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Armut hat System Warum wir in Deutschland eine soziale Zeitenwende brauchen | Ein Plädoyer der Tafel-Geschäftsführerin gegen soziale Ungleichheit
Armut hat System
Warum wir in Deutschland eine soziale Zeitenwende brauchen | Ein Plädoyer der Tafel-Geschäftsführerin gegen soziale Ungleichheit




Sirkka Jendis

Verlagsgruppe Droemer Weltbild GmbH & Co. KG
EAN: 9783426446966 (ISBN: 3-426-44696-0)
256 Seiten, hardcover, 13 x 21cm, September, 2024

EUR 21,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
»Armut hat System«: Warum wir in Deutschland eine soziale Zeitenwende brauchen – ein Appell der Tafel Deutschland-Geschäftsführerin

Sirkka Jendis – Geschäftsführerin der Tafel Deutschland – fordert eine soziale Zeitenwende. Wie kann es sein, dass in einem der reichsten Länder der Welt so viele Bürgerinnen und Bürger auf Unterstützung durch vielfältiges ehrenamtliches Engagement angewiesen sind?

Können wir es uns leisten, Teile der Bevölkerung auszugrenzen? Können wir einen Bruch mit dem Gesellschaftsvertrag begehen, der soziale Teilhabe und Chancengerechtigkeit für alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft verspricht? Und welche Konsequenzen hat die wachsende soziale Ungleichheit für unsere Demokratie?

Als Geschäftsführerin von Tafel Deutschland schildert Sirkka Jendis in ihrem Sachbuch eindrücklich, was Armut im Alltag für Betroffene bedeutet. Sie analysiert verschiedene Dimensionen von Armut und stellt konkrete Forderungen an die Politik. Sirkka Jendis verbindet ihr persönliches Engagement mit gesellschaftspolitischer Schärfe. So entsteht ein eindrückliches Plädoyer für ein neues Menschenbild und eine wirksame Armutsbekämpfung. Radikales Umdenken ist nötig, wenn es um soziale Gerechtigkeit geht – in der Bildung, zwischen den Geschlechtern und zwischen den Generationen.

In Deutschland sind 14,2 Millionen Menschen von Armut betroffen, das sind 16,8 % Prozent der Einwohner Deutschlands. (Quelle: Paritätischer Armutsbericht 2024). Die Tafeln unterstützen zwischen 1,6 und 2 Millionen Menschen mit geretteten und gespendeten Lebensmitteln. Mit 60 000 Helferinnen und Helfern sind die über 970 Tafeln eine der größten sozial-ökologischen Bewegungen in Deutschland.

Sirkka Jendis will mit ihrem Sachbuch erzählen, wie Armut ausgrenzt, einschränkt, stigmatisiert und beschämt. Armut ist nicht selbstverschuldet – wir alle können plötzlich betroffen sein. Vom Staat fordert Jendis echte Armutsbekämpfung, eine mutige Zivilgesellschaft und eine neue Solidarität für armutsbetroffene Menschen.

