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Themenheft: Dis/ability ZNT - Zeitschrift für Neues Testament 27. Jahrgang, Heft 54 (2024)
Themenheft: Dis/ability
ZNT - Zeitschrift für Neues Testament 27. Jahrgang, Heft 54 (2024)




Jan Heilmann, Susanne Luther, Michael Sommer (Hrsg.)

Reihe: ZNT - Zeitschrift für Neues Testament


Narr
EAN: 9783381123919 (ISBN: 3-381-12391-2)
128 Seiten, paperback, 15 x 22cm, Dezember, 2024

EUR 35,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Eine Hermeneutik, die neutestamentliche Texte unter der Perspektive der dis/ability studies liest, hinterfragt kritisch die darin vermittelten Wertungen und Konnotationen von Behinderung und fragt nach den Implikationen für betroffene Leserinnen und Leser: Was bedeutet es, wenn Krankheit auf sündiges Verhalten zurückgeführt wird? Aufgrund welcher Kriterien, Ideologien oder Diskurse werden in einer Gesellschaft die Kategorien ‚behindert‘ und ‚normal‘ konstruiert und werden Menschen damals und heute der einen oder anderen Kategorie zugerechnet? Wie sind die neutestamentlichen Texte für heutige Leserinnen und Leser aus der Perspektive der dis/ability studies zu interpretieren?
Rezension
Die Disability-Perspektive wirft auch ein neues, kritisches Licht auf das neutestamentliche Heilungshandeln Jesu: Müssen eigentlich alle Menschen "heil" sein, geheilt werden - und wer bestimmt, was "heil" ist? Dieses Heft der ZNT konfrontiert die neutestamentliche Exegese von Wunder- und Heilungserzählungen mit dem Ansatz der Disability Studies. Inklusion, Barrierefreiheit, Chancengleichheit sind Leitbegriffe heutiger gesellschaftlicher Diskurse, die über aktuelle schulpolitische Vorgaben bis in die Schulen hinein Brisanz entfalten. Behinderung meint gemäß der Disability Studies nicht eine pathologische Eigenschaft einer Person, sondern eine soziale Konstruktion der Unfähigkeit, die zu einer benachteiligten sozialen Stellung führt. In gesellschaftskritischer Absicht hinterfragen die Disability Studies unseren Umgang mit Anderssein und setzen sich für die Partizipation und Inklusion von Menschen mit Behinderungen ein. Die Unterscheidung von impairment als pathologisch-klinischer Beeinträchtigung und disability, im Sinne einer Behinderung durch soziale Benachteiligung, markiert deutlich den Paradigmenwechsel von einer medizinisch-biologischen zu einer soziokulturellen Sichtweise. Hierdurch wird deutlich, dass Behinderung ein Konstrukt ist, das einem zeitlichen Wandel unterliegt und zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Wahrnehmungen aufweist.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Editorial

NT aktuell

Markus Schiefer Ferrari
"Alles außer gewöhnlich"
Dis/ability (Studies) und Neues Testament

Zum Thema

Uta Poplutz
Stereotype Fremde? Reflexionen zu den Kranken/Geheilten in den neutestamentlichen Wundererzählungen im Spiegel der Dis/ability Studies

Dierk Starnitzke
Paulus aus der Perspektive der dis/ability Studies

Kristina Dronsch
Assisting Jesus – wider eine Heilungsökonomie im Markusevangelium

Kontroverse

Susanne Luther
Behinderung als „narrative Prothese“?
Einführung in die Kontroverse

Marie Hecke
"Sind etwa auch wir blind?"
Joh 9 ableismuskritisch und disabilitysensibel gelesen

Angela Standhartinger
Wer sieht hier was und vor allem von wem?
Eine (andere) disability-kritische Lesart von Joh 9,1–38

Hermeneutik

Ruben A. Bühner
Dis/ability Studies und die Texte des Neuen Testaments
Hermeneutische Anliegen und konzeptionelle Herausforderungen

Buchreport