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Zur Metaphysik der symbolischen Formen
Zur Metaphysik der symbolischen Formen




Ernst Cassirer

Meiner Hamburg
EAN: 9783787345786 (ISBN: 3-7873-4578-7)
404 Seiten, kartoniert, 12 x 19cm, Juli, 2024

EUR 26,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Als 1929 der dritte Teil von Ernst Cassirers »Philosophie der symbolischen Formen«, die »Phänomenologie der Erkenntnis«, erschien, waren damit nicht alle für diesen Band verfassten Texte publiziert: Der eigentlich vorgesehene Schlussabschnitt fand darin keinen Platz mehr. Neben diesem Abschlusstext von Cassirers Hauptwerk enthält die Studienausgabe weitere wichtige Texte Cassirers zur Metaphysik der symbolischen Formen.

Es hat weitreichende Spekulationen darüber gegeben, ob Cassirer einen weiteren, vierten Band seines Hauptwerks hat schreiben wollen. Die Antwort ist aus den hier publizierten Texten zu ersehen: Sie enthalten Entwürfe und Ausarbeitungen zu der im dritten Band angekündigten Kritik der zeitgenössischen Philosophie, wobei Cassirer über vorherige Arbeiten etwa zur Lebensphilosophie oder Anthropologie weit hinausgeht. Zugleich erfährt die Darstellung seiner eigenen Philosophie eine Vertiefung: Mit der Lehre von den Basisphänomenen versucht er, der »Philosophie der symbolischen Formen« den Rahmen und den Mittelpunkt zu geben, den sie bis dahin nur ansatzweise erhalten hatte.
Rezension
Ernst Cassirer (1874-1945), der als Professor für Philosophie in Hamburg (1919-1933) und nach der Emigration in Oxford, Göteborg und in den USA lehrte, gilt als Pionier der Kulturphilosophie aufgrund seines Hauptwerks, seiner dreibändigen „Philosophie der symbolischen Formen“(1923-29). Dort bestimmt der Philosoph den Menschen als animal symbolicum. Dieser lebt in einem „symbolischen Universum“, den Zugang zur Welt erschließt er sich nicht über die Vernunft, sondern über symbolische Formen: Sprache, Mythos, Kunst und Religion. In dem letzten Band von Cassirers „Philosophie der symbolischen Formen“ konnte aufgrund des Umfangs sein Text „Zur Metaphysik der symbolischen Formen“ nicht mehr aufgenommen werden. Dieser befindet sich mit anderen Texten im Nachlass des Philosophen in der Beinecke Rare Book and Manuscript Library an der Yale University.
Der Felix Meiner Verlag macht sich seit Jahrzehnten in besonderer Weise um das Werk Cassirers verdient. Von 1998 bis 2009 erschien in ihm die 26 Bände umfassende Hamburger Ausgabe der gedruckten und zum Druck vorgesehenen Werke Cassirers (ECW). Von 1995 bis 2022 wurde in dem Hamburger Philosophieverlag eine 19 Bände umfassende Edition von Nachgelassenen Manuskripten und Texten Cassirers (ECN) veröffentlicht. Dabei entschieden sich die Editoren dazu, nicht in die Orthographie und Interpunktion des Philosophen einzugreifen. Jeder Band der Ausgabe enthält zudem editorische Hinweise und Anmerkungen der Herausgeber:innen.
Den Auftakt der Reihe ECN machte der Band 1 mit dem Titel „Zu Metaphysik der symbolischen Formen“, herausgegeben von Johann Michael Krois. Mitgewirkt haben an der vorliegenden Ausgabe Anne Appelbaum, Rainer A. Bast, Klaus Christian Köhnke und Oswald Schwemmer. Der Band enthält neben dem titelgebenden Beitrag aus dem Nachlass Cassirers weitere Texte aus diesem, nämlich „Über Basisphänomene“, „Symbolische Formen. Zu Band IV“ und eine „Beilage“. Der Band erschien 2024 in preisgünstiger, kartonierter Ausgabe. In ihm gibt Cassirer fundierte Antworten u.a. auf folgende Fragen: Wie ist das Verhältnis von Geist und Leben zu denken? Welche Kritik lässt sich gegen die Lebensphilosophie anbringen? Welcher Sphären gehören die Symbole an? Besitzen sie eine vermittelnde Funktion zwischen Natur und Freiheit? Was sind Basisphänomene und welche Bedeutung besitzen sie? Hat die philosophische Anthropologie ein bestimmtes Problem? Lehrkräfte der Fächer Philosophie und Ethik werden durch den vorliegenden Band motiviert, sich in ihrem Unterricht mit philosophischer Anthropologie und mit Cassirers These vom animal symbolicum problemorientiert auseinanderzusetzen.
