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Kommunikation in Lehr-Lernkontexten Analyse, Reflexion, Training selbstregulativer Prozesse zur  Professionalisierung personaler Sprechstile
Kommunikation in Lehr-Lernkontexten
Analyse, Reflexion, Training selbstregulativer Prozesse zur Professionalisierung personaler Sprechstile




Sabine Anselm, Anke Werani

Verlag Julius Klinkhardt , UTB
EAN: 9783825247560 (ISBN: 3-8252-4756-2)
238 Seiten, paperback, 15 x 22cm, 2017

EUR 18,99
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Was ist das Spezifische an Kommunikation in Lehr-Lernkontexten? Welcher Zusammenhang besteht zwischen personalem Sprechstil und Persönlichkeit? Wie kann systematisch über den eigenen Sprechstil nachgedacht werden?

Das Studienbuch regt dazu an, Kommunikationsfähigkeit mittels Analyse, Reflexion und Training selbstregulativer Prozesse umfassend zu professionalisieren.

Ein psycholinguistisch fundiertes Kommunikationsmodell wird mit didaktischem Wissen um Vermittlungsprozesse verbunden. Ziel der interdisziplinären Herangehensweise ist das Bewusstwerden der Notwendigkeit eines Sprechstilrepertoires, das in Lehr- und Lernkontexten ein zielgruppenadäquates und variationsreiches Handeln ermöglicht.

Das Studienbuch ist in der Lehramtsaus- und -fortbildung sowie gleichermaßen in der Hochschuldidaktik einsetzbar.

Sabine Anselm ist apl. Professorin für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur und leitet die Forschungsstelle Werteerziehung und Lehrerbildung am Institut für Deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ihre Forschungsschwerpunkte konzentrieren sich auf Vermittlungsprozesse in Lehr-Lernkontexten und die Didaktisierung von Fragen der Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie auf ethisch-ästhetische Fragestellungen im Literaturunterricht.

Anke Werani lehrt und forscht als Privatdozentin für Psycholinguistik am Institut für Phonetik und Sprachverarbeitung an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Derzeit vertieft sie die theoretische und empirische Fundierung einer kulturhistorischen Psycholinguistik, die sprachliche Tätigkeit im Spannungsfeld zwischen soziokulturellen und psychologischen Prozessen betrachtet. Ein Schwerpunkt ist die Erforschung des inneren Sprechens – insbesondere im Zusammenhang mit der Ausbildung verschiedener Sprech- und Denkstile und deren Verknüpfung mit der Ich-Identität.
Rezension
Eine ganz wesentliche Kompetenz von Lehrer/innen/n ist die Kommunikation - mit Schülern, Kollegen und Eltern. Was ist das Spezifische an Kommunikation in Lehr-Lernkontexten? Und wie kann man einen eigenen Sprechstil entwickeln? Dieses Buch will die Kommunikationsfähigkeit von Lehrkräften mittels Analyse, Reflexion und Training verbessern. Dazu wird ein fundiertes Kommunikationsmodell mit didaktischem Wissen um Vermittlungsprozesse verbunden. Was ist Kommunikation? Unklar bleibt etwa oftmals, warum Kommunikation glückt und wann sie misslingt. Problematisch ist zudem, dass Kommunikation in der heutigen Zeit verkürzend mit Informationsaustausch gleichgesetzt wird. Die Vermittlung kommunikativer Kompetenzen zählt zu den grundlegenden Aufgaben der Schule. Ziel dieses Buches ist es, eine Anleitung zu geben, sich mit der eigenen sprachlichen Tätigkeit auseinanderzusetzen.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9

1 Kommunikation im Lehr-Lernkontext: eine Annäherung 13

1.1 Interdisziplinäre Zugänge 13
1.2 Historische Ausgangspunkte 16
1.2.1 Die Sprache im Organonmodell von Bühler (1934) 17
1.2.2 Das Selbst bei Mead (1934) 19
1.2.3 Die Sozialität bei Vygotskij (1934/2002) 20
1.3 Theorien und Modelle zur Kommunikation 22
1.3.1 Enkodier-Dekodier-Modelle 23
1.3.2 Intentionsorientierte Modelle 26
1.3.3 Modelle der Perspektivübernahme 30
1.3.4 Dialogische Modelle 34
1.4 Fragen zur Vertiefung 39

