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Zweite Wende
Warum Ostdeutschland uns alle angeht
Marieke Reimann
Rowohlt
EAN: 9783498009779 (ISBN: 3-498-00977-X)
240 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 21cm, August, 2026
EUR 22,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Im Osten entscheidet sich die Zukunft unserer Demokratie.
Wende verschlafen, Lebensleistungen entwertet, Chefsessel westdeutsch besetzt – eine wirklich gerechte Einheit wurde verpasst. Nicht nur politisch, auch medial, wirtschaftlich und im Alltag: Ostdeutschland wird oft karikiert, als Klischee statt als Realität wahrgenommen.
Marieke Reimann, 1987 in Rostock geboren und im Plattenbau aufgewachsen, kennt die Brüche aus erster Hand. Als Journalistin und ehemalige Chefredakteurin kämpft sie seit Jahren für eine Sichtbarkeit, die über den «Jammer-Ossi» hinausgeht. Warum finden Einheitsfeiern ohne Ostdeutsche statt? Warum ist Friedrich Merz froh, im Westen geboren zu sein? Warum wird da am rechten Rand gewählt, wo es viel Abwanderung und wenig Frauen gibt? Und können Angela Merkel und Tokio Hotel Vorbilder sein?
Marieke Reimann verbindet persönliche Reportage mit scharfer Analyse und benennt die Leerstellen unserer Gesellschaft auf brillante, ungeschönte Art. Ihr Buch ist ein eindringlicher Appell für den Osten – und für eine Zukunft, in der unsere Demokratie nur gewinnen kann, wenn die Wende endlich bei allen ankommt.
«Genau so eine streitbare Stimme brauchen wir jetzt.» Giovanni di Lorenzo
«Marieke Reimann mischt sich pointiert und meinungsstark ein. Erfrischend und unverstellt!» Steffen Mau
Marieke Reimann, geboren 1987 in Rostock, war bis 2024 Zweite Chefredakteurin des SWR und leitete die Runde der ARD-Chefredakteure. Reimann war damit die jüngste und erste ostdeutsche Chefredakteurin bei einem öffentlich-rechtlichen Medium im Westen. Bis 2020 war sie Chefredakteurin des Magazins ze.tt der Zeit. Hier entwickelte sie ein nachhaltiges Abo-Modell und gründete ein Ostdeutschland-Ressort. 2015 wurde sie als Deutschlands «Top 30 bis 30»-Journalistin ausgezeichnet.
Rezension
Auch 36 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung "knallt" es zwischen Ost und West; die Geräben sind nicht geschlossen, manche scheinen sich eher zu verstärken. Die Autorin stellt die vielen strukturellen Ungleichheiten zwischen Ost und West (vgl. Inhaltsverzeichnis) heraus, die ihrer Meinung nach unweigerlich zum "Knall" zwischen Ost und West führen müssen. Nur 12 % der deutschen Spitzenpositionen sind mit Ostdeutschen besetzt (bei knapp 20 % ostdeutscher Bevölkerung). Ostdeutsche verdienen ca. 800 € brutto im Monat weniger als westdeutsche Arbeitnehmer. Rechtsextremes Gedankengut fällt so auf fruchtbaren Boden. In den Medien werden die "Ossis" oft kollektiv und stereotyp betrachtet. Fazit der Autorin: Wer nicht auf Augenhöhe angesprochen und integriert wird, wendet sich frustriert und wütend ab und radikalisiert sich.
Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Pressestimmen:
Die Journalistin und Autorin Marieke Reimann steht für eine junge Generation, die ihre ostdeutsche Identität selbstbewusst vertritt, Ungleichheit zwischen Ost und West thematisiert.
Antonie Rietzschel, rnd.de, 06. August 2026
Ein wütender Weckruf zur großen strukturellen Ungleichheit zwischen Ost und West.
Ostsee-Zeitung, 03. September 2026
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9
1 MEINUNGSBILDUNG UND KULTUR
1.1 Generationsübergreifende Identitätsfindung 13
1.2 Mehr Ossis in die Medien, bitte! 23
1.3 Braucht der Osten ein neues Leitmedium? 44
2 DEMOKRATIE UND DEMOGRAFIE
2.1 Weniger Lohn, kaum Vermögen und kein Netzwerk 63
2.2 Mein Nachbar, der Nazi 75
2.3 356 Männer, 41 Prozent AfD 91
2.4 Demokratie leben 102
2.5 Friedrich Merz ist froh, im Westen geboren zu sein 108
3 GLEICHBERECHTIGUNG UND BILDUNG
3.1 Die Geschichte von der arbeitenden Frau 127
3.2 Ist Angela Merkel ein ostdeutsches Vorbild? 148
3.3 (Nach-)Wendezeit im Unterricht 165
4 ARCHITEKTUR UND WOHNEN
4.1 Räume, die es nicht mehr gibt 175
4.2 Hoffnung Neubau, Realität Platte 187
4.3 Häuser im Osten, Vermieter im Westen 194
5 ERINNERUNG
5.1 Einheitsfeiern ohne Ostdeutsche 205
5.2 Tokio Hotel und Einheitswippen 212
5.3 Zukunftsperspektiven 216
Dank 223
Quellen 225
Bildnachweis 240
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