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Welches Europa brauchen. wir? Ein politisches Wunder und wie wir es vor seinen Feinden schützen
Welches Europa brauchen. wir?
Ein politisches Wunder und wie wir es vor seinen Feinden schützen




Gerald Knaus, Francesca Knaus

Piper Verlag GmbH
ISBN: 9783492072174
448 Seiten, hardcover, 14 x 22cm, Oktober, 2025

EUR 26,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die Europäische Union ist das beste Beispiel der Weltgeschichte für Konfliktlösung.

John Hume, Friedensnobelpreisträger



Von einem durch Kriege zerstörten Kontinent zu einer sich ausdehnenden Zone demokratischen Friedens - die vergangenen 75 Jahre erzählen die Geschichte eines europäischen Wunders, das immer noch missverstanden wird. Heute geht es darum, dieses Wunder gegen entschlossene Feinde zu verteidigen, bevor wir es verlieren. Denn nicht nur Europa und die Europäische Union, auch das Nachdenken und die Diskussion über europäische Integration stecken in der Krise.



In diesem Buch geht es um die Suche nach den Ursachen von Gewalt zwischen Staaten, um Nationalismus und Identität und eine Theorie des nachhaltigen Friedens. Es geht um große Denker und mutige Politiker, die uns daran erinnern, wie das europäische Wunder entstand - und was wir tun können, um es zu bewahren.
Rezension
Europa und die Europäische Union - oft als Synonym verwendet und doch nicht eins. Zu einen zählen lediglich 27 der 50 Staaten, die ganz oder teilweise auf dem Kontinent liegen als Mitgliedsländer, zum anderen, da diese Staatengemeinschaft in jüngster Zeit immer wieder von sich reden macht - leider häufig konnotiert mit überbordender Bürokratie, Bürgerferne und eben: uneins. Und das, obwohl das Motto der EU eine ganz andere Richtung vorsieht: "In Vielfalt geeint".
Die Geschehnisse indes erfordern etwas anderes, nämlich eine Union, die ihren Namen verdient. Gerald Knaus und seine Tochter Francesca greifen diese Situation auf und ordnen sie ein. Aktualität und historische Bezüge spielen hierbei eine zentrale Rolle.

Die Autoren schildern ein Europa, das unter den aktuellen Krisen erschüttert wird, wie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr. Ein großer Teil des Buches arbeitet historische Ereignisse heraus, beschreibt Personen, die sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges für Frieden, Versöhnung und Integration stark gemacht haben. Nicht immer ganz selbstverständlich, denn die ein oder andere Biografie zeigt: Die Umsetzung des europäischen Gedankens erfordert Mut, Inspirationen über den Status einer guten Idee hinaus zu befördern. Die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland spielte hierbei die zentrale Rolle.
Gerald und Francesca Knaus plädieren dafür, dass die EU nicht nur ihre Institutionen retten muss, sondern eine realistische Vision benötigt, die Mehrheiten erreicht - insbesondere die junge Generation!
Für die beiden Autoren ist dabei nicht ausschließlich die wirtschaftliche Zusammenarbeit wichtig, sondern eine stetige Erweiterung der Union bei gleichzeitiger Verteidigung demokratischer Werte wie Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit.

Das richtige Buch zur rechten Zeit? Auf einen Nenner gebracht: Ja, auf jeden Fall!
Im vorliegenden Werk werden wichtige Themen der europäischen Gegenwart aufgegriffen und eingeordnet; der größere historische Zusammenhang wird in den Blick genommen und als Basis der heutigen Europäischen Union begründet. Es werden Perspektiven für die Zukunft eröffnet und wichtig: Europa hat eben nicht nur Probleme, sondern kann auch Lösungen anbieten! Dies kann und soll aus Sicht von Gerald und Francesca Knaus Perspektive für die positive Entwicklung einer sich stetig erweiternden Gemeinschaft sein.
Insgesamt betrachte ich das vorliegende Buchprojekt auch deshalb als positiv, weil Vater und Tochter Knaus die Sichtweisen unterschiedlicher Generationen inhaltlich gekonnt einbringen.
Wie alle politischen Sachbücher hängt die inhaltliche Einschätzung vom Blick des jeweiligen Lesers ebenso ab wie von der Betrachtung des/der einzelnen Autoren/Autorin.
Mein persönliches Fazit: Das Buch ist ein leidenschaftliches und historisch fundiertes Plädoyer für ein vereintes (und starkes) Europa. Die aufgezeigten hoffnungsvollen Ansätze regen zum Nachdenken an, der gut verständliche Schreibstil trägt zur Lesefreude ebenso bei wie die Offenheit der Argumentation. Geradezu natürlich, dass konkrete politische Strategien und detaillierte Reformvorschläge wenig Raum finden. Sie hätten den Rahmen des vorliegenden Buches zweifelsfrei gesprengt. Als "Appetitmacher" regt es an, zu weiterer Fachliteratur zu greifen.

