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bauhaus zeitschrift 1926-1931 faksimile Mit Kommentarband

Lars Müller Publishers
in Zusammenarbeit mit Bauhaus-Archiv/
Museum für Gestaltung, Berlin
bauhaus zeitschrift 1926-1931
faksimile


Mit Kommentarband



Lars Müller Publishers

in Zusammenarbeit mit Bauhaus-Archiv/

Museum für Gestaltung, Berlin


Lars Müller Publishers
EAN: 9783037785942 (ISBN: 3-03-778594-2)
316 Seiten, lose, 21 x 30cm, Januar, 2019, Lars Müller (Hrsg.)

EUR 70,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Der Sockel, auf dem die Zukunft steht – auch nach 100 Jahren hat der wegweisende Zeitgeist des Bauhauses nicht an Aktualität eingebüsst. Architekten, Fotografen und bildende Künstler, darunter Walter Gropius, László Moholy-Nagy, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer, Josef Albers, Gunta Sharon-Stözl, Marcel Breuer und viele andere sind an und mit der Institution Bauhaus gewachsen und bekannt geworden.



Mit dieser Faksimile-Ausgabe der kompletten Bauhaus-Zeitschrift wird ein wichtiges Sprachrohr von Meistern wie Schülern der ehemaligen Kunstschule neu aufgelegt und ermöglicht dem Leser von heute einen Blick in die Themen- und Schaffensschwerpunkte von damals. Von 1926 bis 1931, zuerst von Gropius und Moholy-Nagy, später von Hannes Meyer und in ihrem letzten Erscheinungsjahr durch die Institution Bauhaus selbst herausgegeben, bietet die Zeitschrift ein Sammelsurium von Kunst- und Architekturgeschichte, die den visionären Charakter der Schule veranschaulicht und ihn bis heute fortbestehen lässt. Durch diese schriftliche Dokumentation entstand ein seltenes Zeugnis jener revolutionären Moderne und radikal neuen Auffassung künstlerischen Schaffens, das bis heute internationale Kunst- und Architekturströmungen stark beeinflusst.
Rezension
Neues Bauen, Triadisches Ballett, Wagenfeldlampe, analytisches Denken und synthetisches Schaffen sind Begriffe, die man mit dem Bauhaus in Verbindung bringt. Die 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete staatliche Schule mit Werkstätten für Architektur, bildende Künste und gestaltendes Handwerk wurde 1925 nach Dessau als Hochschule für Gestaltung und Kunst verlegt, wo noch heute der Bauhausneubau als Studienstätte dient. 1932 musste die Bildungsstätte nach Berlin ausweichen, ein Jahr später aufgrund der NS-Diktatur sich auflösen. Das Bauhaus war in den 14 Jahren seines Bestehens eine avantgardistische Bildungsinstitution für ArchitektInnen, FotografInnen, bildende KünstlerInnen, GestalterInnen, BühnentechnikerInnen, WeberInnen oder KeramikerInnen, deren kulturelle Erzeugnisse weltweit die Gegenwartsarchitektur und -kunst sowie das Design von Gebrauchsgegenständen noch immer prägen. Als Experimentierfeld der europäischen Moderne wurden am Bauhaus Diskurse über das Verhältnis von Kunst, Technik, Wohnen, Kunstpädagogik, Anthropologie, Ethik und Gesellschaft geführt, die auch 100 Jahre nach seiner Gründung nichts an Aktualität eingebüßt haben.
Wer sich davon überzeugen möchte, der kann die 14 in Leinen gebundenen bis 1930 veröffentlichten Bauhausbücher ihrer Protagonisten lesen oder die 14 zwischen 1926 und 1931 erschienenen Ausgaben des Organs der Hochschule mit dem schlichten Titel „bauhaus“ zur Hand nehmen. Während die ersten vier Ausgaben der zwischen 1926 und 1931 erschienenen Zeitschrift noch als sechsseitige Zeitungsausgabe gedruckt wurden, hielten LeserInnen 1928 und 1929 sieben Hefte mit 16 drahtgeheften Seiten und kartoniertem Titelblatt in den Händen, im Jahr 1931 folgten noch drei dünne Hefte. Dem Verlag Lars Müller Publishers kommt in Kooperation mit Bauhaus-Archiv und dem Museum für Gestaltung in Berlin im Jubiläumsjahr das Verdienst zu, die komplette Zeitschrift als Faksimile, versehen mit einem informativen Kommentarband, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Neben einer deutschsprachigen Ausgabe vom „bauhaus“, einer zentralen Quelle der Kunst- und Architekturgeschichte der Weimarer Republik, erscheint im Zürcher Kunstverlag, ebenfalls herausgegeben von Lars Müller, erstmals auch eine englischsprachige Übersetzung.