Fazit: Der aus dem Nachlass Ernst Cassirers edierte Band „Zur Metaphysik der symbolischen Formen“ gibt einen hervorragenden Einblick in die vom Philosophen elaborierte Weiterentwicklung seines philosophischen Hauptwerks.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Als 1929 der dritte Teil von Ernst Cassirers »Philosophie der symbolischen Formen«, die »Phänomenologie der Erkenntnis«, erschien, waren damit nicht alle für diesen Band verfassten Texte publiziert: Der eigentlich vorgesehene Schlussabschnitt fand darin keinen Platz mehr. Neben diesem Abschlusstext von Cassirers Hauptwerk enthält die Studienausgabe weitere wichtige Texte Cassirers zur Metaphysik der symbolischen Formen.
Es hat weitreichende Spekulationen darüber gegeben, ob Cassirer einen weiteren, vierten Band seines Hauptwerks hat schreiben wollen. Die Antwort ist aus den hier publizierten Texten zu ersehen: Sie enthalten Entwürfe und Ausarbeitungen zu der im dritten Band angekündigten Kritik der zeitgenössischen Philosophie, wobei Cassirer über vorherige Arbeiten etwa zur Lebensphilosophie oder Anthropologie weit hinausgeht. Zugleich erfährt die Darstellung seiner eigenen Philosophie eine Vertiefung: Mit der Lehre von den Basisphänomenen versucht er, der »Philosophie der symbolischen Formen« den Rahmen und den Mittelpunkt zu geben, den sie bis dahin nur ansatzweise erhalten hatte.
Der Band folgt seitenidentisch dem ersten Band der »Nachgelassenen Manuskripte und Texte«.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort des Herausgebers IX
ZUR METAPHYSIK DER SYMBOLISCHEN FORMEN
Erstes Kapitel: ‘Geist’ und ‘Leben’3
Zweites Kapitel: Das Symbolproblem als Grundproblem der
philosophischen Anthropologie 32
1. Das Problem der philosophischen Anthropologie 32
2. Leben und symbolische Form 54
ÜBER BASISPHÄNOMENE
Disposition zu Kapitel I: Problemstellung113
a Objektivitätscharakter der Wahrnehmung 113
ß Objektivitätscharakter der Ausdrucksfunktion 119
Basisphänomene 123
1. Basisphänomene (Urphänomen) 123
2. Übersicht über die Basisphänomene131
3. Verhältnis der Basisphänomene zur Psychologie 138
4. Verhältnis der Basisphänomene zur Metaphysik 150
5. Bedeutung der Basisphänomene für die Erkenntnis
theorie 165
SYMBOLISCHE FORMEN. ZU BAND IV
I. Zur Einleitung 199
1. Der Begriff des Ganzen 199
2. Das Erkenntnisproblem als Formproblem201
II. ‘Geist’ und ‘Leben’ 207
1. ‘Geist’und‘Leben’: Klages 207
2. ‘Leben’ und ‘Geist’: Simmel 215
3. ‘Geist’ und ‘Leben’: Heidegger 219
4. Heidegger und das Todesproblem 222
5. Zeit bei Bergson und Heidegger 225
6. Zur Differenzierung der Zeitordnung 226
III. Zum Schluß-Kapitel 229
1. Ding, Bedeutung, Metaphysik 229
2. Lebensphilosophie, Dingsphäre, Sinnsphäre 238
3. Mythos, Sinnsphäre, Identität 246
BEILAGE
Symbolbegriff: Metaphysik des Symbolischen 261
1. Metaphysik des Seins und des Lebens 261
2. Zum Idealismus der symbolischen Funktion 264
3. Philosophische Erkenntnis 264
4. Grundgegensatz der modernen Philosophie 265
5. Das Symbolische und das Intuitive 267
6. Metaphysik und Logik 269
ANHANG
Zur Textgestaltung 275
1. Zeichen, Siglen, Abkürzungen 275
2. Regeln der Textgestaltung 276
Editorische Hinweise 279
1. Ziel und Gestalt der Ausgabe
»Ernst Cassirer • Nachgelassene Manuskripte
und Schriften* 279
2. Die Konvolute 184 und 107 284
a) Konvolut 184a (Symbolische Formen. Zu Band IV.) 285
b) Konvolut 184b (Zur Metaphysik der symbolischen
Formen) 290
c) Konvolut 184c (Über Basisphänomene) 292
d) Konvolut 107 (Metaphysik des Symbolischen)295
e) Nicht veröffentlichtes Material aus Konvolut184 und 107 296
3. Konvolut 184 im Verhältnis zu Band 3 der PsF 297
a) Der nicht realisierte Abschluß von Band 3 der PsF 297
b) Idee und Titel einer Phänomenologie der Erkenntnis
und das Problem der Metaphysik 299
4. Cassirers Nachlaß und Hinweise auf den Plan
zu einem Band 4 der PsF 300
a) Das Verhältnis der hier publizierten Texte zueinander303
b) Querverweise auf einen Band 4 der PsF im Nachlaß 305
c) Schlußfolgerung zu Band 4 der PsF 307
Anmerkungen des Herausgebers 309
Literaturverzeichnis 383
Personenregister 402