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Das Frühjudentum und die Anfänge des Christentums Ein Studienbuch
Das Frühjudentum und die Anfänge des Christentums
Ein Studienbuch




Markus Tiwald

Kohlhammer
EAN: 9783170309227 (ISBN: 3-17-030922-6)
368 Seiten, paperback, 16 x 24cm, 2016, 11 Abb.

EUR 60,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die Trennung zwischen Juden und Christen war ein langer und keineswegs monolinearer Prozess, der an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten ablief und von keiner Seite bewusst gesteuert wurde. Erst im Ineinanderblenden von politischen, soziologischen, ökonomischen und religiösen Mustern lässt sich verstehen, wie eng das frühe Christentum mit dem Judentum verbunden war, warum sich die Wege irgendwann trotzdem trennten und warum Christen auch weiterhin auf ihre jüdischen Wurzeln verwiesen bleiben. In der Zusammenschau von Texten, archäologischen Funden, soziologischen Hintergründen und theologischen Argumentationsmustern entwirft Tiwald ein Bild des Frühjudentums, das die Matrix des späteren Christentums wurde.

Prof. Dr. Markus Tiwald lehrt Biblische Theologie und ihre Didaktik - Schwerpunkt Neues Testament - an der Universität Duisburg-Essen.
Rezension
Die renommierte bibelwissenschaftliche Reihe "Beiträge zur Wissenschaft vom Alten und Neuen Testament" (BWANT) aus dem Stuttgarter Kohlhammer-Verlag schließt mit dem anzuzeigenden Band in erfreulicher Weise eine Lücke in der Welt der Lehrbücher zum Neuen Testment: er leuchtet das frühjüdische Umfeld des Christentums umfassend und auf aktuellem Forschungsstand aus. Dabei steht insbesondere die derzeit intensiv diskutierte Frage des „Parting of the Ways“ (Trennung von Juden und Christen) im Zentrum sowie die damit verbundenen theologischen wie soziologischen Implikationen. Des Weiteren bietet der Band eine aktuelle Übersicht zu den frühjüdischen Gruppierungen der Sadduzäer, Pharisäer, Essener, Zeloten und Samaritaner, sowie frühjüdischen Schriftstellern, wo die jüngere Forschung tiefgreifende Neupositionierungen durchgeführt hat. Besonders in der Qumranfrage versucht der Band auch die aktuellen archäologischen Befunde mit zu berücksichtigen.

Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Die "Beiträge zur Wissenschaft vom Alten und Neuen Testament" (BWANT) umfassen alt- und neutestamentliche Untersuchungen, aber auch Arbeiten zur frühjüdischen und frühchristlichen Literatur sowie zu religions- oder sozialgeschichtlichen Problemen der Bibel und ihrer Umwelt.
Die Reihe wurde 1908 mit zunächst alttestamentlichem Schwerpunkt von Rudolf Kittel gegründet ("Beiträge zur Wissenschaft vom Alten Testament") und von Albrecht Alt, Gerhard Kittel, Leonhard Rost, Karl Heinrich Rengstorf, Siegfried Herrmann, Horst Balz und Walter Dietrich fortgeführt. Seit der dritten Folge (Band 37, 1926) wurde das Neue Testament mit einbezogen. Mit der zehnten Folge (Band 181) hat sich der Herausgeberkreis erweitert. In seiner neuen Zusammensetzung bildet sich die ökumenische Öffnung ab, die die Reihe im Autoren- und Themenkreis längst erfahren hat.
Die über 200 Bände der Reihe umfassen Dissertationen und Habilitationsschriften, aber auch Arbeiten arrivierter Forschender sowie Sammelbände zu unterschiedlichsten Spezialthemen wie übergreifenden Fragestellungen. Probleme der Septuaginta, Beziehungen zwischen Frühjudentum und Urchristentum, hermeneutische und textlinguistische Fragestellungen setzen neue Akzente. Die Reihe richtet sich an Fachgelehrte und Fachbibliotheken, aber auch an Studierende sowie an theologisch, literarisch und historisch Interessierte.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 19

