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Radtourenbuch Jakobs-Radweg 1 : 75 000 Von den Pyren√§en nach Santiago de Compostela 5. √ľberarbeitete Auflage 2017

Länge: 910 km
Stadtpläne, Übernachtungsverzeichnis, Höhenprofil, Spiralbindung
Radtourenbuch Jakobs-Radweg 1 : 75 000
Von den Pyrenäen nach Santiago de Compostela


5. √ľberarbeitete Auflage 2017



Länge: 910 km

Stadtpläne, Übernachtungsverzeichnis, Höhenprofil, Spiralbindung

bikeline-Team

Esterbauer
EAN: 9783850004558 (ISBN: 3-85000-455-4)
160 Seiten, Spiralbindung, 23 x 12cm, 2017

EUR 14,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Jakobs-Radweg

Von den Pyrenäen nach Santiago de Compostela

Der Weg ist das Ziel - dieser Satz ist die Leitparole auf dem Jakobsweg, ein besonderer Pilgerweg schon seit dem Mittelalter. Der Camino de Santiago f√ľhrt von Saint-Jean-Pied-de-Port in den Pyren√§en nach Pamplona, in die geschichtstr√§chtige Hauptstadt Navarras und durchquert noch drei weitere Regionen, das gebirgige La Rioja, weithin bekannt f√ľr seine wunderbaren Rioja-Weine, Kastilien und Le√∂n, eine weite Meseta-Landschaft, durchzogen von einigen fruchtbaren H√ľgelketten und schlie√ülich Galicien, welches gr√ľne Wiesen, W√§lder und Wasser im √úberfluss bietet. Hier erreicht jeder Pilger sein hei√üersehntes Ziel, die Stadt des Apostelgrabes - Santiago de Compostela. Auf jeden Fall bietet der historische Pilgerweg atemberaubende Landschaft, sehenswerte St√§dte, vertr√§umte kleine Bergd√∂rfer und f√ľr manchen DIE Erf√ľllung auf der Suche nach dem eigenen Ich!

Pr√§zise Karten, genaue Streckenbeschreibungen, zahlreiche Stadt- und Ortspl√§ne, Hinweise auf das kulturelle und touristische Angebot der Region und ein umfangreiches √úbernachtungsverzeichnis - in diesem Buch finden Sie alles, was Sie zu einer Radtour entlang des Jakobsweges brauchen - au√üer gutem radlwetter, das k√∂nnen wir Ihnen nur w√ľnschen.

wetterfest und reißfest

‚ÄĘ exakte topografische Landkarten

‚ÄĘ Orts- und Stadtpl√§ne

‚ÄĘ GPS-Track Download

‚ÄĘ umfassendes √úbernachtungsverzeichnis
Rezension
Den klassischen Pilgerweg des nord-spanischen Jakobs-Wegs kann man nicht nur zu Fu√ü bew√§ltigen sondern auch mit dem Fahrrad, wie dieses Radtourenbuch dokumentiert. Jakobswege nach Santiago de Compostela in Spanien gibt es sehr viele, incl. unz√§hliger Teilst√ľcke von Jakobswegen in Deutschland und ganz Europa; hier wird der klassische Weg √ľber den Camino Franc√©s eingehend beschrieben: von den Pyren√§en in den Nord-Westzipfel Spaniens. Pilgern, Wandern und die neue Entdeckung der Langsamkeit sind in einer sich immer mehr beschleunigenden Welt wieder "in", Wanderf√ľhrer wieder gefragt, Pilgerwege werden zum Publikumsmagneten, - nicht erst auf Harpe Kerkelings Spuren ... So ist es nicht verwunderlich, dass der Esterbauer-Verlag neben zahlreichen profanen Radtourenb√ľchern auch diesen klassischen Pilger-Fernwanderweg, den Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Spanien in sein Programm als Radfernweg aufgenommen hat und der hiermit bereits in 5. √ľberarbeitete Auflage 2017 vorliegt. Dieses Radtourenbuch im Ma√üstab 1:75.000 beschreibt den Jakobs-Radweg in Text, Bild und Karten. Enthalten sind exakte topographische Landkarten, Orts- und Stadtpl√§ne, genau recherchierte Routenbeschreibungen, ein umfangreiches √úbernachtungsverzeichnis mit Bett & Bike-Betrieben, alle wichtigen Telefonnummern und zahlreiche Hintergrundinformationen - alles gr√ľndlich recherchiert und auf dem aktuellen Stand, in der praktischen Spiralbindung mit Karten, Stadtpl√§nen, Streckenbeschreibung und allem, was man ben√∂tigt zur Tourenplanung.

