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Die Gemeinschaft Sant'Egidio
Empirische Studie zu den Grundzügen ihres christlich-spirituellen Lebens. Glauben leben - Welt gestalten
Annegret Marenski
Reihe: Theologie des geistlichen Lebens (ThgL)
LIT
EAN: 9783643148315 (ISBN: 3-643-14831-3)
424 Seiten, paperback, 16 x 23cm, 2021
EUR 49,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Im Jahr 1968 gründete in Rom eine kleine Gruppe junger Christen um den gleichaltrigen Andrea Riccardi die Gemeinschaft Sant'Egidio. Aus diesen Anfängen heraus entwickelte sich eine mittlerweile in über siebzig Ländern tätige spirituelle Laienbewegung innerhalb der römisch-katholischen Kirche. Diese Dissertation beschäftigt sich mit der Praxis der Gemeinschaft. Die Rekonstruktion ihrer Spiritualität, wie sie sich vor allem in Deutschland darstellt, umfasst das Gebet und die Sorge um die Armen. Initiativen der Solidarität und des Friedens sind auch außerhalb Europas bedeutsam.
Annegret Marenski (geboren 1962) war lange Zeit im Lehramt an verschiedenen Schulen Nordrhein-Westfalens tätig.
Rezension
Die ursprünglich im ehemaligen Kloster Sant’Egidio im römischen Stadtteil Trastevere beheimatete Gemeinschaft Sant’Egidio ist ein öffentlicher Verein von Gläubigen und eine in der römisch-katholischen Kirche anerkannte geistliche Gemeinschaft, die 1968 von Andrea Riccardi in Rom als Laienbewegung von Schülern und Studenten gegründet wurde. Aus diesen Anfängen heraus entwickelte sich eine mittlerweile in über siebzig Ländern tätige spirituelle Laienbewegung. Im Zentrum der Bewegung steht die Auseinandersetzung mit der Bibel, das Hören auf das Wort Gottes, das Gebet, die Weitergabe des Evangeliums, die Freundschaft mit den Armen in Form vielfältiger caritativer und sozialer Aufgaben, die Ökumene, der interreligiöse Dialog und der Einsatz für Frieden und Menschenrechte. Diese empirisch angelegte Dissertation beschäftigt sich mit der Praxis der Gemeinschaft. Sie rekonstruiert ihre Spiritualität und das soziale Engagement für die Armen: Glauben leben - Welt gestalten.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Theologie des geistlichen Lebens
Herausgegeben von: Prof. Dr. Wolfgang Vogl
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort des Herausgebers 1
Vorwort 3
0 Einleitung 5
0.1 Anliegen der empirischen Studie und Forschungsfrage 7
0.2 Struktur der Arbeit in der Übersicht 9
I. Theorie 15
1 Christliche Spiritualität — ein vielgebrauchter Begriff 17
1.1 Sehnsucht als Ausgangspunkt spirituellen Suchens 17
1.2 Zur Begriffsgeschichte christlicher Spiritualität 19
1.3 Theologische Auseinandersetzungen 23
1.3.1 Hans Urs von Balthasar 24
1.3.2 Josef Sudbrack 26
1.3.3 Bernhard Fraling 28
1.4 Aspekte christlicher Spiritualität 30
1.5 Zusammenfassung und Arbeitsdefinition christlicher Spiritualität 31
2 Movimenti — Entwicklungen, Aufgaben, Wesenszüge 35
2.1 Motivationen und Bedingungen ihrer Entstehung 35
2.1.1 Kirche im Umbruch 35
2.1.2 Figuren heute gelebter Religiosität 38
2.1.3 Impulse des Zweiten Vatikanums und nachfolgende Verlautbarungen 39
2.1.3.1 Primat der göttlichen Offenbarung 41
2.1.3.2 Neuer Stellenwert der Laienchristen 43
2.1.3.3 Christsein in Gemeinschaft der Heiligen 44
2.1.3.4 Apostolat und Sendung 45
2.1.3.5 Kirche der Armen und Nöte der Menschen 47
2.1.3.6 Ökumenischer und interreligiöser Dialog 49
2.1.3.7 Zusammenschlüsse von Laien 51
2.1.4 Gründungscharismen 54
2.2 Spirituelle Vielfalt in der Kirche 56
2.3 Organisation und Mitglieder 59
2.4 Charakteristika, Bedeutungen und Ziele 63
2.5 Gefährdungen 67
2.5.1 Spannungen im Verhältnis zur Amtskirche 67
2.5.2 Sektiererische und fundamentalistische Tendenzen? 68
2.5.3 Anfragen seitens der Ortskirchen 72
2.5.3.1 Rückzug in Glaubensnischen 73
2.5.3.2 Überakzentuierung der ekklesialen Dimension 74
2.5.3.3 Rückwärtsgewandtheit 75
2.5.3.4 Ausschließlichkeitsanspruch 76
2.5.3.5 Mangelndes Miteinander 76
2.6 Zusammenfassung und Kurzcharakterisierung von Movimenti 77
II. Empirie 85
3 Untersuchungsdesign der Studie 87
