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Elias Canetti
Elias Canetti



Edition Text und Kritik
EAN: 9783883778006 (ISBN: 3-88377-800-1)
177 Seiten, kartoniert, 15 x 23cm, 2005

EUR 19,50
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die Aufsätze dieses neuen Bandes über Elias Canetti setzen sich kritisch mit seinem Gesamtwerk auseinander – und erkennen in den ein Leben lang notierten Aufzeichnungen das eigentliche Hauptwerk des Nobelpreisträgers.
Rezension
Der Nobelpreisträger Elias Canetti zählt zu den wichtigsten Literaten des 20. Jahrhunderts. Überwiegend erden sein Studie "Masse und Macht" und sein Roman "Die Blendung" als sein Hauptwerk betrachtet. Canetti selbst dagegen bezeichnet seine über Jahre sich erstreckenden Aufzeichnungen als das "Zentralmassiv". Diese Einschätzung wird auch durch die erste sich auf einen Teil des Nachlasses stützenden Biographie von dem Literaturwissenschaftler Sven Hanuschek bestätigt, siehe auch meine Rezension unter lehrerbibliothek.de. Diese neue Richtung in der Canetti-Forschung berücksichtigt insbesondere die vierte Auflage des zu Elias Canettis 100. Geburtstag erschienene Nr. 28 der anerkannten Reihe "Text + Kritik". Die zwölf Aufsätze von Professoren, Dozenten und Schriftstellern lassen in drei Gruppen unterteilen, eine dich sich mit dem essayistischen Werk Canettis auseinandersetzen, eine weitere Gruppe von Texten, in denen Canettis Hauptwerke sowie seine Dramen behandelt werden und eine dritte Gruppe von Abhandlungen, die sich mit persönlichen Beziehungen Canettis beschäftigen.
Durch den Band der Reihe "Text + Kritik" erhält der Deutschlehrer einen Einblick in das bisher in der Schule vernachlässigte essayistische Werk von Elias Canetti.

Dr. Marcel Remme, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Aus Anlass seines 100. Geburtstags am 25. Juli 2005 unterzieht die Neufassung des Heftes das Werk des 1994 verstorbenen Nobelpreisträgers Elias Canetti einer kritischen Würdigung. Die Beiträge widmen sich dem gesamten Spektrum des Autors – den noch vor dem Zweiten Weltkrieg entstandenen wesentlichen Werken ebenso wie den 1942 begonnenen und bis zuletzt geführten fortlaufenden »Aufzeichnungen«.

Hugo Dittberner schreibt über Canettis Aufzeichnungen als »Aufzeichnungsroman«; Irmgard Wirtz sichtet die Aufzeichnungen aus dem Nachlass.Eckart Goebel untersucht den großen Roman »Die Blendung « und seine Rezeption. Franziska Schößler beschäftigt sich mit den Theaterstücken Elias Canettis, Gerald Stieg mit seiner Essayistik. Susanne Lüdemann analysiert die umfangreiche, nicht unumstrittene Studie »Masse und Macht«. Achim Geisenhanslüke porträtiert Canetti als »autoritären Biografen«; Martin Bollacher untersucht sein Verhältnis zum Judentum und widmet sich außerdem den Paarverweigerungsstrategien des Autoren-Ehepaars Canetti; Claudia Liebrand schreibt über Canettis Affäre mit Iris Murdoch und Ines Schlenker über seine Freundschaft mit Marie Luise von Motesiczky.

Weitere Mitarbeiter sind Hans Bender und Robert Schindel. Eine Bibliografie beschließt dieses Heft, das Autor und Werk aus so vielen verschiedenen Perspektiven beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt


Hugo Dittberner
Das Buch gegen den Tod. Elias Canettis Aufzeichnungen 3

Irmgard Wirtz
Der Tod, die Familie und der Kegeljunge. Ein Themenkomplex aus den nachgelassenen Aufzeichnungen 18

Achim Geisenhanslüke
Macht, Autorität und Verstellung. Über Elias Canettis Autobiografie 31

Eckart Goebel
Gleichgewichtsstörung. Elias Canettis „Die Blendung“: ein Puppenspiel 44

Susanne Lüdemann
Die Masse im Feld der Anschauung. Über Elias Canettis „Masse und Macht“ 54

Gerald Stieg
„Eine Sprache so luzide wie die Lichtenbergs“. Sprache und Erkenntnis in Elias Canettis Essays 67

Franziska Schössler
Masse, Musik und Narzissmus. Zu den Dramen von Elias und Veza Canetti 76

Martin Bollacher
„Spaniole“ und „deutscher Dichter“. Elias Canettis Verhältnis zum Judentum 92

Helmut Göbel
Elias Canetti und Hugo von Hofmannsthals Chandos-Brief. Eine Anmerkung 104

Sven Hanuschek
„Alle grossen Beziehungen sind mir ein Rätsel“. Paarverweigerungsstrategien bei Elias Canetti 110

Claudia Liebrand
Versierte Liebe. Elias Canetti und Iris Murdoch 118

Ines Schlenker
„So grüss ich von Herzen meinen Hofmaler Mulo und küss ihn auf die Palette“. Die Freundschaft zwischen Elias Canetti und Marie-Louise von Motesiczky 126

Sven Hanuschek
Chronik von Elias Canetti 140

Irene Boose
Auswahlbibliographie Elias Canetti 150

Notizen 175