
8.2 Der pastorale Ortswechsel 166
8.3 Die Welt als Ort der Bewahrheitung 170
8.4 Dogma und Pastoral 171
8.5 Die pastorale Konstitution der Kirche 173
8.6 Fazit: Pastoral als dienendes In-der-Welt- und Bei-den-Menschen-Sein 176
9 Welche Bedeutung hat die Wirklichkeit? 179
9.1 Wirklichkeit 179
9.2 Lebenswirklichkeit 181
9.3 Offenbarung 184
9.3.1 Offenbarung als Selbstmitteilung Gottes 184
9.3.2 Die Immanenz der Offenbarung 188
9.3.3 Die Lebenswirklichkeit als theologiegenerativer Ort 191
9.4 Der Status der Pastoraltheologie als Theologie 192
9.5 Pastoraltheologie als Wirklichkeitswissenschaft 194
9.5.1 Die Bezeichnung „Wirklichkeitswissenschaft“ 194
9.5.2 Das Problem des Bezugs zur Lebenswirklichkeit 195
10 Was ist „Praxis“? 199
10.1 Wider die Diskreditierung der Praxis 199
10.2 „poiesis“ und „praxis“ (Aristoteles) 201
10.3 „Verhalten“ und „Handeln“ (Max Weber) 201
10.3.1 Die Bedeutung der Kategorie „Sinn“ 201
10.3.2 Die passive Komponente der Praxis 203
10.3.3 Soziales Handeln 204
10.4 „zweckrational“ und „verständigungsorientiert“ (Jürgen Habermas) 204
10.4.1 Kommunikatives Handeln 205
10.4.2 Geschehen zwischen Subjekt und Wirklichkeit 207
10.5 Ein Definitionsversuch 207
10.6 Das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis 208
10.6.1 Was ist Theorie? 208
10.6.2 Ein Beispiel zur Veranschaulichung 209
10.6.3 Finaler Primat der Praxis 211
11 Nach welcher Methode wird gearbeitet? 215
11.1 „Anything goes“? 215
11.2 Der Dreischritt „Sehen – Urteilen – Handeln“ (Joseph Cardijn) 217
11.2.1 Das methodische Konzept 218
11.2.2 Methodologischer Ertrag 218
11.3 Das Regelkreis-Modell (Rolf Zerfaß) 219
11.3.1 Das methodische Konzept 220
11.3.2 Methodologischer Ertrag 222
11.4 Der pastoraltheologische Reflexionsprozess 223
11.4.1 Die Komponenten des Reflexionsprozesses 225
11.4.2 Die Phasen des Reflexionsprozesses 227
11.5 Kritische Theorie 232
Epilog 235
Anmerkungen 239
Verzeichnis der Abbildungen und Quellenangaben 257
Namensregister 262
Sachregister 266
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