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Beuys
Bewohnte Mythen
Nicole Fritz (Hrsg.)
Schirmer-Mosel
EAN: 9783829610636 (ISBN: 3-8296-1063-7)
176 Seiten, hardcover, 23 x 29cm, November, 2025
EUR 46,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Rezension
„Bleifrau“(1949), „Hase und verschiedene Skizzen“(1954), „Hirsch“(1956), „Schamane“(1963), „Zwergendenkmal“(1963), „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“(1965), „Erdtelefon“(1968), „Schlitten“(1969), „Friedenshase mit Sonne“(1982), „7000 Eichen“ auf der „documenta 7“(1982), „Capri-Batterie“(1985). Alle diese Kunstwerke von Joseph Beuys (1921-1986), insgesamt 86, konnten in der Ausstellung in der Tübinger Kunsthalle vom „Beuys. Bewohnte Mythen“ vom 8.11.2025 bis zum 8.3.2026 bestaunt werden. Insbesondere das Frühwerk des Jahrhundertkünstlers aus der Nachkriegszeit mit Skizzen, Zeichnungen und Aquarellen war in der Tübinger Kunsthalle zu sehen. Deren Direktorin, Nicole Fritz, hat die Schau kuratiert. Von ihrer kunstgeschichtlichen Dissertation „Bewohnte Mythen. Joseph Beuys und der Aberglaube“(2007) war der Titel der Tübinger Ausstellung entlehnt.
Zu dieser erschien im renommierten Münchner Kunstverlag „Schirmer/Mosel“ ein gleichnamiger Katalog, herausgegeben von Fritz. Die vier wissenschaftlichen Beiträge des Buches, verfasst von drei Kunsthistorikerinnen und einem Theologen, beleuchten gekonnt folgende Aspekte des Œuvres von Beuys: seine Rezeption archaischer Mythen, seine Referenz auf die christliche Mystik und den Volksglauben sowie seine Bedeutung für den animal turn in der Kunstgeschichte.
Gerade über seine Performance mit dem Hasen lässt sich mit Schüler:innen im Ethikunterricht kontrovers diskutieren, genauer darüber, ob es für die Verbreitung eines neuen Mensch-Tier-Verhältnisses moralisch ist, als Künstler:in mit Tieren in Ausstellungen/Performances zu interagieren. Außerdem bietet es sich, anhand von Beuys` Artefakten und seinen Schriften in den Fächern Bildende Kunst, Ethik und Philosophie folgende kunsttheoretische Fragen zum Gegenstand des Unterrichts zu machen: Soll Kunst politisch sein? Ist alles Kunst? Kann Kunst die Gesellschaft verändern – transformieren oder revolutionieren? Lehrkräfte der Fächer Bildende Kunst, Philosophie und Ethik werden durch den Band zu Beuys angeregt, sich mit den Werken des Künstlers, seinen kunsttheoretischen Schriften und dem bildnerischen Kosmos intensiv im Fachunterricht auseinanderzusetzen.
Fazit: Der ästhetisch überaus gelungene Ausstellungskatalog „Beuys. Bewohnte Mythen“ verdient einen Platz in der Bibliothek aller an der Kunst des politischen Künstlers und an der Kunst des 20. Jahrhundert Interessierten.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Wie kein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts hat Joseph Beuys archaische Vorstellungswelten und Riten in die moderne Gesellschaft integriert. Als prononciert ästhetische Reaktion auf Krisen und Umbruchserscheinungen entwickelte er eine eigene, undogmatische Kunstreligion, die neben religiösen Traditionen auch mythologische, volkskulturelle und anthroposophische Elemente miteinbezog. Joseph Beuys – Bewohnte Mythen, der Katalog zur Ausstellung der Kunsthalle Tübingen, macht deutlich, dass vormoderne Traditionen das umfangreiche OEuvre von Beuys wie ein roter Faden durchziehen – vom Frühwerk bis zu den späten Aktionen und politischen Auftritten: angefangen bei den Zeichnungen, in denen er Motive aus dem Volksglauben nachspürte, über die Heilkunde bis in die 1960er Jahre, in denen er, beeinflusst von der Fluxus- und Happening-Bewegung, Riten als magische Katalysatoren in Aktionen einsetzte, um beim Publikum die Sinne anzusprechen und zum Nachdenken anzuregen.
Inhaltsverzeichnis
007 VORWORT
011 CATHRIN KLINGSÖHR LEROY
JOSEPH BEUYS, WILLI BAUMEISTER UND FRITZ WINTER.
MYTHISCHE REFERENZEN UND INTERPRETATIONEN IN DER NACHKRIEGSKUNST
019 NICOLE FRITZ
GEISTERHAND ZERDRÜCKT URSCHLITTEN.
BEUYS UND DER VOLKSGLAUBE
027 VOLKER LEPPIN
WACHSENDE PRÄSENZ.
JOSEPH BEUYS UND DIE CHRISTLICHE MYSTIK
033 JESSICA ULLRICH
JOSEPH BEUYS UND DER ANIMAL TURN
040 ORTE
060 FANTASIEWESEN
082 PFLANZEN
096 TIERE
116 ARCHAISCHE FRAUEN
130 RITUALE
152 »SOZIALE PLASTIK«
166 LISTE DER ABGEBILDETEN WERKE
173 DANK
174 IMPRESSUM
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