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Moralische Tatsachen Warum sie existieren und wie wir sie erkennen können
Moralische Tatsachen
Warum sie existieren und wie wir sie erkennen können




Markus Gabriel

Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406837470 (ISBN: 3-406-83747-6)
463 Seiten, hardcover, 16 x 23cm, Oktober, 2025

EUR 36,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
In einer uralten Disziplin wie der Moralphilosophie geschehen mitunter noch Überraschungen. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt erfreut sich neuerdings eine lange vergessene Position großer Beliebtheit: der moralische Realismus. Der Starphilosoph und Bestsellerautor Markus Gabriel zeigt uns in seinem neuen Grundlagenwerk, dass sich daraus eine neuartige Ethik ableiten lässt, die genauso universalistisch wie konkret ist und sich als einzige auf der Höhe unserer Zeit bewegt.
Rezension
Existieren moralische Tatsachen? Wie sind diese erkennbar? Lässt sich das Begründungsproblem der Ethik lösen? Was ist der ethische Situationismus? Wodurch unterscheidet sich konkrete Ethik von angewandter Ethik? Lässt sich moralischer Fortschritt nachweisen? Haben wir einen freien Willen? Ist Kants Aufklärungsprogramm noch aktuell? Brauchen wir einen neuen Kapitalismus und philosophischen Widerstand?
Philosophisch tiefsinnige Antworten auf diese Fragen liefert Markus Gabriel (*1980) in seinem Buch „Moralische Tatsachen. Warum sie existieren und wie wir sie erkennen können“, erschienen 2025 bei C. H. Beck. Bekanntheit erlangte der Professor für Erkenntnistheorie, Philosophie der Neuzeit und Gegenwart z.B. durch seine philosophischen Bestseller „Warum es die Welt nicht gibt“(2013), „Ich ist nicht Gehirn. Philosophie des Geistes für das 21. Jahrhundert“(2015) und „Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten“(2020). Gabriel ist Vertreter eines Neuen Realismus im Gegensatz zu Varianten eines radikalen Konstruktivismus, und der Neuen Aufklärung, welcher durch die Bezugnahme auf Naturphilosophie und Transkulturalität eine Pluralität von Aufklärungen setzt. Der Philosoph vertritt gegenüber einem Neoliberalismus einen „ethischen Kapitalismus“ und plädiert mit guten Gründen für einen „ökosozialen Liberalismus“. Zusammen mit diesen Termini dienen Gabriel die Begriffe „progressive Politik“ und „rationaler Widerstand“ als Kategorien normativer Analyse der Gegenwart. Der Philosoph versteht „Politik als Streben nach einer guten Gesellschaft und damit als Labor moralischer Innovation“(S. 385).
Gabriels Ausführungen zeugen von der Fruchtbarkeit einer Rezeption von Klassikern der Philosophiegeschichte - u.a. Aristoteles, Kant, Hegel, Schelling und Nietzsche - sowie gegenwärtiger Sprachphilosophie zur Analyse der von Krisen geprägten Welt. Für Philosophie- und Ethiklehrkräfte enthält das vorliegende Werk zahlreiche Beispiele und Passagen, die sich produktiv im Unterricht zur Förderung der philosophischen und ethischen Urteilsbildung von Schüler:innen einsetzen lassen.
Fazit: Mit seinem neuen Buch „Moralische Tatsachen“ leistet Markus Gabriel einen wichtigen Beitrag zur philosophischen Aufklärung über den moralischen Realismus und demonstriert zugleich die Bedeutung der Philosophie als Orientierungsinstanz in Zeiten der Polykrise.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Gabriel, Markus
Moralische Tatsachen
Warum sie existieren und wie wir sie erkennen können.
In einer uralten Disziplin wie der Moralphilosophie geschehen mitunter noch Überraschungen. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt erfreut sich neuerdings eine lange vergessene Position großer Beliebtheit: der moralische Realismus. Der Starphilosoph und Bestsellerautor Markus Gabriel zeigt uns in seinem neuen Grundlagenwerk, dass sich daraus eine neuartige Ethik ableiten lässt, die genauso universalistisch wie konkret ist und sich als einzige auf der Höhe unserer Zeit bewegt.
Anhand zahlreicher Beispiele – vom Pazifismus und der Pandemie über den Klimawandel bis zum Moralismus und zur Geopolitik – führt uns Markus Gabriel in den moralischen Realismus ein. Der Hauptgedanke ist so einfach wie revolutionär: Es gibt moralische Tatsachen über das, was wir unbedingt zu tun und zu lassen haben. Wie ganz normale Tatsachen finden wir sie in der Wirklichkeit vor – sofern wir Menschen sind, die ihr Leben im Licht einer Vorstellung davon führen, wer oder was sie sind. Diese Tatsachen handeln von uns als freien geistigen Lebewesen. Deshalb können wir auch gar nicht anders, als in einer moralischen Wirklichkeit zu leben. Markus Gabriel verknüpft auf zugängliche Weise Beobachtungen über das Wesen der Moral mit Beobachtungen über das Wesen des Menschen und wendet diese auf die spezifische, globale Situation der Menschheit im 21. Jahrhundert an. Eine spannende und erkenntnisreiche Lektüre, die sich gleichermaßen an Einsteiger und Experten richtet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
I Moralische Tatsachen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
Die Ontologie der moralischen Wirklichkeit
§ 1. Über den Begriff der Tatsache . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
§ 2. Moralische Tatsachen als Zielsystem der Ethik . . . . . . . . 57
§ 3. Das Begründungsproblem der Ethik, realistisch gelöst . . . 73
§ 4. Die Konsistenz des Guten: Es gibt keine moralischen
Dilemmata . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
§ 5. Der ethische Situationismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
§ 6. Komplexe moralische Tatsachen . . . . . . . . . . . . . . . . . 117
II Praktische Erkenntnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129
Die Epistemologie der moralischen Wirklichkeit
§ 7. Wie wir moralische Tatsachen erkennen, Teil I: Das Gewissen 143
§ 8. Das Wir der moralischen Wirklichkeit . . . . . . . . . . . . . 154
§ 9. Wie wir moralische Tatsachen erkennen, Teil II: Die gelebte
Erfahrung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166
§ 10. Anthropologische Diversität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171
§ 11. Universalisieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182
§ 12. Konkrete Ethik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 191
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6 Inhalt
III Moralischer Fortschritt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205
Die Geschichtlichkeit der moralischen Wirklichkeit
§ 13. Der Begriff des Fortschritts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 212
§ 14. Der Begriff des moralischen Fortschritts . . . . . . . . . . . . . 224
§ 15. Der freie Wille . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251
§ 16. Nicht-linearer Fortschritt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 275
IV Die Verdunkelung und die Neue Aufklärung . . . . . . . . 293
Politik für eine moralische Wirklichkeit
§ 17. Kant und die Neue Aufklärung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 297
§ 18. Was ist Neue Aufklärung? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 317
§ 19. (Faule) Kompromisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 334
§ 20. Die Unverzichtbarkeit des politischen Liberalismus . . . . . 341
§ 21. Ethischer vs. autoritärer Kapitalismus: Wem gehört
die Zukunft? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 350
§ 22. Ökosozialer Liberalismus: Wer wir sind und wer wir
sein wollen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 367
§ 23. Progressive Politik und rationaler Widerstand . . . . . . . . . 381
Anhang
Danksagung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 391
Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 411
Personenregister . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 461