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Die Druidin
Birgit Jaeckel
Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. , GmbH & Co
EAN: 9783426663172 (ISBN: 3-426-66317-1)
528 Seiten, hardcover, 15 x 22cm, Februar, 2008
EUR 19,95 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
DIE DRUIDIN
Südlich der Donau 120 v. Chr. Talia kann die Seele eines Menschen sehen und sie vor Unheil bewahren - eine besondere Gabe, die ein skrupelloser Druide nur zu gerne für sich nutzen würde. Im Haus des mächtigen Stammesfürsten Caran sucht die junge Keltin Zuflucht. unerkannt - denn sie ist die Tochter die Caran einst zu töten befahl ...
Rezension
Zum Buch:
Das in Leinen festeingebundene Buch Die Druidin aus dem bekannten Knaur-Verlag kommt in einem mystisch anmutenden grünen Schutzeinband samt Lesezeichen daher.
In den inneren Einbandsseiten ist jeweils eine Karte des keltischen Mitteleuropa um 120 v. Chr. abgedruckt.
Das Buch selbst beginnt klassisch mit einem Prolog, der die Vorgeschichte erklärt, ehe wir mit Talia in ihr jugendliches Leben starten und endet mit dem abschließenden Epilog.
Hieran schließen sich einige Seiten mit den wichtigsten Personen und Orten der Handlung als Überblick an.
Allgemeines:
Die Beschreibung auf dem Außeneinband macht neugierig. Hauptperson der Geschichte ist ein junges Mädchen - Talia - das wir auf seinem schweren Weg begleiten dürfen. Talia wurde eine besondere Gabe verliehen, die sie aber natürlich auch in jede Menge Probleme stürzt. Familiäre Probleme, die "typischen" Probleme einer alleinstehenden Frau in der damaligen Zeit, Krieg, religiöse Fanatiker und Verbrecher machen ihr das Leben schwer und sie gerät in so manche lebensgefährliche Situation, die sie jedoch meistern kann, teilweise auch mit Hilfe ihrer besonderen Gabe. Aber auch die Liebe kommt nicht zu kurz, wird jedoch ebenfalls auf schwere Proben gestellt. Wie wird es Talia ergehen? Findet sie die Liebe ihres Lebens? Welche Abenteuer muss sie bestehen? Lest einfach selbst!
Mein Fazit:
Ein Buch, das einen fesselt. Jeder Leser wird davon begeistert sein. Spannend, kurzweilig und voller Abenteuer. Man durchlebt jede einzelne Minute gemeinsam mit den wunderbar umschriebenen Figuren.
Toll ist auch die Zugabe in Form eines goldfarbenen Metalllesezeichens, das keltisch anmutet und das Buch zusätzlich aufwertet. Es ist dem auf dem Buchcover abgebildeten keltischen Zeichen nachempfunden und stellt so eine direkte Verbindung zum Buch her.
Das Buch selbst ist wunderbar zu lesen. Der Autorin gelang es eindrucksvoll die damalige Zeit, die Nöten der Menschen und insbesondere der Frauen anschaulich zu schildern. Man kann sich kaum losreißen, so sehr wird man von der Handlung und den gelungenen Schilderungen in ihren Bann gezogen.
Ich kenne mich zwar nicht in der Realität der damaligen Zeit aus, jedoch erscheint mir das Buch und die realen Hintergründe dieser Zeit sehr gut recherchiert - die Geschichte an sich ist jedoch frei erfunden, was ihren Reiz jedoch in keinster Weise mindert.
Der vorliegende Roman könnte in die Kategorie "Frauenromane" eingeordnet werden, aber irgendwie wird ihm das nicht wirklich gerecht. Hier geht es um mehr; um die Näherbringung einer längst vergangenen Zeit und des keltischen Glaubens, wobei die Autorin diesen in keinster Weise verherrlicht, sondern - im Gegenteil - viele Aspekte sehr kritisch beleuchtet und durch Talia hinterfragen lässt. Auch geht es um Liebe und Verrat, Hoffnung auf eine neue Weltordnung, und vieles mehr.
Liebe und Krieg, um den Roman einmal auf zwei Stichworte zu beschränken, geben doch immer noch die besten Romane ab, insbesondere in Kombination. Hier liegt ein weiteres Werk vor, dass sich erfolgreich in diese Kategorien einreiht.
Absolut und uneingeschränkt weiter zu empfehlen!
Sylvia Schubert für Lbib.de
Verlagsinfo
Der Verlags-Website entnommen:
Zur Autorin:
Birgit Jaeckel
Birgit Jaeckel, 1980 geboren, hat sich mit 15 Jahren zum ersten Mal an einen Roman gewagt. Nach ihrem Abitur hat sie Ur- und Frühgeschichte studiert. Mittlerweile arbeitet sie für den Alternativen Nobelpreis. Birgit Jaeckel lebt in Erlangen. "Die Druidin" ist ihr erster Roman.
