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Phänomenologie des Geistes
Phänomenologie des Geistes




Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Meiner Hamburg
EAN: 9783787349272 (ISBN: 3-7873-4927-8)
636 Seiten, hardcover, 13 x 20cm, Januar, 2025

EUR 89,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Gegenstand der Phänomenologie des Geistes ist die ›Wissenschaft der Erfahrung des Bewußtseins‹, d.i. der Aufstieg der Gestalten vernünftiger Erkenntnis von der Stufe der naiven Wahrnehmung bis zur Höhe des absoluten Wissens. Von diesem ersten reifen Werk Hegels sagte Bloch, es sei »voll Jugend ohne gleichen, voll Überfülle und Glut, dichterisch durchaus, wissenschaftlich durchaus, in einzigartiger, morgendlicher Gärung ... Nirgends kann genauer gesehen werden, was großer Gedanke im Aufgang ist, und nirgends ist sein Lauf bereits vollständiger.« Die Einleitung gibt eine genaue Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte des Werks, außerdem eine klare Nachzeichnung des Argumentationsganges des Textes, die nicht nur die schwierige Lektüre erleichtert, sondern auch an den derzeitigen Interpretationsstand heranführt.
Rezension
„Die Vernunft ist Geist, in dem die Gewißheit, alle Realität zu sein, zur Wahrheit erhoben und sie sich ihrer selbst als ihrer Welt und der Welt als ihrer selbst bewußt ist.“, heißt es zu Beginn des sechsten Kapitels „Der Geist“ der „Phänomenologie des Geistes“. Georg Wilhelm Friedrich Hegels (1770-1831) 1807 erschienene Untersuchung gilt als „Jahrtausendwerk der Philosophie“. In ihm erläutert der Philosoph Grundbegriffe und -figuren seines Idealismus, wie zum Beispiel „Geist“, „objektiver Geist“, „absoluter Geist“, „Selbstbewusstsein“, „absolutes Wissen“ oder „Dialektik“.
Daher lohnt sich eine genaue Lektüre des Hegelschen Originaltextes. Dem Felix Meiner Verlag kommt das Verdienst zu, von diesem Klassiker eine limitierte Sonderausgabe im speziellen Meiner-Design vorgelegt zu haben. Herausgegeben wird das Werk Hegels von Heinrich Clarmont und Hans-Friedrich Wessels. Der Text, welcher neu gesetzt wurde, basiert auf dem 9. Band der kritischen Edition der Gesammelten Werke Hegels, herausgegeben von Wolfgang Bonsiepen und Reinhard Heede. Von Bonsipen hat für die neue Edition eine sehr gute Einleitung zu dem philosophischen Klassiker beigesteuert. Erwähnenswert sind auch Hegels Vorarbeiten als Beilagen zum Originaltext sowie die hilfreichen Anmerkungen.
Lehrkräfte werden durch die Lektüre von Hegels „Phänomenologie“ motiviert, in ihrem Unterricht mit Schüler:innen bestimmte Abschnitte aus seinem Klassiker zu lesen und darüber zu philosophieren. Produktiv wäre zum Beispiel eine Auseinandersetzung mit seinem Philosophiebegriff, mit seiner Differenzierung zwischen Verstand und Vernunft, mit seiner Verhältnisbestimmung von theoretischem Wissen und praktischem Können, mit seinen Reflexionen über Freiheit, mit seiner Auffassung von Bildung als Entfremdungsprozess, mit seiner Kritik an der Tugendethik und an der deontologischen Ethik Kants oder mit seinem Verständnis von Religion als „Praxisform spekulativer Reflexion“(Stekeler).