Einführung 21

„Schon viele haben es unternommen …“ – Intention des Bandes 21
„… alles der Reihe nach aufzuschreiben“ – Gliederung des Bandes 23

I. „Frühjudentum“ und „Urchristentum“ 25

1. Frühjudentum 25

1.1 Der Begriff „Frühjudentum“ 25
1.2 Zeitlicher Rahmen des Frühjudentums 26
1.3 Frühjüdische Pluriformität 28
1.3.1 „Normatives Judentum“/„pharisäisch-rabbinische Prägung“? 28
1.3.2 „Mainstream Judaism“ vs. „Sectarian Judaism“? 29
1.3.3 Die Frage nach einer gemeinsamen frühjüdischen Identität 30

2. Urchristentum 31

2.1 Der Begriff „Urchristentum“ 31
2.1.1 Die Problematik des Begriffes 31
2.1.2 Die ersten „Christen“ 32
2.2 „Parting of the Ways“ 33
2.2.1 Jesus 33
2.2.2 Die ersten Jünger Jesu 34
2.2.3 „Synode von Javne“ – birkat ha-minim – Synagogenausschluss 35
2.2.4 Jüdische Christenverfolgung und der Messiasglaube? 36
2.2.5 Die Entwicklung in patristischer Zeit 37
2.2.6 Auswertung des Urteils der Kirchenväter 43
2.2.7 Christen hebräischer Abstammung oder Judaizanten? 44
2.2.8 Pseudepigrapha im jüdisch-christlichen Grenzbereich 44
2.2.9 Der fiscus Judaicus 45
2.2.10 Wann also schieden sich die Wege? 47
2.3 Wann begann und wann endete das Urchristentum? 48
2.3.1 Wann endete das Urchristentum? 48
2.3.2 Wann begann das Christentum? 49
2.4 Urchristentum oder „Urchristentümer“? 50

II. Geschichte des Frühjudentums 53

1. Das Babylonische Zeitalter 53

1.1 Die erste babylonische Deportation 53
1.2 Tempelzerstörung und babylonisches Exil 53
1.2.1 Tempelzerstörung 53
1.2.2 Zweite Deportation und Exilszeit 54

2. Persische Zeit 55

2.1 Kyrosedikt 55
2.2 Tempelbau 55

3. Frühhellenistische Zeit 56

3.1 Die Zeit unter Alexander dem Großen 56
3.1.1 Die militärischen Erfolge Alexanders 56
3.1.2 Jerusalem unter Alexander dem Großen 56
3.1.3 Die kulturelle Bedeutung Alexanders: der Hellenismus 56
3.2 Die Diadochenkämpfe (322–301 v. Chr.) 57
3.2.1 Die militärisch-politische Situation 57
3.2.2 Die Lage in Palästina zur Zeit der Diadochenkämpfe 57
3.3 Ptolemäische Herrschaft in Palästina (301–200 v. Chr.) 58
3.3.1 Politische Rahmenbedingungen 58
3.3.2 Soziopolitische Konsequenzen unter den Tobiaden 58
3.3.3 Die ägyptische Diaspora 59
3.4 Seleukidische Herrschaft in Palästina (200–135 v. Chr.) 59
3.4.1 Antiochos III., der Große 59
3.4.2 Die Entwicklungen unter Jason 60
3.4.3 Die Krise unter Antiochos IV. Epiphanes 61

4. Die Zeit der Makkabäer und Hasmonäer 63

4.1 Die Makkabäer 63
4.1.1 Soziale Vorbedingungen des Aufstands 63
4.1.2 Der Beginn des Aufstands unter Mattathias 63
4.1.3 Der Befreiungskampf des Judas Makkabaios 63
4.1.4 Tod des Judas 65
4.1.5 Jonatan 65
4.1.6 Simon 67
4.2 Die Hasmonäer 68
4.2.1 Johannes Hyrkanos 68
4.2.2 Aristobulos I. 69
4.2.3 Alexander Jannaios 70
4.2.4 Salome Alexandra 71
4.2.5 Aristobulos II. – ein Bruderzwist im Hause Hasmon 72

