|
|
|
|
Philosophisches Interesse an Augustin
Von Dilthey und Troeltsch zu Scheler und Heidegger
Kurt Flasch
Klostermann
EAN: 9783465046837 (ISBN: 3-465-04683-8)
269 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 15 x 23cm, 2026, Lesebändchen
EUR 49,00 alle Angaben ohne Gewähr
|
|
Umschlagtext
Zum Autor: Kurt Flasch (* 1939) ist ein deutscher Philosoph, der sich vor allem auf die Philosophiehistorie der Spätantike und des Mittelalters spezialisiert hat. Unter anderem befasste er sich eingehend mit den Werken von Augustinus von Hippo, Dietrich von Freiberg, Meister Eckhart und Nikolaus von Kues.
Rezension
Kurt Flasch widmet sich in dem vorliegenden Buch der Rezeptionsgeschichte des augustinischen Denkens, wobei er den zeitlichen Fokus auf das philosophische Interesse an Augustinus in Deutschland zwischen 1870 und 1930 legt. Es handelt sich zweifellos um eine besonders interessante Zeitspanne, in der sich das Wissenschaftssystem, wie wir es heute kennen, zwar noch nicht vollständig herausgebildet, aber doch entscheidend professionalisiert hat. Flasch spricht in diesem Zusammenhang von einer „realistische(n) Revision“ (Vorwort, S. 8) des „intellektuelle(n) Prozeß(es)“ (ebd.).
Besonders aufschlussreich ist die Auseinandersetzung mit den Autoren, die sich intensiv mit Augustinus beschäftigt haben: Wilhelm Dilthey, Hermann Reuter, Odilo Rottmanner, Franz Overbeck, Georg von Hertling, Joseph Mausbach, Ernst Troeltsch, Max Scheler und Martin Heidegger. Bei den entsprechenden Beiträgen handelt es sich um Originalarbeiten, die Flasch für die vorliegende Publikation verfasst hat. Er stellt die jeweiligen Autoren zunächst in einem kurzen biografischen Abriss vor, bevor er auf jene Schriften eingeht, in denen sich ihr philosophisches Interesse an Augustinus manifestiert.
Von besonderem Wert ist Flaschs Blick auf Autoren, die heute möglicherweise bereits in Vergessenheit geraten sind (Ausnahmen sind etwa Dilthey und Heidegger). Dabei kommt ihm nicht zuletzt seine langjährige wissenschaftliche Erfahrung zugute, die es ihm ermöglicht, größere historische Zusammenhänge zu überblicken und Entwicklungen über längere Zeiträume hinweg nachzuzeichnen. Für die Forschung zur Augustinus-Rezeption eröffnet das Buch damit neue Perspektiven und lenkt die Aufmerksamkeit auf bislang wenig beachtete Aspekte der Wirkungsgeschichte seines Denkens.
S. Düfel, Lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Kurt Flasch hat mehrere grundlegende Studien zu Augustinus vorgelegt. Hier bringt er ein neues, ein entschieden anderes Buch über Augustin in Deutschland, in einer Gründerzeit und mit Fernwirkungen auf die Gegenwart. Er zeigt Augustins Zentralideen in Spiegelungen deutscher Augustinforscher aus der Zeit von etwa 1860 bis 1939, die jahrzehntelang daran gearbeitet haben, den Grund des augustinischen Denkens zu ermitteln und zu erörtern.
Das Buch setzt ein mit den großen Anregern Dilthey und Troeltsch; es streift Nietzsche und erörtert ausführlich den Augustin von Nietzsches gelehrtem Freund Overbeck; es versammelt Philosophen und Historiker verschiedener Konfessionen, analysiert evangelische und katholische Theologen und führt mit strenger Beschränkung nur einen einzigen der zahlreichen Augustinusposauner vor. Unter den namhaften deutschen Augustinforschern findet Flasch neben Scheler und Heidegger auch den Parteiführer und deutschen Reichskanzler Hertling.
Flasch untersucht: Wozu wird Augustin gebraucht in der dramatischen deutschen Geschichte dieser Jahrzehnte? Ihn beschäftigt die neue Reichsidee, die evangelische Theologie und der kriegsmäßige Nationalismus, die katholische Augustinauslegung in einer Zeit vorgeschriebener thomistischer Erstarrung. Er fragt: Hat das traditionsentfremdete deutsche Christentum dieser Jahrzehnte seinen eigenen Klassiker verfremdet? Was haben führende deutsche Denker bei ihm als grundlegend gesucht und gefunden?
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 7
I. Wilhelm Dilthey (1833–1911) 9
II. Hermann Reuter (1817–1889) 63
III. Odilo Rottmanner (1841–1907) 73
IV. Franz Overbeck (1837–1905) 83
V. Georg von Hertling (1843–1919) 107
VI. Joseph Mausbach (1861–1931) 123
VII. Ernst Troeltsch (1865–1923) 141
VIII. Max Scheler (1874–1928) 201
IX. Martin Heidegger (1889–1976) 219
Rückblick 253
Sachregister 263
Personenregister 265
|
|
|