Fazit: Die bei Meiner erschienene limitierte Sonderausgabe von Hegels „Phänomenologie des Geistes“ verdient einen Platz in der Bibliothek aller Freund:innen der Philosophie des Denkers. Der ästhetisch gestaltete Band fordert dazu auf, Hegels Klassiker (erneut) zu lesen und sich in die Denkbewegungen des Philosophen zu begeben.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Gegenstand der Phänomenologie des Geistes ist die ›Wissenschaft der Erfahrung des Bewußtseins‹, d.i. der Aufstieg der Gestalten vernünftiger Erkenntnis von der Stufe der naiven Wahrnehmung bis zur Höhe des absoluten Wissens. Von diesem ersten reifen Werk Hegels sagte Bloch, es sei »voll Jugend ohne gleichen, voll Überfülle und Glut, dichterisch durchaus, wissenschaftlich durchaus, in einzigartiger, morgendlicher Gärung ... Nirgends kann genauer gesehen werden, was großer Gedanke im Aufgang ist, und nirgends ist sein Lauf bereits vollständiger.« Die Einleitung gibt eine genaue Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte des Werks, außerdem eine klare Nachzeichnung des Argumentationsganges des Textes, die nicht nur die schwierige Lektüre erleichtert, sondern auch an den derzeitigen Interpretationsstand heranführt.
Diese Studienausgabe beruht in Text und Kommentierung auf der von W. Bonsiepen und R. Heede besorgten Edition im Rahmen der historisch-kritischen Ausgabe der Gesammelten Werke Hegels und verfolgt durch das Prinzip der Lautstandswahrung und der Bewahrung von Hegels unorthodoxer Zeichensetzung das Ziel, dem Anspruch eines gesicherten und möglichst authentischen Textes zu genügen. Aus der kritischen Edition wurden die »Beilagen« nebst Zusatzinformationen übernommen. Vollständig abgedruckt wurden ebenfalls die Textvarianten. Die Anmerkungen wurden überarbeitet und ergänzt. Mit Namenverzeichnis und Konkordanz zu den gebräuchlichsten Ausgaben des Werks.
Die vorliegende Sonderausgabe ist seiten- und textidentisch mit der neu gesetzten Ausgabe von 2025.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung. Von Wolfgang Bonsiepen VII
A. Zum Begriff ›Phänomenologie‹ VII | B. Entstehungsge
schichte der »Phänomenologie des Geistes« xv | C. Konzep
tion und Inhalt der »Phänomenologie des Geistes« xxvII |
D. Spätere Stellung der »Phänomenologie des Geistes« in
der Philosophie Hegels xlix | E. Zur frühen Rezeptionsgeschichte liv
Editorische Hinweise lxiII
Literaturhinweise lxxi
Georg Wilhelm Friedrich Hegel
Phänomenologie des Geistes
Vorrede 7
I. Wissenschaft der Phänomenologie des Geistes
[Einleitung] 59
I. Die sinnliche Gewißheit; oder das Diese und das Meinen 71
II. Die Wahrnehmung; oder das Ding, und die Täuschung 81
III. Kraft und Verstand, Erscheinung und übersinnliche Welt 95
IV. Die Wahrheit der Gewißheit seiner selbst 122
A. Selbstständigkeit und Unselbstständigkeit des
Selbstbewußtseins; Herrschaft und Knechtschaft 129
B. Freiheit des Selbstbewußtseins; Stoizismus,
Skeptizismus, und das unglückliche Bewußtsein 138
V. Gewißheit und Wahrheit der Vernunft 159
A. Beobachtende Vernunft 166
B. Die Verwirklichung des vernünftigen
Selbstbewußt seins durch sich selbst 236
C. Die Individualität, welche sich an und für sich selbst reell ist 262
VI. Der Geist 291
A. Der wahre Geist, die Sittlichkeit 294
B. Der sich entfremdete Geist; die Bildung 323
I. Die Welt des sich entfremdeten Geistes 326
II. Die Aufklärung 359
III. Die absolute Freiheit und der Schrecken 389
C. Der seiner selbst gewisse Geist. Die Moralität 398
VII. Die Religion 447
A. Natürliche Religion 454
B. Die Kunst Religion 462
C. Die offenbare Religion 492
VIII. Das absolute Wissen 520
Beilagen
Fragmente aus Vorarbeiten 537
Ursprünglicher Zwischentitel 548
Selbstanzeige der ›Phänomenologie des Geistes‹ 550
Notiz zur Überarbeitung für die zweite Auflage 552
Textkritischer Apparat zu den »Beilagen« 554
Anmerkungen 559
Konkordanz 627
Namenverzeichnis 635