5. Römische Zeit 73

5.1 Politische Rahmenbedingungen 73
5.1.1 Der Beginn der römischen Herrschaft in Judäa 73
5.1.2 Der römische Bürgerkrieg 74
5.2 Das herodianische Zeitalter 74
5.2.1 Hyrkanos II. (63–40 v. Chr.) 74
5.2.2 Antipatros 75
5.2.3 Die Söhne des Antipatros, Phasael und Herodes 75
5.2.4 Mattathias Antigonos, letzter Hasmonäerkönig (40–37 v. Chr.) 76
5.2.5 Herrschaftsantritt von Herodes 77
5.2.6 Herodes’ Stabilisierung der Macht nach außen 78
5.2.7 Herodes’ Stabilisierung der Macht nach innen 78
5.2.8 Kindermord von Betlehem? 79
5.2.9 Herodes’ Bautätigkeit 80
5.2.10 Die sozialen Verhältnisse zur Zeit des Herodes 81
5.2.11 Herodes’ Frauen, Söhne und Erben 82
5.3 Die Zeit nach Herodes 83
5.3.1 Die Nachfolge des Herodes 83
5.3.2 Archelaos (4 v. Chr.–6 n. Chr.) 84
5.3.3 Philippos (4. v. Chr.–33/34 n. Chr.) 84
5.3.4 Herodes Antipas (4. v. Chr.–39 n. Chr.) 85
5.3.5 Johannes der Täufer 86
5.3.6 Jesus von Nazaret 87
5.4 Judäa unter römischer Herrschaft (6–41 n. Chr) 91
5.4.1 Die Provinz Judäa und der Zensus des Quirinius 91
5.4.2 Die römischen Prokuratoren von 6–41 n. Chr. 92
5.4.3 Pontius Pilatus (26–36 n. Chr.) 93
5.4.4 Die römische Herrschaft und der Hohe Rat 95
5.5 Die Ära von Agrippa I. bis Agrippa II. 96
5.5.1 Agrippa I. (37–44 n. Chr.) 96
5.5.2 Die Caligulakrise 96
5.5.3 Der weitere Aufstieg Agrippas unter Claudius 97
5.5.4 Weitere Taten und Ende des Agrippa 97
5.5.5 Agrippa II. (50–100 n. Chr.) 98
5.6 Die römischen Prokuratoren (44–66 n. Chr.) 99
5.6.1 Judäa als römische Provinz: Politische Implikationen 99
5.6.2 Cuspius Fadus (44–46 n. Chr.) 100
5.6.3 Tiberius Alexander (46–48 n. Chr.) 100
5.6.4 Ventidius Cumanus (48–52 n. Chr.) 100
5.6.5 Antonius Felix (52–60 n. Chr.) 101
5.6.6 Porcius Festus (60–62 n. Chr.) 101
5.6.7 Die Hinrichtung des Herrenbruders Jakobus 102
5.6.8 Albinus (62–64 n. Chr.) 102
5.6.9 Gessius Florus (64–66 n. Chr.) 102