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Die Geschichte des Jakobsweges beginnt mit der Lebensgeschichte des Apostels Jakobus, einer der vier ersten J√ľnger, die Jesus auserw√§hlte. Angeblich missionierte der Apostel nach dem Tod des Messias die iberische Halbinsel zwei Jahre lang, kehrte danach nach Jerusalem zur√ľck, wo K√∂nig Herodes ihn enthaupten lie√ü. Sein Leichnam wurde von den J√ľngern auf einem Boot nach Spanien gebracht, wohin ein Engel es lenkte. Jakobus wurde der Legende nach im heutigen Santiago begraben, wo im 9. Jahrhundert seine Gebeine gefunden wurden. Das Apostelgrab entwickelte sich zur Pilgerst√§tte, welche zuerst nur von Gl√§ubigen aus der Umgebung besucht wurde. Im Mittelalter jedoch erfolgt ein gewaltiger Ansturm an Pilgern, die Heilung suchten, oder um Vergebung baten. Die Folge dieses Menschenandranges resultierte im immensen Kirchen- und Klosterbau entlang der Pilgerstrecke. Von √ľberall her kamen die Gl√§ubigen, aus Frankreich, Portugal, von der britischen Insel, aus Deutschland oder noch weiter aus dem Norden ‚Äď es bildete sich ein dichtes Wegenetz, das sich in den Pyren√§en zu einem einzigen Weg vereinigte. Dieser f√ľhrte √ľber die Berge nach Pamplona und von dort geradewegs nach Westen, bis nach Santiago. Entlang des Caminos entstanden Pilgerherbergen, um den Wanderern Unterschlupf zu gew√§hren.
Im 15. Jahrhundert begannen die Wallfahrten zum Apostelgrab abzuflauen, denn der wahrhaftige Grund des Pilgerns geriet in Vergessenheit und viele suchten nur noch nach Abenteuern ‚Äď noch schlimmer, es entwickelten sich jede Menge kriminelle Gedanken ‚Äď Pilger wurden beraubt und sogar get√∂tet. Erst wieder im 19. Jahrhundert erinnerte man sich in Rom an das Apostelgrab ‚Äď es wurde vom Papst anerkannt und somit erlebte das Pilgern nach Santiago einen neuen Aufschwung.
Die Bedeutung des Pilgerns nach Santiago ver√§nderte sich im 20. Jahrhundert, nicht nur der Glaube allein war der Antrieb f√ľr die weite Wanderung, sondern vielmehr die Suche nach dem eigenen Ich, das Erkennen der eigenen k√∂rperlichen und geistigen Grenzen und auch das Interesse an der Historie des Jakobsweges. Was ein richtiger Jakobspilger damals mit sich f√ľhrte: eine Trinkflasche, einen Mantel, einen Pilgerstab, eine Jakobsmuschel und einen Pilgerausweis.
Die Bedeutung der Jakobsmuschel:
Die Muschel ist das Symbol f√ľr den Pilgerweg und somit das weitverbreitetste Pilgerzeichen des Mittelalters. Sie ist eine Art Talisman f√ľr die Pilger, den man auf dem Weg oder in Santiago kaufen kann.
Der Pilgerpass
Der Pass ist ein offizielles Schriftst√ľck, das einen als Pilger ausweist. Dazu muss man den Jakobsweg entweder zu Fu√ü, mit dem Fahrrad oder auf dem R√ľcken eine Pferdes bew√§ltigen. Mit diesem Pilgerpass (Credencial de Pergrinos) erh√§lt man Unterkunft in den Pilgerherbergen und einen Stempel an den wichtigen Wegstationen. Im Pilgerb√ľro in Santiago de Compostela wird gegen Vorlage des abgestempelten Pilger¬≠passes die traditionelle Pilgerurkunde ausgeh√§ndigt, quasi ein Beweis f√ľr die Pilgerreise. Der Jakobsweg f√ľhrt durch die folgenden vier spanischen Regionen:
Navarra