In der Kunstzeitschrift sind praktische und theoretische Aufsätze, Grundrisse, Berechnungen, Fotographien, Glossen, Rezensionen, Anzeigen und Interviews mit „bauhäuslern“ abgedruckt. Die Beiträge verdeutlichen das Selbstverständnis der am Bauhaus wirkenden Formmeister und Werkmeister, aber auch ihre künstlerischen und gesellschaftspolitischen Differenzen. In einer Selbstanzeige im „bauhaus“ wird der Sinn und Zweck des Bauhauses und seiner Zeitschrift so beschrieben: „jung zu sein, frisch zu wagen und allen muckern zum trotz: einem fröhlicheren werk unbeschwerter kommender zeiten vorzuarbeiten.“ (1928, Jg. 2, Nr. 4, S. 17) Dazu finden sich im „bauhaus“ u.a. architekturtheoretische Überlegungen über das Bauen vom Gründungsdirektor Walter Gropius, für den Bauen „gestaltung von lebensvorgängen“ bedeutet (In: bauhaus 1927, Nr. 2, S. 1), und von seinem Nachfolger in der Leitung, Hannes Meyer, der formalistisch Bauen als „soziale, technische, ökonomische, psychische organisation“ bestimmte (In: bauhaus 1928, Jg. 2, Nr. 4, S. 13.)
Besondere Erwähnung verdienen ebenso die Beiträge Oskar Schlemmers u.a. über die „bauhausbühne“ (In: bauhaus 1926, Nr. 1; 1927, Nr. 3; 1929, Jg. 3, Nr. 4) sowie sein Text „analyse eines bildes und anderer Dinge“ (In: bauhaus 1929, Jg. 3, Nr. 4). Auch bildungstheoretische Reflexionen finden sich im „bauhaus“, beispielsweise wenn Wassily Kandinsky in einem seiner kunstpädagogischen Aufsätze klarstellt, dass Bildung sich nicht im Besitz von Fachkenntnissen erschöpft, sondern in der „ausgebildete[n] fähigkeit, das scheinbar zerrissene bild der einzelerscheinungen in den organischen zusammenhängen zu empfinden und schließlich zu ‚verstehen‘“ (1926, Nr. 1, S. 4). Aufgrund des Reflexionsniveaus ihrer Beiträge und ihres ästhetischen Layout charakterisiert das Organ der Kunsthochschule sich zu Recht in einer Selbstanzeige als „geistiges Sportgerät“ (bauhaus 1928, Jg. 2, Nr. 4, S. 17).
Fazit: Die „bauhaus zeitschrift 1926-1931“ im Reprint, erschienen bei Lars Müller Publishers, gehört als Beitrag zur kulturellen Bildung in die Bibliothek jedes an moderner Kunst und Architektur Interessierten, weil sie eine hervorragende, kurzweilige Einführung in die Selbstreflexionen, Debatten und Produktionen der „Bauhäusler“ anhand ihrer Originalschriften und -werke liefert. Die „zeitschrift für gestaltung“ richtet sich auch an Lehrkräfte der Fächer Bildende Kunst, Philosophie und Ethik, die sich in ihrem Fachunterricht oder in fächerübergreifenden Projekten mit den KünstlerInnen und Erzeugnissen des Bauhaus theoretisch und praktisch auseinander setzen oder sich von ihrer Kreativität inspirieren lassen möchten.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
100 Jahre nach der Bauhaus-Gründung wird mit der Zeitschrift bauhaus ein bedeutsames Schriftzeugnis dieser Ikone der Moderne wieder zugänglich gemacht. In der von 1926 bis 1931 periodisch erschienenen Zeitschrift kommen bedeutende Stimmen der Bewegung zu Wort, darunter zahlreiche Meister des Bauhauses, wie Josef Albers, Walter Gropius, Wassily Kandinsky, Paul Klee, László Moholy-Nagy und Oskar Schlemmer sowie Herbert Bayer, Marcel Breuer, Ludwig Mies van der Rohe, Gerrit Rietveld und andere.
Sie äussern sich zu den aktuellen Ereignissen in und um das Bauhaus, zu den Methoden und Schwerpunkten der eigenen Lehre und zu aktuellen Projekten von Schülern und Meistern. Damals in erster Linie an die Mitglieder des «kreis der freunde des bauhauses» gerichtet, wird in der von Gropius und Moholy-Nagy herausgegebenen Zeitschrift die authentische Stimme dieses Sprachrohrs der Avantgarde lesbar. Mit dem originalgetreuen Nachdruck soll der internationalen Diskussion und Forschung zum Bauhaus und seinen Theorien und Entwürfen neuer Schub verliehen werden.
Die Faksimile-Einzelhefte werden von einem Kommentarband mit einem übersichtlichen Inhaltsverzeichnis, einer englischen Übersetzung aller Texte sowie einem wissenschaftlichen Essay begleitet, der die Zeitschrift in ihren historischen Kontext einordnet.
Inhaltsverzeichnis
bauhaus 1 (1926)
bauhaus 2 (1927)
bauhaus 3 (1927)
bauhaus 4 (1927)
bauhaus 1 (1928)
bauhaus 2/3 (1928)
bauhaus 4 (1928)
bauhaus 1 (1929)
bauhaus 2 (1929)
bauhaus 3 (1929)
bauhaus 4 (1929)
bauhaus 1 (1931)
bauhaus 2 (1931)
bauhaus 3 (1931)

Kommentarband