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Gemeinsam Schule gestalten
Das regionale Schulentwicklungsprojekt der Ortenauer Weg
Marita Hanold, Christine Beilharz, Katrin Höhmann, Wolfgang Zink (Hrsg.)
Reihe: Transfer - Ludwigsburger Hochschulschriften
wbv Media
, Schneider Verlag
EAN: 9783763979059 (ISBN: 3-7639-7905-0)
228 Seiten, paperback, 17 x 24cm, November, 2025
EUR 44,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Die Monografie dokumentiert ein Schulentwicklungsprojekt, das über sechs Jahre hinweg modellhaft an 14 Schulen im Ortenaukreis umgesetzt wurde. Im Mittelpunkt steht die gezielte, individuelle Weiterentwicklung von Schulen entlang ihrer spezifischen Bedarfe - immer mit dem Ziel, "Gute Schule" zu gestalten, in der Kinder und Jugendliche in ihrer Vielfalt gefördert werden. Die Monografie beschreibt Aufbau, Umsetzung und Ergebnisse des Projekts "Ortenauer Weg", das von der Bildungsregion Ortenau e.V. gemeinsam mit der Neumayer-Stiftung initiiert wurde. Der erste Teil widmet sich dem Projektverständnis, den Grundprinzipien der individuellen Begleitung sowie den lernförderlichen Teamprozessen innerhalb der Schulen. Auch das Zusammenspiel von Praxis und Wissenschaft sowie die Rolle externer Expert:innen werden beleuchtet. Im zweiten Teil werden elf Schulen vorgestellt, die jeweils ihren eigenen Entwicklungsschwerpunkt verfolgt haben - beispielhafte Profile, die Impulse für andere Einrichtungen setzen können. Der dritte Teil zeigt schulübergreifende Themen wie Demokratiebildung, Lernen durch Engagement oder philosophische Bildung, die Lernen als kulturelle Teilhabe verstehbar machen. Die Publikation bietet Orientierung für alle, die Schulentwicklung aktiv gestalten möchten - von Lehrkräften über Schulleitungen und Schulaufsicht bis hin zu Bildungspolitiker:innen und Wissenschaftler:innen. Im Zentrum steht die Überzeugung: Gute Schule orientiert sich am Kind, ist dialogisch, vielfältig, mutig - und entwickelt sich aus der Schule selbst heraus.
Marita Hanold war Referentin für Lehrkräfte Fortbildung am Kultusministerium Baden‐Württemberg, Schulentwicklerin und Realschullehrerin. Derzeit arbeitet sie ehrenamtlich am Kompetenzzentrum für Lernen durch Engagement in Freising und ist pädagogische Begleiterin des Projekts „Balu und Du."
Prof.in Dr.in Katrin Höhmann ist Professorin an der PH Ludwigsburg mit dem Arbeitsschwerpunkt Schulentwicklung. Zuvor war sie Mitarbeiterin am Hessischen Institut für Bildungsplanung und Schulentwicklung (Wiesbaden) und am Institut für Schulentwicklungsforschung (TU Dortmund) sowie Organisationsleiterin der Laborschule Bielefeld.
Dr. h.c. Wolfgang Zink war Realschullehrer und Fortbildungsschulrat beim Staatlichen Schulamt Offenburg. Er ist Mitbegründer der Bildungsregion Ortenau e.V. sowie des Netzwerks Naturschule Ortenau. In Zusammenarbeit mit der Neumayer-Stiftung hat er zahlreiche innovative und erfolgreiche Schulentwicklungsprojekte initiiert.