6. Vom Jüdischen Krieg bis zum Bar Kochba-Aufstand 102

6.1 Der Erste Jüdische Krieg (66–74 n. Chr.) 102
6.1.1 Vorgeschichte 102
6.1.2 Innerjüdische Richtungskämpfe und der Beginn des Krieges 103
6.1.3 Flavius Josephus und die Situation in Galiläa 104
6.1.4 Vespasian in Galiläa (67 n. Chr.) 105
6.1.5 Bürgerkrieg in Jerusalem (68–69 n. Chr.) 106
6.1.6 Flucht der Christen nach Pella 107
6.1.7 Die Eroberung Jerusalems (70 n. Chr.) 107
6.1.8 Die Erstürmung Masadas (74 n. Chr.) 108
6.2 Zwischen den Kriegen (74–132 n. Chr.) 109
6.2.1 Die ökonomischen Folgen des Krieges 109
6.2.2 Die Folgen des Krieges für die Religion 109
6.2.3 Regruppierung in Javne durch Jochanan ben Zakkai 110
6.2.4 Gamaliel II. 110
6.2.5 Diaspora-Aufstand unter Trajan 111

7. Die Zeit ab dem Bar Kochba-Aufstand 111

7.1 Der Bar Kochba-Aufstand (132–135 n. Chr.) 111
7.1.1 Die Vorgeschichte 111
7.1.2 Bar Kochba und der messianische Anspruch 111
7.1.3 Der Verlauf der Revolte 112
7.1.4 Die Folgen der Revolte 113
7.2 Uscha und Bet Schearim 113
7.2.1 Uscha 113
7.2.2 Jehuda ha-Nasi, „Rabbi“ (175–217 n. Chr.) 114
7.3 Das Rabbinische Judentum 114
7.3.1 Die Entstehung 114
7.3.2 Der Titel „Rabbi“ 115
7.3.3 Periodisierung der Geschichte 115

III. Gruppierungen des Frühjudentums 117

1. Die Entstehung der Sadduzäer, Essener, Pharisäer 117

1.1 Hasidäer als Vorläufer von Pharisäern und Essenern? 117
1.2 Zeitliche Verortung der Anfänge dieser Gruppierungen 119
1.2.1 Zeitliche Verortung der Anfänge der Pharisäer 119
1.2.2 Zeitliche Verortung der Anfänge der Qumrangemeinde 121

2. Sadduzäer und Pharisäer 123

2.1 Die Quellenlage 123
2.1.1 Keine Primärtexte erhalten 123
2.1.2 Flavius Josephus 123
2.1.3 Sadduzäer und Pharisäer im NT 125
2.1.4 Rabbinische Quellen 127
2.2 Namensgebung 128
2.2.1 Der Name Sadduzäer 128
2.2.2 Der Name Pharisäer 128
2.3 Gesellschaftliche Verortung 129
2.3.1 Soziale Schicht 129
2.3.2 Habitat 129
2.4 Theologie 131
2.4.1 Theologie der Sadduzäer 131
2.4.2 Theologie der Pharisäer 132

3. Herodianer 132

4. Essener 133

4.1 Archäologische Eckdaten zu Ḥirbet Qumran 133
4.1.1 Datierung nach R. de Vaux 133
4.1.2 Datierung nach J. Magness 134
4.2 Theorien zu Ḥirbet Qumran 134
4.2.1 „Groningen Hypothesis“ 134
4.2.2 Qumran: Festung, villa rustica oder Papyrusmanufaktur? 135
4.2.3 Die Verbindung der Schriftrollen mit Ḥirbet Qumran 136
4.2.4 Qumran und die Sadduzäer 137
4.2.5 Qumran und die Essener 138
4.2.6 Qumran und die Pharisäer 140
4.2.7 Größe der Qumran-Gemeinde, Lebensunterhalt, Reinheitsriten 141
4.3 Die Essener in der Darstellung des Josephus 142
4.3.1 Glaube an Vorherbestimmung und Auferstehung 142
4.3.2 Sabbatheiligung 143
4.3.3 Essener in Jerusalem 143
4.3.4 Der Befund bei Josephus im Lichte der Qumrantexte und archäologischen Funde 144
4.4 Das Zeugnis des Philo über die Essener 145
4.5 Plinius d. Ä. und die Frage der Ehelosigkeit in Qumran 146
4.5.1 Plinius der Ältere über die Essener 146
4.5.2 Ehelosigkeit der Essener bei Plinius, Josephus und Philo 147
4.5.3 Ehelosigkeit und die Friedhöfe in Ḥirbet Qumran 148
4.5.4 Verbot von Geschlechtsverkehr statt „Ehelosigkeit“ 148
4.6 Der „Lehrer der Gerechtigkeit“ 150
4.6.1 Historischer Hintergrund 150
4.6.2 Der „Prophet wie Mose“ 150
4.6.3 Der „Lehrer der Gerechtigkeit“ als „Prophet wie Mose“ 151
4.6.4 „Prophet wie Mose“ und die drei Gruppierungen 152

