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Die Exponentialgesellschaft
Vom Ende des Wachstums zur Stabilisierung der Welt
Emanuel Deutschmann
Suhrkamp
EAN: 9783518432235 (ISBN: 3-518-43223-0)
442 Seiten, hardcover, 15 x 22cm, Mai, 2025
EUR 32,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
WIE WIR DIE KURVE(N) KRIEGEN
Wenn all das, was uns wichtig ist, erhalten bleiben soll, müssen wir unser Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell komplett umstellen, von einem expansionistischen in einen stabilisatorischen Modus wechseln.
„Ein Buch, das mit seiner analytischen Präzision, seinem Datenreichtum und seinem interpretativen Horizont beeindruckt. Soziologie in Bestform!“
STEFFEN MAU
Rezension
„Risikogesellschaft“(Ulrich Beck), „Beschleunigungsgesellschaft“(Hartmut Rosa), „Gesellschaft der Singularitäten“(Andreas Reckwitz), Optimierungsgesellschaft oder „Postwachstumsgesellschaft“ sind bekannte soziologische Stichwörter der Gegenwart. Zu ergänzen ist die Beschreibung globaler Gesellschaften um den Begriff „Exponentialgesellschaft“. Er stammt von dem Soziologen Emanuel Deutschmann (*1986), welcher seine Dissertation „Mapping the Transnational World: How We Move and Communicate Across Borders“ 2021 bei Princeton University Press veröffentlichte. 2025 erschien von dem Juniorprofessor für soziologische Theorie an der Europa-Universität Flensburg seine Monographie „Die Exponentialgesellschaft. Vom Ende des Wachstums zur Stabilisierung der Welt“ im Suhrkamp Verlag.
Deutschmanns Hauptthese lautet, dass die moderne Gesellschaft sich nicht durch lineares Wachstum auszeichnet, sondern durch ein exponentielles. Dieses kann er empirisch belegen anhand von Daten zu verschiedenen Sektoren der Gesellschaft: Ökonomie, Ökologie, Gesundheit, Information & Technik, Mobilität & Kommunikation und Demografie. Konkret geht es u.a. um Wirtschaftswachstum, Energieverbrauch, Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz, zur Ausbreitung von Infektionswellen während der Corona-Pandemie und zum Ausstoß von Treibhausgasen in die Atmosphäre. Grafische Darstellungen der jeweiligen Prozesse in Abhängigkeit von der Zeit zeigen immer Exponentialkurven.
Deutschmann bleibt aber nicht bei dieser Datenanalyse und -darstellung stehen, sondern analysiert die Psychologie, Soziologie und Politik der von ihm so bezeichneten „Exponentialgesellschaft“. Angesichts des exponentiellen Wachstums in zentralen gesellschaftlichen Bereichen wird verständlicher, warum wir gegenwärtig in einer Polykrise leben. Daher fordert er statt eines expansionistischen Gesellschaftsmodells die Erhöhung der „Stabilisierungskapazität“. Deutschmann verdeutlicht sehr gut in seinem Buch die wissenschaftliche Fruchtbarkeit der Verbindung von mathematischen Methoden und Gesellschaftsanalyse. Hilfreich ist auch das dem Buch beigefügte Glossar. Lehrkräfte der Fächer Politik, Mathematik und Ethik werden durch die vorliegende Monographie motiviert, sich in ihrem Fachunterricht oder am besten in einem fächerübergreifenden Projekt mit dem Thema Wachstum in der globalen Gesellschaft problemorientiert auseinanderzusetzen.
Fazit: Emanuel Deutschmann hat mit seiner soziologischen Studie „Die Exponentialgesellschaft“ einen empirisch fundierten Debattenbeitrag vorgelegt, welcher angesichts der Polykrise verdient in Politik und Öffentlichkeit Gehör zu finden.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Emanuel Deutschmann
Die Exponentialgesellschaft
Vom Ende des Wachstums zur Stabilisierung der Welt
Fortschritte bei der Künstlichen Intelligenz, Infektionswellen und die Klimakrise mögen auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, sie sind aber häufig verknüpft. Und sie folgen einem ähnlichen, nämlich exponentiellen Muster: Eine Größe – Rechenpower, mit Corona infizierte Menschen oder CO2-Moleküle in der Atmosphäre – nimmt per Zeiteinheit um einen konstanten Faktor zu. Zunächst erscheint das oft harmlos, aber dann geht die Kurve plötzlich fast senkrecht nach oben, mit potenziell unkontrollierbaren Folgen.
Für sein hochaktuelles Buch hat Emanuel Deutschmann eine Unmenge von Daten analysiert. Er zeigt, dass Entwicklungen in einer verblüffenden Vielzahl von Bereichen diese steile Phase erreicht haben. Wir leben in einer Exponentialgesellschaft, und darum häufen sich die Krisen ebenso wie die sozialen Konflikte. Eigentlich müssten wir die Kurve kriegen und das Wachstum auf nachhaltigen Niveaus stabilisieren. Doch während sich das stabilisatorische Lager für entsprechende Maßnahmen einsetzt, drängen die Expansionisten auf mehr Tempo, mehr Autos, mehr Profit. Am Ausgang dieser Auseinandersetzung könnte sich die Zukunft der Menschheit entscheiden.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9
1 Der Aufstieg der Exponentialgesellschaft 15
2 Exponentielle Trends im 21. Jahrhundert 49
3 Erkundungen der Exponentialgesellschaft 105
4 Stabilisierung als neues Ordnungsproblem 141
5 Warum Stabilisierung möglich ist 191
6 Die Psychologie der Exponentialgesellschaft 217
7 Die Politik der Exponentialgesellschaft 237
8 Die Soziologie der Exponentialgesellschaft279
9 Auf dem Weg in die Post-Exponentialgesellschaft ? 307
Anmerkungen 339
Bibliografie 375
Glossar 428
Anhang 432
Ausführliches Inhaltsverzeichnis m
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