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Die Katharer
Was sie glaubten, wie sie lebten
Gerhard Rottenwöhrer
Jan Thorbecke Verlag
EAN: 9783799501781 (ISBN: 3-7995-0178-9)
316 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 22cm, 2007
EUR 24,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Sich selbst nannten die Katharer veri christiani, »die wahren Christen«, oder auch boni homines, »die guten Menschen«. Die mittelalterliche Kirche jedoch verfolgte sie als Ketzer gnadenlos und löschte sie schließlich nach jahrhundertelangen Kreuzzügen und Inquisition im 14. Jahrhundert aus. Doch wer waren die Katharer?
Worin unterschied sich ihr Glaube von der päpstlichen Lehre? Und warum wurden sie von der Kirche so erbittert verfolgt?
Gerhard Rottenwöhrer zeichnet in seinem Buch anhand zahlreicher Originalquellen ein umfassendes Bild der Katharer, ihrer Geschichte und ihres Glaubens.
Die umfassende Darstellung einer der größten Glaubensbewegungen des Mittelalters.
Das Katharertum war eine der größten Glaubensbewegungen des Mittelalters, die vor allem in Italien und Südfrankreich verbreitet war. Sich selbst nannten die Katharer veri christiani, »die wahren Christen«, oder boni homines, »die guten Menschen«. Die mittelalterliche Kirche jedoch verfolgte sie als Ketzer. Doch was bewog die Kirche dazu, und welche Motive steckten dahinter? Worin unterschied sich der katharische Glaube von der kirchlichen Lehre? Wie sah der Alltag dieser Glaubensbewegung aus? Gerhard Rottenwöhrer zeichnet in seinem Buch anhand zahlreicher Originalquellen ein umfassendes Bild der Katharer, ihrer Geschichte und ihres Glaubens. Er geht auf ihre Wertvorstellungen, ihre interne Organisation und ihre Lehre ein und läßt ihren Alltag für den heutigen Leser lebendig werden.
Rezension
Dieses Buch bietet eine umfassende, gut lesbare und detaillierte Gesamtdarstellung über das Katharertum. Die Katharer (die „Reinen“ – von griech. katharós) bildeten eine Glaubensbewegung vom 11. bis 14. Jahrhundert in Süd-Frankreich, aber auch in Italien, Spanien und Deutschland. Verbreitet ist auch die Bezeichnung Albigenser nach der südfranzösischen Stadt Albi, die eine Hochburg der Katharer war. Sie selbst nannten sich veri christiani, die wahren Christen, oder boni homines, gute Menschen. Die Katharer wurden durch mehrere Kreuzzüge und die Inquisition als Häretiker verfolgt und vernichtet. Aus dem Wort Katharer wurde später auch die abwertende Bezeichnung Ketzer. Die katharische Theologie knüpft an frühchristliche Vorstellungswelten an (Manichäismus, Gnosis, johanneiisches Christentum), u.a. an einen Dualismus, der die Welt als böse, Gott und den Himmel als gut ansieht. Das Leben des Katharers ist bestrebt, das Gute des Menschen (die Seele) aus der bösen Welt in den Himmel zu bringen. Die Katharer lehnten (wie Marcion) das Alten Testament ab, in dem sie den Schöpfergott einer bösen Welt beschrieben sahen. Im Neuen Testament spielte für die Katharer das Evangelium des Johannes.
Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
• Religionsgeschichte anschaulich dargestellt
• Eine Einführung in die Lehren der Katharer
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9
Erstes Kapitel
DIE ANFÄNGE 13
Zweites Kapitel
DIE QUELLEN 43
Drittes Kapitel
DIE BEZEICHNUNGEN UND DIE MITGLIEDERZAHL 53
Die Selbstbezeichnungen 53 | Die Fremdbezeichnungen 54 | Die Mitgliederzahl 56
Viertes Kapitel
DIE KIRCHE 57
Fünftes Kapitel
DIE LEHRE DER ITALIENISCHEN KATHARER 73
DIEALBANENSER 76
Die allgemeine Lehre 76 | lohannes v. Lugio 89 |
Das Buch von den zwei Prinzipien 93 | Einzelne Quellen und Theologen 97 | Ergebnis 99
DIECONCOREZZENSER 100
Die Fragen des Johannes 101 | Die allgemeine Lehre 103 | Nazarius 108 | Desiderius 109 | Ergebnis 110
DIE BAGNOLENSER 111
Die allgemeine Lehre 111 | Einzelne Quellen und Theologen 112 | Ergebnis 113
Sechstes Kapitel
DIE WEITERE GESCHICHTE DER ITALIENISCHEN KATHARER 115
