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Rechtspopulismus als Herausforderung christlicher Sozialethik Problemanalysen und Handlungsperspektiven
Rechtspopulismus als Herausforderung christlicher Sozialethik
Problemanalysen und Handlungsperspektiven




Jonatan Burger

Reihe: Freiburger theologische Studien


Herder Verlag
EAN: 9783451398391 (ISBN: 3-451-39839-7)
748 Seiten, hardcover, 14 x 22cm, August, 2024

EUR 98,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Rechtspopulistische Parteien befinden sich europaweit auf dem Vormarsch. Will man dem Rechtspopulismus seitens von Theologie und Kirche begegnen, genügt es nicht, diesen als Bedrohung der liberalen Demokratie zu kritisieren, sondern es muss auch nach den Gründen für seinen gegenwärtigen Erfolg gefragt werden. Zu diesem Zweck zeichnet das Buch verschiedene Erklärungsansätze nach und unterzieht sie einer kritischen Würdigung. Daraus leitet es mögliche Gegenstrategien ab, wie auf den Rechtspopulismus gesellschaftlich wie kirchlich reagiert werden kann.

Jonatan Burger, geb. 1994, studierte Katholische Theologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und wurde dort im Fach Christliche Sozialethik mit der Arbeit "Rechtspopulismus als Herausforderung christlicher Sozialethik" zum Dr. theol. promoviert. Seit 2018 ist er als Referent der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen und seit 2023 zudem als Dekanatsreferent in der Diözese Rottenburg-Stuttgart tätig. Seit 2017 gehört er der Redaktion des theologischen Blogs y-nachten.de an.
Rezension
Gerade Religionen sind keineswegs immun gegen populistische Muster der Sicht auf Politik und Gesellschaft, - wie nicht nur die Allianz zwischen fundamentalistischen Christen und Donals Trump zeigt. Überhaupt kann man Populismus als ein Art säkularen Fundamentalismus begreifen. Rechtspopulismus ist insofern in mehrfacher Hinsicht als Herausforderung christlicher Sozialethik zu fassen; denn es gilt auch ein selbstkritisches Licht auf populismusaffine Tendenzen im Christentum zu werfen, zumal Populisten nicht selten religiöse Legitimation suchen, zumal Autoritätsfixiertheit, Pluralismusfeindlichkeit, Xenophobie, Kritik an Eliten usw. Erfreulich hingegen ist, wie die großen christlichen Kirchen in jüngster Zeit mit oft unmissverständlicher Schärfe gegen populistische Stimmungsmache und für ein Projekt aufgeklärter und toleranter Demokratie Partei ergriffen haben, sei es in der Asyldebatte und dem Familiennachzug, sei es gegenüber rechtspopulistischen Bewegungen und Parteien wie der AfD. In diesem Kontext ist auch dieses tiefgründige Buch zu verstehen. Das Buch stellt verschiedene Erklärungsansätze des Erfolgs von Rechtpopulismus nach und unterzieht sie einer kritischen Würdigung. Daraus leitet es mögliche Gegenstrategien ab, wie auf den Rechtspopulismus gesellschaftlich wie kirchlich reagiert werden kann. Ein Erklärungsmuster ist die sog. Modernisierungskrise, z.T. in Verbindung mit der Globalisierungskrise, der rasche und tiefgreifende Wandel aller Gesellschaftsbereiche, auf den viele Menschen verunsichert und ängstlich reagieren. Wirtschaftliche, politische oder kulturelle Grenzöffnungen werden als Kontrollverlust erlebt und wecken bisweilen ein unrealistisches Verlangen nach der Wiederherstellung der alten nationalgesellschaftlichen Ordnung. Konservative Wirtschafts- und Kultureliten sowie Gruppen aus Mittel-und Unterschicht, die auf unterschiedliche Weise durch Modernisierung und Globalisierung deklassiert werden, bilden dabei eine klassenübergreifende Protestbewegung gegen die globale Öffnung der Gesellschaft.

Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Umfassende Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus aus christlich-sozialethischer Perspektive
Ableitung möglicher kirchlicher Gegenstrategien

Inhaltsverzeichnis
Dank 15
Abstract 17

1 Rechtspopulismus - eine sozialethische Herausforderung 19

1.1 ,Scheinwerfer` ins Dickicht der Ursachen für rechtspopulistische Erfolge 23
1.2 Weitere Klassifikationsmöglichkeiten der Deutungsansätze für rechtspopulistische Erfolge 27
1.3 Kritische Anmerkungen zum Blick auf die Ursachen rechtspopulistischer Erfolge 30

I. Grundlagen

2 Christentum und Rechtspopulismus: Erste Problemzugänge 35

2.1 Erkenntnisse aus der empirischen Sozialforschung 36
2.1.1 Religiosität, „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" und populistische Einstellungen 38
2.1.2 Konfessionsangehörigkeit und rechtspopulistisches Wahlverhalten 46
2.2 Schnittmengen zwischen Christentum und Rechtspopulismus 52
2.2.1 Religion als Identitätsgarantin im Rechtspopulismus 55
2.2.2 Dimensionen der Anfälligkeit der katholischen Kirche für den Rechtspopulismus 58
2.2.2.1 Historische Kontinuitätslinien 59
2.2.2.2 Anknüpfungspunkte für den Rechtspopulismus in Theologie und Kirchenstruktur 64
2.2.2.3 Anfällige Glaubens- und Frömmigkeitsstile 65
2.2.2.4 Christ:innen in der Defensive 69
2.2.3 Verbindende Themen 70
2.2.3.1 Modernekritik, apokalyptisches Geschichtsbild und Autoritarismus 71
2.2.3.2 Familienbild, LGBTQI und Gender als Feindbilder, Lebensschutz 74
2.2.3.3 Migrationsgegnerschaft, Muslim:innenfeindlichkeit und Antisemitismus 76
2.2.3.4 Weitere Themen 78
2.2.3.5 Populismus als Religionsderivat 80
2.2.4 Christ:innen als begehrte Koalitionspartner:innen 80
2.2.5 Christentum, Christ:innen und die AfD 82
2.3 Rechtspopulismus als Herausforderung für die Zivilgesellschaft 86
2.4 Die Debatte um das Verhältnis zwischen Kirchen und Politik 89
2.4.1 Rechtspopulistische Kritik an den Kirchen 90
2.4.2 Kritik an den Kirchen vonseiten weiterer politischer Akteurinnen 92
2.4.3 Die gesellschaftliche Stellung der Kirchen als Hintergrund der Debatte 94
2.4.4 Argumente gegen eine kirchliche Beteiligung an politischen Debatten 97
2.4.4.1 Das Argument einer Politisierung zulasten des religiösen Propriums 98
2.4.4.2 Das Argument einer zu großen Staatsnähe der Kirchen 101
2.4.4.3 Das Argument einer linken bzw. linksliberalen Tendenz 103
2.4.4.4 Das Argument einer zu geringen innerkirchlichen Meinungspluralität 106
2.4.5 Die Debatte um eine übermäßige Moralisierung 108
2.4.6 Die Debatte um die Kirche als Moralagentur 112
2.4.7 Die Debatte um Gesinnungs- und Verantwortungsethik 116
2.4.8 Was legitimiert eine politische Positionierung der Kirchen? 118
2.5 Eine kurze Chronologie der jüngsten Verhältnisbestimmung der katholischen Kirche zum Rechtspopulismus in Deutschland 122
2.5.1 Positionierungen deutscher Bischöfe 124
2.5.2 Positionierungen katholischer Verbände 129
2.5.3 Kritische Stimmen zur kirchlichen Positionierung gegenüber der AfD 130
2.5.4 Die Debatte um die Teilnahme von AfD-Vertretersinnen an Kirchen- und Katholikentagen 132
2.5.5 Behauptete Christlichkeit und erkennbare Kirchenfeindlichkeit der AfD 135
2.6 Exkurs: Christentum und Rechtspopulismus im Ländervergleich 138
2.6.1 Frankreich 138
2.6.2 Italien 140
2.6.3 Großbritannien 141
2.6.4 Ostmitteleuropa 141
2.6.5 Vereinigte Staaten von Amerika 143

