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Aller Tage Abend
Roman
Jenny Erpenbeck
Random House
, Penguin Books Frankfurt
EAN: 9783328604013 (ISBN: 3-328-60401-4)
282 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 21cm, August, 2024
EUR 24,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Das Leben ist die Zeit, die dir bleibt
Wie lang wird das Leben des Kindes sein, das gerade geboren wird? Wer sind wir, wenn uns die Stunde schlägt? Wer wird um uns trauern? Jenny Erpenbeck nimmt uns mit auf ihrer Reise durch die vielen Leben, die in einem Leben enthalten sein können. Sie wirft einen scharfen Blick auf die Verzweigungen, an denen sich Grundlegendes entscheidet. Die Hauptfigur ihres Romans stirbt als Kind. Oder doch nicht? Stirbt als Liebende. Oder doch nicht? Stirbt als Verratene. Als Hochgeehrte. Als von allen Vergessene. Oder doch nicht? Meisterhaft und lebendig erzählt Erpenbeck, wie sich, was wir »Schicksal« nennen, als ein unfassbares Zusammenspiel von Kultur- und Zeitgeschichte, von familiären und persönlichen Verstrickungen erweist. Der Zufall aber sitzt bei alldem »in seiner eisernen Stube und rechnet«.
Jenny Erpenbeck, geboren 1967 in Ost-Berlin, debütierte 1999 mit der Novelle 'Geschichte vom alten Kind'. Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen, darunter Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiert, wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Thomas-Mann-Preis, dem Uwe-Johnson-Preis, dem Hans-Fallada-Preis und dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Auch international gilt Erpenbeck als wichtige literarische Gegenwartsautorin. So wurde sie u.a. mit dem britischen Independent Foreign Fiction Prize (inzwischen bekannt als International Booker Prize) und dem italienischen Premio Strega Europeo geehrt. Ihr Roman 'Heimsuchung' wird vom Guardian auf der Liste der '100 Best Books of the 21st Century' geführt. Die amerikanische Übersetzung ihres jüngsten Romans 'Kairos' war in den USA für den National Book Award nominiert und wurde 2024 mit dem International Booker Prize ausgezeichnet. Erpenbecks Werk erscheint in über 30 Sprachen.
Rezension
Zuletzt ist im August 2021 der neue Roman "Kairos" der (Ost-)Berliner Autorin Jenny Erpenbeck, geb. 1967 in einer privilegierten Familie der DDR-Kultur, erschienen, der anhand einer Ost-West-deutschen (toxischen) Liebesgeschichte zwischen dem 34 Jahre älteren Westdeutschen Hans und der 19-jährigen Ostberlinerin Katharina gegen Ende der 1980er Jahre den Hintergrund der untergehenden DDR und den Umbruch nach 1989 mit der Wiedervereinigung Deutschlands beschreibt. - Der Roman "Aller Tage Abend" erschien zuerst 2012. In diesem Roman läßt die Autorin "Aller Tage Abend" ihre Hauptfigur innerhalb eines Lebens fünfmal fiktiv den Tod finden, thematisiert Trauer und spielt damit durch, was wir Schicksal nennen: ein unfassbares Zusammenspiel von Kultur- und Zeitgeschichte, von familiären und persönlichen Verstrickungen. "Aller Tage Abend" ist eine Meditation über den Tod und die Trauer der Hinterbliebenen, - autobiographisch wohl veranlaßt durch den Tod der eigenen Mutter. Die Quintessenz dieses Romans lautet: »Schicksal« ist ein unfassbares Zusammenspiel von Kultur- und Zeitgeschichte, von familiären und persönlichen Verstrickungen. Zufall bestimmt wesentlich unser Leben, unser Schicksal und unseren Tod. Und die Kernfrage des Romans lautet: «Was wäre wenn ... ?» Es ist der Reiz des Irrealis, der diesen Roman ausmacht: In fünf Teilen erlebt der Leser entsprechend viele Varianten des Lebens einer Frau: im Säuglingsalter plötzlich verstorben, Ermordung, Tod in Gefangenschaft, Sturz auf der Kellertreppe oder Demenztod im Altersheim, zuglech die Verstrickungen eines Jahrhunderts in einem einzigen Frauenleben.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Pressestimmen:
»Ein politisch eindringlicher, literarisch hoch ambitionierter und tief beeindruckender Roman.«
Deutschlandradio, 29.05.2024
»Dieses Buch erzählt von fünf Leben, die ein einziges ergeben. Es wird bleiben.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2024
»Eine der kraftvollsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.«
NZZ am Sonntag, 29.05.2024 |
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