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Textwelten der Bibel entdecken Grundlagen und Verfahren einer textpragmatischen Literaturwissenschaft der Bibel. Band 1/2
Textwelten der Bibel entdecken
Grundlagen und Verfahren einer textpragmatischen Literaturwissenschaft der Bibel. Band 1/2




Christof Hardmeier

Gütersloher Verlagshaus
EAN: 9783579054476 (ISBN: 3-579-05447-3)
384 Seiten, paperback, 15 x 23cm, 2004

EUR 69,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Christof Hardmeier bietet mit seiner zweibändigen Einführung eine Alternative zur herkömmlichen historisch-kritischen Bibelauslegung. Sein neues Methodenparadigma bricht Wahrnehmungsblockaden auf und bereitet der Entdeckung biblischer Textwelten einen neuen Weg.

Der vorliegende zweite Teilband der Reihe Textpragmatische Studien zur Hebräischen Bibel versammelt bereits früher publizierte Arbeiten Hardmeiers zu diesem Methodenansatz, die sich bleibend bewährt haben. Zusammen mit dem ersten Teilband bekommen die Leserinnen und Leser ein umfassendes Instrumentarium zu den text- und kommunikationstheoretischen Grundlagen einer biblischen Literaturwissenschaft an die Hand.
Rezension
Textpragmatische Literaturwissenschaft der Bibel - das ist quasi das wissenschaftliche Lebenswerk des Verfassers, das sich in diesen Bänden 1+2 spiegelt. Sie unterscheidet sich in mancherlei Hinsicht von der klassischen Exegese: Da uns die ursprüngliche Mündlichkeit biblischer Überlieferung und die Hintergründe biblischer Literatur weitgehend unbekannt sind und sie reichhaltig sekundär überformt sind, sind wir auf die Texte an sich verwiesen. Die Übertragung von Gattungs- und Stilkriterien aus anderen Kulturen auf biblische Texte bleibt fragwürdig. Die Texte sind wesentlich synchron-funktional, also in ihrem soziohistorischen Kontext zu erfassen. Texte gibt es nicht an sich, sondern sie kommen immer nur erst beim Rezipienten zum Klingen. Deshalb müssen die Struktur- und Gliederungssignale eines Textes besonders genau erfasst werden. So wird in der Textur die Kommunikationsstruktur zu erfassen versucht. – Keine leichte Kost und kein leicht verständlicher Ansatz, zumal das ganze wesentlich an alttestamentlichen (d.h. hebräischen) Texten exemplifiziert wird. Man muß schon eine deutliche exegetische Leidenschaft haben, um sich in diesen Ansatz einzufinden.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Die Texte der Bibel zu Wort kommen lassen
- Eine Alternative zur herkömmlichen historisch-kritischen Bibelauslegung
- Ein lebendiger Zugang zu den Textwelten der Bibel
- Wiederentdeckung des Eigen-Sinns der biblischen Texte

An die Stelle der historisch-kritischen Methode der Exegese ist ein Methodenpluralismus getreten. Wie aber sind die unterschiedlichen methodischen Ansätze zusammenzubringen? Eine Möglichkeit, die Christof Hardmeier im vorliegenden Band vorstellt, besteht in einer text- und kommunikationstheoretisch orientierten Literaturwissenschaft der Bibel. In ihr geht es darum, erneut »ad fontes« zu gehen, den Eigen-Sinn der biblischen Textwelten erschließbar und ihre Sinn bildende Potenz erfassbar zu machen.

Der vorliegende Band 1/2 der Reihe Textpragmatische Studien zur Hebräischen Bibel versammelt bereits früher publizierte Arbeiten Hardmeiers zu diesem Methodenansatz, die sich bleibend bewährt haben. Zusammen mit Band 1/1 bekommen die LeserInnen ein umfassendes Instrumentarium zu den text- und kommunikationstheoretischen Grundlagen einer biblischen Literaturwissenschaft an die Hand.