5. Zeloten 153

5.1 Herkunft 153
5.1.1 Die „vierte Philosophenschule“ 153
5.1.2 Die Aufständischen und die Pharisäer 154
5.1.3 Der Name „Zeloten“ 154
5.2 Zielsetzung der Zeloten 155
5.2.1 Der „Eifer für Gott“ 155
5.2.2 Die Zeloten, der Kaiserkult und die Steuerfrage 155
5.2.3 Eschatologische oder realpolitische Ausrichtung der Zeloten? 156
5.3 Die Zeloten und die „Räuber“ 157
5.3.1 Die λῃσταί 157
5.3.2 Soziale Schichtung 158
5.3.3 Die λῃσταί und die Römer 158
5.4 Sikarier 159
5.4.1 Die Bezeichnung σικάριος 159
5.4.2 Sikarier und Zeloten 159
5.4.3 Die Einheitlichkeit von Zeloten und Sikariern 160

6. Die vier Gruppierungen im Gesamt damaligen Judentums 160

6.1 Wie repräsentativ waren diese Gruppierungen? 160
6.2 Toraobservanz – (auch) eine Frage des Wohlstands 161
6.3 Toraobservanz – (auch) eine Frage der Bildung 162

7. Das Frühjudentum in der Diaspora 163

7.1 Eckdaten 163
7.1.1 Zahlen und geographischer Rahmen 163
7.1.2 Gründe für das Leben in der Diaspora 163
7.1.3 Soziale Assimilation und Segregation 164
7.2 Septuaginta und Aristeasbrief 165
7.2.1 Anlass der Bibelübersetzung 165
7.2.2 Die Septuaginta in der Deutung des Aristeasbriefs 165
7.2.3 Das theologische Anliegen des Aristeasbriefs 166
7.3 Philo von Alexandria 167
7.3.1 Herkunft, gesellschaftliche Stellung, biographische Fixpunkte 167
7.3.2 Bildung 167
7.3.3 Theologie 168
7.4 Terminologische Klärungen 169
Exkurs 1: „Ritual- und Reinheitstora“ versus „Sittengesetz“? 169
Exkurs 2: Zu den Ausdrücken „liberal“ und „konservativ“ 170
7.5 Politische Rahmenbedingungen 171
7.5.1 Jüdisches Sonderrecht 171
7.5.2 Das Judentum als religio licita? 172
7.5.3 Privilegien für Juden als ad hoc Regelungen 172
7.5.4 Privilegien und lokales Stadtrecht 174
7.5.5 Der Status der Juden und das „Parting of the Ways“ 174
7.6 Synagogen 176
7.6.1 Begriff 176
7.6.2 Funktion der Synagoge 177
7.6.3 Entstehung der Synagoge in der Diaspora 177
7.6.4 Synagogen in Palästina zur Zeit des Zweiten Tempels 178
7.6.5 Die Theodotos-Inschrift 179
7.6.6 Der Synagogengottesdienst 180
7.6.7 Synagogenpredigt 181

