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Zeitschrift für Ideengeschichte XIX/H. 3 Herbst 2025 Karl Mannheim
Zeitschrift für Ideengeschichte XIX/H. 3 Herbst 2025
Karl Mannheim




Jens Hacke, Reinhard Laube (Hrsg.)

Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406831119 (ISBN: 3-406-83111-7)
128 Seiten, kartoniert, 17 x 25cm, August, 2025

EUR 20,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Politische Philosophie

und Rechtstheorie des Mittelalters

und der Neuzeit (PPR)

Texte und Untersuchungen

Deutsch/Englisch/Italienisch/Latein/Spanisch. Hrsg. von Thomas

Duve, Alexander Fidora, Bernhard Koch, Matthias Lutz-Bachmann,

María Martín Gómez und Andreas Niederberger. Beirat: Francisco

Bertelloni, Norbert Brieskorn, Wim Decock, Ruedi Imbach, Heinz-

Gerhard Justenhoven, Matthias Kaufmann, Tilman Repgen, Gideon

Stiening und Jörg A. Tellkamp. 2010 ff. Ln. ISBN 978 3 77 28 2500 2.

Alle Bände sind auch als eBook erhältlich.

Die Reihe präsentiert zentrale Quellentexte der politischen Theorie des Mittelalters und der Neuzeit in der Originalsprache mit modernen Übersetzungen. Die mehrsprachigen Textausgaben dokumentieren wichtige Aspekte der Formation der politischen Kultur Europas. Zusammen mit den Untersuchungen zur Geschichte der politischen Philosophie und rechtstheorie tragen sie dazu bei, wichtige Einsichten in die geistigen Grundlagen der modernen Politik und ihrer Institutionen zu erschließen.



BARTOLOMÉ DE LAS CASAS

Apologia gentium novi orbis.

Verteidigung der Völker der Neuen Welt

Dt./lat. Herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Mariano

Delgado. Ins Deutsche übersetzt von Michael Lauble. – PPR I,17.1–

2. 2025. 2 Bände. Zus. CCXVII, 807 S., 6 Abb. Leinen. € 298,-; bei

Gesamtabnahme € 278,-. ISBN -2956 7. eBook € 298,-. Lieferbar

1550–1553 verfasste Bartolomé de Las Casas (1484–1566) sein Werk

›Apologia gentium novi orbis‹ (›Verteidigung der Völker der Neuen

Welt‹). Er legt darin eine Verteidigung der indigenen Völker vor, in-

dem er gegen die Vertreter der spanischen Kolonialpolitik seiner Zeit

argumentiert. Er widerspricht insbesondere Juan Ginés de Sepúlvedas

Argumenten für die Eroberungskriege in der Neuen Welt, indem er

die Würde und die Logik der indigenen Kulturen offensiv verteidigt.

Seine ›Apologie‹ trug er bereits 1550/51 während der berühmten

›Kontroverse von Valladolid‹ vor. Sie gipfelt in einem Manifest, das

auf die Einheit und Gleichheit des Menschengeschlechts zielt. Dieses

Menschenbild ist die Grundlage für eine heute intendierte Weltord-

nung, die allen Menschen und Kulturen gleichen Rang, gleiche Wür-

de und gleiche Rechte zuerkennt.