Die albanensische Kirche von Desenzano del Garda 116 | Die Kirche von Concorezzo 119 | Die Kirche von Bagnolo 121 |
Die bagnolensisch-albanensische Kirche von Vicenza und
der Mark von Treviso 123 |
Die bagnolensisch-albanensische Kirche von Florenz 125 | Die bagnolensisch-albanensische Kirche des Tales von Spoleto 127 Einzelne Katharer 128 | Die Katharer in Piemont 129 | Sonstige Angaben 129
Siebtes Kapitel
DIE LEHRE DER FRANZÖSISCHEN UND SPANISCHEN KATHARER 133
DIE ANHÄNGER DER ZWEIPRINZIPIENLEHRE 133
Die allgemeine Lehre 133 | Der Katharische Traktat 140 |
Die Auterii und ihre Mitarbeiter 142 | Petrus Auterii 143 |
lacobus Auterii 146 | Guillelmus Belibasta 147
DIE ANHÄNGER DER EINPRINZIPIENLEHRE 153
ERGEBNIS 154
Achtes Kapitel
DIE WEITERE GESCHICHTE DER SPANISCHEN UND FRANZÖSISCHEN KATHARER 155
Die spanischen Katharer 155 | Die nordfranzösische Kirche 156 |
Die Kirche von Albi 156 | Die Kirche von Toulouse 157 | Die Kirche von Carcassonne 166 | Die Kirche des Razes 167 |
Die Kirche von Agen 167 | Flucht und Rückkehr 169 | Die letzten südfranzösischen Katharer 171 | Sonstige Angaben 173
Neuntes Kapitel
DIE LEHRE UND GESCHICHTE DER DEUTSCHEN KATHARER 181
Die Frühzeit 181 | Die Zeit um 1231/33 182 | Die Zeit um 1312/15 182
Zehntes Kapitel
DIE ALLGEMEINE ODER UNBESTIMMTE LEHRE 185
DIE LEHRE DER ITALIENISCHEN KATHARER 185
Die allgemeine Lehre 185 | Die Katharer in Piemont 187
DIE LEHRE DER SÜDFRANZÖSISCHEN KATHARER 188
Die Vaterunserauslegung 188 | Die Abhandlung uon der Kirche 192 | Das Bruchstück von der Kirche 193 | Das Prouenzalische Rituale 193
Elftes Kapitel
DIE BIBEL 195
DIE AUSLEGUNG 196
Altes Testament 197 | Neues Testament 199
WEITERE BELEGE 206
ERGEBNIS 207
Zwölftes Kapitel
DER GOTTESDIENST 209
Das Melioramentum 209 | Der Friedenskuß 210 | Die Brotsegnung 211 Die Übergabe des Vaterunsers 212 | Das Consolamentum 214 | Die Amtsübertragung oder Ordination 220 | Das Gebet 221 | DasApparellamentum 223 | Ergebnis 226
Dreizehntes Kapitel
DIE KRITIK AN GOTTESDIENST UND SAKRAMENTEN DER GROSSKIRCHE 229
Vierzehntes Kapitel
DAS RELIGIÖSE LEBEN 233
Der Gruß 233 | Die Mahlzeit 234 | Die Conuenientia 235 |
Die Nahrung 236 | Das Fasten 237 | Die Endura 237 | Das Begräbnis 238
Geschlechtlichkeit und Ehe 239 | Ergebnis 241
Fünfzehntes Kapitel
DIE SITTLICHKEIT 243
Allgemeine Aussagen 244 | Schwören 244 | Lügen 244 | Fluchen 244 Stehlen 245 | Töten 245 | Der Zins 249 | Der Zehnt 249 | Das Almosen 249 | Ergebnis 250
Sechzehntes Kapitel
DAS ALLTAGSLEBEN 251
Die Bildung 251 | Das Schrifttum 253 | Das Aussehen 253 | Die Kleidung 254 | Die Wohnung 254 | Das Gerät oder Werkzeug 255 | Die Gemeinschaft 255 | Das Verhalten 257 | Die Arbeit oder der Beruf 260
Die Wirtschaft oder das Geld 261 | Die Seelsorge 263 |
Die Schlichtung 264 | Die Katharerinnen 265 | DieValdenser 266 |
Die Juden 267 | Die Muslime 267 | Ergebnis 267
Siebzehntes Kapitel
KATHARERTUM UND GESELLSCHAFT 269
Achtzehntes Kapitel
DAS KATHARERTUM ALS THEOLOGIE UND RELIGION 273
Die theologischen Richtungen 273 | Die Bekenntnisse 273 |
Die Theologie 273 | Einzelne Lehrgegenstände 275
Zu/eiheit 275 - Prinzipien 275 - Gott 276 - Satan 276 - Das Böse 277 -
Christus 278 - Gottesuolk 278 - Mensch 280 - Schöpfung 282 - Welt 283 -
Rettung 284 - Endzeit 285 - Katharische und Katholische Kirche 286 -
Sünde 288 - Willensfreiheit 290 - Zeit und Geschichte 290
Ergebnis 291 | Das Katharertum als Religion 292 | Katharer-und Christentum 292 | Das Wesen des Katharertums 293
Neunzehntes Kapitel
DIE THEOLOGISCHE UND RELIGIÖSE HERKUNFT DER KATHARER 297
Einzelne Gesichtspunkte 297 | Mögliche Vorläufer 298 Markioniten 298 - Montanisten 298 - Nouatianer 298 - Gnostiker 298 - Manichäer 299 - Origenisten 299 -
Priscillianisten 299 - Messalianer 300 - Paulikianer 300 -
Ketzer des n. und 12.Jahrhunderts 300 - Bogomilen 301
Gottesdienst 302 | Ergebnis 304
NACHWORT 309
Anhang
DIE FORSCHUNG 311
LITERATUR 315
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