Sirkka Jendis ist Geschäftsführerin der Tafel Deutschland, dem Dachverband von über 970 Tafeln in Deutschland. Zuvor war die studierte Kommunikationswissenschaftlerin Vorständin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Dozentin und in leitender Funktion in der ZEIT-Verlagsgruppe tätig. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Berlin.
Rezension
Die wachsende soziale Ungleichheit in unserer Gesellschaft und auch weltweit hat auch Auswirkungen auf unsere Demokratie und Demokratien weltweit, weil der Glaube in sie unterwandert wird. Die Autorin dieses Buchs ist Geschäftsführerin von Tafel Deutschland und weiß aus anschaulicher Erfahrung bei den "Tafeln", wie Armut in Deutschland aussieht und dass Armut in Deutschland systemisch ist. In Deutschland sind 14,2 Millionen Menschen von Armut betroffen, das sind 16,8 % Prozent der Einwohner Deutschlands. Die Tafeln unterstützen zwischen 1,6 und 2 Millionen Menschen mit geretteten und gespendeten Lebensmitteln. Die Autorin zeigt, wie Armut im Alltag ausgrenzt, einschränkt, stigmatisiert und beschämt. Sie zeigt auch, was wir tun können – und müssen.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Über das Buch:
Können wir es uns leisten, Teile der Bevölkerung auszugrenzen? Können wir einen Bruch mit dem Gesellschaftsvertrag begehen, der soziale Teilhabe und Chancengerechtigkeit für alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft verspricht? Und welche Konsequenzen hat die wachsende soziale Ungleichheit für unsere Demokratie?
Als Geschäftsführerin der Tafel Deutschland erzählt Sirkka Jendis, wie Armut im Alltag ausgrenzt, einschränkt, stigmatisiert und beschämt. Sie zeigt auch, was wir tun können – und müssen. Aus ihren Analysen und Gesprächen leitet sie konkrete Forderungen an die Politik ab, mit denen die systemischen Ursachen von struktureller Armut bekämpft werden können.
Und sie spricht uns alle an: Es braucht Menschen, die hinschauen, sich verbünden und gemeinsam dafür sorgen, dass niemand ausgeschlossen, übergangen und benachteiligt wird. Ihr Buch ist deshalb ein eindrückliches Plädoyer: für ein neues Menschenbild, eine wirksame Armutsbekämpfung und eine mutige Zivilgesellschaft.
Inhaltsverzeichnis
»Der Populismus der Armutsdebatte«
Vorwort von Prof. Marcel Fratzscher 11

»Einladung zur Empathie«
Geleitwort von Andreas Steppuhn 15

Einleitung
Die Tragödie der Armut 19

Kapitel 1
Arm in einem (immer noch) reichen Land – immer mehr mit immer weniger 33

Wovon wir reden, wenn wir von Armut reden 38
Und worum es eigentlich geht 48
Wer über Armut spricht, darf über
Reichtum nicht schweigen 56
... aber nicht nur auf »die da oben« zeigen 65

Kapitel 2
Arm und (allein-)erziehend – Kinderarmut und Chancengerechtigkeit 70

Wo geht es los? 75
Was kann Bildung und was nicht? 79
Das Startchancen-Programm als Lösung? 86
Die Kindergrundsicherung als Perspektive? 95
Knackpunkt Familie und Beruf 102
Kleine Ideen und große Expert*innen 108

Kapitel 3
Arm trotz, wegen und ohne Arbeit – zwischen Niedriglohn und Bürgergeld 110

Der Wert der Arbeit 113
Bürgergeld statt Hartz IV – wenig mehr als ein neuer Name 116
Mindestlohn und Minijobs 123
Gefragt sind Perspektivwechsel 130

Kapitel 4
Arm und alt – Demografie, Menschenwürde und Einsamkeit 137

Riestern statt Solidarisieren 141
Grundsicherung im Alter – Altern in Würde? 146
Quo vadis, Rentenversicherung? 149
Scham, Stress, Einsamkeit 157
Arm macht krank, krank macht arm 164

Kapitel 5
Arm mit Migrationsgeschichte – zwischen (Nicht-)Willkommenskultur und Fachkräftemangel 169

Bekannte Probleme – nur mehr davon 176
Integrationsparadox oder Stimmungsumschwung? 179
Politische Maßnahmen und gesellschaftliche Herausforderungen 185

Kapitel 6
Arm und außen vor – soziale Ungleichheit und Demokratiegefährdung 192

Mit jeder Krise wächst die Ungleichheit 197
Wegschauen ist keine Lösung 201
Eigentum verpflichtet – Überreichtum erst recht 206
Bürgerschaftliches Engagement stärken 212

Schlusswort
Eine soziale Zeitenwende braucht eine mutige Gesellschaft 219

Dank 225
Anmerkungen 227
Literaturempfehlungen 249