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Wassermann Fürsorge als radikalste Form von Widerstand
Wassermann
Fürsorge als radikalste Form von Widerstand




Lukas Hoffmann

maerzverlag
EAN: 9783755000679 (ISBN: 3-7550-0067-9)
246 Seiten, hardcover, 14 x 21cm, März, 2026

EUR 24,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Lukas Hoffmann, 1995 geboren, lebte mehrere Jahre in Barcelona, wo er die Unabhängigkeitskämpfe und ihre Spannungen hautnah erlebte. Heute arbeitet er in Hamburg in der Sozialen Arbeit. Mit ›Wassermann‹ legt er seinen Debütroman vor.
Rezension
In diesem Debütroman von Lukas Hoffmann entwirft der Autor das feinfühlige Porträt eines jungen Mannes, der versucht, der erdrückenden Enge seines Lebens in Deutschland zu entkommen. Der Hauptprotagonist Luk flieht nach Barcelona, während seine Mutter in Hamburg im Sterben liegt und sein bester Freund Bosse in einer psychiatrischen Klinik festsitzt. Hoffmann verknüpft dabei Luks persönliche Krise gekonnt mit der aufgeladenen Atmosphäre der katalanischen Unabhängigkeitskämpfe. Die äußeren Unruhen auf den Straßen werden auf diese Weise zum Spiegelbild einer inneren Zerrissenheit zwischen dem Drang nach Distanz und der schmerzhaften Verpflichtung zur Nähe und Verbundenheit.

Auf seiner Reise von Spanien über Portugal bis zurück in die Heimat thematisiert der Roman die Notwendigkeit von radikaler Fürsorge als Form des Widerstands. In einer klaren, gut zugänglichen Sprache fängt Hoffmann die Melancholie und die Suche nach einem Platz in einer unbeständigen Welt ein. „Wassermann“ verzichtet dabei auf große Effekthascherei und konzentriert sich stattdessen auf die leisen, atmosphärischen Momente und die ungeschönte Darstellung männlicher Verletzlichkeit. Es ist eine intensive Coming-of-Age-Erzählung, die zeigt, dass Flucht allein keine Heilung bringt, sondern dass man sich der eigenen Geschichte stellen muss, um wirklich frei und unabhängig zu sein.

Frank Düring, lbib.de
Verlagsinfo
Wie gelingt es, ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben zu führen und doch für andere zu sorgen?
Luk verlässt Deutschland, um Abstand zu seiner schmerzhaften Vergangenheit zu gewinnen. In Hamburg liegt seine Mutter im Sterben und sein bester Freund Kurt ist in der Psychiatrie. Ein Auslandssemester in Barcelona verspricht Ablenkung.
Luk wird mitten hineingeworfen in die katalanischen Unabhängigkeitskämpfe, in Lärm, Staub, Euphorie. Er verliebt sich, rennt mit, rennt weg. Das Versprechen einer Revolution wird zum Spiegel seiner eigenen Zerrissenheit: ein Kampf gegen alles, was Halt verspricht. In Portugal, auf den Straßen, in fremden Betten versucht er, sich selbst zu finden. Doch das Wissen um seine sterbende Mutter lässt ihn nicht los. Nach ihrem Tod fällt seine Welt in sich zusammen. Die Schuld ist konkret, der Schmerz körperlich. Luk verliert sich, betrügt, schweigt, kehrt schließlich zurück. Wird er diesmal bleiben?
Lukas Hoffmann erzählt in seinem soghaften Coming-of-Age-Roman von einem jungen Mann, der lernt, dass Care kein Gegensatz zu Kampf ist, sondern seine Fortsetzung – und dass Fürsorge vielleicht die radikalste Form von Widerstand ist.
›Wassermann‹ ist ein Roman über Flucht und Stillstand, über das Finden einer neuen Art von Stärke und über die Hoffnung auf Heilung.