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Remix Almanya
Eine postmigrantische HipHop-Geschichte
Murat Guengoer, Hannes Loh
Hannibal-Verlag
EAN: 9783854457770 (ISBN: 3-85445-777-4)
400 Seiten, kartoniert, 14 x 22cm, 2024
EUR 27,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
REMIX ALMANYA schreibt die Geschichte von HipHop neu. Murat Güngör und Hannes Loh begraben "Deutschrap" und untersuchen die größte Popkultur des Landes als postmigrantisches Phänomen, das Deutschland für immer verändert hat. Mit Gespür für die Szene und kritischem Blick auf Politik und Gesellschaft zeichnen sie die erstaunliche Entwicklung vom Gastarbeiter zum Rapstar nach - entlang von historischen Umbrüchen, strukturellem Rassismus und Selbstermächtigung gegen alle Widerstände. Dabei kommen diverse Stimmen aus den Communitys selbst zu Wort, u.a. mit Xatar, Eko Fresh, Miriam Davoudvandi, Apsilon, Ebow, Cem Kaya, Dinçer Güçyeter und Megaloh.
»Das ist alles an mir vorbeigegangen. Wahnsinn! Das hätten wir alle wissen müssen, als wir mit Rap angefangen haben.«
Xatar
»Dieses Buch verändert den Blick auf HipHop in Deutschland.«
Eko Fresh
»Rap steht explizit für migrantische Selbstermächtigung.«
Prof. Dr. Naika Foroutan
Rezension
„Remix Almanya“ von Murat Güngör, Uh-Young Kim und Hannes Loh ist eine beeindruckende Darstellung der deutschen HipHop-Szene aus postmigrantischer Perspektive. Die Autoren zeichnen die Entwicklung des HipHop in Deutschland nach, von den Gastarbeitern der 1960er Jahre bis zu den heutigen Rapstars, und zeigen, wie migrantische Musiker Rassismus und Ausgrenzung in kraftvolle Ausdrucksformen umwandelten. Das Buch rückt Stimmen aus migrantischen, Schwarzen und transnationalen Communities in den Mittelpunkt und widerlegt das Narrativ einer linearen, nationalen Entwicklung des „Deutschrap“. Stattdessen werden die Brüche und Widerstände in dieser Geschichte betont. „Remix Almanya“ verbindet postmigrantische und feministische Perspektiven und lädt zu Exkursen in andere Bereiche wie Literatur und Städtebau ein. Das Buch ist eine Hommage an die Vielfalt und den Widerstand der deutschen HipHop-Szene und ein Plädoyer für eine postmigrantische Gesellschaft. Es zeigt, wie Rap zu einem zentralen Treiber für gesellschaftlichen Wandel geworden ist. „Remix Almanya“ ist ein Lesegenuss für alle, die sich für HipHop, Migration und die Entwicklung Deutschlands interessieren und wird den Blick auf HipHop in Deutschland nachhaltig verändern.
Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Vom Gastarbeiter zum Gangsta-Rapper
Remix Almanya schreibt die Geschichte von HipHop neu. Murat Güngör und Hannes Loh begraben „Deutschrap“ und untersuchen die größte Popkultur des Landes als erstes postmigrantisches Phänomen, das Deutschland für immer verändert hat. Mit Gespür für die Szene und kritischem Blick auf Politik und Gesellschaft zeichnen sie zusammen mit Musikjournalist Uh-Young Kim die erstaunliche Entwicklung vom sogenannten Gastarbeiter zum Rapstar nach – entlang von historischen Umbrüchen, Rassismus und Empowerment gegen alle Widerstände.
Wichtige Stimmen aus migrantischen, Schwarzen und transnationalen Communities rücken dabei erstmals in den Mittelpunkt und kommen selbst zu Wort – u.a. die Rap Artists Xatar, Eko Fresh, Apsilon, Ebow, Megaloh oder die Anadolu-Rock-Band ENGIN, Filmemacher Cem Kaya, Schriftsteller Dinçer Güçyeter, Podcasterin und Moderatorin Miriam Davoudvandi, sowie HipHop-Forscherin Dr. Heidi Süß und Migrationsexpertin Prof. Dr. Naika Foroutan.
»Dieses Buch verändert den Blick auf HipHop in Deutschland.«
Eko Fresh
Die Rap-Historie in Almanya ist untrennbar mit der Geschichte der Migration und politisch-gesellschaftlichen Umbrüchen verknüpft. HipHop in Deutschland zeichnet sich nicht durch die lineare Kontinuität einer nationalen Erzählung aus, wie Deutschrap-Dokus, -Bücher und -Podcasts immer wieder behaupten. Diese Geschichte ist vielmehr von Brüchen, Hindernissen und Kulturtechniken durchzogen, deren Kämpfe bis in die Zeit der ersten Anwerbeabkommen zurückreichen.