frommann-holzboog

www.frommann-holzboog.de
Rezension
„Jene nicht eindeutig festgelegte, relativ klassenlose Schicht ist (in Alfred Webers Terminologie gesprochen) die sozial freischwebende Intelligenz.“, heißt es in Karl Mannheims (1893-1947) Klassiker der Soziologie „Ideologie und Utopie“ aus dem Jahre 1929 (8. Aufl. Frankfurt/Main 1995, S. 135). Im April 1933 wurde Mannheim, seit 1930 ordentlicher Professor für Soziologie an der Universität Frankfurt, von den Nationalsozialisten „zwangsbeurlaubt“. Darauf emigrierte der Wissenschaftler nach England, wo er nach einer Dozenten-Tätigkeit an der London School of Economics and Political Science zum Professor of Education an der Universität London ernannt wurde. Der Soziologe gilt als der Begründer der Wissenssoziologie.
Ihm gewidmet ist die Herbstausgabe des Jahres 2025 der „Zeitschrift für Ideengeschichte“(ZIG). Das vierteljährlich im C.H. Beck Verlag publizierte geistes- und kulturwissenschaftliche Organ wird herausgegeben von Sandra Richter (Deutsches Literaturarchiv Marbach) , Ulrike Lorenz Klassik Stiftung Weimar), Peter Burschel Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel), Barbara Stollberg-Rilinger (Wissenschaftskolleg zu Berlin), Marion Ackermann (Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Gerhard Wolf (Kunsthistorisches Institut in Florenz – MPI) und Eva Geulen (Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung). Die ZIG enthält immer mehrere Texte zum Schwerpunktthema, einen Archiv-Beitrag, einen Essay, ein Denkbild sowie einen Aufsatz oder mehrere Aufsätze zu „Konzept & Kritik“. Zudem sind die Bände mit Abbildungen gekonnt illustriert.
Die fachwissenschaftlichen Beiträge im 19. Heft der ZIG, herausgegeben von Jens Hacke und Reinhard Laube, stammen u.a. von Vertreter:innen der Soziologie, Geschichtswissenschaft, Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaft. Diese widmen sich zum Beispiel folgenden Fragen: Welchen Einfluss hatte der Erste Weltkrieg auf Mannheims Denkbewegungen? Spiegeln sich seine Migrationserfahrungen in seiner Wissenssoziologie wider? Warum ist das Frankfurter Café Laumer ein Erinnerungsort der Soziologie? Stehen nach Mannheim Ideologie und Soziologie in einem Spannungsverhältnis zueinander? Welche Kritik wurde gegen Mannheims Konzeption des freischwebenden Intellektuellen vorgebracht, insbesondere seitens der älteren Kritischen Theorie? Erfuhren die Arbeiten des Wissenssoziologen eine umfangreiche Rezeption in Europa und den USA? Beeinflussten sich Paul Tillich und Mannheim in ihren wissenschaftlichen Arbeiten gegenseitig? Lehrkräfte der Fächer Politik, Sozialkunde und Geschichte werden durch das vorliegende Zeitschriften-Heft motiviert, sich in ihrem Fachunterricht mit der Biographie und dem Werk Karl Mannheims problemorientiert auseinanderzusetzen.
Fazit: Der ZIG-Band zu Karl Mannheim erschließt anhand von bisher unveröffentlichten bzw. schwer zugänglichen Schriftdokumenten des Soziologen neue biographische und werksgeschichtliche Perspektiven auf den Intellektuellen und unterstreicht die Aktualität seiner Wissenssoziologie.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Zeitschrift für Ideengeschichte Heft XIX/3 Herbst 2025
Karl Mannheim.
Spitzname: Der "Klärer". Er war der shooting star in der deutschen Soziologie nach dem Tod Max Webers. Keine Weltanschauung war vor seiner Perspektivierung sicher. Und noch immer stehen seine Themen auf der Agenda der Zeitdiagnostik - vom "Problem der Generationen" über die Spannung von "Ideologie" und "Utopie" bis zur Planung einer wehrhaften Demokratie. Aber wer war Karl Mannheim?
Die Herbstausgabe der ZIG spürt einem der scharfsinnigsten Soziologen des 20. Jahrhunderts nach.
Mit Beiträgen von Amalia Barboza, Heinz Bude, Friedrich Wilhelm Graf, Armin Nassehi und weiteren.
Inhaltsverzeichnis
ZUM THEMA Jens Hacke, Reinhard Laube 4
KARL MANNHEIM Reinhard Laube: Der Klärer 5
Krisztián Ungváry: Budapest, Sas utca 19 21
Thomas Meyer: Ein ungarischer Gelehrter in Deutschland 25
Amalia Barboza: Der fremde Blick 36
Armin Nassehi: Ideologie und Soziologie 46
Andrea Albrecht: Konstellation 54
Stephan Moebius: Der freischwebende Intellektuelle
und seine Kritiker 57
Till van Rahden: Der Fluch der Condottieri 66
Heinz Bude: Das Problem langer Generationen 78
ARCHIV Friedrich Wilhelm Graf: Paulus und Károly.
Eine Freundschaft zwischen Soziologie
und christlichen Orden 83
ESSAY Dongxian Jiang: Der gelbe Fleck im weißen Denken.
Was Postcolonials von China lernen können 97
DENKBILD Andrew Hui: Im Paternoster der gelehrten Affen.
Zum Studiolo der Renaissance 111
KONZEPT & KRITIK Judith L. Bronstein: Ökosysteme.
Über Risiken und Nebenwirkungen der Metapher 121
Die Autorinnen und Autoren 128
Im nächsten Heft: Weltmacht DDR. Mit Beiträgen von Dietmar Dath,
Claudia Gatzka, Tom Meaney, Peter Richter und weiteren