8. Frühjüdische Schriftsteller, Schriften und Quellen 182

8.1 Flavius Josephus 183
8.1.1 Herkunft und Jugend 183
8.1.2 Josephus im Jüdischen Krieg 184
8.1.3 Das Werk des Josephus 184
8.1.4 Bewertung von Josephus’ OEuvre 185
8.2 Frühjüdische Apokrypha und Pseudepigrapha 187
8.2.1 Nomenklatur 187
8.2.2 Relevanz für unseren Zeitabschnitt 187
8.3 Apokalyptische Schriften 188
8.3.1 Definition 188
8.3.2 „Apokalyptisch“ und „eschatologisch“ 189
8.3.3 Historische Rahmenbedingungen der Apokalyptik 190
8.3.4 Beispiele für apokalyptisches Schrifttum 190
8.4 Qumrantexte 191
8.4.1 „Biblische“ Texte 191
8.4.2 Apokryphe und pseudepigraphische Texte 191
8.4.3 Genuine Texte der Qumraniten 192
8.4.4 Einheitlichkeit des Corpus 192
8.5 Rabbinische Schriften als Quellen zum Frühjudentum? 193
8.5.1 Problem der Datierung 193
8.5.2 Targumim 194
8.6 Christliche Quellen zum Frühjudentum 194
8.7 Archäologie als Quelle zum Frühjudentum 195

9. Samaritaner 196

9.1 (Vor-)Geschichte des samaritanischen Schismas 196
9.1.1 Der Fall des Nordreichs 196
9.1.2 Nachexilischer Tempelbau, Kulteinheit und Kultreinheit 196
9.1.3 Verschärfung der Spannungen unter Alexander d. Gr 198
9.1.4 Der endgültige Bruch unter Johannes Hyrkanos 198
9.1.5 Weitere Zuspitzung des Konflikts nach der Trennung 199
9.1.6 Rabbinen und Samaritaner 199
9.2 Überlieferungen der Samaritaner 199
9.2.1 Differenzen Juden – Samaritaner 199
9.2.2 Der samaritanische Pentateuch 200

10. Johannes und Jesus, Jesusbewegung, Urchristen 200

10.1 Johannes der Täufer 200
10.2 Jesus von Nazaret 202
10.2.1 Jesus und der Täufer 202
10.2.2 Theologisches Anliegen Jesu 203
10.2.3 Jesus in seinem Kontext 204
10.2.4 Letzte Tage und Tod Jesu 206
10.3 Die Jesusbewegung in Palästina und Syrien 209
10.3.1 Stephanus und die „Hellenisten“ aus Apg 6 209
10.3.2 Philippus und die Samaritanermission 210
10.3.3 Die Verfolgung durch Agrippa I. 211
10.4 Von Antiochia nach Rom 212
10.4.1 Die Gemeinde von Antiochia und Paulus 212
10.4.2 Apostelkonvent und Antiochenischer Konflikt (48/49 n. Chr.) 213
10.4.3 Paulus als Gründer des Christentums? 215
10.4.4 Paulus und die „Gottesfürchtigen“ 216
10.4.5 Paulus als persona non grata in jüdischen Gemeinden 216
10.4.6 Die Religionspolitik des Claudius 217
10.4.7 Kollektenübergabe und Gefangennahme des Paulus 219
10.4.8 Nero (37–68 n. Chr.) und die Christen 220
10.4.9 Die Herrschaft des Domitian (81–96 n. Chr.) 223
10.4.10 Das Christentum unter Trajan (115–117 n. Chr.) 224