3 Rechtspopulismus als umstrittenes politisches Phänomen 146

3.1 Populismus 146
3.1.1 Einleitende Hinweise 147
3.1.1.1 Abgrenzung von anderen politischen Phänomenen und Ideologien 149
3.1.1.2 Interessengeleiteter Populismusbegriff 151
3.1.2 Eine knappe Geschichte des Populismus 154
3.1.3 Populismus als Politikstil 160
3.1.3.1 Kritik an einer Reduktion des Populismus auf einen Politikstil 160
3.1.3.2 Überblick typischer populistischer Stilelemente 161
3.1.3.3 Rolle von Führungspersönlichkeiten 163
3.1.4 Cas Muddes Populismusbegriff 166
3.1.4.1 Populismus als „thin ideology" 168
3.1.4.2 Die populistische Bezugnahme auf das Volk 170
3.1.4.3 Elitenkritik im Populismus 173
3.1.4.4 Der anti-plurale Alleinvertretungsanspruch des Populismus 176
3.1.5 Populismus und Demokratie 180
3.1.6 Links- und Rechtspopulismus 184
3.1.7 Stimmen zugunsten einer Verteidigung des Populismus 187
3.1.8 Populismus und Verschwörungserzählungen 192
3.2 Rechtspopulismus 197
3.2.1 Einleitende Hinweise 197
3.2.2 Der Aufstieg des Rechtspopulismus in Europa 198
3.2.3 Kommunikationsstrategie und Programmatik 200
3.2.4 Rechtspopulismus als rechter Populismus 203
3.2.5 Rechtspopulismus und Demokratie 205
3.3 Rechtsextremismus 207
3.3.1 Rechtsextremismus — Eine Begriffsdefinition 208
3.3.2 Rechtsextremismus und die Extremismustheorie 211
3.3.3 Rechtsextremismus und die ,Neue Rechte` 213
3.3.4 Rechtsextremismus oder ,Rechtsradikalismus`? 216
3.3.5 Rechtspopulismus und Rechtsextremismus 218
3.3.5.1 Unterschiede zwischen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus 219
3.3.5.2 Kontinuitäten zwischen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus 221
3.4 Die „Alternative für Deutschland" — eine politikwissenschaftliche Einordnung 223
3.4.1 Entstehung und Entwicklung 224
3.4.1.1 Entstehungshintergrund 224
3.4.1.2 Entstehung 2013 und anfängliche Charakterisierung 228
3.4.1.3 Weitere Entwicklung 233
3.4.2 Programmatik 236
3.4.2.1 Europa- und Außenpolitik 238
3.4.2.2 Migrationspolitik 239
3.4.2.3 Wirtschafts- und Sozialpolitik 241
3.4.2.4 Gesellschaftspolitik 243
3.4.3 Kommunikationsstrategie 247
3.4.4 Wähler:innen, Organisation und gesellschaftliche Verankerung 250
3.4.4.1 Wähler:innen 250
3.4.4.2 Deutschlandweite Verankerung 256
3.4.4.3 Zivilgesellschaftliches Netzwerk und gesellschaftlicher Einfluss 257
3.4.4.4 Wahrnehmung seitens anderer rechtspopulistischer bzw. rechtsextremer Parteien 259
3.4.5 Die MD — eine rechtspopulistische Partei mit rechtsextremen Tendenzen? 260
3.4.5.1 Die AfD als populistische Partei 261
3.4.5.2 Die AfD als rechtspopulistische Partei 263
3.4.5.3 Die AID als rechtsextreme Partei? 267
3.4.5.3.1 Verhältnisbestimmung zum Nationalsozialismus und Dimensionen nationalsozialistischer „Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit" 270
3.4.5.3.2 Verfassungswidrigkeit von AfD-Positionen im Religionsverfassungsrecht 273
3.4.5.3.3 Rechtsextreme Wählerschaft 274
3.4.5.3.4 Beobachtung durch Verfassungsschutzbehörden 276
3.4.5.3.5 Handelt es sich bei der AID um eine rechtsextreme Partei? 279
3.4.6 AfD und (Rechts-)Populismus als bleibende Herausforderungen für die liberale Demokratie 281