Christof Hardmeier
geboren 1942, Dr. theol., ist Professor für Altes Testament an der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald.
Inhaltsverzeichnis
Teil II

Texttheoretische Grundlagen (1978) 1


1. Zum Verhältnis von Linguistik und Texttheorie zur alttestamentlichen Literaturwissenschaft 1
1.1 Alttestamentliche Exegese als Literaturwissenschaft 1
1.2 Linguistik und Texttheorie 2
1.3 Texttheorie und alttestamentliche Literaturwissenschaft 7
1.3.1 Zum Verhältnis von Texttheorie und alttestamentlicher Literaturwissenschaft 8
1.3.2 Anhang: Zur Rezeption linguistischer Ansätze in der biblischen Exegese 16

2. Texttheorie als Grundlage einer alttestamentlichen Literaturwissenschaft 24
2.1 Texte als Produkt sprachlicher Handlungen 25
2.1.1 Grundbegriffe der Sprechakttheorie 26
2.1.2 Zur Bestimmbarkeit des Aktcharakters von Textäußerungen 31
2.1.3 Präzisierung der Definition von Texten als Produkt sprachlicher Handlungen 36
2.2 Der Handlungsrahmen und die steuernden Faktoren des Texterzeugungsprozesses 42
2.2.1 Das »kommunikative Handlungsspiel« (KHS) 43
2.2.1.1 Die Einbettung des KHSs in den Gesamtzusammenhang gesellschaftlicher Kommunikation 43
2.2.1.2 Die konstitutiven Elemente eines KHSs 46
2.2.1.3 Geschlossene und offene KHSe - zum Prozeß der Textüberlieferung als Abfolge von KHSen 46
2.2.2 Der Kommunikationsakt als Komponente des KHSs 54
2.2.3 Die Kommunikationssituation als zweite Komponente des KHSs 56
2.2.4 Die Kommunikationspartner als dritte Komponente des KHSs 60
2.2 4.1 Aspekte verschiedener Partnerkonstellationen im KHS und Texttypen 61
2.2.4.2 Der Sprecher/Autor als texterzeugender Kommunikationspartner; seine
Orientierungsleistungen und Voraussetzungen im Texterzeugungsprozeß 64
2.2.4.2.1 Die Situationsorientierung des Sprechers 66
2.2.4.2.2 Die komplexe Voraussetzungssituation des Sprechers bzw. Autors 69
2.2.4.2.3 Die unmittelbar kommunikationsnotwendigen Fähigkeiten des Sprechers - Sprachkompetenz
und kommunikative Kompetenz 71
2.2.5 Zusammenfassung 75
2.2.5.1 Struktur und Komponenten des KHSs (2.2.1-2.2.4) graphisch dargestellt 76
2.2.5.2 Bedingungen und Voraussetzungen des Kommunikationsprogramms beim Sprecher 77
2.3 Texterzeugung als Prozeß der Sprachverwendung - Die Sprache als Kommunikationsmittel 79
2.3.1 Der Texterzeugungsprozeß als Prozeß der Sprachverwendung 82
2.3.1.1 Zur Oberflächen- und Tiefenstruktur von Texten 83
2.3.1.2 Die semantische Texttiefenstruktur als Steuerungsplan der Texterzeugung und der
Sprachverwendung 91
2.3.1.3 Textprozeß und Textprodukt; zur Präzisierung der Textdefinition 98
2.3.1.4 Graphische Darstellung des Texterzeugungsprozesses 101
2.3.2 Zur Sprache als Kommunikationsmittel 102
2.3.2.1 Wahrnehmbarkeit und Systemhaftigkeit sprachlicher Zeichen 104
2.3.2.2 Die soziale Bezogenheit sprachlicher Zeichen105
2.3.2.3 Die »Bedeutung« sprachlicher Zeichen als virtuelle, sozial vereinbarte und im Textprozeß
aktualisierbare Adressateninstruktion 110
2.3.3 Sprachstil als Ausdruck normierten Sprachgebrauchs 116

3. Satz-Definitionen und die grammatische Kategorie der »Interjektion« 121
3.1 Die Partikel höj und das Lexemparadigma deremotional-affektiven-Partikeln 121
3.2 Zur Syntax der emotional-affektiven-Partikeln - die phrastische und aphrastische
Verwendungsweise122
3.2.1 Die phrastisch-aphrastische Verwendungsweise als syntaktische Kategorie im Rahmen des
dependenzgrammatischen Satzaxioms 125
3.2.2 Exkurs zum hebräischen Nominalsatz als Tempusform 128