3.1 Die Einzelfallstudie in qualitativer Forschung 87
3.2 Der Datenkorpus dieser Studie 91
3.3 Selbstporträts der Gemeinschaft 95
3.4 Teilnehmende Beobachtung 96
3.5 Qualitative Interviews 98
3.6 Interviewtranskription 103
3.7 Dokumente 105
3.8 Qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring 108
3.8.1 Stichprobenziehung 111
3.8.2 Kategorienbildung 111
3.8.3 Inhaltsanalytische Techniken 116
3.8.4 Grenzen des Verfahrens 119
3.9 Triangulation und weitere Gütekriterien qualitativer Forschung 122
3.10 Zusammenfassung des Forschungsdesigns 127
4 Die Gemeinschaft Sant'Egidio in Deutschland 131
4.1 Dimensionen christlich-spiritueller Praxis der Gemeinschaft 131
4.1.1 Nöte sehen und lindern: Gesellschaftliche Turbulenzen und die Antwort der Bibel 131
4.1.2 In der Kirche stehen: Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils 134
4.1.3 Gemeinschaften aufbauen: Verbreitung und Vernetzung in der Welt 137
4.1.4 Spirituell vorausgehen: Zur Person des Gründers Andrea Riccardi 141
4.1.5 (Neu-)Evangelisieren: Die christliche Botschaft in die Welt bringen 145
4.1.6 Gottes Ruf folgen: Persönliche Wege in die Gemeinschaft 151
4.1.7 Wegweiser haben: Glaubenszeugen und Vorbilder 156
4.1.8 Jesus nachfolgen: Maria, die Mutter Jesu 162
4.1.9 Gott bzw. Jesus Christus zum Ausdruck bringen: Gottesbilder 164
4.1.10 Im Gebet versammelt sein: Bedeutung des (abendlichen) Gebets 169
4.1.10.1 Inhalte und Anliegen 171
4.1.10.2 Liturgische Gestaltung 173
4.1.10.3 Charakteristische Gebete mit und ohne Vertonung 174
4.1.10.4 Ablauf: Hinweise und Muster 178
4.1.11 Beten in der »eigenen Kammer« (vgl. Mat 6,6): Persönliches Beten 182
4.1.12 Auf Gott vertrauen: Wirkungen des Gebets 185
4.1.13 Das Wort mit dem Leben verknüpfen: Kontemplation und Aktion 188
4.1.14 Lieben: Dienste an den Bedürftigen 190
4.1.14.1 Menschen auf der Straße 194
4.1.14.2 Seniorinnen und Senioren 207
4.1.14.3 Kinder und Jugendliche 216
4.1.14.4 Erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung 229
4.1.14.5 Geflüchtete, Migranten, Juden, Sinti und Roma 239
4.1.15 Trennungen überwinden: Einsatz für die Ökumene 255
4.1.16 Beten für den Frieden: Interreligiöse Treffen im „Geist von Assisi" 264
4.1.17 Solidarisch sein: Programm' zum Kampf gegen AIDS in Afrika (DREAM) 274
4.1.18 Zu Rechten verhelfen: Projekt zur amtlichen Registrierung von Kindern (BRAVO!) 278
4.1.19 Menschenwürde verteidigen: Einsatz gegen die Todesstrafe 282
4.1.20 Frieden stiften: Befriedungsaktivitäten in Mosambik und Algerien 289
4.2 Organisationsstrukturen von Sant'Egidio 295
4.3 Anfragen an die Gemeinschaft 300
4.4 Kurzfassung der Praxis von Sant'Egidio 307
5. Reflexion 315
5 Die Gemeinschaft Sant'Egidio im Rückblick 317
5.1 Grundlegende Aspekte christlicher Spiritualität 317
5.1.1 Gnadentheologischer Aspekt 318
5.1.1.1 Berufung 318
5.1.2 Christologischer Aspekt 319
5.1.2.1 Weggemeinschaft mit Christus 319
5.1.2.2 Vorbilder im Glauben 320
5.1.2.3 Bedeutung der Schriftlektüre 323
5.1.2.4 Persönliches und gemeinschaftliches Gebet 324
5.1.2.5 Aktion und Kontemplation 329
5.1.3 Aspekt der Weltwirksamkeit 331
5.1.3.1 Formen der Evangelisierung 331
5.1.3.2 Ökumene 336
5.1.3.3 Interreligiöser Dialog: Friedensgebet im „Geist von Assisi" 339
5.1.4 Kirchlicher Aspekt 341
5.1.4.1 Stehen im Glaubensraum der Kirche 341
5.1.4.2 Charismen 346
5.1.4.3 Unterscheidung der Geister 349
5.2 Gemeinschaftsbildungen 351
5.3 Vorbehalte 355
5.3.1 Hang zum Sektierertum? 355
5.3.2 Auserwählungsbewusstsein und Diskursunfähigkeit? 355
5.3.3 Überbetonung bestimmter Glaubenssätze? 357
5.3.4 Abschottung von Pfarre und Gesellschaft? 358
5.3.5 Traditionalismus und Hörigkeit gegenüber kirchlichen Autoritäten? 362
5.4 Zukunftsperspektiven 364
5.5 Zusammenfassung des geistlichen Aufbruchs in der Reflexion 367
6 Zum Forschungsdesign der qualitativen Studie 375
6.1 Das angewandte Design im Überblick 375
6.2 Methoden der Datensammlung, Transkription und Auswertung 375
6.3 Herausforderungen im Forschungsprozess 380
6.4 Gütekriterien 382
Literatur 387
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