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Empirische Ethik und christliche Moral Zur Differenz einer areligiösen und einer religiösen Grundlegung der Ethik am Beispiel der Gegenüberstellung Schopenhauers mit Augustinus, der Scholastik und Luther
Empirische Ethik und christliche Moral
Zur Differenz einer areligiösen und einer religiösen Grundlegung der Ethik am Beispiel der Gegenüberstellung Schopenhauers mit Augustinus, der Scholastik und Luther




Matthias Koßler

Reihe: Beiträge zur Philosophie Schopenhauers


Königshausen & Neumann Verlag
EAN: 9783826017025 (ISBN: 3-8260-1702-1)
517 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 16 x 24cm, 1999

EUR 51,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
»Für die Möglichkeit der Ethik ist es nicht entscheidend, ob ihr die Religion zugrundegelegt wird oder die empirische Erfahrung. Es kommt vielmehr darauf an, wie die Religion oder die empirische Erfahrung und damit auch das Verhältnis beider zueinander aufgefaßt werden. Entscheidend ist nicht, in welchem Rahmen, sondern wie wir denken.«
Rezension
Es handelt sich bei diesem Buch um eine Mainzer Habilitationsschrift aus dem Jahre 1997. Diese Tatsache und vor allem der Untertitel mögen zunächst abschrecken, auch das Volumen der Arbeit – und sicherlich mag Schopenhauer nicht gerade im zentralen Interesse der Gegenwart stehen und Augustinus und die Scholastik und Luther wohl auch nicht … Gleichwohl: die Arbeit behandelt eine grundlegende Fragestellung, die heute, da die Religion ihren prägenden Wert in der Gesellschaft verloren hat, vielleicht wichtiger denn je ist: wo liegt der Unterschied zwischen einer religiösen und einer areligiösen Grundlegung der Ethik? Oder einfacher gesagt: kann es heute noch damit getan sein, sich ethisch einfach auf religiöse apodiktische Sätze etwa im 10-Gebote-Stil „Du sollst (nicht) …“ zu berufen? Läßt sich solche Ethik noch multikulturell und in pluralistischer Gesellschaft vermitteln und als Grundlage von Ethik verbindlich ausbringen? Diesem Problem spürt der Verfasser exemplarisch an Schopenhauer einerseits und der religiösen Tradition von Augustinus bis Luther andererseits tiefgründig nach.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort S. 9

Einleitung S. 11

A. Die Grundlage: Schopenhauer und Augustinus

Einleitung S. 27
1. Freiheit des Willens S. 31
1.1. Schopenhauers Auseinandersetzung mit Augustinus
in der Preisschrift über die Freiheit des Willens S. 31
1.2. Exkurs: Freiheit und Determination bei Augustinus S. 37
1.3. Freiheit und Determination bei Schopenhauer und Augustinus S. 68
1.4. Bejahung des Willens und Erbsünde S. 80
1.5. Verneinung des Willens und Gnade S. 90
2. Ewige Gerechtigkeit S. 102
3. Zeit und Ewigkeit S. 136
4. Ergebnisse S. 166

B. Zentrale Probleme: Schopenhauer und die Scholastik

Einleitung S. 170
1. Nolle S. 175
1.1. Das Nichts und die Mystik S. 178
1.2. Die Analogie bei Schopenhauer und Thomas von Aquin S. 183
1.3. Das Nolle und das Heilige S. 192
2. Principium individuationis S. 213
2.1. Die Grundlagen der scholastischen Diskussion S. 218
a.) Aristoteles und die Aufnahme in die islamische Philosophie S. 219
b.) Avicenna S. 222
c.) Avicebron S. 224
d.) Averroes S. 228
2.2. Materie als Individuationsprinzip S. 234
a.) Albertus Magnus S. 234
b.) Thomas von Aquin S. 255
2.3. forma substantialis und Individualität S. 265
2.4. Haecceitas S. 289
3. Ergebnisse S. 306

C. Die Zuspitzung: Schopenhauer und Luther

Einleitung S. 309
1. Unfreiheit des Willens S. 311
2. Erbsünde S. 339
3. Rechtfertigungslehre und Ethik S. 357
3.1. Rechtfertigung und Verneinung des Willens S. 358
3.2. Person und Individualität S. 369
3.3. Ethik: Nächstenliebe und Mitleid S. 379
4. Vernunft und Glaube S. 394

D. Schopenhauer und die empirische Wissenschaft

1. 'Eigentlich' immanenter und konsequent immanenter empirischer Standpunkt S. 422
2. Schopenhauers Metaphysik und der empirische Standpunkt S. 427
3. Schopenhauers empirische Ethik in der Preisschrift
und die metaphysische Ethik des Hauptwerks S. 447

E. Zum Problem der Begründung von Ethik

1. Religiöse und empirische Begründung der Ethik S. 461
2. Die Erfahrung des Charakters - Überlegungen zu einer kritisch-utilitaristischen Ethik S. 469


Literaturverzeichnis
A. Quellen S. 478
B. Sekundärliteratur S. 495
Personenregister S. 514