Zum Buch:
Die Druidin
Roman
Talia kann Seelen sehen – eine besondere Gabe, die andere Druiden nur zu gerne nutzen würden. Im Haus des Stammesfürsten Caran sucht die junge Frau Zuflucht. Unerkannt – denn sie ist die Tochter, die er einst zu töten befahl ...
Für ihren Vater empfindet Talia tiefen Hass – und trotzdem nimmt sie eine Anstellung bei ihm an.
Schnell findet sie sich in seinem geschäftigen Haushalt in Alte-Stadt zurecht und wird von allen geschätzt, auch von Caran. Doch obwohl Talia es bald genießt, zu seiner wohlhabenden Sippe zu gehören, ist der germanische Söldner Atharic der Einzige, für den sie mehr empfindet. Lange weiß nur er um ihre besonderen Fähigkeiten.
Bis die junge Druidin begreift, dass ihr Vater in Lebensgefahr schwebt. Talia muss sich entscheiden: Will sie ihre Rache – oder nutzt sie ihre Gabe, um ihn zu retten?
Hintergrundinformationen:
Auf Keltenjagd in Süddeutschland
Interview mit der Autorin Birgit Jaeckel
Birgit Jaeckel ist 1980 in Nürnberg geboren und hat nach ihrem Abitur Ur- und Frühgeschichte, Paläontologie und Alte Geschichte in Erlangen bei Nürnberg und im norwegischen Bergen studiert. In dieser Zeit hat sie an mehreren archäologischen Ausgrabungen teilgenommen. Nach ihrem Studium hat sie in Stockholm bei der Right Livelihood Award Foundation gearbeitet und ist seit 2006 selbständige PR Beraterin. Sie lebt in Erlangen.
Wie sind Sie auf den faszinierenden Stoff Ihres Romans gestoßen?
Ich habe Ur- und Frühgeschichte studiert und meine Magisterarbeit über eine kleine keltische Siedlung in der Nähe des Altmühltals geschrieben. Daher kannte ich mich in der Archäologie dieser Zeit und des süddeutschen Raums gut aus. Und das Spannungsfeld zwischen Germanen und den Kelten ist wie geschaffen für spannende Geschichten.
Wie haben Sie für Ihren Roman recherchiert?
Dank meiner Magisterarbeit und des Studiums kannte ich den archäologischen und historischen Hintergrund, noch bevor ich mit dem Schreiben anfing; bzw. ich wusste ziemlich genau, worauf ich achten muss und wo ich nachschlagen kann.
Hat Ihr Studium der Ur- und Frühgeschichte und Paläontologie sowie Ihre Teilnahme an archäologischen Ausgrabungen die Lust geweckt, einen Roman über diese Zeit zu schreiben?
Als Archäologe findet man zum Beispiel Gräber, Skelette und Grabbeigaben und versucht, daraus so viel wie möglich über das Leben dieser Menschen zu erfahren. Manchmal gelingt es, manchmal nicht. Aber niemals können wir ein Leben so rekonstruieren, wie es ein Roman verlangt, mit all seinen Facetten, seinen Augenblicken von Freude und Leid. Ein Archäologe findet womöglich fünf Männerskelette, die Arm in Arm in einem Grab liegen und große Schwerter an ihren Seiten haben. Er kann sich fragen: „Wie kam es dazu? Wer waren sie? Was waren diese Männer für einander?“ Aus ihrer Größe und Grabbeigaben mag er schließen, es waren keine armen Männer, es waren Krieger, vielleicht mag man irgendwann sogar noch feststellen können, dass es Brüder waren. Aber dies ist nur der Anfang einer Geschichte. Es kommt der Moment, wo die Wissenschaft aufhört und nur noch die Fantasie uns die Geschichte dieser Männer erzählen kann.
Was zeichnet die Kultur der Kelten aus?
Wenn wir heute an die Kultur der Kelten denken, fallen uns natürlich sofort die Druiden ein. Grundsätzlich ist es jedoch nicht ganz einfach, etwas über die Kultur der Völker zu sagen, die wir heute unter Kelten zusammenfassen. Es gibt viele Romane über die Kelten, und es hat seinen Grund, dass sich die meisten von ihnen mit den Kelten Großbritanniens und Irlands befassen. Über sie wissen wir einfach am meisten; die meisten Quellen keltischer Kultur, keltischer Sagen und Mythen stammen von den britischen Inseln und aus jüngerer Zeit. Natürlich kann man von großen Gemeinsamkeiten ausgehen, aber man darf nicht vergessen, dass es sicherlich auch deutliche Unterschiede gab.