Navarra liegt im Nordosten Spaniens eingebettet zwischen den Gebirgsz√ľgen der Pyren√§en und dem Baskenland im Norden sowie im S√ľden dem Ebro, dem Grenzfluss zur Nachbarregion La Rioja. Landschaftlich ist Navarra vom √úbergang gepr√§gt, der sich aus den bergigen H√∂henz√ľgen der Pyren√§en heraus in die landwirtschaftlich genutzten Niederungen der Flussebene ergibt. W√§hrend im h√∂her gelegenen Norden noch urige Berglandschaften mit wildwachsenden, nordisch-mystisch anmutenden W√§ldern, steppen√§hnlichen Steinw√ľsten, rei√üenden B√§chen und wilden Schluchten zu finden sind, verwandelt sich die Landschaft s√ľdwestw√§rts allm√§hlich √ľber mittelgebirgs¬≠√§hnliche Gegenden in flachere und trockenere Ebenen, in denen haupts√§chlich Getreide, Wein und Oliven angebaut werden. Heute ist Navarra eine der autonomen Gemeinschaften Spaniens, die gegen√ľber der nationalen Regierung einige politische Selbstverwaltungsrechte erhalten haben. Navarra geh√∂rt mit zirka einer halben Million Einwohnern zu den kleineren Regionen Spaniens. Im Norden gibt es starke baskische Einfl√ľsse; viele der dort Lebenden sprechen noch baskisch und verstehen sich selbst als Basken ‚Äď allerdings ohne separatistische Absichten. Kulturell sind die baskischen Einfl√ľsse inzwischen fester Bestandteil Navarras, so ist der baskische Nationalsport, das Pelota-Spiel, weit verbreitet. Auch sind fast alle Orte zweisprachig ausgewiesen, die Farben des Baskenlandes, ein kr√§ftiges Rot, sind allgegenw√§rtig.
Im Mittelalter (9. Jahrhundert) gr√ľndete sich Navarra aus dem Kampf gegen die Mauren heraus als eigenst√§ndiges christliches K√∂nigreich. Trotz seiner geringen Gr√∂√üe war Navarra wirtschaftlich und kulturell sehr erfolgreich, und profitierte besonders von den Pilgerfahrten auf dem Jakobsweg. In den folgenden Jahrhunderten geriet Navarra immer wieder unter fremde Herrschaft benachbarter K√∂nigreiche, bis es 1515 endg√ľltig in das spanische K√∂nigreich Kastilien-Arag√≥n eingegliedert wurde. Dies wurde den Navarresen mit der Gew√§hrung einiger Sonderrechte, ‚Äěfueros‚Äú, besonders in Steuer- und Verwaltungs-angelegenheiten, vers√ľ√üt.
La Rioja
La Rioja ist mit knapp 300.000 Einwohnern die kleinste autonome Region des spanischen Festlandes. Die 5.000 km¬≤ La Riojas liegen zwischen dem Ebrobecken im Norden und dem Iberischen Randgebirge im S√ľden, das teilweise bis zu einer H√∂he von √ľber 2.000 Metern hochgeht. Die Besiedlung der Region konzentriert sich auf die Orte im Ebrotal, Logro√Īo ist die Hauptstadt. La Rioja ist eine noch ‚Äějunge‚Äú Region: erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sie zu einer eigenst√§ndigen autonomen Region bestimmt, zuvor war La Rioja entweder Teil des K√∂nigreiches Navarra (bis 1076) oder Teil Kastiliens. Der Name leitet sich vom ‚ÄěRio Oja‚Äú ab, der durch das Gebiet flie√üt.
Am bekanntesten ist die Region f√ľr seine kulinarischen Spezialit√§ten ‚Äď vielseitige Fisch- und Fleischgerichte mit frischem Gem√ľse, sowie leckere S√ľ√üspeisen zum Nachtisch ‚Äď und nat√ľrlich f√ľr den Wein. Das Klima La Riojas eignet sich hervorragend f√ľr den Anbau der edlen Trauben, so dass der Weinanbau hier wohl schon von den R√∂mern betrieben wurde; dokumentiert ist er seit dem 12. Jahrhundert. Das Gewerbe blieb Jahrhunderte lang ein Gesch√§ft innerhalb kleiner Familienbetriebe. Erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts haben franz√∂sische Winzer begonnen, gr√∂√üere Kellereien aufzubauen, die sich bis heute zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige der Region entwickelt haben.
Kastilien-León
