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Techniksoziologie  Roger HĂ€ußling
Techniksoziologie


Roger HĂ€ußling




UTB
EAN: 9783825250799 (ISBN: 3-8252-5079-2)
450 Seiten, kartoniert, 15 x 22cm, Mai, 2019, 2. Auflage

EUR 29,99
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Das Lehrbuch liefert einen aktuellen und umfassenden Einblick in techniksoziologische AnsĂ€tze – es fĂŒhrt ein in neue Entwicklungen der Techniksoziologie und sozialwissenschaftlichen Innovationsforschung, zeichnet aber ebenso auch deren wissenschaftliche Wurzeln nach. ErgĂ€nzt wird die grundlegende EinfĂŒhrung durch ein Glossar der wichtigsten techniksoziologischen Begriffe, durch praxisfeldbezogene Perspektiven der sozialwissenschaftlichen Technikforschung sowie durch einen Überblick ĂŒber ihre gĂ€ngigen empirischen Methoden.

Es handelt sich um eine vollstĂ€ndig ĂŒberarbeitete Neuauflage, die aktualisiert und – insbesondere um die Kapitel ‚Technikforschung und Digitalisierung‘, ‚Konzepte des new materialism‘ und ‚Technikforschung und Design‘ – erweitert wurde.
Rezension
Was versteht man unter Technik? Ist Technik wertneutral? Wie ist das VerhĂ€ltnis von Technik und Gesellschaft zu bestimmen? War Nicolaus Cusanus ein Technikphilosoph? Welches sind nach Friedrich von Gottl-Ottlilienfeld die Prinzipien moderner Technik? Warum zĂ€hlt Ernst Cassirer Technik zu den „symbolischen Formen“? Dient Technik primĂ€r der Entlastung des Menschen? Ist eine „kritische Theorie“ der Technik noch aktuell? LĂ€sst sich die gesellschaftliche Bedeutung von Technik mithilfe der Akteur-Netzwerk-Theorie erfassen? Was versteht man unter „Digitaler Soziologie“? Wie (schnell) verbreiten sich technische Innovationen in Gesellschaften? Welche Methoden der TechnikfolgenabschĂ€tzung sind gĂ€ngig? Welche Verfahren benutzt die Zukunftsforschung?
Antworten auf diese Fragen gibt die Techniksoziologie, eine Subdisziplin der Soziologie. Als ihren Gegenstandsbereich bestimmt Roger HĂ€ußling, Professor fĂŒr Technik- und Organisationssoziologie an der RWTH Aachen, in seiner kompakten und systematischen EinfĂŒhrung „Techniksoziologie“ (2. Auflage 2019) die Wechselbeziehungen „zwischen Realtechniken, Prozesstechniken und Technologien einerseits und Gesellschaft und Sozialem andererseits“ (S. 14). Dabei erforscht Techniksoziologie nicht nur auf den Anwendungskontext von Technik, sondern auch ihren Herstellungskontext. Diese Spezialdisziplin der Soziologie gewinnt angesichts der OmniprĂ€senz von Technik im „Zeitalter der Beschleunigung“(Rosa) zunehmend an Bedeutung.
HĂ€ußlings an Studierende der Soziologie adressiertes Lehrbuch gibt einen sehr guten Überblick ĂŒber das Profil, die Geschichte, die derzeitigen Entwicklungen und die Methoden der Techniksoziologie. Besondere ErwĂ€hnung verdient das mehr als 50 Seiten umfassende Glossar, in dem zentrale und aktuelle Begriffe der Techniksoziologie erklĂ€rt werden.
Auch fĂŒr LehrkrĂ€fte der FĂ€cher Ethik und Philosophie kann das Buch aufgrund der gut verstĂ€ndlichen Darbietung techniksoziologischem Grundwissens eine produktive Hilfe sein, wenn sie beispielsweise Unterrichtseinheiten zur Technikethik oder zur Technikphilosophie durchfĂŒhren. In ihnen werden nĂ€mlich u. a. problematisiert: das Mensch-Technik-VerhĂ€ltnis sowie die gesellschaftlichen und ökologischen Chancen und Risiken innovativer Technologien.

Dr. Marcel Remme, fĂŒr lehrerbibliothek.de

Verlagsinfo
Techniksoziologie
von HĂ€ußling, Roger Fach: Soziologie;
EinfĂŒhrung in die Techniksoziologie - Ein Lehrbuch fĂŒr alle Studienabschnitte

Das Lehrbuch liefert einen umfassenden Einblick in aktuelle Entwicklungen der sozialwissenschaftlichen Innovationsforschung sowie deren wissenschaftliche Wurzeln. Behandelt werden techniksoziologische Aspekte wie Cyborg, soziotechnische Regime, Netzwerke und Agency.