II. Geistes- und sozialwissenschaftliche Deutungen und christlich-sozialethische Perspektiven

4 Rechtspopulismus als Defizitsymptom des politischen Systems 290

4.1 Politische Deutungsansätze des Rechtspopulismus — ein Stimmenpanorama 290
4.1.1 Rechtspopulismus als primäres Protestphänomen 291
4.1.2 Rechtspopulismus als Ausdruck rechtspopulistischer Einstellungen im Elektorat 295
4.1.3 Rechtspopulismus als Resultat neuer Cleavages im Parteiensystem 298
4.1.4 Rechtspopulismus als Spiegel der Defizite der liberalen Demokratie 306
4.1.5 Rechtspopulismus als Produkt von Repräsentationskrisen und Responsivitätslücken 317
4.1.6 Rechtspopulismus als Folge von mangelnder politischer Handlungsfähigkeit und Souveränitätsverlusten des Nationalstaates 322
4.1.7 Rechtspopulismus und der Strukturwandel zur digitalen Öffentlichkeit 333
4.2 Fokus: Kritik an einer fehlenden Polarisierung im Parteiensystem 335
4.2.1 Fehlende Polarität als Hintergrund rechtspopulistischer Polarisierung 335
4.2.2 Die Große Koalition auf Bundesebene als Grundübel der deutschen Politik? 339
4.2.3 Politische Polarität als Ausdruck gesellschaftlicher Streitlust 342
4.2.4 Chantal Mouffe als prototypische Vertreterin der Polarisierungsthese 343
4.3 Ursachen von (Rechts-)Populismus und mögliche Gegenstrategien bei Chantal Mouffe 344
4.3.1 Politik als antagonistische Auseinandersetzung 345
4.3.1.1 Hegemonie als Schlüsselbegriff des Denkens Mouffes 345
4.3.1.2 Die Unhintergehbarkeit des Antagonismus 348
4.3.1.3 Die „Zähmung" des Antagonismus zum Agonismus 352
4.3.1.4 Die Bedeutung der Links-Rechts-Differenz für die Demokratiequalität 356
4.3.1.5 Die Notwendigkeit einer affektiven Komponente der Demokratie 358
4.3.2 Demokratische Defizite der ,Postdemokratie 359
4.3.3 Feinheiten des Populismusbegriffs 363
4.3.4 Rechtspopulismus als Reaktion auf Defizite des politischen Systems 365
4.3.5 Resultierende Gegenstrategie: Linkspopulismus 372
4.3.5.1 Linkspopulismus 372
4.3.5.2 Linkspopulismus 376
4.4 Kritische Würdigung 378
4.4.1 Der Begriff des Volkes bei Papst Franziskus 379
4.4.2 Anfragen gegenüber dem Ansatz Mouffes aus Perspektive der christlichen Sozialethik 380
4.4.2.1 Ungezügelte Polarisierung als Gefährdung der Demokratie 381
4.4.2.2 Der Konflikt als Mittel oder Ziel des Politischen? 383
4.4.2.3 Linkspopulismus — eine heikle Gegenstrategie 385
4.4.3 „Die Dosis macht das Gift" — Konfliktivität als Gefährdung und Jungbrunnen der Demokratie 387