Rezension
Schulentwicklung ist ein zentrales Stichwort innerhalb der derzeitigen schulpädagogischen Diskussion. Schulen sollen sich gezielt individuell weiterentwickeln gemäß ihrer spezifischen Bedarfe. Wie derlei geschehen kann, das verdeutlicht exemplarisch das in diesem Band dokumentierte schulartübergreifende Schulentwicklungsprojekt an 14 Schulen im badischen Ortenaukreis: Grundschulen, Gymnasien und Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ). Wenn Menschen vor Ort Verantwortung übernehmen und mutig Veränderung gestalten, dann entsteht Raum für echtes Wachstum und zeigt, wie Schulentwicklung gelingen kann. „Der Ortenauer Weg“ macht Mut, hinzuschauen, was Schule, Schüler:innen und Lehrkräfte jeweils brauchen – und von dort aus gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Der Ortenauer Weg verfolgt hierzu drei Grundsätze: Erstens möchten die Beteiligten von den anderen lernen. Dafür haben sich die Projektmitglieder erfolgreiche Schulen angeschaut, die bereits mit dem deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurden: best practice examples. Außerdem wurden Referent:innen zu thematischen Schwerpunkten eingeladen und wissenschaftlich so wie finanziell unterstützt. Der weite Grundsatz ist voneinander lernen. Die Akteur:innen haben sich gegenseitig besucht und hospitiert. Der dritte Grundsatz hebt das Miteinanderlernen hervor. Professionelle Lerngemeinschaften wurden eingerichtet und außerschulische Partner mit ins Boot geholt. Schulen können die Herausforderungen in der Zukunft nur erfolgreich meistern, wenn sie sich von einer lehrenden zu einer lernenden Organisation entwickeln. Dabei setzen sie sich Ziele, analysieren Situationen, strukturieren sich bedarfsorientiert neu, verändern sich durch Projekte, nutze Ressourcen von innen und außen und überwachen ihre Qualität durch Evaluationen.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagworte:
außerschulisches Lernen, Bildungsgerechtigkeit, Bildungstransfer, BNE, Demokratiebildung, Individualisierung, Kindorientierung, Kooperationen, Lehrerfortbildung, Lernarrangements, Lernkultur, Organisationsentwicklung, Partizipation, Projektorientiertes Lernen, Schulentwicklung, Schulpraxis, Schulprojekte, Schülerorientierung
Inhaltsverzeichnis
Grußwort 7
Von der lehrenden zur lernenden Schule: Der Ortenauer Weg, ein besonderer Weg 9
Literatur 13
Mut zur Eigenverantwortung – Einführung in den Ortenauer Weg 15
Projektschulen und Kooperationspartner 16
Zweck und Aufbau des Buches 17
Literatur 19
1 Vom Zuhören und Gehört werden 21
1.1 Schulentwicklung – Erfolgsgeschichte ohne Sackgasse 22
Schulentwicklung – Wege öffnen, Horizonte erweitern 23
Säule 1: Individuelle Schulbegleitung – Zuhören und Vertrauen: 23
Säule 2: Das Lernen voneinander, miteinander und von anderen: 27
Wie das Lernen voneinander, miteinander und von anderen gelingt 28
Die Strategietage im Überblick 29
Individuelle Entwicklungswege für erfolgreiche Bildungsbiografien 35
Fazit (Wolf, 2024, S. 89–90) 36
Literatur 37
Weiterführende Literatur 38
1.2 Schulentwicklung: Lernen im Team 38
Ausgangslage – Probleme drängen nach Lösungen 39
Lösungsvorstellungen entwickeln sich im Team 40
Lernen benötigt reflektiertes Tun 40
Begleitung stützt den Lernprozess 41
Lernprozess und Lösungsvorstellungen werden geteilt: der Transfer ins Kollegium 42
Lernen auf dem Ortenauer Weg – ein zirkulärer Prozess 43
Zusammenfassung: Lernverständnis des Ortenauer Wegs 44
Literatur 45
1.3 Schulentwicklung: Praxis und Hochschule im Dialog 45
Die Begleitung der Schulentwicklungsvorhaben 45
Die Themen der Schulen und übergreifende Fragestellungen 46
Die Aufbereitung der Ergebnisse 48
Zentrale Erkenntnisse im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung 49
Beispielhafte Darstellung der Begleitung 51
2 Elf Profile – ein Ziel: Wie jede Schule ihren Weg findet 53
2.1 Robert-Schuman-Realschule Achern 54
Fokussiert zum Ziel 55
Der Beginn des Schulentwicklungsprozesses 55
Die großen Herausforderungen 56
Ein bedeutender Entwicklungsschritt 57
Fokussiert zum Ziel 57
Neue Aufgaben im Blick 59
2.2 Grundschule Altdorf 62
A B C – Altdorf fördert Begabungen und ermöglicht Chancen 63
Die ABC-Stunden 64
Weiterer Meilenstein auf dem Ortenauer Weg: Demokratie praktisch
erprobt 66
Schüler:innen gestalten ihren Pausenhof 67