Das Buch ist fĂŒr Studierende im Bachelor- und Masterabschnitt, aber auch fĂŒr die berufspraktische Ausbildung geeignet. In der ĂŒberarbeiteten Neuauflage zur Techniksoziologie werden neuere Entwicklungen im Zusammenhang mit Digitalisierung und Datafizierung prĂ€sentiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Was meint Techniksoziologie? 9
2. Wegbereiter der Techniksoziologie 17
2.1 Wurzel I: Technik als geronnene Arbeit, Produktionsmittel und Ausdruck der ProduktionsverhĂ€ltnisse – Karl Marx 24
2.2 Wurzel II: Technik als Ausdruck des Rationalisierungsprozesses der Moderne – Max Weber, Friedrich von Gottl-Ottlilienfeld 39
2.3 Wurzel III: Technik als Institution – Émile Durkheim, Marcel Mauss und Maurice Halbwachs 49
2.4 Wurzel IV: Technik als kulturelle Form der Welterschließung – Ernst Cassirer 60
2.5 Wurzel V: Technik als kĂŒnstliches Organ des Menschen – PalĂ€oanthropologie und Philosophische Anthropologie 66
2.6 Wurzel VI: Technik als InnovationsphĂ€nomen – Joseph Schumpeter, Seabury Colum Gilfillan, Gabriel Tarde 75
3. Klassische Positionen der Techniksoziologie 87
3.1 Technikdeterministische AnsÀtze (William Ogburn, Jacques Ellul, Helmut Schelsky) 91
3.2 Konzepte der Technik im Horizont gesellschaftlicher Epochenschwellen (Hans Freyer, Heinrich Popitz) 102
3.3 Soziologie technischer Artefakte (Hans Linde, Bernward Joerges) 114
3.4 Soziologie des Computers (Norbert Wiener, Herbert Simon, Terry Winograd/Fernando Flores) 125
3.5 Technik in den Bindestrich-Gesellschaften – gesellschaftstheoretische Perspektiven auf Technik (Daniel Bell, Manuel Castells, Ulrich Beck) 140
3.5.1 Technik in der Informationsgesellschaft 143
3.5.2 Technik in der Netzwerkgesellschaft 148
3.5.3 Technik in der Risikogesellschaft 151
3.6 Kritische Theorie der Technik (Walter Benjamin, Max Horkheimer/Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse, JĂŒrgen Habermas) 156
3.7 Systemtheorie der Technik (Niklas Luhmann, Jost Halfmann, Klaus Peter Japp) 179
3.8 Konstruktivistische AnsÀtze 189
3.8.1 Wissenschaftssoziologie als Bezugspunkt 192
3.8.2 Edinburgh Strong Programme (ESP) 194
3.8.3 Empirical Programme of Relativism (EPOR) 195
3.8.4 Laborkonstruktivismus 197
3.8.5 The Social Shaping of Technology (SST) 198
3.8.6 The Social Construction of Technology (SCOT) 203
3.9 Theorie großer technischer Systeme (LTS) (Thomas P. Hughes) 206
3.10 Akteurzentrierter Institutionalismus (Renate Mayntz/Volker Schneider, Raymund Werle) 213
3.11 Kulturalistische Konzepte (Lewis Mumford, Karl Hörning, Cultural Studies) 220
3.12 Strukturationstheoretische Techniksoziologie (Disco/van der Meulen, Schulz-Schaeffer) 234
3.13 Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) (Bruno Latour, Michel Callon, John Law) und Post-ANT 240
4. Aktuelle Entwicklungen der Techniksoziologie 253
4.1 Innovationsforschung 255
4.1.1 Pfadkonzepte 258
4.1.2 Zur soziologischen Perspektive der Innovationsökonomie 266
4.1.3 Soziologische Innovationsforschung 278
4.2 Diffusionsforschung 289
4.3 Technikforschung und Design 296
4.4 Konzepte des new materialism einschließlich Praxeographie 311
4.5 Technikforschung und Digitalisierung 325
4.5.1 Codes, Protokolle und Algorithmen als Treiber der Digitalisierung 329
4.5.2 Datenbanken als Treiber der Digitalisierung 337
4.5.3 Digitale Soziologie/Computational Social Science 345
5. Methoden der Techniksoziologie 353
5.1 TechnikfolgenabschÀtzung 360
5.2 Technikgeneseforschung als Leitbildforschung 373
5.3 Akzeptanzforschung und Partizipationsverfahren 381
5.4 Zukunftsforschung 403
Glossar 413
Literatur 471
Personenverzeichnis 499
Stichwortverzeichnis 504
Farbtafeln 513
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 515
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