5 Rechtspopulismus als Folge kultureller Wandlungsprozesse 391

5.1 Stellenwert und Vielfalt kultureller Erklärungsansätze 392
5.1.1 Kulturelle und ökonomische Ursachenanalysen im Widerstreit 392
5.1.1.1 Stärken kultureller Erklärungsansätze 392
5.1.1.2 Schwächen kultureller Erklärungsansätze 394
5.1.1.3 Die notwendige Zusammenschau kultureller und ökonomischer Deutungsansätze 396
5.1.2 Kulturelle Deutungsansätze für den Rechtspopulismus — ein neuerliches breites Feld 397
5.1.2.1 Rechtspopulismus als kommunitaristisches Gegenüber des Kosmopolitismus 397
5.1.2.2 Rechtspopulismus und Identitätspolitik 406
5.1.2.3 Rechtspopulismus als Ausdruck regionaler politischer Kultur 411
5.2 Fokus: ,Modernisierung` und Rechtspopulismus 416
5.2.1 Was meint ,Modernisierung`? 417
5.2.2 Ambivalente Modernisierung 418
5.2.3 Rechtspopulismus als Modernisierungsfolge? 419
5.2.4 Traditionen der Modernekritik 422
5.2.5 Kritische Anmerkungen zum Zusammenhang von Rechtspopulismus und Modernisierung 423
5.2.6 Ronald Inglehart und Pippa Norris als prototypische Vertreter:innen der
Modernisierungsthese 425
5.3 Ursachen von (Rechts-)Populismus und mögliche Gegenstrategien bei Ronald Inglehart und Pippa Norris 425
5.3.1 Die ,stille Revolution' des Aufschwungs postmaterieller Werte 428
5.3.2 Cultural Backlash als Gegenbewegung zur ,stillen Revolution' und Hintergrund des Rechtspopulismus 436
5.3.2.1 Harte Arbeit als Ideal im Rechtspopulismus 440
5.3.2.2 Bedrohte Männlichkeit als Hintergrund des Rechtspopulismus 441
5.3.2.3 Ein pessimistischer Blick in die Zukunft als Grundlage des Rechtspopulismus 443
5.3.3 Autoritarismus als Schlüsselbegriff bei Inglehart 444
5.3.4 Die Rolle der „period effects" 446
5.3.5 Feinheiten des Populismusbegriffs 448
5.3.6 Cultural Backlashes als Erklärungen für rechtspopulistische Wahlerfolge 449
5.3.6.1 Wahlerfolge der AfD — Zeichen eines Cultural Backlash in Deutschland? 450
5.3.6.2 Trumps Wahl 2016 — ein Cultural Backlash? 452
5.3.6.3 Brexit — Cultural Backlash in Großbritannien? 454
5.3.7 Resultierende Gegenstrategie: Rechtspopulismus als Übergangsphänomen? 454
5.4 Kritische Würdigung 455
5.4.1 Der cultural-backlash-Ansatz in der Kritik 456
5.4.1.1 Anfragen an Ingleharts Postmaterialismus-Theorie 456
5.4.1.2 Anfragen an die cultural backlash-These 458
5.4.1.2.1 Backlash als falsche Analysekategorie 459
5.4.1.2.2 Kritik an der mangelnden Erklärungskraft der cultural backlash-These 460
5.4.1.2.3 Die parteiische Rede vom cultural backlash — Mehr Wertung als Analyse 461
5.4.1.2.4 cultural backlash als rechtes Narrativ 462
5.4.1.3 Anfragen an die vorgeschlagene Gegenstrategie 463
5.4.2 Mögliche Antwortversuche auf die kulturellen Hintergründe des Rechtspopulismus 465
5.4.2.1 Kritik an „Globalismus" und „Lokalismus" und Wertschätzung kultureller Vielfalt in Fratelli tutti 465
5.4.2.2 Eine kritische Würdigung kommunitaristischer Politikansätze 469
5.4.2.3 Das Plädoyer für einen ,regulativen Liberalismus' (Andreas Reckwitz) 475
5.4.2.4 Kulturellen Wandel als gemeinsam gestaltbare Aufgabe ausweisen 481
5.4.2.5 Die Suche nach einem gemeinsamen gesellschaftlichen Ziel 486

6 Rechtspopulismus als Ökonomisch motivierte Abwehrbewegung 489

6.1 „It's the economy, stupid"? — Ökonomische Deutungsansätze des Rechtspopulismus im Überblick 490
6.1.1 Die Wirtschaftsgeschichte der Nachkriegszeit — Erfolgsgeschichte oder Sündenfall? 491
6.1.2 Sozialpopulismus als neues Patentrezept 493
6.1.3 Ökonomische Deutungsansätze des Rechtspopulismus — eine kontroverse Debattenlandschaft 498
6.1.3.1 Rechtspopulismus als Protest von ökonomischen Modernisierungsverlierer:innen 502
6.1.3.2 Rechtspopulismus als Folge der Statusunzufriedenheit und -angst der Mittelschicht 506
6.1.3.3 Rechtspopulismus als Destillat von Kapitalismus und Autoritarismus 511
6.2 Fokus: Rechtspopulismus als Folge der Globalisierung 515
6.2.1 ,Globalisierung` als multidimensionaler Begriff 517
6.2.2 Ungleiche Verteilung von Globalisierungsgewinnen und -verlusten 519
6.2.3 Globalisierung als Hintergrund von Rechtspopulismus 522
6.2.4 Kritik an diesem Deutungsansatz 526
6.3 Die ,Politische Ökonomie` des (Rechts-)Populismus 529
6.3.1 Die liberalisierte Handelspolitik als Auslöser rechtspopulistischer Wahlerfolge 530
6.3.2 Globalisierung und Populismus bei Dani Rodrik 533
6.3.2.1 Das ,Trilemma der Globalisierung' 533
6.3.2.2 Die Ambivalenz der Globalisierung — Förderung und Gefährdung von Wohlfahrtsstaatlichkeit 534
6.3.2.3 Populismus als Reaktion auf die Folgen einer liberalen Handelspolitik 536
6.3.3 Die ,Politische Ökonomie des (Rechts-)Populismus` bei Philip Manow 538
6.3.3.1 Links- und Rechtspopulismus als Globalisierungsfolgen 539
6.3.3.2 Wohlfahrtsstaatlichkeit, Migration und Rechtspopulismus in Nordeuropa 541
6.3.3.3 Wohlfahrtsstaatlichkeit, Migration und Linkspopulismus in Südeuropa 543
6.3.3.4 Wohlfahrtsstaatlichkeit, Migration und Rechtspopulismus im europäischen
West-Ost-Vergleich 544
6.3.3.5 Wohlfahrtsstaatlichkeit, Migration und Populismus in den USA 546
6.3.4 Resultierende Gegenstrategien 546
6.3.4.1 Globalisierungsskepsis ernst nehmen 547
6.3.4.2 Wohlfahrtsstaatlichkeit als Immunsystem gegen Rechtspopulismus 549
6.3.4.3 Einhegen und Gestalten der Globalisierung 555
6.3.4.4 Stärkung der Nationalstaatlichkeit und Demokratisierung internationaler Organisationen 561
6.3.4.5 Soziale Anerkennung durch Arbeit und Engagement 563
6.4 Kritische Würdigung 567
6.4.1 Globalisierungskritik zur Eindämmung des Rechtspopulismus in Deutschland 568
6.4.2 Nationalstaatlichkeit als Mittel gegen Rechtspopulismus angesichts der Globalisierung 574
6.4.3 Globalisierungskritik zur Eindämmung des Rechtspopulismus aus globaler Perspektive 577

