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Der Bauernkrieg
Geschichte einer wilden Handlung
Gerd Schwerhoff
Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406850554 (ISBN: 3-406-85055-3)
720 Seiten, paperback, 14 x 22cm, August, 2026, mit 20 Abbildungen und 6 Karten
EUR 24,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Der Bauernkrieg von 1525 gilt als die größte Erhebung in Europa vor der Französischen Revolution. Er wurde als Aufstand für die Einheit der Deutschen, frühbürgerliche Revolution und Revolution des gemeinen Mannes gedeutet. Gerd Schwerhoff hat die Quellen neu gelesen und beschreibt anschaulich, was vor 500 Jahren geschah. Wer künftig über den Bauernkrieg mitreden will, wird an dieser fesselnden Darstellung nicht vorbeikommen.
Herbst 1524: Befeuert durch die Botschaft der Reformatoren beginnt im deutschen Südwesten ein Aufstand, der im Frühjahr 1525 fast den ganzen Süden des Reiches erfasst hat. Bauern und mit ihnen sympathisierende Stadtbewohner fordern Rechte und Freiheiten, zerstören Klöster und brennen Burgen nieder. Die Herrschenden schlagen unbarmherzig zurück, aber einigen dämmert auch, dass pure Repression zu wenig ist. Zeitgenossen haben die Ereignisse als «wilde Handlung» wahrgenommen. Gerd Schwerhoff versteht es meisterhaft, den ganz unterschiedlichen Schauplätzen gerecht zu werden und ein neues farbiges Gesamtbild zu zeichnen. Die mit weitreichenden Deutungen übertünchten Ereignisse erscheinen so in ganz neuem Licht.
Gerd Schwerhoff ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Dresden.
Rezension
Nach dem Erscheinen 2024 als Hardcover zum Preis von 34 € liegt diese voluminöse Darstellung zum Bauernkrieg hiermit als Taschenbuch zum Preis von 24 € vor.Im Jahr 2025 jährte sich der 500. Jahrestag des Deutschen Bauernkriegs, diesem fundamentalen Ereignis der deutschen Geschichte, - das erklärt eine Reihe neuer Publikationen wie der hier anzuzeigenden, die quellen-gestützt einen anschaulichen Gesamtüberblick bietet. Bauernaufstände oder Bauernkriege fanden vom 15. bis zum 17. Jahrhundert in Europa häufig statt. Im deutschen Sprachraum ist aber der sogenannte Deutsche Bauernkrieg mit verschiedenen Aufständen im Jahr 1525 gemeint, gefördert durch die in den 1520er Jahren einsetzende Reformationsbewegung. Als Deutscher Bauernkrieg (oder Revolution des gemeinen Mannes) wird die Gesamtheit der Aufstände von Bauern, Städtern und Bergleuten bezeichnet, die 1524 aus ökonomischen und religiösen Gründen in weiten Teilen Thüringens, Sachsens und im süddeutschen Raum ausbrachen. Die Aufstände wurden blutig niedergeschlagen. Dem Autor erscheint «wilde Handlung» dabei als eine überaus passende Charakterisierung für die komplexe, hochdynamische Abfolge von Interaktionen und Kommunikationen, die in der Zusammenschau als das historische Ereignis «Bauernkrieg» bezeichnet wird. Häufig erschien sie den Akteuren selbst unüberschaubar und unkalkulierbar. Der Autor will den Bauernkrieg als ein regional übergreifendes und zeitlich konzentriertes Ereignis plastisch vor den Augen der Leser entfalten als ein Geschehen, das zur gleichen Zeit fast das gesamte Reich südlich einer Linie vom Pfälzer Wald im Westen über den Odenwald, den Spessart und die Rhön bis hinauf nach Thüringen und bis hinunter nach Salzburg und Tirol inklusive des italienischsprachigen Hochstifts Trient erfasste. Über die einzelnen regionalen Arenen sind wir, soweit es die Quellen erlauben, hervorragend informiert. Eine wirkliche Gesamtschau dagegen fehlt.
Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagwörter:
16. Jahrhundert
Aufstandsbewegung
Bauernkrieg 1525
Bauernrevolte
Burgenbrand
deutsche Geschichte
Deutschland
Einführung
Feudalherrschaft
Gerd Schwerhoff
Geschichte
Gewalt
Klösterzerstörung
Krieg
Militärgeschichte
Mitteleuropa
Neuzeit
Österreich
Reformation
repression
Schweiz
soziale Ungleichheit
sozialer Aufstand
Süddeutschland
Zeitzeugenberichte
Pressestimmen:
"Er beherrscht die Überfülle an Ereignissen mit geradezu schlafwandlerischer Sicherheit … Man kann Schwerhoffs Umsicht in der Präsentation nur bewundern."
Markus Friedrich, FAZ
"Für alle, die sich vertiefen möchten, ist es die erste Wahl."
P.M. History
Inhaltsverzeichnis
11 EINLEITUNG
Eine wilde Handlung
17 1. AUF DEM WEG ZUM BAUERNKRIEG
Die Welt um 1500
17 Gesellschaft, Politik und Religion
32 Unruhige Zeiten
44 Die radikale Reformation des Martin Luther
63 2. VORBOTEN UND BEGINN DES KRIEGES
Der Südwesten des Reiches, 1524 bis März 1525
65 Ulrich Zwingli und das Zürcher Landgebiet
71 Balthasar Hubmaier in Waldshut
74 Die Stühlinger und ihre Nachbarn
83 Erhebungen im Hegau und Klettgau
87 Mobilisierung und erstes Blutvergießen
96 Im Windschatten Herzog Ulrichs von Württemberg
107 3. AUSWEITUNG UND BÜNDNIS
Oberschwaben, Januar bis Anfang März 1525
107 Brennpunkt Allgäu
117 Das Baltringer Ried
124 Der nördliche Bodenseeraum
131 4. DIE GEBURT EINER VISION
Memmingen, März 1525
131 Fluchtpunkt Memmingen
134 Ein Bauernparlament?
137 Die Bundesordnung
146 Die Zwölf Artikel
163 5. FRÜHES ENDE DER ILLUSIONEN
Oberschwaben, Anfang März bis Mitte April 1525
163 Erfolglose Verhandlungen
171 Auf dem Weg nach Leipheim (4. April)
177 Von Leipheim nach Weingarten
185 Der Weingartener Vertrag
195 6. EIN NEUES KERNGEBIET DES AUFRUHRS
Franken, Ende März bis Mitte Mai 1525
195 Stadt und Land: Rothenburg ob der Tauber
202 Die Anfänge des Taubertaler Haufens
208 Der Neckar-Odenwälder Haufen formiert sich
213 Die «Bluttat» von Weinsberg (16. April)
226 Der Siegeszug des Neckar-Odenwälder Haufens
235 Florian Geyer und die Dispute vor Würzburg
243 Bildhausen: Standquartier im Süden der Rhön
251 7. DIE HEISSE FLAMME DER EMPÖRUNG
Der Südwesten, Mitte April bis Mitte Mai 1525
252 Elsass: Weiträumige Koordination
262 Pfalz: Verhandlungsdruck von unten
273 Württemberg: Landestreue Rebellen
283 Oberrhein, Schwarzwald und Allgäu: Der Kampf geht weiter
297 8. DER FLÄCHENBRAND BLEIBT AUS
Zwischen Hohenlohe und Rhön, Mitte April bis Mitte Mai 1525
298 Zwischen Schwaben und Franken: Kurzlebige Bauernhaufen
308 Hochstift Eichstätt: Begrenzte Dynamik
311 Hochstift Bamberg: Eindämmung durch Konzessionen
316 Reichsstadt Nürnberg: Beobachten, moderieren, disziplinieren
319 An Fulda und Werra: Scheiternde Säkularisierung
333 9. HÖHEPUNKT DES BAUERNKRIEGS?
