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So lange wir leben
David Safier
Rowohlt
EAN: 9783499007019 (ISBN: 3-499-00701-0)
464 Seiten, paperback, 13 x 19cm, November, 2024
EUR 15,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Auf den Umschlagseiten-Innenseiten sind Fotos der Familie zu sehen
Umschlagseite hinten
Was ist stärker, die Liebe oder das Schicksal?
David Safier erzählt in diesem dramatischen und zärtlichen Roman die Geschichte seiner Eltern: Sie führt uns vom Wien des Jahres 1937 durch die Gefängnisse der Gestapo nach Palästina, wo sein jüder Vater Joschi als Barmann und Spion arbeitet und schließlich zur See fährt. Seine Mutter Waltraut wächst als Tochter eines Wertarbeiters in Bremen auf, erlebt Kriegszeit, Trümmerjahre und Wirtschaftswunder. Bei ihrer ersten Begegnung ist Waltraut eine junge alleinerziehende Witwe, Joschi, zwanzig Jahre älter als sie. Wenig spricht dafür, dass die beiden sich ineinander verlieben und ein gemeinsmes Leben wagen - ein Leben, geprägt von steilen Höhenflügen und damatischen Schicksalsschlägen.
"Ein wirklich großer Roman." Frankfurter Allgemeine Zeitung
Rezension
Eine Deutsch-Jüdische Familiengeschichte, erzählt bis in das Jahr 1993, wie es sie in vielen Familien gab; aber hinter allen liegt diese verdammte Last und das Leid der jüdischen Vergangenheit. Und das statuiert der Satz "Leben heißt Leiden", auf ganz resignierte Art.
Durch die Wechsel der Protagonisten wird aufgezeigt, wie unterschiedlich ein Leben in der Nazizeit parallel verlaufen konnte; sowohl gesellschaftspolitisch als auch altersmäßig und kulturell. Und jedes in seiner eigenen Dramaturgie.
Das Buch wird in Kapitel mit Jahresspannen aufgeteilt, so dass sich dadurch der berichtend-literarische Erzählfaden entwickelt.
Die Jahre 1937-38: Eine sehr klare Beschreibung der diffusen Verblendungen der Massen, die gleichzeitig eine massive,manchmal unterschwellige, Bedrohung war. Wie in einem belanglosen Nebensatz (schon ganz zu Anfang der Erzählung) wird erwähnt, dass der in seinen Filmen so harmlos & bieder wirkende Heinz Rühmann seine jüdische Frau verlassen hatte. Und gerade diese Schlichtheit dieses Satzes hat eine enorme Wirkkraft und sagt (unausgesprochen) viel.
Die Jahre 1939-1945: Mit Kindern ging man seinerzeit nicht "zimperlich" um; ein kind-bezogener & wertschätzender Umgang war damals noch nicht üblich. Mit dem heutigen Wissen darum, was dadurch schon im Kleinkindalter zerstört wird bzw. nicht ermöglicht wird, liest sich das noch härter und zeigt auch dadurch sehr klar die Unbedarftheit, aber auch die Un-Sensibilität der Erwachsenen dieser Zeit auf; und deren Erziehungsstil, der keine bis kaum Entwicklungsmöglichkeiten ermöglichte bzw. bot.
Im weiteren Verlauf zeigt sich auch, mit wieviel verzweifelter Hoffnung die Juden dem täglich schlimmer werdenden Werk der Nazis begegneten. Obwohl jegliche "normale Logik" ausgehebelt war. Zu unwahr schien das zu sein, was geschah.
In deutschen Schul-Geschichtsbüchern wird auch heute nicht erwähnt, dass es anfangs noch "offiziell genehmigte" Wege gab, als Jude das Land zu verlassen.
1946-51: Der Krieg Palästinas und Israels wird erwähnt: mit all' seiner Sinnlosigkeit, Brutalität und Heuchelei.
Und auch die Erzählungen aus den Jahren 1977 bis 1993 zeigen auf, dass die Grausamkeit der Menschen untereinander nie aufzuhören scheint ...
Rezension durch Claudia V.
Verlagsinfo
Spiegel Bestseller | Jetzt als Taschenbuch
Inhaltsverzeichnis
S. 5 Widmungsseite "In Liebe"
S. 7 1997
S. 13 1937-1938
S. 45 1939-1945
S. 109 1946-1951
S. 137 1952-1957
S. 209 1961-1963
S. 285 1964-1966
S. 313 1967-1976
S. 349 1977-1984
S. 385 1987-1992
S. 417 1993
S. 429 1994-1996
S. 451 2005 Epilog
S. 457 Danksagungen
S. 459 Quellenverzeichnis
S. 461 Weitere Titel
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