III. Schlussfolgerungen

7 Gesellschaftliche und kirchliche Handlungsoptionen im Umgang mit Rechtspopulismus 583

7.1 Handlungsoptionen gegenüber dem Rechtspopulismus als bleibende Gefahr für die liberale Demokratie und Zivilgesellschaft 584
7.1.1 Auf der Suche nach politischen Reaktionsweisen auf den Rechtspopulismus 584
7.1.1.1 Strategien im Umgang mit dem Rechtspopulismus in der Kritik 585
7.1.1.2 Rechtspopulismus als Gegner ernst nehmen 592
7.1.1.3 Die Rolle der Konservativen als Garant:innen der liberalen Demokratie 595
7.1.2 Demokratische Selbstkritik 598
7.1.3 Emotionen als politischen Faktor ernst nehmen und emotionale Ressourcen für die Demokratie nutzen 600
7.1.4 Politische Bildung stärken 605
7.1.4.1 Aufgaben und Möglichkeiten politischer Bildung in der Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus 606
7.1.4.2 Herausforderungen für politische Bildung im Umgang mit dem Rechtspopulismus 609
7.1.4.3 Kirchliche Beiträge zum Werben für die liberale Demokratie 611
7.1.5 ,Gesellschaftlicher Zusammenhalt` als Gegenüber des Rechtspopulismus? 613
7.1.5.1 Was meint ,gesellschaftlicher Zusammenhalt`? 614
7.1.5.2 ,Gesellschaftlicher Zusammenhalt` im Rechtspopulismus oder gegenüber dem
Rechtspopulismus? 615
7.1.5.3 ,Gesellschaftlicher Zusammenhalt` als Meta-Begriff 617
7.1.5.4 ,Gesellschaftlicher Zusammenhalt` in der kirchlichen Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus 618
7.2 Handlungsoptionen gegenüber dem Rechtspopulismus als Herausforderung für die katholische Kirche 619
7.2.1 Abgrenzung von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus 621
7.2.2 Abgrenzung gegenüber recht(spopulistisch)en Vereinnahmungsversuchen 626
7.2.3 Kirchliche Selbstkritik und Selbstvergewisserung 629
7.2.4 Kirchliche Anwaltschaft für Marginalisierte 632
7.2.5 Offenheit zum Gespräch 633
7.3 Handlungsoptionen gegenüber den Rahmenbedingungen rechtspopulistischer Konjunkturen 638
7.3.1 Populismusbegriff in Fratelli tutti 640
7.3.2 Zukunftsvisionen und christliche Hoffnung als Mittel gegen Rechtspopulismus 645
7.3.2.1 Gesellschaftliche Visionen statt Lähmung und Zukunftsskepsis 645
7.3.2.2 Christlich begründete Hoffnung statt Geschichtspessimismus 647
7.3.3 Kirche als Vermittlerin in gesellschaftlichen Debatten 650
7.3.4 Modernisierungsaversionen ernst nehmen 654
7.3.5 Zivilgesellschaftliche Partizipation ermöglichen und kirchliches Leben vor Ort stärken 656

8 Rechtspopulismus als zukünftiger Topos christlicher Sozialethik 663

Abkürzungsverzeichnis 668
Literaturverzeichnis 669