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Mutter und Tochter
Mutter und Tochter




Ross Macdonald

Diogenes Verlag
EAN: 9783257300734 (ISBN: 3-257-30073-5)
416 Seiten, paperback, 13 x 19cm, Oktober, 2018

EUR 18,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Ross Macdonald Mutter und Tochter



Bevor Mr. Wycherly, Patriarch und Ölmagnat, auf Kreuzfahrt geht, verabschiedet er sich von Frau und Tochter. Seine Frau, von der er getrennt lebt, vermisst er bei seiner Rückkehr nicht weiter. Doch auch von der einundzwanzigjährigen Tochter Phoebe fehlt jede Spur. Archer soll die junge Frau finden, ohne an Familiengeheimnisse zu rühren. Quer über die Landkarte und durch alle Milieus begibt er sich auf die Suche. Ein Ausflug in die Nachseite des kalifornischen Traums ... Der Krimiklassiker in der hochgelobten Neuübersetzung.



"Ross Macdonald hat erreicht, was Chandler vorschwebte: die Vollendung des Detektivromans."

Jochen Schmidt

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Rezension
Was verbindet einen Ölmagnaten und seine alkoholsüchtige Ex-Frau und deren gemeinsame Tochter Phoebe, die vermisst wird, mit ihrem Freund, mit einem ermordeten Immobilienmakler, mit einem Psychiater und mit einem DJ? Kann der Privatdetektiv Lew Archer auch dieses Mal die verlorene Tochter finden? Welche Rolle spielen dabei daseinsanalytische Erkenntnisse des Psychologen Ludwig Binswanger über Angst und Selbsthass? Des Rätsels Lösung erfährt man durch die Lektüre von Ross Macdonalds 1961 publiziertem Kriminalroman „The Wycherly Woman“, der endlich 2018 bei Diogenes in der Neuübersetzung von Karsten Singelmann unter dem Titel „Mutter und Tochter“ erschienen ist.
Dem Verlag aus Zürich kommt das Verdienst zu, mittlerweile sechs der insgesamt 18 Bände mit Archer in einer zeitgemäßen Übersetzung vorgelegt zu haben, nämlich „Der blaue Hammer“, „Gänsehaut“, „Dornröschen“, „Der Untergrundmann“, „Schwarzgeld“, „Unterwegs im Leichenwagen“ und neuerdings „Mutter und Tochter“. Ross Macdonald (1915-1983) zählt zurzeit neben Raymond Chandler (1888-1959) und Dashiell Hammett (1894-1961) zu den wichtigsten amerikanischen Kriminalautoren, zumal er als erster die Psychoanalyse in die amerikanische Kriminalliteratur eingeführt hat.
„Mutter und Tochter“ erfüllt wieder alle Erwartungen, die Leserinnen und Leser an ein Werk von Macdonald stellen: scharfe Charakterzeichnungen, bissige Ironie, eindrückliche Milieuschilderungen, präzise Gesellschaftskritik, Reisen in die "leidige" Vergangenheit der Protagonisten, Psychopathologie der Familie, Aufdecken falscher Identitäten und infantilisierte Erwachsene, deren Vorstellungen eines guten Lebens sich als Illusion erweisen. Und natürlich nicht zu vergessen Archer selbst, der von Macdonald im Unterschied zu dem hardboiled detective etwa eines Chandler oder Hammett als ein Ermittler gezeichnet wird, der bei aller unerbittlichen Wahrheitsliebe von Humanität geprägt ist und erkennt, dass psychische Probleme menschlich sind.
Wer Interesse an einem überaus spannenden, mit Tempo erzählten, gut lesbarem und niveauvollen Werk der amerikanischen Kriminalliteratur hat, dem sei Ross Macdonalds neu übersetzter Roman „Mutter und Tochter“, 2018 erschienen bei Diogenes, zur Lektüre empfohlen.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Mutter und Tochter
Aus dem Amerikanischen von Karsten Singelmann. Mit einem Nachwort von Donna Leon

Bevor Mr. Wycherly, Patriarch und Ölmagnat, auf Kreuzfahrt geht, verabschiedet er sich von Frau und Tochter. Seine Frau, von der er getrennt lebt, vermisst er bei seiner Rückkehr nicht weiter. Doch auch von der einundzwanzigjährigen Tochter Phoebe fehlt jede Spur. Archer soll die junge Frau finden, ohne an Familiengeheimnisse zu rühren. Quer über die Landkarte und durch alle Milieus begibt er sich auf die Suche. Ein Ausflug in die Nachtseite des kalifornischen Traums.

Phoebe Wicherly, eine hübsche blonde Frau aus gutem Haus, wird seit zwei Monaten vermisst. Ihr Vater beauftragt Privatdetektiv Lew Archer damit, sie zu finden. Archer macht sich auch gleich auf den Weg, reist kreuz und quer durch Kalifornien, doch die junge Frau ist wie vom Erdboden verschluckt. Zuletzt gesehen wurde sie von ihrer Mutter – welche in heftigem Streit mit dem Rest der Familie liegt. Niemand möchte, dass Archer mit ihr spricht. Nicht nur die Tochter, auch die Mutter gibt Archer so manches Rätsel auf. Lange begrabene Familiengeheimnisse, Erpressung und Mord im Kalifornien der frühen sechziger Jahre: Es ist ein weiter Weg, bis Archer dank seiner großen Einfühlung und Menschenkenntnis hinter die Fassade blickt.