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Armut verstehen
Armut verstehen




Ina Schildbach

Wochenschau Verlag
EAN: 9783734416644 (ISBN: 3-7344-1664-7)
192 Seiten, paperback, 12 x 19cm, Oktober, 2024

EUR 22,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Um Armut zu bekämpfen, scheint es naheliegend, mehr Geld zu fordern: mehr Geld in Gestalt von Sozialstaatsausgaben, für Entwicklungshilfe etc. Nur: In Zeiten der Klimakrise kann darin nicht die zentrale Lösung für das nach wie vor drängende Problem der nationalen und weltweiten Armut liegen. Was folgt daraus? Natürlich nicht, dass wir Menschen und Staaten das Recht auf Entwicklung absprechen. Unsere exklusiven und exkludierenden Privilegien aufgrund der Zufälligkeit des Geburtsortes lassen sich nicht rechtfertigen. Dennoch ist diese Erkenntnis der Nicht-Verallgemeinerbarkeit relevant. Sie verdeutlicht, dass wir prinzipiell anders über das Phänomen Armut nachdenken müssen. Hierzu möchte dieses Buch einen Beitrag leisten.

Prof. Dr. Ina Schildbach ist Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpolitik an der OTH Regensburg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Armut und Ungleichheit in Deutschland und weltweit sowie Rechtsextremismus und Migration.
Rezension
Was bedeutet Armut? Und wie läßt sich Armut bekämpfen? Das sind die beiden Kernfragen, denen sich dieses Buch mit dem Titel "Armut verstehen" stellt. Dabei ist die globale Armut, die Armut im weltweiten Kontext gemeint, nicht primär Armut in Deutschland. Die Autorin bezieht dabei sozialphilosophische und sozialwissenschaftliche Perspektiven ein (vgl. Kap. 3) und erläutert differenziert Modelle, die die Ursachen von Armut erklären (vgl. Kap. 4), bevor die in Kap. 5 Maßnahmen der Armutsbekämpfung vorstellt. Fazit: (Methodologischen) Nationalismus überwinden, um Armut weltweit zu bekämpfen (Kap. 7).

Jens Walter, lehrerbibliothek.de

Verlagsinfo
Ina Schildbach geht der Frage nach, was Armut bedeutet, und bezieht dazu neben sozialwissenschaftlichen auch sozialphilosophische Konzepte ein. Der zweite Teil des Bandes widmet sich der Frage, wie sich Armut bekämpfen lässt. Dazu werden bereits praktizierte sowie darüberhinausgehende Maßnahmen vorgestellt, die aktuell von Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort

2. Einleitung: Globale Armut in Zeiten der „Zangenkrise“

3. Was bedeutet Armut?
Philosophische und sozialwissenschaftliche Perspektiven

3.1 Philosophische Armutskonzepte
Jean Jacques Rousseau / G.W.F. Hegel / Karl Marx und Friedrich Engels u.a.

3.2 Sozialwissenschaftliche Konzepte
Absolute und relative Armut / Ressourcenansatz / Lebenslagenansatz / Armut als Exklusion / Amartya Sen: Der Capability Approach/Verwirklichungsansatz

4. Worin liegt Armut begründet? Erklärungsmodelle in der Diskussion

4.1 Gründe für Armut der Individuen
Armutsrisikofaktoren / Ausgestaltung einzelner Politikfelder / Finanzialisierung des Wirtschaftssystems / Privateigentum und Klassentheorie / Staatsbürgerschaftsprivileg und -strafe

4.2 Ursachen für Armut der Staaten
Korruption / Kolonialismus

4.3 Übergeordnete Ursachen
Die imperiale Lebensweise / Die Externalisierungsgesellschaft

4.4 Armutsursachen und sozial-ökologische Transformation
Klimakrise als Grund für (verschärfte) Armut / Ökologische Transformation/Klimapolitik als Grund für "neue" Armut

5. Wie lässt sich Armut bekämpfen? Praktizierte und diskutierte Gegenmaßnahmen

5.1 Praktizierte Gegenmaßnahmen
Auf individueller Ebene: Bildung / Arbeitsmigration
Auf systemischer Ebene: (Institutionalisierte) Umverteilung / Wachstumsförderung / "Entwicklungshilfe"

5.2 Gegenmaßnahmen in der Diskussion
Individualisierende Ansätze: Effektiver Altruismus / Veganismus
(Global-)staatliche Ansätze: Globaler Mindestlohn / Jobgarantie / (Globales) Bedingungsloses Grundeinkommen / Schuldenerlass / Modifikation des internationalen Handelssystems / Globales Staatsbürgerschaftsrecht bzw. globale Freizügigkeit
Übergeordnete Vorschläge: Weltstaat / Postwachstumskonzepte

5.3 Armutsbekämpfung und sozial-ökologische Transformation

6. Überblick über wichtige Berichte, Akteure und Indizes

7. Conclusio: (Methodologischen) Nationalismus überwinden, um Armut weltweit zu bekämpfen