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Metzler Lexikon Fremdsprachendidaktik Ansätze – Methoden – Grundbegriffe Mit 15 Grafiken und Tabellen

2., aktualisierte und erweiterte Auflage
Metzler Lexikon Fremdsprachendidaktik
Ansätze – Methoden – Grundbegriffe


Mit 15 Grafiken und Tabellen



2., aktualisierte und erweiterte Auflage

Carola Surkamp (Hrsg.)

Verlag J. B. Metzler , Springer Nature
EAN: 9783476044730 (ISBN: 3-476-04473-4)
399 Seiten, hardcover, 16 x 24cm, August, 2017

EUR 49,99
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Dieses Lexikon informiert über die Grundlagen, Konzepte und Methoden des Lehrens und Lernens fremder Sprachen. Es umfasst Begriffe aus der Sprach-, Literatur-, Kultur- sowie Mediendidaktik und ist für alle Fremdsprachen gleichermaßen relevant. Das Lexikon bietet Artikel u.a. aus den folgenden Bereichen: Bezugswissenschaften (Kultur-, Literatur-, Sprachwissenschaft etc.), Ansätze (Aufgabenorientiertes Lernen, Bilingualer Unterricht, Genderorientierte Ansätze etc.), Kompetenzen (interkulturelle kommunikative Kompetenz, narrative Kompetenz, visuelle Kompetenz etc.), Materialien und Medien (Lehrwerk, Lektüren, Lernsoftware, Sprachlernspiele, Tafelbild etc.), Institutionelles (Lehrerbildung, Übergang, Zentralabitur etc.). Die einzelnen Artikel stellen den gegenwärtigen Diskussionsstand dar und beziehen auch die konkrete Unterrichtspraxis mit ein. - Die zweite Auflage wurde aktualisiert und um rund 25 Artikel ergänzt, z.B. zu Forschendem Lernen, Globalisierung, Heterogenität, Inklusion, Lehrerforschung, Neurodidaktik und Unterrichtsinteraktion.

Carola Surkamp ist Professorin für Englische Fachdidaktik an der Universität Göttingen.
Rezension
Die Reihe der Metzler Lexika bringt es auf den Punkt: Auf überaus kompakte Weise wird ein Themengebiet von kompetenten Fachleuten lexikalisch ausgeleuchtet, hier sprachübergreifend die Fremdsprachendidaktik, ein Fachlexikon, das mit ca. 200 Einträgen (vgl. eine Leseprobe im Inhaltsverzeichnis) von ca. 90 Fachleuten zu sämtlichen Bereichen der Fremdsprachendidaktik erstmals lexikalisch den gegenwärtigen Diskussionsstand im Überblick für alle Fremdsprachen darbietet, insbesondere Ansätze - Methoden - Grundbegriffe der Fremdsprachendidaktik (Untertitel!). Dabei werden Begriffe aus der Sprach-, Literatur-, Kultur- und Mediendidaktik berücksichtigt. Die zweite Auflage wurde aktualisiert und um rund 25 Artikel ergänzt, z.B. zu Forschendem Lernen, Globalisierung, Heterogenität, Inklusion, Lehrerforschung, Neurodidaktik und Unterrichtsinteraktion. Insgesamt ist das lexikon um ca. 50 S. gewachsen. - Fazit: Wie andere entsprechende Metzler-Fachlexika dürfte auch dieses Lexikon alsbald zu einem Standardwerk im Bereich Fremdsprachendidaktik werden!