Der Ortenauer Weg – ein Weg voller Herausforderungen und Erfolge 68
2.3 Lorenz-Oken-Schule (LOK) Bohlsbach 69
Mit den Bohlsbachdetektiven der Schulentwicklung auf der Spur 70
Der Ortenauer Weg – ein Meilenstein der Schulentwicklung 71
Bausteine der Schulentwicklung 72
Fazit 75
2.4 Realschule & Werkrealschule Friesenheim 77
Identität durch Design 78
Der Ortenauer Weg – ein kurzer Blick zurück 85
2.5 Marta-Schanzenbach-Gymnasium Gengenbach 86
Schule entwickeln heißt: Herausforderungen annehmen – Wege finden 87
Der Impuls 88
Projektauftrag und grundlegende Strukturen 88
Etablierung der Projektgruppe und Rückbindung ans Kollegium 88
Verzahnung bereits vorhandener Bausteine und Schließen der
„Mittelstufenlücke“ 89
Die großen Herausforderungen 92
Und der Ortenauer Weg 94
2.6 Heinrich-König-Schule Mühlenbach 96
Wo Kinder wachsen: Lernplätze für ein starkes Miteinander 97
Fazit: Sitzgelegenheiten als Symbol für eine Schule der Zukunft 103
2.7 Krongutschule Nußbach, Bottenau, Stadelhofen 104
Brücken bauen: drei Schulen, eine Vision 105
2.8 Konrad-Adenauer-Grundschule 114
Schulentwicklung in der Sackgasse?! Die Hürden der Konrad-Adenauer-
Grundschule 115
Fazit 121
2.9 Grundschule Schuttertal 122
Schulwelt Schwarzwald: Wo Kinder das Leben gestalten oder: Dem
Deutschen Schulpreis auf der Spur 123
„Hier wachsen wir gemeinsam“ – ein Schulmodell mit Strahlkraft 126
2.10 Sommerfeldschule Windschläg 128
Mitgestalten statt Zuschauen: Demokratie im Ganztag erleben 129
Elemente zur Stärkung von Persönlichkeit und Gemeinschaft 131
2.11 SBBZ Zell a. H. 135
Selbstständig lernen – „Fit for Life“ 136
Fazit 141
3 Situiertes Lernen konkret 143
3.1 DEMOKRATIE praktisch erprobt 144
mitreden – mitgestalten – teilhaben 144
Bildung für Demokrat:innen von heute und morgen 144
Demokratie praktisch erprobt 152
Nützliche Links 153
Literatur 154
Weiterführende Links Demokratie 154
3.2 Kooperationen erleben: sinnstiftende Lernräume schaffen 155
Kooperation mit schulischen Partner:innen – die Strategietage des Ortenauer Wegs 155
Kooperation mit schulischen Partner:innen – Hospitation, Reflexion
und Perspektiverweiterung 156
Kooperation mit außerschulischen Partner:innen – Schulpraxis trifft Wissenschaft und Expertise 158
Kooperation mit regionalen außerschulischen Partner:innen „Sich Bilden“ – Grundlage der
Kooperation 159
„Eine Spur wilder“ – der Nationalpark Schwarzwald als Bildungsort 160
Das Kooperationscurriculum im Rahmen des Schulcurriculums 163
Klassenstufe 5 (1 Tag) – Erste Schritte im Nationalpark 163
Klassenstufe 6 (3 Tage) – Eintauchen in die wilder werdende Natur 164
Klassenstufe 8 (2 Tage) – Wildnis erfahren pur 166
Klassenstufe 9/10 (1 Tag) – „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ konkret 167
„Nachhaltigkeit im Blick“ – Lernen mit dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord 169
Module – Kooperationspartner – Bildungsplanbezüge 170
Naturparkschule SBBZ Lernen Zell am Harmersbach 172
Erfolgreich Lernen mit dem Naturpark – eine kurze Zusammenfassung 173
Literatur 174
Weiterführende Literatur 175
3.3 Lernen durch Engagement – nachhaltige Lernprozesse initiieren und gestalten 176
Mit den Engagement-Detektiven unterwegs 176
Was ist eigentlich Lernen durch Engagement (LdE)? 176
Warum nutzt der Ortenauer Weg diese Lehr- und Lernform? 178
Zell am Harmersbach: 180
Weitere Beispiele für Lernen durch Engagement 184
Literatur 184
Weiterführende Literatur LdE 185
3.4 Persönlichkeit bilden – was Schülerinnen und Schüler wirklich brauchen 185
Marta-Schanzenbach-Gymnasium (MSG), Gengenbach 189
Heinrich-König-Schule, Mühlenbach 192
Literatur 194
Grundlagenliteratur 194
3.5 Philosophieren in der Schule: Staunen – Fragen – Hören – Denken 195
Was heißt Philosophieren mit Kindern? 195
Wie passt das Philosophieren zu Schulentwicklung und dem
Bildungsauftrag der Schule? 196
Gemeinsam Denken lernen: Die vielfältigen Gewinne 206
Literatur 209
Weiterführende Literatur und praktische Links 209
4 Schlusswort 211
4.1 „Der Ortenauer Weg“ – ein regionaler Weg zur „Guten Schule“? 212
Persönliche Verortung des Projekts im Kontext von zweieinhalb Jahrzehnten Schulentwicklung 212
Dank 218
Literatur 219
5 Die am Projekt „Der Ortenauer Weg“ teilnehmenden Schulen 221
6 Schulentwicklung: Expert:innen erweitern den Horizont 223
7 Vita 226
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