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Das Ende ist erst der Anfang
Das Ende ist erst der Anfang




Chandler Baker

Thienemann Verlag
EAN: 9783522202480 (ISBN: 3-522-20248-1)
400 Seiten, hardcover, 13 x 22cm, Juli, 2018

EUR 17,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Ein Coming-of-Age-Roman für Mädchen und junge Frauen, der aus dem Rahmen fällt.



In 23 Tagen wird Lake 18. Dann hat sie die Chance, genau einen Menschen von den Toten auferstehen zu lassen. Ihr behinderter Bruder wäre nach der Auferstehung wieder gesund und sollte Lakes erste Wahl sein. Doch gerade sind ihre beste Freundin und ihr Freund bei einem Unfall ums Leben gekommen. Für wen soll sie sich entscheiden? Ist es überhaupt richtig, Gott zu spielen und über Leben und Tod zu bestimmen? Lake steckt in einem Dilemma, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt ...
Rezension
"Das Ende ist erst der Anfang", das denkt sich auch Lakes Bruder Matt, der seit vier Jahren querschnittsgelähmt ist und nur darauf wartet, dass seine Schwester ihren 18. Geburtstag feiert und von der Wiederbelebungsmöglichkeit, die es in jener Zukunft gibt, Gebraucht macht. Man hat nämlich einen Weg gefunden, Menschen nicht nur wiederzubeleben, sondern Tote vollständig gesund und makellos wiederherzustellen. Da es aber schnell zu einer Überbevölkerung käme, haben alle Bürger nur einmal in ihrem Leben, genau an ihrem 18. Geburtstag, einen einzigen Menschen von den Toten zurück zu holen.
Lakes Bruder Matt hat seiner Schwester schon lange das Versprechen abgenommen, dass sie ihn auserwählt, auch wenn er dazu zunächst Selbstmord begehen muss. Doch das erscheint es ihm Wert, um endlich wieder ein eigenes Leben zu führen, da er doch bis zum Hals gelähmt ist und seinen Rollstuhl nur über eine Art Strohhalm steuern kann.
Doch noch bevor der Leser dies alles efährt, gleich auf den ersten Seiten des Buches überstürzen sich die Ereignisse: Lake erfährt von der Geburtstagsüberraschung, die ihr Freund Will für sie geplant hat und Lake, Will und Penny erleiden im Auto einen Verkehrsunfall, bei dem nur Lake überlebt und mit einem Gipsarm davon kommt.
In 23 Tagen hat sie ihren 18. Geburtstag und darf ihre Wiederbelebungsmöglichkeit in Anspruch nehmen. Allerdings nur an diesem einen Tag.
Lake schwankt zwischen Will und Penny hin und her, während ihre Eltern und ihr Bruder sie an ihr Versprechen erinnern, dass sie bereits vor Jahren Matt gegeben hat.
Die übrigen Kapitel des Buches sind nun geprägt von Lakes Gedanken, davon wie sie von ihrer Familie und den Familien ihrer Verstorbenen Freunde bedrängt wird. Die Autorin springt dabei immer wieder zurück in die Vergangenheit und deckt Episoden aus dem Leben der Freunde und Lakes Familie auf. Sie erzählt von der problematischen Familiensituation, in der Lake steckt, seit sich alles nur noch um ihren Bruder dreht und verleiht Lakes besten Freunden Will und Penny besonders liebenswerte Persönlichkeiten. Sie berichtet aber auch davon, wie sich Lake und ihre Freunde von den anderen Klassenkameraden abgesondert haben, wie dies auf andere wirkte. Sie lässt Lake neue Freunde kennen lernen und hinterfragt die Möglichkeit der Widerbelebung. So begibt sich Lake auf die Suche nach den Wünschen, die Will und Penny wirklich hatten.
Der Leser muss bis zu den letzten Seiten warten, bis Lake ihre Entscheidung trifft. Ihre Entscheidung ist für sie die richtige Wahl, ihr Leben wendet sich zum Guten und doch ist es für den Leser, der sich so sehr wie Lake wünscht, dass alles wird wie zuvor, kein echtes Happy End.

Während des Lesens fand ich es immer wieder schade, dass die größte Spannung schon zu Beginn des Buches war und es war eigentlich abzusehen, dass die Auflösung der Wahl Lakes für den Wiederbelebungskandidaten erst am Ende des Buches erfolgt. Und doch gelang es mir, das Buch weiterzulesen und war schließlich froh, durchgehalten zu haben.

"Das Ende ist erst der Anfang" ist eines dieser Bücher, in denen eigentlich gar nicht so viel geschieht und das doch ein gutes Gefühl hinterlässt.

Ina Lussnig, Lehrerbibliothek.de