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Nationale Interessen
Orientierung für deutsche und europäische Politik in zeiten globaler Umbrüche
Klaus von Dohnanyi
Siedler-Verlag
ISBN: 9783827501545
240 Seiten, hardcover, 14 x 22cm, Januar, 2022
EUR 22,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
In einer Welt des rapiden machtpolitischen und technologischen Wandels müssen sich Deutschland und Europa strategisch neu orientieren: Im Wettkampf zwischen den USA und China gerät Europa bereits zwischen die Fronten. Und dies wird auch unser Verhältnis zu Russland verändern müssen.
Fü+ die neue Regierung ist jetzt ein nüchterner, illusionsloser Blick auf die heutigen Realitäten notwendig, wie Klaus von Dohnanyi zeigt: Auf "Wertegemeinschaften" oder "Freundschaften" können wir nicht vertrauen, Deutschland und Europa müssen vielmehr ihre eigenen, wohlverstandenen Interessen formulieren und mir Realismus verfolgen. So fordert von Dohnanyi ins seinem Buch grundsätzliche Kurskorrekturen - im Bereich der äußeren Sicherheit ebenso wie in der Europapolitik, weg von einseitigen Abhängigkeiten, hin zut Politik der Eigenverantwortung.
Eine ebenso provokante wie anregende Streitschrift - von einer der herausragenden Persönlichkeiten unserer Gegenwart.
Rezension
Aktueller kann ein Buch kaum sein! Klaus von Dohnanyi ist ein hoch angesehener, renommierter Politiker mit herausragenden außenpolitischen Kenntnissen und einem ausgeprägten Gespür für die Zwischentöne. Daher lassen seine Worte stets aufhorchen. "Nationale Interessen" betitelt er sein aktuelles Werk und ermuntert die deutsche Politik, unter Beachtung der internationalen Kooperationen (insbesondere in der Europäischen Union) selbstbewusst auch nationale Interessen zu verfolgen, selbstverständlich mit dem erforderlichen Augenmaß und im Einklang mit seinen Partnern.
Inhaltlich bereitet Klaus von Dohnanyi die aktuell brisanten politischen Szenarien auf, kommentiert sie aus seiner Sicht, jederzeit unter Bezugnahme auf die aktuell verfügbare Quellenlage und -natürlich- greift er auf seine persönlichen Erfahrungen zurück. Die Position Deutschlands im internationalen Geflecht zu beschreiben, zu begründen und Verbesserungsvorschläge zu finden, macht er sich im vorliegenden Werk zur Aufgabe.
Die USA, China und Russland als Großmächte, ihr "Zusammenwirken" und die Auswirkungen insbesondere auf die westlich orientierten Staaten in Europa bilden den Kern der Betrachtungen. Wie können und sollen sich die europäischen Staaten positionieren? Wie gelingt die Emanzipation Europas? Welche Rolle spielt hierbei die Europäische Union und wie verträgt sich das Zusammenspiel zwischen den Nationalstaaten als EU-Mitgliedsländern mit der zentralistischen Organisation der Gemeinschaft in Brüssel?
Viele, hochaktuelle Fragen werden inhaltlich besprochen und und im abschließenden Kapitel VI (Was jetzt zu tun ist) hypothetisch zur Diskussion gestellt.
Dieses Buch ist absolut lesenswert!
In den gut begründeten und fundierten Ausführungen des Autoren, wird die enorme Kenntnis des "Grandseigneur" in Sachen praktischer Politik stets sicht- und lesbar. Es sei "Eine ebenso provokante wie anregende Streitschrift" vermerkt der Verlag auf der Rückseite des vorliegenden Werks. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Pro und Contra mag die Leserschaft für sich bestimmen, gut informiert und angeregt, sich dem ein oder anderen Sachgebiet eingehender zu widmen.
Es zeigt sich aber auch: selbst Neuerscheinungen können von aktuellen Ereignissen geradezu "überrannt" werden. Der völkerrechtswidrige Angriff der russischen Streitkräfte auf das Nachbarland Ukraine lassen die Ausführungen von Dohnanyis in einem neuen, tragischen Licht erscheinen. Eigentlich wäre ein ergänzendes Kapitel aus Sicht des Autoren hochinteressant...