11. Die Jesusbewegung im Gesamt des Frühjudentums 226

11.1 Die Sadduzäer und die Jesusbewegung 226
11.2 Die Pharisäer und die Jesusbewegung 227
11.3 Die Essener und die Jesusbewegung 227
11.3.1 Keine Erwähnung im NT 227
11.3.2 Unterschiede von Qumrantexten und NT 228
11.3.3 Die Frage der Ehelosigkeit 228
11.3.4 Keine Texte des NT in Qumran 229
11.3.5 Berührungspunkt 1: Autoritative Tora-Interpretation 229
11.3.6 Berührungspunkt 2: Pescher-Exegese 230
11.3.7 Johannes der Täufer und die Qumraniten? 230
11.3.8 Essener unter den ersten Christen? 231
11.4 Die Zeloten und die Jesusbewegung 231
11.4.1 Jesus und die kaiserliche Steuer 231
11.4.2 Zeloten im Gefolge Jesu 232
11.4.3 Jesus als Zelot? 233
11.4.4 Sozioökonomische und soziopolitische Berührungspunkte 234
11.5 Die Apokalyptik und die Jesusbewegung 235
11.6 Die Samaritaner und die Jesusbewegung 235
11.6.1 Die Samaritaner im NT 235
11.6.2 Hat Jesus auch Samaritanern gepredigt? 236
11.6.3 Die Samaritanermission der ersten Christen 236

IV. Soziopolitische und sozioreligiöse Vernetzungen im Frühjudentum Palästinas 237

1. Soziale Entwurzelung zur Zeit Jesu? 237

1.1 Die These von G. Theißen 237
1.2 Kritik an der These von G. Theißen 238
1.2.1 Jesus als politischer Revolutionär? 238
1.2.2 Wandercharismatiker als Konstrukt? 239
1.2.3 Massenverelendung und grassierende soziale Entwurzelung? 239
1.3 Ein cultural split innerhalb der jüdischen Gesellschaft 240
1.3.1 Galiläa – Land der Gegensätze 240
1.3.2 Religiöse oder ökonomische Motive? 241
1.3.3 Verschärfung des ökonomischen Ungleichgewichts 241
1.3.4 Tiberias, Sepphoris, Magdala – und Jesus? 242
1.3.5 Jesus in heidnischen Städten? 243
1.3.6 Selektiver geographischer Radius – Wiederherstellung Israels? 244
1.3.7 Jesu Option für die Armen 245

2. Sozialbanditen und Zeichenpropheten 246

2.1 Sozialbanditen 246
2.1.1 Der Ausdruck „Sozialbandit“ 246
2.1.2 Sozialbanditen zur Zeit Jesu 246
2.1.3 Moderne Parallelen zu den „Sozialbanditen“ der Zeit Jesu 248
2.2 Zeichenpropheten 249
2.2.1 Zeichenpropheten und Widerstandskämpfer 249
2.2.2 Zeichenpropheten in Palästina zur Zeit Jesu 250
2.2.3 Jesus als Zeichenprophet 251

3. Soziale Spannungen in der Geschichte Israels 252

3.1 Soziopolitische Hintergründe 252
3.2 Niederschlag sozialer Spannungen in der Literatur 254
3.2.1 Apokalyptische Literatur 254
3.2.2 Henochs Epistel 254

V. „Tora“ und „Tempel“ als identity markers in Frühjudentum und Urchristentum 257

1. Terminologie „Tora“ 258

2. Die „Tora“ im Frühjudentum 259

2.1 Unterschiedliche Tora-Theologien in Palästina 260
2.1.1 Tora als personifizierte Weisheit Gottes 260
2.1.2 Tora als Schöpfungsordnung in Qumran 260
2.1.3 Korrespondenz von Protologie und Eschatologie in Qumran 261
2.1.4 „Lehrer der Gerechtigkeit“ und „Prophet wie Mose“ 261
2.1.5 Eschatologisches Sonderwissen als „Tora“ 262
2.1.6 Eschatologisches Sonderwissen in Musar leMevin 263
2.1.7 Eschatologisches Sonderwissen in 4Esr 264
2.1.8 Eschatologisches Sonderwissen unter den Jesusjüngern 265
2.2 Gesetz im griechischsprachigen Frühjudentum 265
2.3 Abschließende Wertung 266

3. Fragen zum biblischen Text 266

3.1 „Kanon“ und „Kanongrenzen“ 267
3.1.1 Zum Begriff „Kanon“ 267
3.1.2 „Kanongrenzen“ 267
3.1.3 Dreigliedriger Kanon? 268
3.1.4 Unterschiedliche „Kanonkonzepte“ 269
3.2 Textvarianten 270