4. Gattungstheoretische Differenzierung von Gattung und Stil 132
4.1 Stilform der Redeeröffnung oder Stilmerkmal einer Gattung?
Zum Verhältnis von Gattungsexemplar, Gattung und Stilfigur 132
4.2 Gattung, Gattungsexemplar und Ausdruckskonstanten 133
4.2.1 Gattung und Gattungsexemplar 135
4.2.2 Gattung und Ausdruckskonstanten 137
4.2.3 Terminologische, forschungskritische und methodische Konsequenzen 141
4.2.4 Der prophetische Klageruf als Redeeröffnung im begründeten Unheilswort und im
Disputationswort bei Amos 144
4.2.5 Die stilistische Variabilität der Gattungsexemplare des begründeten Unheilswortes 150
4.2.6 Zum Begriff »Sitz im Leben« in gattungstheoretischer Hinsicht 152
4.3 Zur Übernahme und Wiederverwendung von Gattungsmustern und Stilkonstanten 157
4.3.1 Zur Geschichtlichkeit von Gattungen in texttheoretischer Sicht 158
4.3.2 Zur Verwendungsgeschichte von Stilformen in texttheoretischer Sicht 162
4.3.3 Prophetische Stilübertragung am Beispiel des Zahlenspruchs bei Amos 168
4.4 Zusammenfassung 175

Teil III
Erzähltextanalytische Grundlagen (1990) 177


1. Ausgangspunkte 177
1.1 Zum Textbegriff 177
1.2 Schriftkonstituiertes Erzählen als kommunikative Handlung 179
1.3 Erzählsituation und erzählte Situation 180
1.4 Zur aktuellen Relevanz von Erzählungen 182
1.5 Der Text als historisches und literaturgeschichtliches Primärdatum 183

2. Strukturelemente von Erzählungen als Beobachtungskriterien der Erzähltextanalyse 188
2.1 Die kognitiven Strukturen 190
2.2 Die Verlaufsstruktur der »thematischen Geschichte« 193
2.3 Die Gestaltungsverfahren unter dem dreifachen narrativen Zugzwang 200
2.4 Zur Übertragbarkeit der narrativen »Zugzwänge« auf schriftlich konstituierte Erzählungen des
Alten Testaments 204
2.5 Identifikationspotentiale und Vergegenwärtigungsaspekte von Erzählungen aus zweiter Hand 207
2.6 Zusammenfassung und Folgerungen 213

3. Kriterien der Erzähltextgliederung 216
3.1 Die Gliederungsmerkmale nach E. Gülich und W. Raible 219
3.1.1 Kommunikationsbezogene Merkmale219
3.1.2 Geschichtenbezogene Merkmale 221
3.1.3 Textinterne Merkmale 223
3.2 Schritte der Gliederung von Erzähltexten und die semantisch-pragmatischen Rückschlüsse 225
3.2.1 Status und Charakter der Gliederungsmerkmale225
3.2.1.1 Exkurs: Zu den Fragestellungen und zur Entwicklung einer Textgrammatik des
Althebräischen 228
3.2.2 Zum Verfahren der Erzähltextgliederung und zu den semantisch-pragmatischen Rückschlüssen
aus der makrostrukturellen Gliederung 229
3.3 Die Reliefs der Detaillierung und der Kondensierung als Ausgangspunkte einer pragmatischen
Erzähltextinterpretation 232
3.3.1 Zum Relief der Detaillierung und Kondensierung im Bereich der Ereignisträger 233
3.3.2 Zum Relief der Detaillierung und Kondensierung im Bereich der temporal-lokalen Situierung
von Szenen und ihrer Kennzeichnung 234
3.3.3 Zum Relief der Detaillierung und Kondensierung im Bereich der Ereigniskette 234
3.3.4 Die Reliefs der Detaillierung und der Kondensierung in ihrem Verhältnis zueinander als
Ausdruck des Gesamtcharakters einer Erzählung 235
3.3.5 Anhaltspunkte und Möglichkeiten der pragmatischen Erzähltextinterpretation 236

4. Zu den sprachlichen Repräsentationsformen der kommunikations- und
geschichtenbezogenen Gliederungsmerkmale 240
4.1 Repräsentationsformen von eingeführten Ebenen der Kommunikation 240
4.2 Repräsentationsformen von Episoden- und Iterationsmerkmalen 241
4.3 Repräsentationsformen der Konstellationsveränderungvon Ereignisträgern - Pro- und
Renominalisierung 242

Teil V
Zum Status sprachlicher Zeichen, zur computergestützten
Textwahrnehmung und zur Erfassung textförmiger Makrostrukturen 245


