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Literatur- und Kulturpolitik der ›Neuen Rechten‹ Lektüren, Schauplätze, Vokabular
Literatur- und Kulturpolitik der ›Neuen Rechten‹
Lektüren, Schauplätze, Vokabular




David Begrich, Mareike Gronich, Jeannie Moser, Hans-Joachim Schott

Reihe: Rechtsextremismus und Rechtspopulismus


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EAN: 9783837680652 (ISBN: 3-8376-8065-7)
168 Seiten, paperback, 15 x 23cm, Mai, 2026

EUR 35,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Literatur und Kultur sind für die extreme Rechte und ihr Umfeld zu Austragungsorten politischer Deutungskämpfe geworden. Rechtsintellektuelle betreiben Literatur- und Kulturpolitik nicht nur für die eigene Szene, sondern auch mit dem Ziel, ein neues, breiteres, insbesondere bildungsbürgerliches Publikum für die eigene rechte Sache zu gewinnen. Die Autor*innen verbinden erstmals literatur-, kultur- und sozialwissenschaftliche Perspektiven mit Erkenntnissen aus der Rechtsextremismusforschung und analysieren so die hegemoniepolitischen Strategien der ›Neuen Rechten‹.

David Begrich ist Mitarbeiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei »Miteinander e.V.« in Magdeburg.

Mareike Gronich ist Literaturwissenschaftlerin an der Universität Bielefeld mit einem Schwerpunkt in der Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Literatur und Politik in der Erwachsenen- sowie in der Kinder- und Jugendliteratur, mit intersektionaler Literatur(-wissenschaft), DDR-Literatur sowie mit queerfeministischen und kulturpolitischen Themen.

Jeannie Moser ist Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und arbeitet an der Schnittstelle von Sprache, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Sie habilitierte mit einer Literatur- und Wissensgeschichte des Misstrauens. Sie lehrte und forschte an der Universität Wien, der TU Berlin und FU Berlin. Zuletzt war sie Fellow am Wiener IFK.

Hans-Joachim Schott ist Professor für Soziale Arbeit an der IU Internationale Hochschule am Standort Leipzig.
Rezension
Rechte Bewegungen instrumentalisieren die durch multiple Krisenerfahrungen ausgelösten Verunsicherungen, um bestehende gesellschaftliche Polarisierungen zu steigern. Autoritäre politische Projekte erfahren regen Zulauf. Sie inszenieren die identitäre Gemeinschaft als Antwort auf die komplexen, globalen Problemlagen – Provokationen, Täuschungen, Einschüchterungen, Gewalt und Terror sind die Mittel ihrer Politik, aber auch neue Vorgehensweisen und Methoden, wie in diesem Band am Beispiel neu-rechter Kulturpolitik aufgezeigt wird. Die ›Neue Rechte‹ Literatur nutzt Literatur, um rechtsextremistische Ideen salonfähig zu machen. Sie betreibt kulturelle Hegemoniepolitik: setzt an der Sprache an, um das Denken zu verändern, besetzt Begriffe, will Debatten dominieren. Das Buch zeigt, wie über Literatur, Diskursarbeit und intellektuelle Netzwerke rechtsextreme Ideologie normalisiert und kulturelle Deutungsmacht gewonnen werden soll. Die Schriftenreihe Rechtsextremismus und Rechtspopulismus analysiert die Ideologie und Beschaffenheit des rechten Spektrums und die damit verbundenen Bedrohungen der liberalen und demokratischen Gesellschaft durch autoritäre Kräfte.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagworte:
Germanistik, Rechtsextremismus, Politische Ideologien, Allgemeine Literaturwissenschaft
Inhaltsverzeichnis
Der ›Kampf um die Köpfe‹
Vorwort 7

Hegemoniepolitik der ›Neuen Rechten‹

Ideologieproduktion und Propaganda 15
›Neue Rechte‹ und Rechtsextremismus 15
Rechtsintellektuelle Hegemoniepolitik 18
Rechtsintellektuelle Ideologieproduktion 23
Rechtsintellektuelle Propaganda 26
Rechtsintellektuelle Führung 29

Literaturpolitik als Brückenschlag in nicht-rechte Milieus 35

Wo gelesen wird, da lass dich nieder? 35
Literaturwissenschaftliche Erforschung rechtsintellektueller Literaturpolitik 37
Kinder- und Jugendliteratur als Arena ›neurechter‹ Literaturpolitik 39
Selbstinszenierung, Adressat*innen, Zielsetzung 40
Literaturpolitische Strategien in Vorlesen 46

»Bücherschrank«

Initiierende Lektürepraktiken am Beispiel des Staatspolitischen Handbuchs 63
Das Projekt Staatspolitisches Handbuch 64
Band 2: Schlüsselwerke 66
Literarische Referenztexte. Walter Kempowskis Echolot 68
›Konservative Revolution‹ als leitendes Paradigma 70
Rechts lesen und leben 71

Chiffre 451

Zur Funktionalisierung von Literatur in rechtsintellektuellen Hegemoniestrategien 75
Aktion 451 76
Fahrenheit 451 im rechtsintellektuellen Diskurs 79
88/451 83
Haus Montag 87
Vorfeld und Parteiorganisation 90
Die Selbstverbrennung des Phoenix 94

›Reconquista‹

Zur Geschichte und Gegenwart eines Kampfbegriffs 97
Schauplatz: Iberische Halbinsel 99
Konstruktion der ›Reconquista‹ 101
Alhambra-Edikt und pragmática antimorisca 104
Europas ›Entdeckung‹ Amerikas 106
Grammatik der kastilischen Sprache 107
Schauplatz: Spanien 109
Transatlantische Bollwerke 114
Schauplatz: Frankreich 117
Aktivismus im deutschsprachigen Raum 120
›Reconquista‹ der Universität 1500 126
›Reconquista‹ der Universität 2000 128

Zwei Schritte vor und einer zurück?

Vom »Zwischentag« über die Frankfurter und Leipziger Buchmesse
zur »BücherMesse SeitenWechsel« in Halle (Saale) 131
Der »Zwischentag« – eine Medienmesse für die rechte Szene 132
Rechte Verlage auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt a.M. 133
Kalkulierte Eskalation 134
Die Buchmesse SeitenWechsel 2025 136

Kurzbiografien 141
Literaturverzeichnis 145
Forschungsliteratur 145
Material 155
Weitere Literatur und Medien 161