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Am Ende des Fortschritts Überleben in den Ruinen des Kapitalismus
Am Ende des Fortschritts
Überleben in den Ruinen des Kapitalismus




Kohai Saito

Deutscher Taschenbuch Verlag
EAN: 9783423285346 (ISBN: 3-423-28534-6)
368 Seiten, 14 x 21cm, 2026

EUR 26,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
In seinem neuen Buch zeigt Kohei Saito eindrucksvoll, wie aus Ressourcenknappheit und geopolitischen Spannungen ein neues Zeitalter der Mangelwirtschaft entsteht und der Kapitalismus an einer von Tech-Oligarchen beherrschten Welt scheitert. Denn ihre Heilsversprechen lösen nicht die entscheidenden Fragen: Wer kontrolliert Land, Wasser, Nahrung und Energie, wenn die Klimakrise die Grundlagen des Wohlstands zerreißt?

Während Eliten ihr eigenes Überleben sichern, erodieren Demokratie und Gleichheit. Eine Folge davon ist ein neuer Autoritarismus, der die gesamte Welt überziehen wird. Auf Grundlage dieser radikalen wie dringlichen Diagnose der Gegenwart entwickelt Kohei Saito schließlich einen geradezu überraschenden Gedanken: Es gibt Hoffnung.
Rezension
Nach "Systemsturz" geht der Philosoph Kohei Saito in "Am Ende des Fortschritts" noch einen Schritt weiter: weg von jeder Hoffnung. Seine Diagnose: Zentrale ökologische Grundlagen sind bereits zerstört, autoritäre Kräfte und Kriege nehmen zu, das Wachstum im globalen Norden stagniert. Statt Krise als Chance erwartet Saito eine Ära chronischer Notlagen, geprägt von Knappheit, Destabilisierung und Naturkatastrophen. Besonders zugespitzt ist seine These, dass Klimakollaps und Faschismus sich gegenseitig begünstigen, weil Menschen sich um das Wenige in nationalen Gruppen zusammenschließen werden. Als Antwort entwirft Saito einen „Dark Socialism“: eine Art ökologische Kriegswirtschaft, die er im Tonfall eines Bestsellers präsentiert. Er reaktiviert den Begriff der „Diktatur des Proletariats“, den er paradox als basisdemokratisch deutet. Genau hier liegt die Schwäche des Buches: Saito misstraut dem Markt, setzt aber zugleich auf autonome Initiative. Das erscheint als eine widersprüchliche Konstruktion, die wie liberaler Autoritarismus wirkt. Gegenüber moderateren Ansätzen wie Ulrike Herrmanns "Das Ende des Kapitalismus" positioniert sich Saito bewusst radikaler. Das macht sein Buch streitbar: kompromisslos in der Analyse, angreifbar in der politischen Lösung. Ein Hoffnungsschimmer bleibt dennoch: weniger Utopie als Überlebenswille. Kein tröstendes Buch, aber eines, das nachhallt.

Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Am Ende des Fortschritts
Das neue Buch des Star-Philosophen
Für einen notwendigen Umbau der Wirtschaft
Klarsichtige Analyse mit drastischem Ausblick

Kohei Saito, geboren 1987, ist Associate Professor für Philosophie an der Universität von Tokio. Er promovierte 2016 an der Humboldt-Universität zu Berlin, ist Mitherausgeber der Marx-Engels-Gesamtausgabe und wurde 2018 mit dem Isaac-Deutscher-Preis ausgezeichnet. Saitos ›Systemsturz‹ wurde in Japan ein großer Erfolg, das Buch verkaufte sich dort mehr als 500.000 Mal.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort Die Zukunft heißt Faschismus! 7
Kapitel 1 Die Ära des Klimakollapses und die permanente Mangelwirtschaft 11
Kapitel 2 Mit dem Technokapitalismus kommt der Faschismus 36
Kapitel 3 Das »Ende der Welt« und der Akzelerationismus 74
Kapitel 4 Führt die Planwirtschaft in den Absolutismus? 105
Kapitel 5 Was wir brauchen, um uns von Hayeks Bann zu befreien 131
Kapitel 6 Ist digitaler Sozialismus möglich? 152
Kapitel 7 Hayeks blinder Fleck und die grüne Kriegswirtschaft 178
Kapitel 8 Der späte Marx und die Diktatur des Proletariats 205
Kapitel 9 Die Diktatur der Ökologie 232
Kapitel 10 Die Hoffnung heißt Dunkler Sozialismus 272
Nachwort Die Apokalypse der Niemande 316
Anmerkungen 323
Register 355