Mein Roman spielt im zweiten Jahrhundert vor Christus in Süddeutschland. Damals gab es in diesem Raum keine schriftliche Überlieferung, die Druiden selbst gaben ihre Lehren nur mündlich weiter. Gräber, deren Bestattungssitten und Beigaben uns normalerweise Etliches verraten, gab es ebenfalls nicht. Das bedeutet, dass wir leider sehr wenig sicher wissen.
Wer waren die Druiden?
Vereinfacht ausgedrückt, sind Druiden die Priesterkaste der Kelten. Allerdings waren sie nicht nur für Religiöses zuständig, sondern für viel mehr, z.B. waren sie auch Ärzte, Philosophen, Astronomen, Zauberer, Ratgeber. Sie waren die geistige Elite der keltischen Gesellschaft und hatten auch im weltlichen Bereich, z. B. in der Rechtsprechung, großen Einfluss.
Was ist in Ihrem Roman Dichtung, was Wahrheit?
Wahr ist der gesamte Hintergrund: Die Züge der Kimbern, die keltischen Stämme mit ihren riesigen befestigten Anlagen, die Namen und meisten Orte. Ganz wichtig, der Hauptschauplatz des Romans: das Oppidum bei Manching, das im Roman als ‚Alte-Stadt’ auftaucht.
Der Roman hat auch eine historische Gestalt: Boiorix, der König der Kimbern, ist von römischen Quellen überliefert. Die Schlacht von Noreia 113 v. Christus ist ebenfalls in den Quellen gut dargestellt.
Fiktiv sind alle Personen bis auf Boiorix und ihre Schicksale.
Im Grunde kann man sagen: Es ist mehr ein archäologischer Roman als ein historischer. Denn historisch, d.h. in schriftlichen Quellen überliefert, sind lediglich die Züge der Kimbern (und das auch nur dann detailliert, wenn sie sich im römischen Einflussgebiet bewegen), Boiorix und die Schlacht von Noreia. In allem anderen basiert der Roman auf archäologischen Quellen, d.h. auf der materiellen Kultur, die sich im Boden erhalten hat. Und die erzählt uns natürlich nicht das Leben der Menschen in allen Einzelheiten.
Ist es erwiesen, dass Frauen bei den Druiden eine höhere Position einnahmen?
Wie gesagt, aus dieser Zeit gibt es kaum Überlieferungen und noch weniger, die vertrauenswürdig wären. Jene, die wir haben, erwähnen keine Druidinnen. Ich gehe davon aus, dass nur Männern die Ausbildung zum Druiden erlaubt wurde, was aber nicht bedeutet, dass es nicht auch Frauen gab, denen magische Fähigkeiten zugestanden wurden: Seherinnen, Zauberinnen, Heilerinnen, weise Frauen, die jedoch nicht eine so strenge, lange und umfassende Ausbildung durchliefen wie Druiden. Sie stellten keine Gefahr für den Machtanspruch der Druiden dar, sondern besetzten, um es modern auszudrücken, Nischen, in denen sie wahrscheinlich viel Einfluss hatten und Respekt erhielten. Aber eine Frau wie Talia, mit der Macht, Seelen zu sehen, zu berühren und zu beeinflussen, ist etwas anderes.
Was das Gesellschaftsbild und die Rolle der Frau in der keltischen Gesellschaft betrifft, ist unser Wissen ebenfalls spärlich. Die antiken Quellen liefern oft kein schlüssiges Gesamtbild und sind darüber hinaus abhängig von der Motivation und Zielsetzung ihres Autors. Aber auch wenn es eine patriarchalische Struktur war, bedeutet das nicht, dass es nicht auch Frauen mit großer Macht gab. Aus der älteren keltischen Zeit, um fünfhundert vor Christus, kennen wir Gräber von Frauen, die so reich ausgestattet sind und auch Machtinsignien enthalten, dass Archäologen von „Fürstinnengräbern“ sprechen. Frauen wie Roueca zum Beispiel.
Es gibt ja auch noch heutzutage aktive Druidenzirkel? Gehören Sie auch einem an?
Nein, gehöre keinem an. Ich plane auch nicht, einem beizutreten.
Was interessiert Sie an der Frühgeschichte der Menschheit?
Die Frage: Woher kommen wir?
Die Möglichkeit, unsere Geschichte von den Anfängen zu erzählen.
Welche Eigenschaften schätzen Sie an Ihrer Hauptfigur Talia?
