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Philosophie der Musik
Christoph Türcke
Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406829949 (ISBN: 3-406-82994-5)
510 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 15 x 22cm, Februar, 2025
EUR 38,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Rezension
Der Philosoph und renommierte Autor Christoph Türcke geht dem Wesen der Musik auf den Grund: In "Die Philosophie der Musik" untersucht er u.a., wie der Mensch den Klang zur Musik werden lässt, welche musikalischen Elemente schon seit prähistorischer Zeit existieren, inwiefern sich Musik seit der Antike entwickelt hat, welchen Einfluss das Christentum auf die Entwicklung der (westeuropäischen) Musik hatte und wie sich die Jazzmusik herausgebildet hat.
Türcke streift die aufgeworfenen Fragen nicht nur, er geht ihnen so gründlich nach, dass passagenweise jeder einzelne Satz zum ausgedehnten Nachlesen, Nachhören und Nachbereiten einlädt, was die Lektüre zu einem ausgesprochen fordernden und im Anschluss äußerst lehrreichen Vergnügen werden lässt. Überhaupt macht Türcke viel Lust darauf, Musik zu entdecken - sei es als Neuentdeckung oder als Wiederentdeckung vermeintlich alt bekannter Klänge, die man nach dem Lesen vielleicht mit ganz neu geschärften Ohren hören kann.
Für den schulischen Unterricht bieten sich einige Abschnitte für den Musikunterricht der gymnasialen Oberstufe an. Gerade die an einigen Stellen eingestreuten Intermezzi lassen sich aufgrund ihres in sich abgeschlossenen Charakters zielführend einsetzen, z.B. das Intermezzo 8 über den Gesang der Jünglinge von Karlheinz Stockhausen. Allerdings sind auch diese Texte hochkomplex und sicher vor allem für leistungsstarke Schülergruppen ein Gewinn.
Summa summarum liegt hier eine dichte und in höchstem Maße intellektuelle Philosophie der Musik vor, die ihresgleichen bisher sicher gesucht hat - insofern: Absolute Leseempfehlung!
J. Groß, www.lbib.de
Verlagsinfo
Ein Buch wie eine große Oper: In fünf Akten mit vorangestellter Ouvertüre und neun Intermezzi bringt der Philosoph Christoph Türcke das in die Vorzeit der Menschheit zurückführende Geheimnis der Musik auf die Bühne der Erkenntnis. Zugleich ist sein meisterlich geschriebenes Werk ein exemplarischer Durchgang durch die Musikgeschichte von Knochenflöten und Dithyrambenchören über mittelalterliche Choräle und die Wiener Klassik, Wagner und Mahler bis zu Zwölftonmusik, Jazz und Rap. Noch die neueste Musik lässt sich nur durch die Vergegenwärtigung ihrer frühesten Anfänge verstehen.
Was ist das für ein merkwürdiges, ebenso penetrantes wie scheues Etwas, welches durch unsere Ohren tief in uns eindringt, im Nu erklingt, im Nu verklingt, uns erschüttert, rührt oder erheitert, jedenfalls bewegt und prägt – und sich doch nicht festhalten läßt? Mit dieser Frage hat es die Philosophie der Musik zu tun: mit einem Geheimnis, das nach erhellenden Worten verlangt. Erhellend heißt nicht auflösend. Wer das Geheimnis der Musik auflösen möchte, wird scheitern. Geheimnislose Musik wäre zudem ohne jeden Zauber. Sie hätte uns nichts mehr zu sagen. Ihr Geheimnis erhellen heißt seine Ausstrahlung maximieren, es in das Wechselspiel von Sensorik und Motorik, Vorstellung und Denken barrierefrei einfügen. Je heller, je aufgeklärter es durch die Worte wird, desto mehr läßt es auch von seinem Innenleben erahnen, an das Worte nicht heranreichen.
Inhaltsverzeichnis
Zueignung
Am Eingang
Einlaß
Ouvertüre: Naturkonzert
Bioakustik - Evolution - Nischen - Anderer Planet - Just sounds
1. Akt: Hominidenmusik
Vehirnung - Holistische Lautformen - Lautzerlegung und Kombination - Triebumkehrung - Ritualisierung - Imago – mentaler Raum - Lautverdichtung - Name - Ololygé - Entklanglichung - Satzbildung - Kadenz - Kontrapunkt - Exzeß - Intermezzo 1: Venusbergmusik - Intermezzo 2: Adornos Fragment über Musik und Sprache
2. Akt: Instrumente und Bühnen
Älteste Musikinstrumente - Intermezzo 3: Mahlers Knochenflöte - Tieropfer - Wettstreit der Instrumente - Dithyrambos - Tragödienentstehung
3. Akt: Von der mousike zur Musik
Metrik – Rhythmik - Extreme des Tragischen - Intermezzo 4: Tragödie à la Nietzsche und Wagner - Komödie - Platons Aulos - Intermezzo 5: Mikrotonalität - Herauslösung - Intermezzo 6: Absolute Musik - Platonischer Reizschutz
4. Akt: Tonalität als christliche Engführung
Parusieverzögerung - Intermezzo 7: Romantik - Reinheitsantinomie - Intermezzo 8: Stockhausens Gesang der Jünglinge - Jubilatio - Jubilus – Accentus - Klangantinomie - Massenandacht - Musikalisches Pfingstwunder - Terzdrang - Motette und Messe - Kanon und Krebs - Fuge - Intermezzo 9: Alphabet und Globalisierung - Sonate - Der schreiende Jesus
5. Akt: Revivals
Der Untergrund christlicher Musik - Oper - Der Zenit schmelzenden Gesangs - Gestenmusik - Jazzursprung - Adornos Jazzkritik - Rap
Coda: Die Prinzessin auf der Erbse
Dank
Literatur
Personenregister
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