4. Der Tempel im Frühjudentum 271

4.1 Der protologisch-eschatologische Vorbehalt 271
4.2 Der Tempel als Machtfaktor 272
4.2.1 Der Tempel als politischer Machtfaktor 272
4.2.2 Der Tempel als ökonomischer Machtfaktor 272
4.3 Theologische Ansätze zum Tempelkult 273
4.3.1 Tempelkritik im Frühjudentum 273
4.3.2 Himmlischer Tempel – Spiritualisierung von Opfermetaphorik 274
4.3.3 Der endzeitliche Tempel 275
4.3.4 Ein Tempel aus lebenden Menschen 275

5. Jesus und die „Tora“ 276

5.1 Status quaestionis 276
5.2 Jesus als Ausleger der „Tora“ 277
5.2.1 Keine Thematisierung der „Tora“ bei Jesus? 277
5.2.2 Eschatologie und Protologie bei Jesus 278
5.2.3 Jesus und die Ehescheidung 278
5.2.4 Jesus und die familia Dei 279
5.2.5 Jesus und die Reinheitstora 280
5.3 Jesus und der Sabbat 281
5.3.1 Pluriforme Sabbathalachot im Frühjudentum 282
5.3.2 Protologischer und eschatologischer Sabbat bei Jesus 283
5.4 Abschließende Wertung: Jesus und die „Tora“ 284

6. Jesus und der Tempel 285

6.1 Jesu positives Verhältnis zum Tempel 285
6.2 Jesu Tempelaktion und Tempelwort 285
6.3 Protologie und Eschatologie im Tempelverständnis Jesu 286

7. Die „Hellenisten“ 287

7.1 Der Stephanuskreis und die „Hellenisten“ 287
7.1.1 Die „Hellenisten“ in Apg 6 287
7.1.2 Die „Hellenisten“ und der Tempel 287
7.1.3 Christus als hilastērion 289
7.1.4 Beschneidungsfreie Heidenmission 290
7.2 Frühjüdisch-liberale Positionen und das Urchristentum 292
7.2.1 Liberale Positionen zu Speisevorschriften im Frühjudentum 292
7.2.2 Liberale Positionen zu Ehevorschriften 293
7.2.3 Die „extremen Allegoristen“ 294

8. Paulus 295

8.1 Biographie 295
8.1.1 Paulus vor seiner „Bekehrung“ 295
8.1.2 Lehrjahre 295
8.2 Theologie 296
8.2.1 Das „Gesetz“ bei Paulus 296
8.2.2 Die „Werke des Gesetzes“ 296
8.2.3 Christus als „Ziel des Gesetzes“ 299
8.2.4 Posteriorität der Sinaitischen Tora 300
8.2.5 Die Ritual- und Reinheitstora als „Pädagoge“ 302

9. Logienquelle und Matthäusevangelium 304

9.1 Logienquelle 304
9.1.1 Geographisches und theologisches Habitat 304
9.1.2 Trägergruppe:„Jesusgläubige Juden“ 305
9.2 Matthäusevangelium 306
9.2.1 Geographisches und theologisches Habitat 306
9.2.2 Matthäusevangelium, Judentum, Tora 306

10. Das lukanische Doppelwerk 308

Schlusswort: Religionssoziologische Überlegungen zu identity markers 311

Anhang 315

Zeittafel 315
Spektrum des Frühjudentums 317
Spektrum des Urchristentums und der frühen Kirche 318
Sozialpyramide in Palästina zur Zeitenwende 319
Herrschaftsverhältnisse in Palästina in römischer Zeit 320
Das Haus der Hasmonäer 321
Das Haus des Herodes 322
Abbildungen 323

Register 335

Sachregister 335
Stellenregister (in Auswahl) 339

Abkürzungen und Zitationsmodus 343

Literatur 345