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Informiert in rund 200 Artikeln ĂĽber alle Bereiche der Fremdsprachendidaktik.
Konkurrenzloses Nachschlagewerk zu den Gegenständen der Fremdsprachendidaktik.
Fremdsprachenlernen ist wichtiger Bestandteil aller philologischen Studiengänge bzw. der Lehramtsstudiengänge und zahlreicher außeruniversitärer Fortbildungsinstitutionen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort S. V-VI

Artikel von A-Z S. 1-387

AbkĂĽrzungen S. 388
Verzeichnis der Artikel S. 389-391
Systematisches Verzeichnis der Artikel S. 392-394
Die Autorinnen und Autoren S. 395-399


Leseprobe:

Audio-linguale Methode
Die in sprachwissenschaftlicher Hinsicht auf dem amerikanischen Strukturalismus und in lerntheoretischer Hinsicht auf dem Behaviorismus aufbauende a.M. stellt eine Weiterentwicklung der sog. Army-Method dar. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde deutlich, dass es an Fremdsprachenkenntnissen mangelte. Insbesondere Sprachen wie Japanisch, Chinesisch usw. konnten
nur von wenigen Armeeangehörigen gesprochen und verstanden werden. Im Auftrag des Militärs wurden deshalb zwischen 1941 und 1943 zahlreiche Sprachprogramme entwickelt, die später großen Einfluss auf die Konzeption der a.M. hatten. In Deutschland hielt diese Methode erst nach dem Erscheinen der deutschen Übersetzung von Robert Lados Buch Language Teaching. A Scientific Approach (1964, dt. 1967) Einzug. Im Gegensatz zu allen bis dahin existierenden Methoden ist dieser Ansatz nach rein wissenschaftlichen Prinzipien organisiert (Strukturalismus und Behaviorismus). Die Grundlage war eine strukturalistische Analyse der gesprochenen Sprache mit dem Ziel, die Sprechfähigkeit durch das Einüben und Nachahmen von Satzmustern zu entwickeln. Die am Alltagsgebrauch orientierte Sprache wird in didaktisch konstruierten (Mini-)Dialogen präsentiert. Grammatische Regeln werden nicht explizit vermittelt, induktive Grammatikarbeit wird hingegen nicht ausgeschlossen (Induktives Lernen). Die in möglichst alltäglichen Situationen eingebetteten Sprachmuster werden in Sprechübungen im Sprachlabor unter Benutzung von Tonbandübungen eingeschliffen (pattern drill). In diesem Kontext wurde ab den 1960er Jahren in Deutschland das Sprachlabor bevorzugter Übungsort (Lehr- und Lernort). Darauf wird auch heute noch in der Werbung mit Slogans wie »in 30 Tagen Spanisch, Französisch usw. lernen« Bezug genommen. Die älteren Medien wie Kassetten sind mittlerweile durch neuere Medien wie CD-ROMs und Internet ersetzt worden. Das Lernschema dieser Programme bleibt aber das gleiche (vgl. Roche 2005, 16). Die Unterrichtsprinzipien der a.M. lassen sich wie folgt zusammenfassen:
(1) Vorrang des Mündlichen vor dem Schriftlichen: Daraus ergibt sich die Folge der Schulung der Teilkompetenzen Hörverstehen, dann (Nach-)sprechen, dann Leseverstehen und zum Schluss Schreiben.
(2) Situativität des Unterrichts: Die Sprachmuster der Grammatik werden in Alltagssituationen eingebettet und dialogisch präsentiert.
(3) Authentizität der Sprachvorbilder: Möglichst Unterricht durch einen Muttersprachler, dadurch Nachahmung der Aussprache.
(4) Einübung von Sprachmustern durch Imitation und häufiges Wiederholen: Einschleifen von Sprachgewohnheiten, begründet mit der behavioristischen Lerntheorie.
(5) Einsprachigkeit des Unterrichts: Ausschluss der Erstsprache aus dem Unterrichtsgeschehen.
(6) Charakteristische Übungsformen sind Lückentexte, Auswendiglernen von Modelldialogen und Satzmusterübungen (Satzschalttafeln): Der Hauptzweck dieser stark gesteuerten Übungen bestand darin, dass die Lernenden angeleitet wurden, korrekte Sätze zu produzieren, wenngleich auf deren Inhalt kein Einfluss genommen werden konnte. Seit den 1960er Jahren wurde diese Methode in Frankreich zur audio-visuellen Methode weiterentwickelt.
Lit.: R. Lado: Moderner FU. Mü. 1967. – J. Roche: Fremdsprachenerwerb und Fremdsprachendidaktik.
TĂĽb. 2005. AG