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Konfessionskunde im 21. Jahrhundert Bestandsaufnahmen, Herausforderungen, Perspektiven
Konfessionskunde im 21. Jahrhundert
Bestandsaufnahmen, Herausforderungen, Perspektiven




Mareile Lasogga, Michael Roth (Hrsg.)

Evangelische Verlagsanstalt
EAN: 9783374069637 (ISBN: 3-374-06963-0)
182 Seiten, paperback, 12 x 19cm, November, 2021

EUR 35,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Das Bewusstsein für Konfessionalität und die Einsicht in die Bedeutung konstruktiver Differenzpflege zwischen den christlichen Gemeinschaften ist im Schwinden begriffen. Die vielfältigen Aspekte von Konfessionalität spielen für die christliche Identitätsbildung in der Gegenwart allenfalls eine untergeordnete Rolle. Sind die konfessionellen Ausprägungen des Christentums, die damit verbundenen Traditionen, Bekenntnisse und Frömmigkeitskulturen im 21. Jahrhundert überhaupt noch von Bedeutung? Ist das Fach und der Begriff der Konfessionskunde noch anschlussfähig bzw. arbeitstauglich, um die Fragen und Herausforderungen der gegenwärtigen Lage zu bearbeiten? Das Konfessionskundliche Institut des Evangelischen Bundes e. V. ist diesen Fragen im Rahmen eines Expertengesprächs nachgegangen und hat dazu Theologen und Theologinnen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und konfessionellen Traditionen zusammengeführt.

Mit Beiträgen von Wolfgang Thönissen, Hans-Martin Barth, Peter Gemeinhardt, Markus Iff, Christoph Barnbrock, Volker Küster, Friederike Nüssel, Gert Pickel und Wolfgang Zwickel.
Rezension
Konfessionskunde bezeichnet ursprünglich die vergleichende Untersuchung der Differenzen zwischen den christlichen Kir- chen vornehmlich in Bekenntnis und Lehre. Konfessions- und Kirchenkunde steht im Kontext von Kirchengeschichte, bildet aber doch auch eine Schnittstelle zur Dogmatik und damit zur Gegenwarts-Theologie. Die verschiedenen Gesichter des Glaubens in christlichen Kirchen werden hier deutlich. Die Vielfalt der christlichen Konfessionen findet sich bereits im neutestamentlichen Kanon; warum sonst bedürfte es z.B. vier theologisch recht unterschiedlicher Evangelien?! Zugleich haben die Kirchengeschichtlichen Entwicklungen immer auch um die Einheit der Kirche gerungen. Nur wer um die konfessionellen Unterschiede weiß, kann auch zu Gemeinsamkeiten in der Ökumene gelangen. Ökumene lebt von der Begegnung mit Christen anderer Konfessionen. Damit Ökumene gelingen kann, ist es notwendig, das Selbstverständnis der anderen Christen kennenzulernen, sich mit ihrem Glauben, ihrer Identität und ihrer Lebensweise auseinanderzusetzen. - Dieses Buch ist aber keine Konfessionskunde im substantiellen Sinne (eine solche bietet die Ev. Verlagsanstalt z.B. mit dem Titel: Konfessionskunde, Johannes Oeldemann (Hrsg.), Reihe: Handbuch der Ökumene und Konfessionskunde, EAN: 9783374038039 (ISBN: 3-374-03803-4), 433 Seiten, paperback, 13 x 21cm, 2015, EUR 26,90), sondern es problematisiert die Disziplin Konfessionskunde (im 21. Jahrhundert), deshalb der Untertitel: Bestandsaufnahmen, Herausforderungen, Perspektiven. Mit der zunehmenden religiösen und weltanschaulichen Ausdifferenzierung der Gesellschaften in Westeuropa entwickelte sich eine Einstellung im Umgang mit religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen, die diese als gleich gültige Optionen nebeneinanderstellt. Die damit verbundene Relativierung von Wahrheits- und Geltungsansprüchen hat Auswirkungen auch auf das Selbstverständnis von Kirchen und Konfessionen und damit auch auf den ökumenischen Dialog. Das Bewusstsein für Konfessionalität und die Einsicht in die Bedeutung konstrukti- ver Differenzpflege zwischen den christlichen Gemeinschaften ist im Schwinden begriffen. Die vielfältigen Aspekte von Konfessionalität spielen für die christliche Identitätsbildung in der Gegenwart allenfalls eine untergeordnete Rolle. Wie von verschiedener Seite festgestellt wird, sind die Grenzen zwischen den Konfessionen zudem nicht mehr eindeutig zu identifizieren. Häufig sind es eher theologische Positionen, die Christen trennen, als unterschiedliche Konfessionen. Für die jüngere Generation stehen die konfessionellen Differenzen nicht mehr im Vordergrund.

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagwörter:
Frömmigkeitskultur christliche Gemeinschaften christliche Identität
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Konfessionskunde im 21. Jahrhundert
Bestandsaufnahmen, Herausforderungen, Perspektiven 7
Mareile Lasogga / Michael Roth

Die Bedeutung von Konfession in der Gegenwart
Existent, überflüssig, relevant? 19
Gert Pickel

Konfessionskunde? 48
Hans-Martin Barth

Konfessionskunde zwischen Historie und Gegenwart 57
Peter Gemeinhardt

Konfessionskunde in konkordienlutherischer Perspektive 79
Christoph Barnbrock

Konfessionskunde im 21. Jahrhundert
Katholische Perspektiven 94
Wolfgang Thönissen

Konfessionskunde in freikirchlicher Perspektive 120
Markus Iff

Konfessionskunde aus religionsgeschichtlicher Sicht 157
Wolfgang Zwickel

Konfessionskunde im Kontext Interkultureller Theologie 166
Volker Küster

Beiträgerverzeichnis 181