In Kastilien-Le√≥n befinden wir uns im Herzen Spaniens. Die Region nimmt einen Gro√üteil der Nordh√§lfte Spaniens ein. Sie zieht sich √ľber eine langgestreckte Hochebene (Meseta) zwischen dem Kantabrischen Gebirge im Norden und dem Kastilischen Scheidegebirge auf einer H√∂he von 500 bis 1.000 Meter. In den n√∂rdlichen Provinzen Burgos, Le√≥n und Palencia, die der Jakobsweg durchquert, leben √ľber eine Million Einwohner, die sich r√ľhmen das reinste Spanisch zu sprechen und den sprichw√∂rtlichen spanischen Stolz verk√∂rpern. Kastilien-Le√≥n ist im Zuge der Reconquista aus der Vereinigung des alten K√∂nigreiches Le√≥n-Asturien mit dem sog. Altkastilien (Kantabrien und La Rioja) hervorgegangen. Die Region war im 8. Jahrhundert wie fast ganz Spanien von den Mauren besetzt. Jedoch k√§mpften die vielen vereinzelten Herrscherh√§user des christlichen Spaniens an mehreren Fronten sowohl einzeln oder in gelegentlichen Koalitionen gegen die Mauren als auch immer wieder gegen innerspanische Konkurrenten. Erst die Vereinigung einzelner K√∂nigreiche, wie z. B. des K√∂nigreiches Kastilien-Le√≥n, f√ľhrte zu einer ausreichenden St√§rke, um schlie√ülich die Mauren endg√ľltig zu besiegen. Die alten Grenzlinien zwischen Christen und Mauren lassen sich noch heute erkennen; mitten in der ebenen Landschaft der Meseta erheben sich in einer Linie Burgen und Befestigungsanlagen, die das Land durchziehen: Wir sind im Land der Kastelle, oder eben ‚ÄěKastilien‚Äú. Aber nicht nur die Geschichte der Reconquista hat das Bild dieser Region entscheidend gepr√§gt. Auch die R√∂mer haben schon einige Jahrhunderte vorher ihre Spuren hinterlassen. Am eindrucksvollsten sind aber nat√ľrlich die Einfl√ľsse des Jakobswegs. Entlang des Pilgerweges reiht sich eine Unzahl von sakralen Bauten: Kirchen, Kl√∂ster, Pilgerhospit√§ler, Einsiedeleien ‚Äď nicht nur ein Muss f√ľr die religi√∂s motivierten Pilger sondern auch architektur- und kunsthistorisch ein wahrer Augenschmaus.
Galicien
In Galicien kommt man in den etwas anderen Teil Spaniens. Durch Bergketten ist das Land von seinen √∂stlichen Nachbarn praktisch abgeschnitten, w√§hrend im Westen die zerkl√ľfteten Klippen der K√ľste in den Ozean fallen. Die zergliederte K√ľstenlandschaft, die manchen an die norwegischen Fjorde erinnert, wird von tief ins Land reichenden Meeresarmen, den sog. Rias, zerschnitten. Eine Legende erz√§hlt, dass dies die Fingerabdr√ľcke Gottes seien, der seine Hand w√§hrend der Erschaffung der Erde hier kurz aufst√ľtzte. Die geografische Lage und die wenig einladende Landschaft Galiciens hat den Landstrich vor der maurischen Besetzung im Mittelalter bewahrt. Die Mauren ‚Äěbesuchten‚Äú die Galicier immer nur auf gelegentlichen Raubz√ľgen und lie√üen sie sonst in Ruhe. Auch sonst spielt die Region in der spanischen Geschichte eine eher untergeordnete Rolle. Galiciens wichtigster Beitrag war der Jakobsweg und die mythische Kraft, die die Entdeckung der Grabst√§tte Jakobus‚Äô im Mittelalter entwickelte. Sie war ein entscheidender Faktor im Kampf gegen die Mauren. Kulturell und sprachlich meint man in Galicien h√§ufig dem s√ľdlichen Nachbarn, Portugal, n√§her zu sein als dem ‚ÄěMutterland‚Äú. Galego, die Sprache der Region, ist dem Portugiesischen wesentlich √§hnlicher als dem Spanischen. Die Sprache ist inzwischen ‚Äď nach jahrhundertelanger Unterdr√ľckung ‚Äď wieder problemlos im Alltag zu h√∂ren.
Und wenn man sich fragt, warum die Galicier so gerne Dudelsack spielen... Nun das kommt nicht aus Portugal sondern von den Kelten, die diesen Landstrich als erste besiedelten. Auf dem Jakobsweg begegnet man auch dem Thema Reconquista, was das genau bedeutet wird im Folgenden beschrieben:
