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Thomas Bernhard Text und Kritik - Zeitschrift für Literatur, Band 43 4. Auflage / Neufassung
Thomas Bernhard
Text und Kritik - Zeitschrift für Literatur, Band 43


4. Auflage / Neufassung

Hermann Korte (Hrsg.)

Edition Text und Kritik
EAN: 9783869165370 (ISBN: 3-86916-537-5)
288 Seiten, paperback, 15 x 23cm, Dezember, 2016

EUR 34,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Thomas Bernhard ist auch mehr als ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod noch und immer wieder herausfordernd und faszinierend. Diese Neufassung ermöglicht eine aktuelle Sicht auf sein Werk und vor allem auf die posthum erschienenen literarischen Texte, Briefe und Dokumente.

„Meine Preise“ und „Goethe schtirbt“, Bernhards Lyrik, Autobiografisches, der literarische Nachlass, die Interviews und der Briefwechsel mit dem Verleger Siegfried Unseld werden ebenso untersucht wie der rasche Aufstieg des Autors in den literarischen Klassiker-Kanon, die internationale Bernhard-Rezeption, das Verhältnis Bernhards zu Geschichte und Nationalsozialismus, seine Präsenz auf dem Theater und die intermediale Rezeption Bernhards etwa in Graphic Novels. Eine Auswahlbibliografie schließt das Heft ab.
Rezension
In 4. Auflage liegt dieser Band von "Text + Kritik" nun in kompletter Neufassung vor. An Thomas Bernhard scheiden sich bis heute die Geister; zunächst im Ruf des düsteren Nihilisten, dann des kompromisslosen Skandalschriftstellers, schließlich des grandiosen Übertreibungskünstlers: Thomas Bernhard hat mit seinem Werk, in dem sich persönliche Erfahrungen ebenso wie die jüngste Geschichte seiner Heimat Österreich spiegeln, internationalen Ruhm erlangt. Kein Autor hat nach dem Zweiten Weltkrieg die österreichische Öffentlichkeit so sehr polarisiert und Literatur so in den Focus der Öffentlichkeit gerückt wie Thomas Bernhard. Der in den Niederlanden als uneheliches Kind geborene österreichische Schriftsteller (1931 - 1989) zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er beschäftigte sich zunächst wesentlich mit Lyrik, wechselte dann aber zu Prosa und Drama. Sein Grundgefühl, ungeborgen und ungeliebt zu sein, manifestierte sich auch in ungezügelter Kritik monologischer Tiraden gegen jedermann, insbesondere gegen den "katholisch-nationalsozialistischen" Staat Österreich. - Die Reihe TEXT + KRITIK stellt mit jedem Heft eine wichtige Autorin oder einen wichtigen Autor der deutschsprachigen Literatur vor. Das Heft führt dabei in zentrale Themen und ästhetische Praktiken des Werks ebenso ein wie es den gegenwärtigen Stand der Forschung reflektiert und darüber hinaus die Aufmerksamkeit auf bisher weniger beachtete Aspekte von Biografie und Werk lenkt.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
TEXT+KRITIK
Begründet von Heinz Ludwig Arnold
Herausgegeben von Hannah Arnold, Steffen Martus, Axel Ruckaberle, Michael Scheffel, Claudia Stockinger und Michael Töteberg
Leitung der Redaktion: Hermann Korte
Die Zeitschrift für Literatur TEXT+KRITIK wurde im Sommer 1962 federführend von Heinz Ludwig Arnold gegründet. Im Februar 1963 erschien im Selbstverlag das Heft 1 über Günter Grass. Ab Heft 4 (über Georg Trakl) wurde TEXT+KRITIK vom Georgi Verlag Aachen betreut. 1969 übernahm der Richard Boorberg Verlag die Literaturzeitschrift und prägte mit Heft 23 (über Nelly Sachs) die bis heute typische Gestaltung von TEXT+KRITIK. Seitdem gehört die Literaturzeitschrift zum Programm des nach ihr benannten Münchner Verlags edition text + kritik mit seinen Schwerpunkten Literatur, Musik, Film und Kulturwissenschaft.
Im Mittelpunkt von TEXT+KRITIK stehen Autorinnen und Autoren der deutschsprachigen Literatur, vor allem der Gegenwart, aber auch der Literaturgeschichte – die Spannweite reicht von Martin Luther über Daniel Kehlmann bis hin zu Mangas, Comics und Graphic Novels.
TEXT+KRITIK vermittelt Literatur, macht mit seinen kritischen Essays selbst Lust aufs Lesen und richtet sich an alle, die sich mit Literatur beschäftigen.
Der Initiator dieses Forums für das literarische Gespräch, Heinz Ludwig Arnold, war bis zu seinem Tod im Herbst 2011 alleiniger Herausgeber von TEXT+KRITIK. In diesen Jahrzehnten hat er mit verschiedenen Redaktionskollegien zusammengearbeitet, zu denen u. a. gehörten: Gerd Hemmerich, Lothar Baier, Wolf Wondratschek, Urs Widmer, Jörg Drews, später für längere Zeit Helmut Heißenbüttel, dann Frauke Meyer-Gosau, Norbert Hummelt, Peter Waterhouse und Hudo Dittberner.
Inhaltsverzeichnis
Thomas Bernhard:
Brief an Anneliese Botond 5