1. Hermeneutik und Grammatik - zum Zusammenhang von Sprachbeschreibung und
Textverstehen (1991) 245
2. Computer-gestützte Wahrnehmung von Texten und ihre hermeneutische Relevanz (1992) 263
3. Was ist Computerphilologie? Theorie, Anwendungsfelder und Methoden - eine Skizze
(2000) 275
3.1 Die Geburt und Entwicklung einer Idee 275
3.1.1 Buchkonkordanzen und Computerkonkordanz. Der Computer als »einfältiger Leser« 276
3.1.2 Induktiv-morphologische Analyse von Texten und ihre Kodierung. Der Computer lernt
Hebräisch 277
3.1.3 Computerkonkordanz im Bildschirmdialog. Die frei modellierbare Abfrage signifikanter
Charakteristika der sprachlichen Formung in Texten 279
3.2 Computerphilologie als textwissenschaftliche Methode und Teildisziplin 280
3.2.1 Interdependenz von Gegenstand und Methode, von Theorie
und Instrument 280
3.2.2 Zwei texttheoretische Axiome der Computerphilologie 281
3.2.2.1 Texte als materiale Objekte sind Partituren, deren Sinn und Inhalt nur im Lese- und
Hörprozeß erschlossen werden kann 281
3.2.2.2 Texte sind komplexe sprachliche Zeichen zweiten Grades, die ihrerseits aus sprachlichen
Zeichen ersten Grades erzeugt sind 283
3.3 Einsatzmöglichkeiten und Anwendungsfelder computerphilologischer Instrumente 284
3.3.1 Handschriftenvarianten und Textkritik: die materiale Schriftgestalt überlieferter Texte und ihre
Geschichte 284
3.3.2 Sprachrekonstruktion und Datenproduktion von lexikalisch und morpho-syntaktisch kodierten
Texten 286
3.3.3 Anwendungsfelder in den empirischen Literaturwissenschaften 287
3.3.3.1 Erfassung narratologischer Makrostrukturen 288
3.3.3.2 Erfassung der performativen Pragmatik rhetorischer Texte 288
3.3.3.3 Pragmatische Textanalyse und hermeneutische Implikationen der Computerphilologie 289
3.3.4 Zur interdisziplinären Breite der Computerphilologie 290
3.3.4.1 Anhang: Zum Beitrag von Fotis Jannidis »Was ist Computerphilologie?« 291

4. Probleme der Textsyntax, der Redeeinbettung und der Abschnittgliederung in Jer 32 mit
ihren kompositionsgeschichtlichen Konsequenzen 293
4.1 Die Gliederung und literaturgeschichtliche Beurteilung von Jer 32 in der Forschung 293
4.2 Zum texttheoretischen und textsyntaktischen Hintergrund 296
4.2.1 Der Text als sprachliches Zeichen zweiten Grades und als Partitur der sprachlichen
Verständigung 296
4.2.2 Die zeichengeleitete Bildung von Erwartungshorizonten im Textprozeß 297
4.2.3 Sprachliche Mittel zur Bildung von satzübergreifenden Erwartungshorizonten 298
4.2.3.1 Hauptsatzkonjunktionen, Kontinuitäts- und Distinuitätssignale 298
4.2.3.1.1 Exkurs zur Und-Syndese 300
4.2.3.2 Indexierungen von Zeit, Ort und Ereignisträgern und die Markierung eingebetteter Reden 304
4.3 Die Redeeinbettungen in Jer 32 306
4.3.1 Gliederung der Kommunikationsebenen in Jer 32 und die Funktion von V. 6a 307
4.3.2 Die Argumentationsstruktur und die Rahmeninhalte in Jer 32,(16).26-44 309
4.3.3 Die Redeeinbettungen in der LXX-Version im Vergleich 312
4.3.4 Die Redeeinbettungen in Jer 32,6-15 und die Einordnung von V. 15 313
4.3.5 Kompositionsgeschichtliche Schlußbemerkungen 315
4.3.5.1 Anhang: Jeremia 32 nach Kommunikationsebenen gegliedert 317

Literaturverzeichnis zu den Bänden 1/1 und 1/2 321
Technische Hinweise und Abkürzungen 343
Editionshinweise und Nachweis der Erstpublikationen 345
Sachregister 347
Hebräische Ausdrücke 362
Bibelstellen 364
Inhalt der Bände 1/1 und 1/2 373
Weitere Titel aus der Reihe Textpragmatische Studien zur Literatur- und Kulturgeschichte der Hebräischen Bibel