Ungeachtet dessen bleibt das Gros des Inhalts brandaktuell. Das Wirken der Großmächte und die erforderliche Neupositionierung der Europäischen Union und im Zuge dessen, die Neuausrichtung deutscher Interessen, haben an Gültigkeit nichts eingebüßt.
Dietmar Langusch, Lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Zeitenwende in der Weltpolitik: Was für Deutschland auf dem Spiel steht
In einer Welt des rapiden machtpolitischen und technologischen Wandels müssen sich Deutschland und Europa strategisch neu orientieren: Im Wettkampf zwischen den USA und China gerät Europa bereits zwischen die Fronten. Und dies wird auch unser Verhältnis zu Russland verändern müssen. Jetzt ist ein nüchterner, illusionsloser Blick auf die neuen Realitäten notwendig, wie Klaus von Dohnanyi zeigt: Auf »Wertegemeinschaften« oder »Freundschaften« können wir nicht vertrauen, Deutschland und Europa müssen vielmehr offen ihre eigenen, wohl verstandenen Interessen formulieren und mit Realismus verfolgen. So fordert von Dohnanyi in seinem Buch grundsätzliche Kurskorrekturen – im Bereich der äußeren Sicherheit ebenso wie in der Industriepolitik, weg von einseitigen Abhängigkeiten, hin zu einer Politik der Eigenverantwortung. Ein ebenso provokantes wie anregendes Buch - von einer der herausragenden politischen Persönlichkeiten unserer Gegenwart.
»Selbstbewusst, souverän, auf die eigene Erfahrung bauend und in großer Ausführlichkeit und mit intellektuellem Tiefgang auf die Geschichte zurückgreifend formuliert [Dohnanyi] Einsichten und Ansichten in Sentenzen, die sich in solchem Freimut sonst kaum einer leisten würde.«
Die ZEIT (11. Januar 2022)
Klaus von Dohnanyi, geboren 1928, gehört seit 1957 der SPD an. Der promovierte Jurist hatte zahlreiche politische Ämter inne, er war u.a. Bundeswissenschaftsminister, Staatsminister im Auswärtigen Amt und Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Bis heute hat er zahlreiche ehrenamtliche Aufgaben inne und greift mit seinen differenzierten Ansichten und Meinungen immer wieder in die intellektuellen Debatten Deutschlands ein.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9
I.
Worum es jetzt geht 13
II.
Deutschland und Europa
zwischen den Interessen der Großmächte 21
Der Nationalstaat bleibt das Fundament 22
Die USA als Supermacht des Westens 28
China und Europa: Eine gefahrliche Partnerschaft? 42
Russland als Nachbar Europas 57
Vom "Colt"zum Wirtschaftskrieg - eine transatlantische "Wertegemeinschaft"? 73
III.
Kein Frieden für Europa? 87
Die USA haben nach 1945 den Frieden in Westeuropa ermöglicht 88
Der militärische Schutz durch die Nato 90
Die Fortsetzung der Nato-Erweiterung als Gefahr für Europa 98
Kann Europa als militärische Macht souverän werden? 111
IV.
Die Europäische Union als deutsche Aufgabe 121
Europa kann nur als Wirtschaftsmacht bestehen 122
Die EU ist ein Staatenbund und kein Bundesstaat 135
Warum offene Märkte eine europäische Integration erschweren 143
Nationale Interessen in Europa sind kein Nationalismus 154
V.
Europa auf dem Weg zu einer Wirtschaftsmacht? 161
Die EU-Kommission behindert die Wettbewerbsfähigkeit Europas 162
Deutschlands nationales Interesse in Europa ist der wettbewerbsfähige Sozialstaat 171
Was heißt »mehr« Europa im deutschen Interesse? 187
VI.
Was jetzt zu tun ist 205
Nachwort 223
Dank 225
Anmerkungen 227
Personenregister 235
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