Die Reconquista
Die Reconquista hat der heutigen Gestalt Spaniens im Mittelalter ihren Stempel aufgedr√ľckt. Sie hat politisch zu der Konstitution eines Gesamtspaniens gef√ľhrt, die christliche Kultur manifestiert und nat√ľrlich auch bauhistorisch ihre Spuren hinterlassen, die Sie auf der gesamten Strecke des Jakobsweges begleiten werden.
Zu Anfang des 8. Jahrhunderts wurde Spanien nach und nach von maurischen Kriegern besetzt. Spanien bestand zu dem Zeitpunkt aus zahlreichen kleineren F√ľrstenstaaten, die aufgrund von Rivalit√§ten untereinander nicht in der Lage waren, sich gegen die Eindringlinge zur Wehr zu setzen. Von Gibraltar aus brachten die Mauren schnell die gesamte Iberische Halbinsel unter ihre Kontrolle. Nur der n√∂rdliche Teil, den die Mauren nur sporadisch bei Raubz√ľgen ‚Äěbesuchten‚Äú, blieb aufgrund der geographischen und klimatischen Unwegsamkeit weitgehend verschont. Von dort organisierte sich langsam der Widerstand der Einheimischen, wenn auch zun√§chst noch in Einzelaktionen einiger weniger F√ľrsten. Die Mauren konnten Rivalit√§ten der ans√§ssigen Adelsgeschlechter geschickt gegeneinander ausspielen, so dass deren Teilerfolge nie zu einer gr√∂√üeren Gefahr f√ľr die Besatzer werden konnten. Jedoch gelang es, einige kleinere K√∂nigreiche zu etablieren, wie etwa Asturien-Le√≥n und sp√§ter Kastilien, denen es allm√§hlich gelang einen geschlossenen Widerstand zu organisieren.
Das Attribut der ‚Äěchristlichen R√ľckeroberung‚Äú ‚Äď also die religi√∂s motivierte Verteidigung der iberischen Halbinsel ‚Äď setzte im 9. Jahrhundert mit der Jakobslegende ein. Die Entdeckung des Jakobs-Grabes in Santiago setzte eine gro√üe Wallfahrtswelle europ√§ischer Christen in Gang, die verbunden wurde mit dem Willen, das Christentum in S√ľdeuropa gegen die muslimischen Eindringlinge zu verteidigen. Dies ‚Äď wie auch die Legende von der Schlacht von Clavijo, die den Ruf Jakobs als Maurent√∂ter begr√ľndete ‚Äď machte Jakob zum Schutzpatron der Reconquista, unter dem sich alle konkurrierenden Kr√§fte vereinigen konnten. Die christlichen Pilger mussten schlie√ülich vor den Angriffen Ungl√§ubiger gesch√ľtzt werden, d. h. die Sicherung des Jakobsweges f√ľr die Pilger war eine der ersten Aufgaben der sich formierenden christlichen Ritterorden, die im Auftrag der Kirche und mit p√§pstlichem Segen den Norden Spaniens nach und nach zur√ľckeroberten.
Allerdings sollte es noch bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts dauern, bis die spanischen/christlichen K√∂nigreiche alle ihre Animosit√§ten und Erbfolgen soweit kl√§ren konnten, dass man nun gemeinsam handelte. 1212 schlossen Kastilien, Arag√≥n, Navarra und Portugal ein Milit√§rb√ľndnis, dem die Mauren nicht mehr viel entgegen setzen konnten. Die ‚Äěchristliche R√ľckeroberung‚Äú war nach wenigen Jahren erfolgreich abgeschlossen. Die √ľbrig gebliebenen Mauren wurden, wie auch die Juden, in besondere Ortsteile umgesiedelt, eine erste Welle der Inquisition durchzog das Land. Die Reconquista hatte den Einfluss der katholischen Kirche in Spanien entscheidend gest√§rkt. Spanien und Portugal konstituierten sich als politische M√§chte in Europa und dar√ľber hinaus, denn aus der Reconquista wurde die Conquista, die Entdeckungsz√ľge, Eroberungen und Christianisierung neuer Erdteile in √úbersee.
