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Gott und Staat Grundzüge einer politischen Ethik im Westen
Gott und Staat
Grundzüge einer politischen Ethik im Westen




Peter Schallenberg

Pustet
EAN: 9783791736105 (ISBN: 3-7917-3610-8)
128 Seiten, paperback, 14 x 22cm, März, 2026

EUR 19,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um gerechten Krieg und gerechten Frieden zeichnet der Autor die Entstehung und Entfaltung einer politischen Ethik im Christentum nach. Zugleich wird die spezifisch westliche Prägung einer solchen politischen Ethik erläutert. Daraus ergeben sich neue Herausforderungen angesichts einer zunehmend säkularen westlichen Gesellschaft und Demokratie: Welche Rolle spielen Gott und der Glaube an ihn für das Handeln von Christen in einem dezidiert nichtchristlichen und säkularen Staat? Was sind vorpolitische und vorstaatliche Grundwerte einer säkularen Gesellschaft und eines entsprechenden Staates mit dem Ziel eines umfassenden Gemeinwohls.

Peter Schallenberg, Dr. theol., geb. 1963, ist Professor für Moraltheologie und Ethik an der Theologischen Fakultät Paderborn
Rezension
Gott und Staat - daran hat sich die politische Ethik im Westen seit Augustinus im 4. Jhdt. gebildet. Religion erweist auch im 21. Jhdt. ihre Bedeutung für Politik in guter wie schlechter Hinsicht. Und so bleibt das Verhältnis von Politik und Religion schillernd und gespannt. Wie viel Religion verträgt der Staat? Wie viel Staat verträgt die Religion? Die Frage des Verhältnisses von Staat und Religion hat sich in den letzten Jahren in dramatischer Form neu gestellt. Dieser Band fragt: Welche Rolle spielen Gott und der Glaube an ihn für das Handeln von Christen in einem dezidiert nichtchristlichen und säkularen Staat? Was sind vorpolitische und vorstaatliche Grundwerte einer säkularen Gesellschaft und eines entsprechenden Staates mit dem Ziel eines umfassenden Gemeinwohls. Die Diskussionen um religiöse Symbole in der Öffentlichkeit, namentlich um den islamischen Schleier an öffentlichen Schulen, sind dabei nur Symptome einer grundlegenderen Verunsicherung angesichts der Rückkehr der Religion, so scheint es. Wenn der Staat ohne Gott auskommt, welche Rolle kommt dann der Religion in der säkularen Moderne zu? Diese Fragestellung ist in vielerlei Hinsicht höchst aktuell, wenn z.B. die Grundrechte von Pressefreiheit und Religionsfreiheit aufeinandertreffen (sog. Karikaturenstreit) oder das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit auf das religiöse Beschneidungsgebot (Kölner Landgerichtsurteil). Insbesondere Religionslehrkräfte sollten über das Verhältnis von Religion und Staat gut informiert sein; denn der Religionsunterricht befindet sich genau an dieser Schnittstelle eines durchaus schwierigen Verhältnisses, das in Deutschland völlig anders geregelt ist als etwa im laizistischen Frankreich, wo es Religionsunterricht an staatlichen Schulen nicht gibt. Zugleich begegnen in einer auf weltanschauliche Neutralität verpflichteten Demokratie z.Zt. viele Bürger/innen den Religionsgemeinschaften und Kirchen kritisch, weil sich Religion gesellschaftlich vielfältig fragwürdig darstellt (Mißbrauchsskandale, religiös grundierter Terrorismus etc.).

Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9

1 Grundlagen theologischer Ethik 12

1 1 Hinführung 12
1 2 Zwei Wege zum Glück 13
1 3 Inneres und äußeres Glück 15
1 4 Zeit und Ewigkeit 17

2 Individualethik 20

2 1 Zwei Arten von Menschen 20
2 2 Zwei Zivilisationen 21
2 3 Natur und Gnade am Beispiel der Ehe 24
2 4 Ehe im frühen Christentum 27
2 5 Ehe als Kultivierung des Begehrens 29
2 6 Entwicklung der Ehe mit Thomas von Aquin 33
2 7 Eheliche Liebe und Keuschheit 37
2 8 Liberalismus und Menschenbild 39

3 Geschichtstheologie und Politische Ethik 43

3 1 Zwei Bürgerschaften: Jerusalem und Babylon 43
3 2 Zielorientierte Geschichte 45
3 3 Geburt der politischen Ethik 46
3 4 Innere Erkenntnis und äußere Gestaltung 48
3 5 Eschatologie und Geschichtstheologie 51
3 6 Christliche Moral zwischen Hier und Dann 53
3 7 Christliches Menschenbild als Gottes Ebenbild 56
3 8 Gottesbild im Staat 59
3 9 Zwei Schwerter: gerechter Krieg und gerechter Frieden 62
3 10 Brudermord und Eindämmung der Gewalt 64
3 11 Zwei Schwerter und zwei Gerechtigkeiten 67
3 12 Katholische Friedensethik 70
3 13 Evolution der Gewalt? 75

4 Politische Ethik in Wirtschaft und Gesellschaft 78

4 1 Franziskanische Bewegung: der moralische Markt 78
4 2 Inkarnation und Wirtschaftsordnung 82
4 3 Die Entstehung des frühen Kapitalismus 85
4 4 Entfaltung des Augustinus in der frühen Wirtschaftsethik 88
4 5 Gerechtigkeit als Schlüssel zur Nächstenliebe 89
4 6 Moralischer Unterschied von Qualität und Quantität 91
4 7 Drei Arten von Handlungen 93
4 8 Gemeinwohl als Ziel politischer Ethik 94
4 9 Soziale Gerechtigkeit in Solidarität und Subsidiarität 99
4 10 Drei Kennzeichen der modernen Demokratie 102
4 11 Nächstenliebe und Solidarität im Sozialstaat 104
4 12 Aktuelle katholische Sozialethik 106

5 Politische Ethik als augustinischer Liberalismus 112

5 1 Der augustinische Blick auf den Liberalismus 112
5 2 Individuum in Gemeinschaft 117
5 3 Der europäische Blick auf den amerikanischen Liberalismus 121