»Das ist alles an mir vorbeigegangen. Wahnsinn! Das hätten wir alle wissen müssen, als wir mit Rap angefangen haben.«
Xatar
Die ersten migrantischen Musiker:innen und die HipHop-Pionier:innen der Old School haben Rassismus und Ausgrenzung in eigne Ausdrucksformen von ungeahnter kreativen Power verwandelt. Heute sind Rapper:innen mit türkischen, kurdischen, arabischen oder afrikanischen Wurzeln die neuen Stars der deutschen Jugend. Die Sprache der Chabos und Babos hat die Schulhöfe erobert und von dort die hintersten Winkel der Republik erreicht. Und auch wenn der Terroranschlag von Hanau, die Wahlerfolge rechtsradikaler Parteien und die täglichen Nadelstriche des strukturellen Rassismus das alles zunichtemachen wollen – die postmigrantische Gesellschaft ist längst real, und Rap ein zentraler Treiber für den gesellschaftlichen Wandel.
»Rap steht explizit für migrantische Selbstermächtigung.«
Prof. Dr. Naika Froutan
Für REMIX ALMANYA haben sich Murat Güngör und Hannes Loh nach ihrem szenekritischen Standardwerk Fear Of A Kanak Planet (2002) und der Chronologie 35 Jahre HipHop (2025) mit Popkultur-Experte Uh-Young Kim als Co-Autor (u.a. Spex, Cosmo) zusammengetan. Gemeinsam fächern sie die ganze Vielfalt von HipHop auf. Sie verknüpfen postmigrantische mit feministischen Sichtweisen, hinterfragen das nationale Narrativ von „Deutschrap“ und laden zu Exkursen in Literatur, Städtebau, Journalismus und Bildungssystem ein. Dieses Buch mixt die Perspektiven neu und legt den Blick auf ein hybrides Almanya frei.
Inhaltsverzeichnis
INHALT
Intro: These Are The Breaks 11
# 01 REMIX PIONIER:INNEN
Vom Gastarbeiter zum Rapstar 16
Unsichtbare Skills der ersten Generation
# 02 REMIX HIPHOP HISTORY
BREAK I: DER DRITTE RAUM 1982-1992 38
HipHop als Sternentor in den postmigrantischen Raum
BREAK II: ALMANISIERUNG 1992-2000 52
Deutschland einig Deutschrapland
BREAK III: Die AGGRO-ÄRA 2000-2010 73
Ende der Dialogkultur
BREAK IV: STRASSENRAP 2.0 2010-2024 91
Rückkehr des postmigrantischen Möglichkeitsraums
# 03 REMIX INTERVIEWS
Xatar - Coole Kanaks, Anerkennung und Vielfalt 126
Naika Foroutan - Postmigrantische Dimensionen 135
Apsilon - Wut, Message und sein Baba 141
Miriam Davoudvandi - HipHop, Herkunft und Heilung 148
Megaloh - Wahrheit und Selbstermächtigung 157
Ebow -Trauma, Prada und das Neue in der Kunst 167
Heidi Süß-HipHop als Allround-Tool 173
Eko Fresh - Der German Dream ist real 185
Metin Türköz - Rassismus bei Ford und der Sound der Rebellion 188
Cem Kaya - Brüche, Opfer und Gutmenschen 195
Afrob - Heimat und Gegenliebe 203
Melissa Kolukisagil - Kollektive und Korrektive 208
Engin - Späte Idole und eine neue Bewegung 213
Dinger Gügyeter - Lyrisches Ich und Rapper-Ego 217
Jeannette Petri - Intersektionale HipHop-Stories 221
Julia Rieger - Straßenrap im Jugendhaus 224
Tice - Befreiung aus der Fremdbestimmung 227
# 04 REMIX COMMUNITYS
Fearofa Black Germany 234
Fragmente einer Schwarzen HipHop-Geschichte in Deutschland
Import-Export 264
Die Geschichte von Rap auf Türkisch
„Immigrant, Herkunft Kurdistan" 274
Rap aus der kurdischen Diaspora
Der Drache aus Anatolien 295
Comeback von Anadolu Rock
# 05 REMIX KONTROVERSE
Die Shisha Bar in Hanau 302
Das Kontinuum rassistischer Gewalt in Almanya
Hinterhofjargon 311
Der Kampf um Sprache im postmigrantischen Raum
Kanak Sprak im Unterricht 327
Migration und Rassismus im Schulbuch
Der Verrat an Baha Targün 335
Wie der Türküola-Chef den Kölner Ford-Streikführer hinter Gitter brachte Schwarze Musik und weiße Schreiber 341
HipHop-Journalismus in einer postmigrantischen Gesellschaft Rap-Journalismus vs. Rap-Forschung 351
Über ein kompliziertes Verhältnis in noch komplizierteren Zeiten
# 06 REMIX REVIEWS
Dokus, Filme, Serien und Podcasts 360
# 07 REMIX UTOPIA
Postmigrantische Perspektiven 375
Outro: Bigger Than HipHop 386
Shout-Outs 388
Literatur 389
Index 393
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