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Macht Religion krank? Die Frage nach den „ekklesiogenen Neurosen“
Macht Religion krank?
Die Frage nach den „ekklesiogenen Neurosen“




Ulrike Margarethe Salome Röhl

Tectum Verlag
EAN: 9783828835177 (ISBN: 3-8288-3517-1)
164 Seiten, paperback, 15 x 21cm, 2015

EUR 19,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Schon lange stellt vor allem die Psychologie die Frage, ob Religion bzw. Religiosität als Ausdruck von Krankheit verstanden werden kann. Denn zweifellos werden viele psychische Krankheiten durch den dominanten und einengenden Einfluss des Glaubens und der Kirche verursacht. Man spricht in diesem Zusammenhang von „Gottesvergiftung“, von „ekklesiogener Neurose“ oder „toxischem Glauben“.

Kann und darf man aber wirklich von Religion als Krankheit sprechen? Und welche Rolle spielt der Glaube bei psychisch erkrankten Menschen? Ist der Glaube ein Indikator fĂĽr das Entstehen und Fortschreiten von psychischen Krankheiten? Oder ist Religion eher ein Stabilisator, der den Genesungsprozess von psychisch Kranken beschleunigen kann?

Ulrike Margarethe Salome Röhl, geboren 1985, studierte von 2004-2010 Katholische Diplom-Theologie und Religionspädagogik an der Universität Eichstätt-Ingolstadt und an der Julius-Maximilians Universität Würzburg (dort Promotion 2012). Von 2010-2013 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Dogmatik und Dogmengeschichte unter Berücksichtigung fundamentaltheologischer Fragestellungen an der Universität Vechta tätig. 2013 arbeitete sie als Referentin für Theologie und Philosophie in der Katholischen Erwachsenenbildung im Erzbistum Köln. Seit 2014 ist sie Klinikseelsorgerin für Psychiatrie in der Lutherstadt Wittenberg.
Rezension
Das Wissen um die belastenden und krank-machenden Aspekte von Religiosität ist insbesondere auch für Regionspädagog/inn/en wichtig, um nicht naiv einer weit verbreiteten religionspädagoischen Meinung aufzusitzen, dass Religiosität für eine gesunde menschliche Entwicklung geradezu zwingend notwendig sei. "Macht Religion krank?" (Buchtitel) - Das ist eine auch für die Schule und die religionspädagogik überaus relevante Fragestellung: Ist Religion für die menschliche Entwicklung schädlich oder förderlich, verhilft Religion zu psychischer Gesundheit und Stabilität oder macht Religion krank, welche möglichen pathogenen oder auch salutogenen Effekte bringt religiös-spirituelles Befinden mit sich? Dieser Fragestellung wendet sich dieses Buch zu. Zweifellos werden viele psychische Krankheiten durch den dominanten und einengenden Einfluss des Glaubens und der Kirche verursacht. Man spricht in diesem Zusammenhang von „Gottesvergiftung“, von „ekklesiogener Neurose“ oder „toxischem Glauben“.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Stichwörter: Religion, Jesus, Psychoanalyse, Bibel, Glaube, Lebenshilfe, Religionspsychologie, Frömmigkeit, Fundamentaltheologie, Gottesbild

Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 15

2. METHODISCHES VORGEHEN 19

3. PROBLEMDARSTELLUNG 21

4. WIRKUNGSGESCHICHTE 27

5. PSYCHISCHE GESUNDHEIT UND PSYCHISCHE KRANKHEIT. ANTHROPOLOGISCHE, THEOLOGISCHE UND ETHISCHE ASPEKTE 39

6. BEGRIFFSDEFINITIONEN 47

6.1 Religion 47
6.2 Funktionen von Religion 53
6.3 Religiosität 55
6.4 Religion versus Religiosität 59
6.5 Glaube 60
6.6 Glaubensentwicklungen 61

7. NEUROSE – EINE ERSTE BEGRIFFSDEFINITION 77

8. „EKKLESIOGENE NEUROSEN“ 81

8.1 Mögliche Erklärungsmodelle 87
8.1.1 Angst und unbewältigte Schuld 88
8.1.2 Sozialer Druck und soziale Ausgrenzung 90
8.1.3 Kognitive Rigidität 91
8.1.4 Strenge moralische Richtlinien 92
8.1.5 Glaube an die Allmacht Gottes 94
8.1.6 Gestörtes Gottesbild 96
8.1.7 Problematisches Bibelverständnis 99
8.1.8 Negative Emotionen 101
8.1.9 Gestörtes Verhältnis zur Sexualität 102
8.1.10 Idealisierung der alternativen Werte 106
8.1.11 Religiöser Fundamentalismus 107
8.1.12 Christliche Institutionen 108
8.1.13 Fan-Sein 108
8.1.14 Scham vor Gott 109
8.1.15 Fazit 110
8.2 Mögliche Äußerungsformen 110

9. THERAPIEANSĂ„TZE 115

10. SEELSORGE UND PSYCHIATRIE 121

10.1 Biblische Seelsorge 126
10.2 Seelsorge von psychischen Patienten 128
10.3 Hinweise für das seelsorgliche Gespräch bei Patienten mit „ekklesiogenen Neurosen“ 131
10.4 Zusammenarbeit zwischen Theologie und Psychiatrie. Wo Theologie und Psychiatrie sich begegnen 137

11. FAZIT 143

LITERATURVERZEICHNIS 147