Thüringisch-sächsische Gebiete, Ende April bis Mitte Mai 1525
334 Thomas Müntzer und der Ewige Rat in Mühlhausen
338 Von Salza ins Eichsfeld
345 Vom Harz über Erfurt zum Erzgebirge
351 10. VERDIKTE UND VISIONEN
Positionspapiere, Anfang Mai 1525
351 Luthers Bauernkrieg
361 Heilbronner Zukunftsplanungen
371 11. EINE KETTE VON KATASTROPHEN
Verschiedene Schauplätze, Mitte Mai 1525
372 Der Schwäbische Bund siegt bei Böblingen (12. Mai)
377 Die Fürstenkoalition siegt bei Frankenhausen (15. Mai)
392 Herzog Anton von Lothringen wütet im Elsass (16. bis 20. Mai)
403 12. UNTERGANG UND BEHARRUNG
Verschiedene Schauplätze, Mitte Mai bis Mitte Juni 1525
404 Das Ende der fränkischen Bauernhaufen
416 Die Spätphase des Aufstands in Bamberg
419 Im Westen: Pfälzische und elsässische Bauern in der Defensive
423 Im Südwesten: Flüchtige Erfolge
429 Im Süden: Hinhaltende Verhandlungen im Allgäu
435 13. DEN ERZHERZOG HERAUSFORDERN
Tirol, Mitte Mai bis Juli 1525
435 Bergbau und Landesbewusstsein
441 Michael Gaismair und der kurze Frühling der Rebellion
454 Der Tiroler Landtag im Juni 1525
461 14. AUFSTAND IN DEN BERGEN
Salzburg und seine Nachbargebiete, Ende Mai bis Mitte August 1525
462 Bergleute im Aufstand
470 Aufständischer Sieg in Schladming (3. Juli)
475 Keine Entscheidungsschlacht vor Salzburg
479 15. ENDGÜLTIGE LIQUIDIERUNG
Südwesten, Mitte Juni bis Dezember 1525
480 Massakrieren und Strafen in der Pfalz und am Mittelrhein
484 Offene Rechnungen im Allgäu
490 Endspiele im äußersten Südwesten
497 16. GAISMAIRS KRIEG
Alpengebiete, Herbst 1525 bis Juli 1526
497 Überwintern in Graubünden
502 Letzter Anlauf und Scheitern
511 17. FOLGEN UND NACHWIRKUNGEN
511 Tod und Vertreibung
516 Geldstrafen und Schadensersatz
520 Vertragen und Verbessern
522 Zwischen Kriminalisierung und Verrechtlichung
531 18. RÜCKBLICK UND EINORDNUNG
531 Ereignisse und Strukturen
535 Das Evangelium als einigendes Band
541 Forderungen – Programme – Ziele
546 Dynamik und Grenzen einer Massenbewegung
561 Vielfalt und Fragmentierung der Akteure
574 Die Pluralität der Gegner
580 Keine Revolution des gemeinen Mannes
585 EPILOG
Erinnern an den Bauernkrieg
ANHANG
595 Wichtige Herrscher und ihre Gebiete 1525
597 Anmerkungen
673 Quellen und Literatur
712 Personenregister
716 Ortsregister
720 Bild- und Kartennachweis
VERZEICHNIS DER KARTEN
75 Die Ausgangsregion des Bauernkriegs 1524
108 Das oberschwäbische Aufstandsgebiet bis März 1525
156 Die Druckorte der Zwölf Artikel
203 Die Züge der fränkischen und württembergischen Haufen zwischen März und Juni 1525
575 Kriegszüge und militärische Konfrontationen
Umschlaginnenseiten Der Bauernkrieg 1524–1526
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