2 Das Prinzip KommunikationsART 41

2.1 Positionierung des Kernbegriffs: Was ist Kommunikation? 42
2.2 Analyse des Kommunikationsraums 45
2.2.1 Kommunikation als Ereignis 45
2.2.2 Sprachliche Tätigkeit als Mittel der Kommunikation 49
2.2.3 Kommunikation als Prozess 50
2.3 Reflexion des Kommunikationsraums 51
2.4 Training selbstregulativer Prozesse im Lehr-Lernkontext 54
2.4.1 Kommunikation als Ereignis und Prozess im Lehr-Lernkontext 55
2.4.2 Kommunikation als Unterrichtsmittel 55
2.4.3 Kommunikation als Unterrichtsgegenstand 57
2.5 Fragen zur Vertiefung 62

3 Ausdrucksformen des personalen Sprechstils: Habitus, Identität und Persönlichkeit 63

3.1 Die Ausdrucksgestalt: der Habitus 65
3.2 Differenzierungen: Ich-Identität, Selbst und Persönlichkeit 69
3.2.1 Ich-Identität 70
3.2.2 Selbst 72
3.2.3 Persönlichkeit 73
3.3 Bedeutung der (Lehrer-)Persönlichkeit 75
3.3.1 Eignungsbogen/Einstellungstest 78
3.3.2 Lehrertypen 80
3.4 Der personale Sprechstil im Lehr-Lernkontext 82
3.4.1 Der Stilbegriff in der Soziolinguistik 82
3.4.2 Stil als wechselseitige Bezogenheit 84
3.4.3 Zweifache Reflexion des personalen Sprechstils 85
3.4.4 Personaler Sprechstil der (Lehrer-)Persönlichkeit 88
3.5 Fragen zur Vertiefung 91

4 Zum Einfluss sprachlicher Tätigkeit auf Lernprozesse 93

4.1 Lerntheorien aus historischer Perspektive 95
4.2 Lernen aus tätigkeitstheoretischer Perspektive 99
4.3 Neurodidaktik 104
4.4 Sprechen und Denken in Lehr-Lernkontexten 110
4.4.1 Kommunikationsfähigkeit 112
4.4.2 Kognitionsfähigkeit 113
4.5 Didaktische Implikationen des Lernens 121
4.6 Fragen zur Vertiefung 124

5 Betrachtungsperspektiven des personalen Sprechstils 125

5.1 Verbale Ebene: Die Macht der Worte 127
5.1.1 Wortwahl/Wortschatz 127
5.1.2 Syntax 133
5.1.3 Argumentation 134
5.1.4 Formen und Funktionen von Fragen 136
5.2 Paraverbale Ebene: Die Stimme 142
5.2.1 Die Physiognomik der Stimme 143
5.2.2 Beobachtung und Beschreibung paraverbaler Aspekte 147
5.3 Nonverbale Ebene: Die Körpersprache 157
5.3.1 Funktionen nonverbaler Kommunikation159
5.3.2 Beobachtung und Beschreibung nonverbaler Aspekte 161
5.4 Didaktische Reflexion des personalen Sprechstils169
5.4.1 Feedbackkultur 170
5.4.2 Micro-Teaching und Mikro-Analyse 173
5.5 Fragen zur Vertiefung 177

6 Auf dem Weg zur zweifachen Reflexion 179

6.1 Das Portfolio als Reflexionsmedium 179
6.2 Dialogische Prozesse mittels Videoaufzeichnungen 180
6.3 Transkriptionen und Annotationen 185
6.4 Der Beobachtungsbogen 188
6.5 KommunikationsART konkret: Ein Beispiel 195
6.5.1 Vorbereitungen zur Erstellung eines Portfolios 195
6.5.2 Erster Eindruck – Selbst- und Fremdbeobachtung 195
6.5.3 Auszug aus einem Transkript 198
6.5.4 Orchestrierung des personalen Sprechstils 199
6.5.5 Analyse und Reflexion des Kommunikationsprozesses 208
6.6 Ausblick: Softwaretools für ein E-Portfolio 213

Nachwort 215

Literaturverzeichnis 217
Abbildungsverzeichnis 231
Glossar 233
Personenregister 237
Stichwortregister 237