Raimund Fellinger:
Thomas Bernhard als Menschenfänger? 7

Martin Huber:
"beinahe alles falsch"? Dichtung und Wahrheit in Thomas Bernhards "Meine Preise" 10

Natalie Binczek:
Mittler und Vermittlungen. Formen der Umschrift in Thomas Bernhards Erzählung "Goethe schtirbt" 29

Bernhard Sorg:
Der Berechnende und der Geduldige. Ein Schriftsteller und sein Verleger 41

Clemens Götze:
"Mit allen Anzeichen der Empörung". Thomas Bernhard als Leserbriefschreiber 52

Axel Diller:
Das vergessene Werk. Thomas Bernhards Lyrik 66

Alfred Pfabigan:
"Gespräch nennen Sie das?". Anmerkungen zu den Interviews des Thomas Bernhard 92

Kalina Kupczynska:
Die Rede zeigen / Die Rede nicht zeigen. Tragödie und Komödie in Bernhard-Comics von Nicolas Mahler 107

Nicolas Pethes:
"glauben Sie mir". Die Ausweitung der literarischen Kampfzone in Thomas Bernhards Interviews, Briefen, Preisreden und Feuilletonbeiträgen 126

Jens Dittmar:
Holzzwerge 140

Raimund Fellinger:
Die imaginäre Bibliothek des Thomas Bernhard 145

Bernhard Judex:
Das "größte politische Dilemma der Geschichte". Krieg und Nationalsozialismus bei Thomas Bernhard 153

Joachim Hoell:
Thomas Bernhard und der Österreich-Komplex 166

Hermann Korte:
Der polternde Alte. Zur Transformation eines komödiantischen Rollenfachs in Thomas Bernhards "Der Weltverbesserer" und "Der Theatermacher" 181

Verena Ronge:
Frauenfiguren im dramatischen Werk Thomas Bernhards. Zur Subversion des Bildes der sprach(macht)losen Frau 200

Špela Virant:
"Die Kunst ist immer eine andere Kunst" oder Die Sprache als Schild und Peitsche. Zu Thomas Bernhards "Die Macht der Gewohnheit" und "Alte Meister" 213

Bernhard Arnold Kruse:
Melancholie, Wahnsinn und Musik. Ironisches Spiel in "Frost" 223

Manfred Mittermayer / Eva Edelmann:
Dem interpretierenden Volk unerreichbar? Zur Rezeption von Bernhards Dramen durch die Theaterkritik 239

Klaus Zeyringer:
"Soweit ich weiß, ist das die Thomas-Bernhard-Methode". Aperçus der internationalen Rezeption 257

Axel Diller:
Forschungsliteratur zu Thomas Bernhard (Auswahlbibliografie) 270

Biografische Notiz 284

Notizen 285