Streckencharakteristik
Länge
Die Gesamtlänge des Jakobsweg-Radweges beträgt rund 819 Kilometer. Der letzte Abschnitt von Santiago de Compostela nach Finisterre beträgt 93 Kilometer.
Wegequalität & Verkehr & Steigungen
Wegequalität:
Die gew√§hlte Route verl√§uft teilweise auf Asphaltstra√üen, auf Kieswegen, Sandwegen und auf kurzen Abschnitten auch auf unwegsamen Gras- oder Steinwegen, wo unge√ľbte Radfahrer besser schieben. Der Original-Jakobsweg bewegt sich zum Gro√üteil auf Pfaden, die meist mit dem Rad nicht oder nur schwer befahrbar sind, darum haben wir oft Ausweichrouten gew√§hlt, die nicht weit vom Originalverlauf abweichen und trotzdem f√ľrs Fahrrad geeignet sind.
Verkehr:
Verkehrsreiche Strecken gibt es vor allem in den gro√üen St√§dten und abschnittsweise auch √ľber Land, wenn auf den Nationalstra√üen gefahren wird. Die Nationalstra√üen haben wir nur dann als Route gew√§hlt, wenn es keine andere M√∂glichkeit gab, wie etwa bei den verschiedenen Pass√ľberg√§ngen.
Steigungen:
Extreme Steigungen bleiben Ihnen auf dieser Route nicht erspart. Wie Sie dem H√∂henprofil entnehmen k√∂nnen, geht es st√§ndig steil bergauf und bergab. Zu den anstrengendsten Abschnitten z√§hlen sicher die √úberquerung der Pyren√§en mit dem Iba√Īeta Pass, der gewaltige Anstieg zum Cruz de Hierro (Eisernes Kreuz) und der Cebreiro-Pass. Aber schlie√ülich handelt es sich ja hierbei um einen Pilgerweg und um keinen gem√ľtlichen Flussradweg.
Beschilderung
F√ľr den Radweg gibt es keine durchgehende Beschilderung. Es gibt allerdings Stra√üenschilder f√ľr die Jakobsweg-Stra√üe, dies sind blaue Schilder mit einer gelben Jakobsmuschel. F√ľr die Fu√üpilger und auch teilweise f√ľr die Radpilger dienen gelb aufgemalte Pfeile als Wegweiser, diese befinden sich auf Hausmauern, h√∂lzernen Wegweisern, Stra√üenschildern, Steinen oder B√§umen.
Tourenplanung - Zentrale Infostellen
Konzept
Wir haben f√ľr dieses Radtourenbuch eine Streckenf√ľhrung ausgew√§hlt, die von allen Radfahrern bew√§ltigt werden kann und nicht nur von Mountainbikern, darum weicht die Strecke abschnittsweise vom Original Camino (Pilgerweg) ab. Der Camino wird in den Karten als hellblaue Linie dargestellt, damit Sie immer wissen wie nah oder fern der Pilgerweg gerade ist.
Wichtige Telefonnummern
Internationale Vorwahl f√ľr Frankreich 0033 Internationale Vorwahl f√ľr Spanien 0034 S√§mtliche Telefonnummern in Frankreich und Spanien werden mit 10 bzw. 9 Ziffern angef√ľhrt. Auch f√ľr Inlandsgespr√§che muss immer die volle zehn- bzw. neunstellige Nummer gew√§hlt werden.
Zentrale Infostellen
Spanisches Fremdenverkehrsamt, D-10707 Berlin, Tel:030/8826543 www.spain.info
Spanisches Fremdenverkehrsamt, A-1010 Wien, Tel. 01/5129580-11
Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft e.V., D-52068 Aachen, Tel. 0241/4790-127
www.jakobus-info.de
www.deutsche-jakobus-gesellschaft.de
www.caminosantiago.org
www.xacobeo.es
Inhaltsverzeichnis
3 Vorwort
4 Kartenlegende
7 Der Jakobsweg
20 Zu diesem Buch

22 Von St. Jean-Pied-de-Port nach Pamplona 76 km
36 Von Pamplona nach Burgos 238 km
52 Der B√ľ√üerweg durch die Weinberge
68 Von Burgos nach León 177 km
92 Von León nach Santiago de Compostela 326 km
133 Von Santiago de Compostela zum Kap Finisterre 93 km

144 √úbernachtungsverzeichnis
159 Ortsindex

Stadtpläne

Astorga 100
Burgos 67
Estella 44
León 91
Logrofio 50
Pamplona 35
Ponferrada 108
Sahag√ļn 84
Santiago de Compostela 131