Dietmar Langusch, Lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Europa in Gefahr: So retten wir Friede und Freiheit

Europafeindliche Politiker:innen greifen nach der Macht. Russland führt den größten Krieg seit 1945. Angst vor unkontrollierter Migration spaltet unsere Demokratien. Die europäische Ordnung, Friede und Wohlstand sind so bedroht wie seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr. Junge Europäer:innen wenden sich von der EU ab. Was fehlt, ist eine überzeugende Vision für einen verunsicherten Kontinent. Gerald und Francesca Knaus zeigen, wo wir Inspiration in der Geschichte finden und wie daraus Politik werden kann, die Mehrheiten überzeugt – für ein Europa ohne Kriege, politische Gefangene und Folter.

Ein Plädoyer für eine realistische Europa-Politik

Gerald Knaus ist Gründungsdirektor der Denkfabrik European Stability Initiative (ESI). Er ist ein international bekannter Experte und berät Regierungen und Institutionen in Europa bei den Themen Flucht, Migration und Menschenrechte. Er studierte Philosophie, Politik und Internationale Beziehungen in Oxford, Brüssel und Bologna, ist Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations und war für fünf Jahre Associate Fellow am Carr Center for Human Rights Policy der Harvard Kennedy School – John F. Kennedy School of Governance in den USA. Gerald Knaus lebt in Berlin.

Francesca Knaus ist 2000 in Österreich geboren und in Istanbul, Paris, Cambridge (USA) und Berlin aufgewachsen. Sie studierte European Studies an der Universität Amsterdam mit Schwerpunkt EU-Recht, Mittel- und Osteuropa. Sie ist Mitbegründerin der European Debate Initiative (EDI), einer Jugendorganisation mit Sitz in Kopenhagen, die 2021 den Europäischen Bürgerpreis gewann. Seit 2021 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Bundestag zu Außenpolitik und Menschenrechten. Francesca spricht fließend Englisch, Französisch, Niederländisch, Russisch und Türkisch.
Inhaltsverzeichnis
Warum dieses Buch 7

Botschaft an die Europäer 9

I. DIE MITTE EUROPAS 11

II. DER (FAST) EWIGE FRIEDEN 34
Insel der Seligen – Paris 1990 34
Neo-Biedermeier und der dunkle Kontinent 46
Die neue Teilung Europas 64
Václav Havel und der Big Bang. 71
Eine verschlossene Tür und die ukrainische Hölle 101

III. DAS GEHEIMNIS DER MACHT 124
Helden und Heilige 124
Der Treibstoff der Macht 129
Das Genie aus Cognac 139
Magie in Luxemburg 164
Der Belgier und die Abschreckung 190
Advocatus Diaboli 212

ESSAY: EUROPA IM LEHRSAAL – AMSTERDAM 232
Der Zar in Holland 232
Die Firma 235
Das Europa der Kleinen 237
Was spricht gegen den Brexit? 248
Europa in Brandenburg 251

IV. Gewalt und Recht – Europa für 15-Jährige 255
851 Millionen Menschen 255
»Gewaltgeschichten« 261
Märtyrer, Mörder und unsichtbare Grenzen 272
Geschichte, die trennt – Institutionen, die verbinden 286
Bodensee-Europa – »Vereint in Vielfalt« 292
Warum die EU kein Staat wird 300
Macht und Ohnmacht der Gerichte 312
Der 100-jährige Blick und unsere Werte 332
Die europablaue Zone 347

ESSAY: JUNGE POLEN UND DAS ENDE DER WELT 355
Der Professor 355
Wissenschaft für Kinder 360
Eine Bewegung entsteht 367
Von Polen lernen 371
Der Binnenmarkt und das Ende der Kohle 374
Von Polen nach China? 384

V. KONTINENT DER HOFFNUNG 387
Friedenstheorien 387
Die Ursache der Ursachen 405
Was würde Jean Monnet tun? 414

VI. PETER UND DER KAMPF DER IDEEN 425
Appell an junge Europäer – »Es geht um uns« 438
Westberlin 1948 – Kyjiw und Vilnius 2025 441
Mehr zu Europa – www.welcheseuropa.eu 442

Danksagung 445
Bildnachweis 447