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Meine Ahnin, die Hexe, und ich
Eine Geschichte von Familie, Wut und Weiblichkeit
Juliane Schiemenz
Rowohlt
EAN: 9783737102490 (ISBN: 3-7371-0249-X)
336 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 21cm, 2026
EUR 25,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Sidonia von Borcke galt als schön, stolz, streitbar und starb, als Hexe verurteilt, 1620 auf dem Scheiterhaufen. Haben unangepasste Frauen wie sie entscheidende Freiheiten mit er-kämpft? Juliane Schiemenz geht der Geschichte ihrer Ahnin nach - und ergründet, was es damals hieß und bis heute heißt, eine Frau zu sein; was es bis heute bedeutet, für die eigene Unabhängigkeit einzustehen.
Eine einzigartige Familiengeschichte und fesselnde Spuren-suche: über weibliche Wut, Unangepasstheit, die Erwartungen an Frauenleben. Und vor allem: ein mutiges, persönliches Plädoyer für weibliche Freiheit.
«Juliane Schiemenz kann zaubern. Oder gibt es eine andere Erklärung dafür, dass man durch ihre Reise in die Vergangenheit die Gegenwart besser versteht?»
Charlotte Gneuß
Rezension
Sidonia von Borcke heiratete nie, bekam keine Kinder und kämpfte um ihr Erbe. 1620 wurde sie als Hexe verurteilt und hingerichtet. Juliane Schiemenz folgt den Spuren ihrer Verwandten und verbindet die historische Recherche mit einer aktuellen Frage: Warum gelten selbstbewusste Frauen, die ihren eigenen Weg gehen, so schnell als schwierig und unbequem? Das Buch verknüpft Familiengeschichte, persönliche Erfahrungen und feministische Gesellschaftskritik. Es beleuchtet Erwartungen an Ehe, Mutterschaft und weibliches Verhalten und zeigt, wie tief tradierte Rollenbilder bis heute wirken. Dabei geht es nicht um eine Gleichsetzung heutiger Erfahrungen mit historischer Hexenverfolgung, sondern um wiederkehrende Vorurteile gegenüber unangepassten Frauen. Eine persönliche und politische Spurensuche über weibliche Selbstbestimmung und den Mut, das eigene Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schön, stolz, nervig – diese Attribute brachten Frauen wie Sidonia von Borcke einst auf den Scheiterhaufen. Und heute? Ernten sie Shitstorms, Belehrungen oder Häme. Warum ist die Angst vor der unangepassten Frau noch immer so lebendig? Juliane Schiemenz, eine Verwandte von Sidonia, folgt den Spuren ihrer legendär gewordenen Ahnin, die 1620 als Hexe verurteilt wurde. Zänkisch und unersättlich soll diese gewesen sein. Kein Wunder! Weder heiratete sie, noch bekam sie Kinder, stattdessen stritt sie vor Gericht um ihr Erbe. Die Männer waren genervt. Auch heute keine unbekannte Konstellation: Wer keine Ruhe gibt, auf dem eigenen Standpunkt beharrt, gilt als «zickig» oder «angry». Frauen – ob alleinerziehend, geschieden, mit oder ohne Job – stehen für ihre Lebensentscheidungen oft in der Kritik.
In einer packenden Mischung aus historischer Spurensuche und autobiografischer Erkundung legt Juliane Schiemenz damalige und heutige Erwartungen an Frauenleben frei. Sie zeigt, wie tief die Vorbehalte gegen unangepasste Frauen wurzeln. Ein mutiges, persönliches Plädoyer, dem Druck der Norm etwas Eigenes entgegenzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
GRABUNGEN 7 • WER WAR SIDONIA? 13 •
DIE LEGENDE 17 • HOLPERPFLASTER 20 • POORJEN 25
• RASTLOS 30 • EIN ZIMMER FÜR SICH ALLEIN 38
• DIE WEISSE FRAU 45 • SZCZECIN - STETTIN 57 •
FRIEDENSGRENZE 61 • UNGEBUNDEN 68 • DIEIDEALE
MUTTER 78 • KINDERLOS 85 • BILDNISSE 107 •
SCHÖNSEIN 114 • SIDONIA IM SOMMER 126 •
VON GÖTTINNEN UND HEXEN 145 • ZERRBILDER 158
• NATTERZUNGEN 169 • SCHWESTERNSCHAFT 181 •
WEDELS SCHOKOLADE 191 • VERFOLGUNG 195 • ALTE
HEXE 213 • ODERBURG 225 • HELDINNENREISEN 243 •
MEINE HEXE 257 • GRIEPSWOLD 261 • STAMMBAUM 275
• FAMILIE 282 • WUT 288 • «EMMA»-ECKE 299 •
KATZENMÄNNER 303 • ZUSAMMEN 309 • UNSCHULD 314
LITERATUR 323 • DANK 333
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