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Anselm Kiefer
Wasserfarben
Herausgeben von Heiner Bastian
Heiner Bastian (Hrsg.)
Schirmer-Mosel
EAN: 9783829610377 (ISBN: 3-8296-1037-8)
80 Seiten, hardcover, 25 x 31cm, April, 2025
EUR 45,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Rezension
2023 erhielt Anselm Kiefer (*1945) das Große Verdienstkreuz mit Stern und wurde von Wim Wenders in dem Dokumentarfilm „Anselm - Das Rauschen der Zeit“(2024) gewürdigt. Für Kiefer ist das Kunstwerk, diese Position vertrat er in seinen Vorlesungen am Collège de France (2010/11), ein „lebendiges Wesen, das seine eigene Geschichte, seine eigene Evolution reflektiert“(Die Kunst geht knapp unter, München 2020, S. 23). Das mit zahlreichen Preisen gewürdigte Œuvre des Künstlers – 2008 erhielt er u.a. den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels – umfasst unterschiedliche Genres, u.a. Malerei, Fotografie, Skulptur und Installation. Dabei rezipierte er Martin Heideggers Jahrhundertbuch „Sein und Zeit“, Jean-Paul Sartres Existenzialismus und Ernst Blochs Werk „Das Prinzip Hoffnung“. Im Zentrum von Kiefers oft großformatigen Arbeiten steht die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, insbesondere mit dem Nationalsozialismus und historischen Mythen. Davon zeugen insbesondere seine Bilder, u.a.: „Heroische Sinnbilder“(1969/70 „Märkische Heide“(1974), „Wege der Weltweisheit“(1976-77, 1980), „märkischer Sand“(1980-82), „Innenraum“(1981), „Nürnberg“(1982), „der Morgenthau-Plan“(2012-13) oder „Walhalla“(2016).
Kaum in der Öffentlichkeit bekannt ist, dass Kiefer auch Aquarelle zeichnete, nicht nur in seinen Anfängen, sondern auch im 21. Jahrhundert. Diese Arbeiten bezeichnete der Künstler als seine Gedichte. Sie tragen bezeichnende Titel wie „Über allen Gipfeln ist Ruh!“(1971-73), „Stein der Weisen – für Julia“(1972), „Heliogabal Ludwig II“(1974-75), „Die Donauquelle“(1977), „Märkischer Sand, der schwarze Adler“(1983), „Grab des unbekannten Malers“(1982), „Innenraum“(1982), „Bunker“(1982), „SOLARIS“(2013), „Aller Abende Tag“(2014) oder „der Morgenthau-Plan“(2016). Deutlich wird an den Werksbezeichnungen, dass die Aquarelle im Dialog zu den anderen Arbeiten Kiefers stehen.
21 ausgewählte Aquarelle des Künstlers aus den Jahren 1969 bis 2015 konnten vom 7.5. bis zum 31.8.2025 im Nolde Museum Seebüll besichtigt werden. Dazu erschien im renommierten Kunstverlag Schirmer/Mosel, in dem zentrale Bücher Kiefers veröffentlicht wurden, wie zum Beispiel „Heroische Sinnbilder/Heroic Symbols“(2010), „Bilder/Paintings“(2018), „Opus Magnum“(2020) oder „Die Kunst geht knapp nicht unter“(2020), ein Ausstellungskatalog mit dem Titel „Wasserfarben“. Herausgegeben wird dieser von dem Autor und Kurator Heiner Bastia (*1942). Der Band enthält 33 Farbtafeln sowie aufschlussreiche Texte, die das Werk Kiefers zu erschließen helfen. Diese stammen von Christian Ring, Direktor der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, von dem Kunsthistoriker und ehemaligen Direktor der Nationalgalerie Peter-Klaus Schuster, sowie von Heimer Bastian. Durch das vorliegende Buch und seine Beiträge erhält man eine sehr gute Einführung in das Gesamtwerk Kiefers. Lehrkräfte der Fächer Bildende Kunst, Geschichte und Philosophie werden durch den vorliegenden Band Kiefers motiviert, sich in ihrem Fachunterricht mit den exzeptionellen Artefakten des Künstlers problemorientiert auseinanderzusetzen.
Fazit: Anselm Kiefers „Wasserfarben“ eröffnen einen hervorragenden Zugang zum faszinierenden Bildkosmos seines vielschichtigen Œuvres. Daher verdient der Bildband einen Platz in der Bibliothek nicht nur der Freund:innen der bildenden Kunst Kiefers, sondern auch der Gegenwartskunst.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Die Aquarelle sind einer der geheimnisvollsten Werkteile von Anselm Kiefer, der für seine großen Gemälde und Raumskulpturen international bekannt ist. In der deutschen Kunstgeschichte sind sie eine einzigartige ästhetische Artikulation und im historischen Vergleich so außergewöhnlich wie die Aquarelle von Emil Nolde oder die „Wasserfarben“ von Joseph Beuys. Unser Buch stellt eine repräsentative Auswahl von ca. 22 Aquarellen Anselm Kiefers erstmals der Öffentlichkeit vor. Es begleitet eine Ausstellung dieser Werke, die im Frühjahr und Sommer 2025 aus Anlass des 80. Geburtstags des Künstlers in der Nolde Stiftung Seebüll und ab Herbst in der Galerie Bastian in Berlin gezeigt wird. Anselm Kiefer wurde zwei Monate vor Kriegsende am 8. März 1945 in Donaueschingen geboren. Er studierte an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Freiburg bei Peter Dreher und anschließend an der Kunstakademie in Karlsruhe bei Horst Antes, später in Düsseldorf bei Joseph Beuys. Von 1971 bis 1992 lebte Kiefer in Buchen im Odenwald, bevor er ins südfranzösische Barjac übersiedelte. Heute lebt und arbeitet er in der Nähe von Paris.
Inhaltsverzeichnis
Anselm Kiefer zu Gast im Nolde Museum
CHRISTIAN RING
7
Zu Kiefers Aquarellen
PETER-KLAUS SCHUSTER
15
Die Welt der Poesie, der Kunst,
die die Welt ist oder nichts
HEINER BASTIAN
31
Tafeln
37
Werkliste
97
Dank
103
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