lehrerbibliothek.deDatenschutzerklärung
Bekenntnisse eines genesenden Umweltschützers Essays
Bekenntnisse eines genesenden Umweltschützers
Essays




Paul Kingsnorth

Matthes & Seitz
EAN: 9783751820851 (ISBN: 3-7518-2085-X)
330 Seiten, hardcover, 14 x 22cm, Mai, 2026

EUR 34,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Wie leben wir und wie sollen wir leben? Paul Kingsnorth, die dunkle Stimme der Ökologiebewegung, findet unbequeme Antworten.

"Wenn man die Bekenntnisse liest, spürt man, wie sich der Boden unter den Füßen leicht zu verschieben beginnt, während die Säulen, auf denen das eigene Weltbild bislang ruhte, allmählich anfgangen zu bröckeln und wegzubrechen." (The Scotsman)
Rezension
Über mehrere Jahre hinweg stand der Autor dieses Buches an vorderster Front des Umweltaktivismus - Proteste, Blockaden und Kämpfe gegen Großkonzerne. Doch nach vielen Jahren wich seine Wut einer tiefen Ernüchterung – nicht nur gegenüber der Politik und der Wirtschaft - sondern auch gegenüber seinem eignen Engagement selbst.

Kingsnorth beobachtet, wie der radikale Naturschutz, der die Natur um ihrer selbst willen schützen wollte, von einem bürokratischen, wachstumsorientierten Begriff der „Nachhaltigkeit“ abgelöst wird. Für ihn ist „Sustainable Development“ (nachhaltige Entwicklung) längst zu einem reinen Marketinginstrument geworden. Konsumkapitalismus wird grün angestrichen, ohne dass sich an unserer Lebensweise grundlegend etwas ändert. Bestes Beispiel ist hier McDonalds, dessen Logo plötzlich auf grünem Hintergrund erschien.
Anstatt sich an die Illusion zu klammern, grüne Technologien würden unseren Lebensstil retten können, spricht sich der Autor dafür aus, die Illusion der Allmacht aufzugeben. Diese, wie er es nennt „Dunkle Ökologie“ (Dark Ecology) - eine Haltung, die anerkennt, dass der Mensch nicht der Herrscher oder Retter des Planeten ist, sondern ein fehlbarer Teil einer beschädigten Natur – müsse mehr und mehr ins Bewusstsein gerückt werden.

Kingsnorths brillante und poetische Sprache machen seine Essays zu kleinen literarischen Meisterwerken. Seine Beschreibungen von unberührten Landschaften und der inneren Verlorenheit des modernen Menschen, treffen einen Nerv. Auch selbst scheut er nicht davor zurück, sich unbequeme Fragen zu stellen. Gerade letzteres macht das Buch besonders.
„Bekenntnisse eines genesenden Umweltschützers“ ist ein provokantes und tröstliches Buch zugleich. Es ist tröstlich, da es den Mut besitzt, die Wahrheit auszusprechen, anstatt falsche Hoffnungen zu verkaufen, herausfordernd, weil es den Leser dazu zwingt, seine eigene Rolle im System kritisch zu hinterfragen.

Frank Düring, lbib.de
Verlagsinfo
Viele Jahre lang ist Paul Kingsnorth ein leidenschaftlicher Umweltschützer, er blockierte, er protestierte, er kämpfte. Doch dann beginnt die Umweltbewegung damit, sich auf die viel beschworene Nachhaltigkeit zu konzentrieren, statt wilde Orte um ihrer selbst willen zu verteidigen. Und als sich die natürlichen Bestände – Wälder, Flüsse, Meere – zusehends verschlechtern, wächst in ihm nicht nur die Trauer um diese schwindenden Gemeingüter, sondern auch eine Enttäuschung über die Bewegung, der er einst selbst angehörte. Und er stellt sich die Frage, wie wir bisher gelebt haben, wie wir leben sollen und wie wir gelebt haben werden.

Voll Trauer und Wut, genauso leidenschaftlich wie poetisch beschwören die Essays in Bekenntnisse eines genesenden Umweltschützers Natur und Wildnis und machen den Wandel in Kingsnorths Denken nachvollziehbar: Technologie wird uns nicht retten, wir brauchen ein neues Gleichgewicht zwischen der menschlichen und der nichtmenschlichen Welt.