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Liebe!
Ein Aufruf
Daniel Schreiber
Hanser Literaturverlage
EAN: 9783446700741 (ISBN: 3-446-70074-9)
160 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 21cm, November, 2025
EUR 22,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Rezension
Daniel Schreiber beschwört in diesem klugen und kraftvollen Sachbuch die Kraft der Liebe und Mitmenschlichkeit. Ausgangspunkt ist für Schreiber die Beobachtung, dass die politische Welt der Nachkriegsordnung seit einigen Jahren zunehmend in Bedrängnis gerät und durch Spaltung erheblich geschwächt wird. Der wachsende Rechtsextremismus führt für Schreiber in Verbindung mit einem völlig entzügelten Neoliberalismus zu einer ausweglos erscheinenden Lage, die gerade diejenigen unter Druck setzt, die am dringendsten der Hilfe und Unterstützung bedürften. Zudem fühlt Schreiber sich selbst angesichts der vielfältigen Umwälzungen der letzten Jahre verunsichert und ohnmächtig. Seine Grundfrage lautet: "Warum fiel es mir so schwer, die Welt zu lieben?" (S.17) Schreiber nutzt als Rahmen für seine Überlegungen die zeitliche Struktur eines seiner Schreibseminare, auf die er immer wieder zurückkommt, indem er seine Gedanken und Ängste beschreibt, die ihn im Zusammenhang mit den wachsenden Spaltungstendenzen befallen. Dabei bleibt der Autor nie bei subjektiven Bestandsaufnahmen stehen, sondern erläutert seine Überlegungen fußend u.a. auf Hannah Arendts Dissertationsschrift über Augustinus und anderen philosophischen Texten der Geistesgeschichte, z.B. Albert Schweitzer, Erich Fromm oder Martin Luther King. So wird dieser persönliche Text zu einem belesenen Zeugnis der Liebe und zu einem Aufruf zur Liebe, der seinesgleichen bisher sucht. Gerade der letzte Abschnitt, in dem Schreiber in buchstäblich jedem Absatz zur Liebe aufruft ("Ich möchte dazu aufrufen..."), entwickelt dabei einen Sog, dem sich der Leser nur schwer entziehen kann. Dieses Plädoyer für Nächstenliebe, Anstand und Empathie, für Bewusstheit in Sprache und Handeln, für die Gründung von Gemeinschaften und Begegnungsräumen, für die Macht der Zivilgesellschaft, für die Ehrfurcht vor dem Leben, für die persönliche Kommunikation von Mensch zu Mensch (statt ständigem Verstecken hinter Bildschirmen und in den sozialen Medien) und letztlich für eine Politik der Liebe sollte in jedem Philosophie- oder Religionskurs der Oberstufe seinen Platz haben. Gerade weil der Text so brandaktuell ist, können etwa bei der Behandlung staatsphilosophischer und ethischer Themen fruchtbare Diskussionen entstehen.
Ich wünsche diesem schönen Buch, dass es seine Wirkung vollumfänglich entfalten kann.
J. Groß, www.lbib.de
Verlagsinfo
Ein persönlicher Aufruf des Bestsellerautors Daniel Schreiber zum aktiven Widerstand gegen eine Kultur des Hasses.
Ohnmacht ist zum politischen Grundgefühl unserer Zeit geworden. Eine Rhetorik des Hasses und der Menschenverachtung hat den politischen Diskurs gekapert. Unser Zusammenleben ist wieder von mehr Gewalt geprägt. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen vom Glauben an politisches Handeln verabschieden und ins Private zurückziehen. Dabei wissen wir genau, dass es gerade jetzt auf aktiven Widerstand ankommt, auf gemeinschaftliches Handeln. Doch wie kann es gelingen, zu einer politischen Haltung zu finden, die dem sich ausbreitenden Klima des Hasses etwas entgegenzusetzen vermag? In seinem neuen Buch zeigt Daniel Schreiber einen radikalen Weg auf: Die Rückbesinnung auf eine Idee der Liebe als politische Kraft. Anhand politischer, philosophischer und sozialhistorischer Beispiele zeigt er, dass diese Vorstellung die größten politischen Revolutionen angestoßen hat. Ein Buch über Widerstand und Trost – und das Wiederfinden einer eigenen politischen Stimme. |
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