Die Art wie sie mit ihrer Gabe umgeht. Anfangs mit Angst und Vorsicht, später mit Natürlichkeit und in vollem Bewusstsein ihrer Macht, aber immer noch mit Respekt. Sie schafft es, ihre Angst zu überwinden, ohne die Macht, die sie in sich entdeckt, zu verherrlichen. Beides sind Merkmale einer starken Persönlichkeit.
Glauben Sie daran, dass es Menschen mit einer besonderen Gabe gibt wie Ihre Hauptfigur Talia?
Gemeine Frage, denn an der Uni bringen sie uns natürlich bei, alles erst einmal extrem kritisch zu sehen, und ich bin in solcher Hinsicht schon ein sehr wissenschaftlicher Typ ...
Der erste Mensch, dem es gelang, Feuer zu machen, wurde bestimmt für einen Zauberer gehalten. In diesem Sinne ist eine besondere Gabe also etwas, wofür es eine gute Erklärung gibt, die wir nur noch nicht kennen. Ich denke, wir begegnen immer wieder Menschen mit besonderen Gaben – Menschen, die besonders gut mit Tieren umgehen können, anderen, die ein sehr gutes Gespür für Menschen haben, usw. Talias Gabe ist natürlich ein extremer Fall von solch besonderen Fähigkeiten.
Ob ich an so extreme Fähigkeiten wie Talias glaube? – Im Moment eher nicht. Aber vielleicht doch. Fragen Sie mich in fünfzig Jahren noch mal ...
Die Druidin von Birgit Jaeckel
Birgit Jaeckel
Birgit Jaeckel: Die Druidin
Birgit Jaeckel: Die Druidin
Auf Keltenjagd in Süddeutschland
Interview mit der Autorin Birgit Jaeckel
Haben Sie vor dem Schreiben dieses Ihres Debutromans, bereits geschrieben?
Ja, ich schreibe praktisch seit ich schreiben kann. Im Alter von vierzehn, fünfzehn habe ich zwei Romane geschrieben, die jedoch unveröffentlicht sind. Dann habe ich erstmal zehn Jahre lang nichts mehr geschrieben, bis ich mit „Die Druidin“ anfing.
Wie lange haben Sie an Ihrem Roman gearbeitet?
Ich begann mit dem Roman am Ende meines Studiums, also Beginn 2005. Damals ging ich nach Stockholm, um für den Alternativen Nobelpreis zu arbeiten, erst als Praktikantin, später mit einer befristeten Anstellung. Während dieses Jahrs in Schweden habe ich den Roman geschrieben. Also ungefähr ein Jahr.
Haben Sie bereits Stoff für Ihren nächsten Roman?
Natürlich. Gerade in dieser Zeit gibt es noch sehr viel, was erzählt werden will.
Haben Sie literarische Vorbilder? Zum Beispiel Marion Zimmer Bradley oder gar die Asterix-Comics mit der Druidenfigur Miraculix?
Marion Zimmer Bradleys „Nebel von Avalon“ haben mich schon sehr beeindruckt. Ich war etwa dreizehn oder vierzehn, als ich das Buch zum ersten Mal las. Das ist also auf jeden Fall stets ein Vorbild gewesen.
Und was Asterix und die Gallier (Gallier sind ja auch Kelten) betrifft: Sogar bei uns in der Bibiliothek im Institut für Ur- und Frühgeschichte fand sich ein Band. Asterix gehört also zum Grundstudium.
In welcher Atmosphäre, unter welchen Bedingungen können Sie am besten schreiben?
Was das anbelangt, halte ich mich für recht unempfindlich. Was ich nicht mag, ist, ständig gestört zu werden. Am besten ist ein Nachmittag/Abend allein, ein Fenster zu dem ich hinausschauen kann, und genug zu Essen im Kühlschrank.
Wie vereinbaren Sie Berufsleben und Schreiben?
Ich bewundere jeden, der einen Vollzeitjob hat und nebenbei schreibt. Ich habe das während des Jahrs in Stockholm getan, und für meine Freizeit und mein Privatleben war es eine Katastrophe. Jetzt versuche ich, als PR-Beraterin weniger zu arbeiten, um mehr Zeit zum Schreiben zu haben.
Kommen Sie neben Beruf und dem Schreiben noch dazu, Hobbys auszuüben?
Im Moment zu wenig. Ich mache natürlich Sport, aber was z.B. das Lesen anbelangt, sieht es düster aus. Ich hoffe, ich kann das bald ändern.
Haben Sie ein Lebensmotto?
Früher war es: „Träume nicht dein Leben – lebe deinen Traum!“ Ich schätze, es ist es immer noch.
Zusatzinformationen:
Weitere Informationen zu den Kelten findet man unter folgendem Link auf der Verlagsseite:
http://www.droemer-knaur.de/magazin/Die+Kelten.376166.html
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